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<!DOCTYPE dbtplenarprotokoll SYSTEM "dbtplenarprotokoll.dtd">
<dbtplenarprotokoll vertrieb="Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 1 0 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de" herstellung="H. Heenemann GmbH  Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de" sitzung-ort="Berlin" herausgeber="Deutscher Bundestag" issn="0722-7980" wahlperiode="20" sitzung-nr="42" sitzung-datum="03.06.2022" sitzung-start-uhrzeit="9:00" sitzung-ende-uhrzeit="17:25" sitzung-naechste-datum="22.06.2022" start-seitennr="4157">
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		<kopfdaten>
			<plenarprotokoll-nummer>Plenarprotokoll <wahlperiode>20</wahlperiode>/<sitzungsnr>42</sitzungsnr>
			</plenarprotokoll-nummer>
			<herausgeber>Deutscher Bundestag</herausgeber>
			<berichtart>Stenografischer Bericht</berichtart>
			<sitzungstitel>
				<sitzungsnr>42</sitzungsnr>. Sitzung</sitzungstitel>
			<veranstaltungsdaten>
				<ort>Berlin</ort>, <datum date="03.06.2022">Freitag, den 3. Juni 2022</datum>
			</veranstaltungsdaten>
		</kopfdaten>
		<inhaltsverzeichnis>
			<ivz-titel>Inhalt:</ivz-titel>
			<ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag-inhalt>Begrüßung des Präsidenten der Werchowna Rada der Ukraine, Herrn Ruslan Stefantschuk</ivz-eintrag-inhalt>
				<a href="S4157" typ="druckseitennummer">
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					<seitenbereich>B</seitenbereich>
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			</ivz-eintrag>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zur Geschäftsordnung:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003804">
							<name>
								<vorname>Katja</vorname>
								<nachname>Mast</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Katja Mast (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4158" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003790">
							<name>
								<vorname>Jan</vorname>
								<nachname>Korte</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Jan Korte (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4159" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004276">
							<name>
								<vorname>Thorsten</vorname>
								<nachname>Frei</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Thorsten Frei (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004662">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Bernd</vorname>
								<nachname>Baumann</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Bernd Baumann (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4160" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erweiterung der Tagesordnung</ivz-eintrag-inhalt>
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
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						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag/>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Tagesordnungspunkt I (Fortsetzung):</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>a) – Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 (Haushaltsgesetz 2022)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1828 Nr. 1</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ergänzung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1200, 20/1201</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2021 bis 2025</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 19/31501, 20/1629</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>I.19 Einzelplan 11</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Bundesministerium für Arbeit und Soziales</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1611, 20/1626</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Tagesordnungspunkt III:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1408, 20/1916</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/1917</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales zu dem Antrag der Abgeordneten Susanne Ferschl, Gökay Akbulut, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Ausweitung der Minijobs konterkariert Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1503, 20/1916</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>c) Antrag der Abgeordneten Susanne Ferschl, Victor Perli, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: 12 Euro Mindestlohn sicherstellen – Kontrollen unterstützen und ausbauen</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/2058</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4161" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>D</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004336">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Silke</vorname>
								<nachname>Launert</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Silke Launert (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4162" ref-type="rede" rid="ID204200100">
						<a href="S4162" typ="druckseitennummer">
							<seite>4162</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003142">
							<name>
								<vorname>Hubertus</vorname>
								<nachname>Heil</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_lang>
									<rolle_kurz>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_kurz>
								</rolle>
							</name>
						</redner>Hubertus Heil, Bundesminister BMAS</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4163" ref-type="rede" rid="ID204200200">
						<a href="S4163" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004873">
							<name>
								<vorname>Ulrike</vorname>
								<nachname>Schielke-Ziesing</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Ulrike Schielke-Ziesing (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4165" ref-type="rede" rid="ID204200300">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005011">
							<name>
								<vorname>Andreas</vorname>
								<nachname>Audretsch</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Andreas Audretsch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003584">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Gesine</vorname>
								<nachname>Lötzsch</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005273">
							<name>
								<vorname>Claudia</vorname>
								<nachname>Raffelhüschen</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Claudia Raffelhüschen (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4168" ref-type="rede" rid="ID204200600">
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11002666">
							<name>
								<vorname>Hermann</vorname>
								<nachname>Gröhe</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Hermann Gröhe (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4169" ref-type="rede" rid="ID204200700">
						<a href="S4169" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005153">
							<name>
								<vorname>Kathrin</vorname>
								<nachname>Michel</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Kathrin Michel (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4171" ref-type="rede" rid="ID204200800">
						<a href="S4171" typ="druckseitennummer">
							<seite>4171</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004900">
							<name>
								<vorname>René</vorname>
								<nachname>Springer</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>René Springer (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4172" ref-type="rede" rid="ID204200900">
						<a href="S4172" typ="druckseitennummer">
							<seite>4172</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004117">
							<name>
								<vorname>Beate</vorname>
								<nachname>Müller-Gemmeke</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4174" ref-type="rede" rid="ID204201000">
						<a href="S4174" typ="druckseitennummer">
							<seite>4174</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004715">
							<name>
								<vorname>Susanne</vorname>
								<nachname>Ferschl</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Susanne Ferschl (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4175" ref-type="rede" rid="ID204201100">
						<a href="S4175" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004786">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Lukas</vorname>
								<nachname>Köhler</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Lukas Köhler (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4175" ref-type="rede" rid="ID204201200">
						<a href="S4175" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005106">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Ottilie</vorname>
								<nachname>Klein</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4176" ref-type="rede" rid="ID204201300">
						<a href="S4176" typ="druckseitennummer">
							<seite>4176</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004401">
							<name>
								<vorname>Dagmar</vorname>
								<nachname>Schmidt</nachname>
								<ortszusatz>(Wetzlar)</ortszusatz>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dagmar Schmidt (Wetzlar) (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4178" ref-type="rede" rid="ID204201400">
						<a href="S4178" typ="druckseitennummer">
							<seite>4178</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004781">
							<name>
								<vorname>Norbert</vorname>
								<nachname>Kleinwächter</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Norbert Kleinwächter (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4179" ref-type="rede" rid="ID204201500">
						<a href="S4179" typ="druckseitennummer">
							<seite>4179</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003888">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Wolfgang</vorname>
								<nachname>Strengmann-Kuhn</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4180" ref-type="rede" rid="ID204201600">
						<a href="S4180" typ="druckseitennummer">
							<seite>4180</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004075">
							<name>
								<vorname>Pascal</vorname>
								<nachname>Kober</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Pascal Kober (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4181" ref-type="rede" rid="ID204201700">
						<a href="S4181" typ="druckseitennummer">
							<seite>4181</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004443">
							<name>
								<vorname>Kai</vorname>
								<nachname>Whittaker</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Kai Whittaker (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4182" typ="druckseitennummer">
						<seite>4182</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004673">
							<name>
								<vorname>Marc</vorname>
								<nachname>Biadacz</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Marc Biadacz (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4183" ref-type="rede" rid="ID204201800">
						<a href="S4183" typ="druckseitennummer">
							<seite>4183</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004389">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Martin</vorname>
								<nachname>Rosemann</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Martin Rosemann (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4184" ref-type="rede" rid="ID204201900">
						<a href="S4184" typ="druckseitennummer">
							<seite>4184</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005004">
							<name>
								<vorname>Stephanie</vorname>
								<nachname>Aeffner</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Stephanie Aeffner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4186" ref-type="rede" rid="ID204202000">
						<a href="S4186" typ="druckseitennummer">
							<seite>4186</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004365">
							<name>
								<vorname>Wilfried</vorname>
								<nachname>Oellers</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Wilfried Oellers (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4187" ref-type="rede" rid="ID204202100">
						<a href="S4187" typ="druckseitennummer">
							<seite>4187</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004392">
							<name>
								<vorname>Bernd</vorname>
								<nachname>Rützel</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Bernd Rützel (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4188" ref-type="rede" rid="ID204202200">
						<a href="S4188" typ="druckseitennummer">
							<seite>4188</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004169">
							<name>
								<vorname>Stephan</vorname>
								<nachname>Stracke</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Stephan Stracke (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4188" ref-type="rede" rid="ID204202300">
						<a href="S4188" typ="druckseitennummer">
							<seite>4188</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005137">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Tanja</vorname>
								<nachname>Machalet</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4189" ref-type="rede" rid="ID204202400">
						<a href="S4189" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Namentliche Abstimmung</ivz-eintrag-inhalt>
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Ergebnis</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4191" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zusatzpunkt 5:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Einspruch gegen eine Ordnungsmaßnahme gemäß § 39 der Geschäftsordnung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zusatzpunkt 6:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Einspruch gegen eine Ordnungsmaßnahme gemäß § 39 der Geschäftsordnung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>I.20 Einzelplan 32</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Bundesschuld</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/1624</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4195" typ="druckseitennummer">
						<seite>4195</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>I.21 Einzelplan 60</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Allgemeine Finanzverwaltung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/1625</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4196" typ="druckseitennummer">
						<seite>4196</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>I.22 Haushaltsgesetz 2022</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1627, 20/1628</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4196" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Tagesordnungspunkt IV:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Antrag der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP: Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/2036</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4196" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Namentliche Abstimmung</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4196" typ="druckseitennummer">
						<seite>4196</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Ergebnis</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4203" typ="druckseitennummer">
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					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Tagesordnungspunkt V:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 (Haushaltsgesetz 2022)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ergänzung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1200, 20/1201, 20/1602, 20/1604, 20/1605, 20/1606, 20/1607, 20/1608, 20/1609, 20/1610, 20/1611, 20/1612, 20/1614, 20/1615, 20/1616, 20/1621, 20/1623, 20/1624, 20/1625, 20/1626, 20/1627, 20/1628</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4197" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003516">
							<name>
								<vorname>Alexander</vorname>
								<nachname>Dobrindt</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Alexander Dobrindt (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4197" ref-type="rede" rid="ID204202500">
						<a href="S4197" typ="druckseitennummer">
							<seite>4197</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004780">
							<name>
								<vorname>Karsten</vorname>
								<nachname>Klein</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Karsten Klein (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4198" ref-type="rede" rid="ID204202600">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004675">
							<name>
								<vorname>Peter</vorname>
								<nachname>Boehringer</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Peter Boehringer (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4199" ref-type="rede" rid="ID204202700">
						<a href="S4199" typ="druckseitennummer">
							<seite>4199</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003545">
							<name>
								<vorname>Bettina</vorname>
								<nachname>Hagedorn</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Bettina Hagedorn (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4201" ref-type="rede" rid="ID204202800">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003584">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Gesine</vorname>
								<nachname>Lötzsch</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4202" ref-type="rede" rid="ID204202900">
						<a href="S4202" typ="druckseitennummer">
							<seite>4202</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005180">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Paula</vorname>
								<nachname>Piechotta</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Paula Piechotta (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4206" ref-type="rede" rid="ID204203000">
						<a href="S4206" typ="druckseitennummer">
							<seite>4206</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005035">
							<name>
								<vorname>Yannick</vorname>
								<nachname>Bury</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Yannick Bury (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4207" ref-type="rede" rid="ID204203100">
						<a href="S4207" typ="druckseitennummer">
							<seite>4207</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004097">
							<name>
								<vorname>Christian</vorname>
								<nachname>Lindner</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
									<rolle_kurz>Bundesminister BMF</rolle_kurz>
								</rolle>
							</name>
						</redner>Christian Lindner, Bundesminister BMF</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4209" ref-type="rede" rid="ID204203200">
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							<seite>4209</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004731">
							<name>
								<vorname>Kay</vorname>
								<nachname>Gottschalk</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Kay Gottschalk (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4210" ref-type="rede" rid="ID204203300">
						<a href="S4210" typ="druckseitennummer">
							<seite>4210</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004407">
							<name>
								<vorname>Andreas</vorname>
								<nachname>Schwarz</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Andreas Schwarz (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4211" ref-type="rede" rid="ID204203400">
						<a href="S4211" typ="druckseitennummer">
							<seite>4211</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005200">
							<name>
								<vorname>Jamila</vorname>
								<nachname>Schäfer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4212" ref-type="rede" rid="ID204203500">
						<a href="S4212" typ="druckseitennummer">
							<seite>4212</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005069">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Ingeborg</vorname>
								<nachname>Gräßle</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Ingeborg Gräßle (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4213" ref-type="rede" rid="ID204203600">
						<a href="S4213" typ="druckseitennummer">
							<seite>4213</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003530">
							<name>
								<vorname>Otto</vorname>
								<nachname>Fricke</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Otto Fricke (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4214" ref-type="rede" rid="ID204203700">
						<a href="S4214" typ="druckseitennummer">
							<seite>4214</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003758">
							<name>
								<vorname>Martin</vorname>
								<nachname>Gerster</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Martin Gerster (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4215" ref-type="rede" rid="ID204203800">
						<a href="S4215" typ="druckseitennummer">
							<seite>4215</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004070">
							<name>
								<vorname>Sven-Christian</vorname>
								<nachname>Kindler</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4216" ref-type="rede" rid="ID204203900">
						<a href="S4216" typ="druckseitennummer">
							<seite>4216</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004286">
							<name>
								<vorname>Christian</vorname>
								<nachname>Haase</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Christian Haase (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4218" ref-type="rede" rid="ID204204000">
						<a href="S4218" typ="druckseitennummer">
							<seite>4218</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004701">
							<name>
								<vorname>Esther</vorname>
								<nachname>Dilcher</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Esther Dilcher (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4219" ref-type="rede" rid="ID204204100">
						<a href="S4219" typ="druckseitennummer">
							<seite>4219</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004388">
							<name>
								<vorname>Dennis</vorname>
								<nachname>Rohde</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dennis Rohde (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4220" ref-type="rede" rid="ID204204200">
						<a href="S4220" typ="druckseitennummer">
							<seite>4220</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Namentliche Abstimmung</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4221" typ="druckseitennummer">
						<seite>4221</seite>
						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Ergebnis</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4228" typ="druckseitennummer">
						<seite>4228</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zusatzpunkt 3:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1410, 20/2091</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4222" typ="druckseitennummer">
						<seite>4222</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004097">
							<name>
								<vorname>Christian</vorname>
								<nachname>Lindner</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
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								</rolle>
							</name>
						</redner>Christian Lindner, Bundesminister BMF</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4222" ref-type="rede" rid="ID204204300">
						<a href="S4222" typ="druckseitennummer">
							<seite>4222</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004110">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Mathias</vorname>
								<nachname>Middelberg</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Mathias Middelberg (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4223" ref-type="rede" rid="ID204204400">
						<a href="S4223" typ="druckseitennummer">
							<seite>4223</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003167">
							<name>
								<vorname>Christine</vorname>
								<nachname>Lambrecht</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesministerin der Verteidigung</rolle_lang>
									<rolle_kurz>Bundesministerin BMVg</rolle_kurz>
								</rolle>
							</name>
						</redner>Christine Lambrecht, Bundesministerin BMVg</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4224" ref-type="rede" rid="ID204204500">
						<a href="S4224" typ="druckseitennummer">
							<seite>4224</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004675">
							<name>
								<vorname>Peter</vorname>
								<nachname>Boehringer</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Peter Boehringer (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4226" ref-type="rede" rid="ID204204600">
						<a href="S4226" typ="druckseitennummer">
							<seite>4226</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004245">
							<name>
								<vorname>Annalena</vorname>
								<nachname>Baerbock</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesministerin des Auswärtigen</rolle_lang>
									<rolle_kurz>Bundesministerin AA</rolle_kurz>
								</rolle>
							</name>
						</redner>Annalena Baerbock, Bundesministerin AA</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4227" ref-type="rede" rid="ID204204700">
						<a href="S4227" typ="druckseitennummer">
							<seite>4227</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003034">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Dietmar</vorname>
								<nachname>Bartsch</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4231" ref-type="rede" rid="ID204204800">
						<a href="S4231" typ="druckseitennummer">
							<seite>4231</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004048">
							<name>
								<vorname>Florian</vorname>
								<nachname>Hahn</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Florian Hahn (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4232" ref-type="rede" rid="ID204204900">
						<a href="S4232" typ="druckseitennummer">
							<seite>4232</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003715">
							<name>
								<vorname>Lars</vorname>
								<nachname>Klingbeil</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Lars Klingbeil (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4233" ref-type="rede" rid="ID204205000">
						<a href="S4233" typ="druckseitennummer">
							<seite>4233</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Namentliche Abstimmung</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4235" typ="druckseitennummer">
						<seite>4235</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Ergebnis</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4244" typ="druckseitennummer">
						<seite>4244</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zusatzpunkt 4:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1409, 20/2090</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4235" typ="druckseitennummer">
						<seite>4235</seite>
						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004712">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Marcus</vorname>
								<nachname>Faber</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Marcus Faber (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4235" ref-type="rede" rid="ID204205100">
						<a href="S4235" typ="druckseitennummer">
							<seite>4235</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004182">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Johann David</vorname>
								<nachname>Wadephul</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Johann David Wadephul (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4236" ref-type="rede" rid="ID204205200">
						<a href="S4236" typ="druckseitennummer">
							<seite>4236</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004407">
							<name>
								<vorname>Andreas</vorname>
								<nachname>Schwarz</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Andreas Schwarz (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4238" ref-type="rede" rid="ID204205300">
						<a href="S4238" typ="druckseitennummer">
							<seite>4238</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004846">
							<name>
								<vorname>Gerold</vorname>
								<nachname>Otten</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Gerold Otten (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4239" ref-type="rede" rid="ID204205400">
						<a href="S4239" typ="druckseitennummer">
							<seite>4239</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005201">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Sebastian</vorname>
								<nachname>Schäfer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Sebastian Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4240" ref-type="rede" rid="ID204205500">
						<a href="S4240" typ="druckseitennummer">
							<seite>4240</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003790">
							<name>
								<vorname>Jan</vorname>
								<nachname>Korte</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Jan Korte (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4241" ref-type="rede" rid="ID204205600">
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							<seite>4241</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005165">
							<name>
								<vorname>Rasha</vorname>
								<nachname>Nasr</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Rasha Nasr (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4242" ref-type="rede" rid="ID204205700">
						<a href="S4242" typ="druckseitennummer">
							<seite>4242</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004286">
							<name>
								<vorname>Christian</vorname>
								<nachname>Haase</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Christian Haase (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4243" ref-type="rede" rid="ID204205800">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004226">
							<name>
								<vorname>Wolfgang</vorname>
								<nachname>Hellmich</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Wolfgang Hellmich (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4243" ref-type="rede" rid="ID204205900">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Namentliche Abstimmungen</ivz-eintrag-inhalt>
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						<seite>4248</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
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						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Ergebnisse</ivz-eintrag-inhalt>
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
					<a href="S4261" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Tagesordnungspunkt VI:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Rentenanpassung 2022 und zur Verbesserung von Leistungen für den Erwerbsminderungsrentenbestand (Rentenanpassungs- und Erwerbsminderungsrenten-Bestandsverbesserungsgesetz)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksachen 20/1680, 20/1974, 20/2074</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4251" typ="druckseitennummer">
						<seite>4251</seite>
						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>– Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/2075</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4251" typ="druckseitennummer">
						<seite>4251</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag-inhalt>in Verbindung mit</ivz-eintrag-inhalt>
			</ivz-eintrag>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Zusatzpunkt 2:</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Antrag der Abgeordneten Gerrit Huy, René Springer, Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Rentner beim Entlastungspaket nicht vergessen</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Drucksache 20/2034</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4251" typ="druckseitennummer">
						<seite>4251</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003142">
							<name>
								<vorname>Hubertus</vorname>
								<nachname>Heil</nachname>
								<rolle>
									<rolle_lang>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_lang>
									<rolle_kurz>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_kurz>
								</rolle>
							</name>
						</redner>Hubertus Heil, Bundesminister BMAS</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4252" ref-type="rede" rid="ID204206000">
						<a href="S4252" typ="druckseitennummer">
							<seite>4252</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005163">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Stefan</vorname>
								<nachname>Nacke</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Stefan Nacke (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4253" ref-type="rede" rid="ID204206100">
						<a href="S4253" typ="druckseitennummer">
							<seite>4253</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003578">
							<name>
								<vorname>Markus</vorname>
								<nachname>Kurth</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4254" ref-type="rede" rid="ID204206200">
						<a href="S4254" typ="druckseitennummer">
							<seite>4254</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005091">
							<name>
								<vorname>Gerrit</vorname>
								<nachname>Huy</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Gerrit Huy (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4255" ref-type="rede" rid="ID204206300">
						<a href="S4255" typ="druckseitennummer">
							<seite>4255</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005216">
							<name>
								<vorname>Anja</vorname>
								<nachname>Schulz</nachname>
								<fraktion>FDP</fraktion>
							</name>
						</redner>Anja Schulz (FDP)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4256" ref-type="rede" rid="ID204206400">
						<a href="S4256" typ="druckseitennummer">
							<seite>4256</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004012">
							<name>
								<vorname>Matthias W.</vorname>
								<nachname>Birkwald</nachname>
								<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
							</name>
						</redner>Matthias W. Birkwald (DIE LINKE)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4257" ref-type="rede" rid="ID204206500">
						<a href="S4257" typ="druckseitennummer">
							<seite>4257</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004039">
							<name>
								<vorname>Michael</vorname>
								<nachname>Gerdes</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Michael Gerdes (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4258" ref-type="rede" rid="ID204206600">
						<a href="S4258" typ="druckseitennummer">
							<seite>4258</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004443">
							<name>
								<vorname>Kai</vorname>
								<nachname>Whittaker</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Kai Whittaker (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4259" ref-type="rede" rid="ID204206700">
						<a href="S4259" typ="druckseitennummer">
							<seite>4259</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005137">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Tanja</vorname>
								<nachname>Machalet</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4260" ref-type="rede" rid="ID204206800">
						<a href="S4260" typ="druckseitennummer">
							<seite>4260</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003142">
							<name>
								<vorname>Hubertus</vorname>
								<nachname>Heil</nachname>
								<ortszusatz>(Peine)</ortszusatz>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Hubertus Heil (Peine) (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4260" typ="druckseitennummer">
						<seite>4260</seite>
						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Nächste Sitzung</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4264" typ="druckseitennummer">
						<seite>4264</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 1</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Entschuldigte Abgeordnete</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4265" typ="druckseitennummer">
						<seite>4265</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 2</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Fraktion Die Linke zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Tagesordnungspunkt III. a)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4265" typ="druckseitennummer">
						<seite>4265</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 3</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Susanne Hierl, Bernhard Loos und Alexander Radwan (alle CDU/CSU) zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Tagesordnungspunkt III. a)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4266" typ="druckseitennummer">
						<seite>4266</seite>
						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 4</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Klaus Wiener und Klaus-Peter Willsch (beide CDU/CSU) zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Tagesordnungspunkt III. a)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4266" typ="druckseitennummer">
						<seite>4266</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 5</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärungen nach § 31 GO zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Tagesordnungspunkt III. a)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4267" typ="druckseitennummer">
						<seite>4267</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004682">
							<name>
								<vorname>Sebastian</vorname>
								<nachname>Brehm</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Sebastian Brehm (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4267" ref-type="rede" rid="ID204206900">
						<a href="S4267" typ="druckseitennummer">
							<seite>4267</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005052">
							<name>
								<vorname>Martina</vorname>
								<nachname>Englhardt-Kopf</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Martina Englhardt-Kopf (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4267" ref-type="rede" rid="ID204207000">
						<a href="S4267" typ="druckseitennummer">
							<seite>4267</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005118">
							<name>
								<vorname>Tilman</vorname>
								<nachname>Kuban</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Tilman Kuban (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4267" ref-type="rede" rid="ID204207100">
						<a href="S4267" typ="druckseitennummer">
							<seite>4267</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003613">
							<name>
								<vorname>Daniela</vorname>
								<nachname>Ludwig</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Daniela Ludwig (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4268" ref-type="rede" rid="ID204207200">
						<a href="S4268" typ="druckseitennummer">
							<seite>4268</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003815">
							<name>
								<vorname>Carsten</vorname>
								<nachname>Müller</nachname>
								<ortszusatz>(Braunschweig)</ortszusatz>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Carsten Müller (Braunschweig) (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
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							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003620">
							<name>
								<vorname>Albert</vorname>
								<nachname>Rupprecht</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Albert Rupprecht (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4268" ref-type="rede" rid="ID204207400">
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							<seitenbereich>C</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005219">
							<name>
								<vorname>Stefan</vorname>
								<nachname>Seidler</nachname>
								<fraktion>Fraktionslos</fraktion>
							</name>
						</redner>Stefan Seidler (fraktionslos)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4268" ref-type="rede" rid="ID204207500">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003865">
							<name>
								<vorname>Elisabeth</vorname>
								<nachname>Winkelmeier-Becker</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4269" ref-type="rede" rid="ID204207600">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005258">
							<name>
								<vorname>Tobias</vorname>
								<nachname>Winkler</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Tobias Winkler (CDU/CSU)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4269" ref-type="rede" rid="ID204207700">
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							<seitenbereich>B</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 6</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Emilia Fester, Denise Loop und Saskia Weishaupt (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 3)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4270" typ="druckseitennummer">
						<seite>4270</seite>
						<seitenbereich>A</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 7</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Stephanie Aeffner und Beate Müller-Gemmeke (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 3)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4270" typ="druckseitennummer">
						<seite>4270</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 8</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Karoline Otte und Swantje Henrike Michaelsen (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 3)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4271" typ="druckseitennummer">
						<seite>4271</seite>
						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 9</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärungen nach § 31 GO zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 3)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4272" typ="druckseitennummer">
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						<seitenbereich>B</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004753">
							<name>
								<vorname>Nicole</vorname>
								<nachname>Höchst</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Nicole Höchst (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4272" ref-type="rede" rid="ID204207800">
						<a href="S4272" typ="druckseitennummer">
							<seite>4272</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005102">
							<name>
								<vorname>Michael</vorname>
								<nachname>Kellner</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4273" ref-type="rede" rid="ID204207900">
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							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004781">
							<name>
								<vorname>Norbert</vorname>
								<nachname>Kleinwächter</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Norbert Kleinwächter (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4273" ref-type="rede" rid="ID204208000">
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							<seitenbereich>C</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004792">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Rainer</vorname>
								<nachname>Kraft</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Rainer Kraft (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4273" ref-type="rede" rid="ID204208100">
						<a href="S4273" typ="druckseitennummer">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005139">
							<name>
								<vorname>Erik</vorname>
								<nachname>von Malottki</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Erik von Malottki (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4274" ref-type="rede" rid="ID204208200">
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							<seitenbereich>B</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005149">
							<name>
								<vorname>Susanne</vorname>
								<nachname>Menge</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Susanne Menge (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4274" ref-type="rede" rid="ID204208300">
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							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005200">
							<name>
								<vorname>Jamila</vorname>
								<nachname>Schäfer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4275" ref-type="rede" rid="ID204208400">
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							<seite>4275</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005212">
							<name>
								<vorname>Marlene</vorname>
								<nachname>Schönberger</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Marlene Schönberger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4276" ref-type="rede" rid="ID204208500">
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							<seite>4276</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005224">
							<name>
								<vorname>Nyke</vorname>
								<nachname>Slawik</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Nyke Slawik (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4276" ref-type="rede" rid="ID204208600">
						<a href="S4276" typ="druckseitennummer">
							<seite>4276</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005226">
							<name>
								<vorname>Merle</vorname>
								<nachname>Spellerberg</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Merle Spellerberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4278" ref-type="rede" rid="ID204208700">
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							<seitenbereich>B</seitenbereich>
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				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003888">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Wolfgang</vorname>
								<nachname>Strengmann-Kuhn</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4279" ref-type="rede" rid="ID204208800">
						<a href="S4279" typ="druckseitennummer">
							<seite>4279</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
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				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005236">
							<name>
								<vorname>Ruppert</vorname>
								<nachname>Stüwe</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Ruppert Stüwe (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4280" ref-type="rede" rid="ID204208900">
						<a href="S4280" typ="druckseitennummer">
							<seite>4280</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 10</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärung nach § 31 GO zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a) und zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 3 und 4)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4280" typ="druckseitennummer">
						<seite>4280</seite>
						<seitenbereich>C</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004665">
							<name>
								<vorname>Canan</vorname>
								<nachname>Bayram</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Canan Bayram (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4280" ref-type="rede" rid="ID204209000">
						<a href="S4280" typ="druckseitennummer">
							<seite>4280</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
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					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004680">
							<name>
								<vorname>Jürgen</vorname>
								<nachname>Braun</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Jürgen Braun (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4281" ref-type="rede" rid="ID204209100">
						<a href="S4281" typ="druckseitennummer">
							<seite>4281</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005045">
							<name>
								<vorname>Deborah</vorname>
								<nachname>Düring</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Deborah Düring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="D" pnr="4281" ref-type="rede" rid="ID204209200">
						<a href="S4281" typ="druckseitennummer">
							<seite>4281</seite>
							<seitenbereich>D</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005059">
							<name>
								<vorname>Schahina</vorname>
								<nachname>Gambir</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Schahina Gambir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4282" ref-type="rede" rid="ID204209300">
						<a href="S4282" typ="druckseitennummer">
							<seite>4282</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005108">
							<name>
								<vorname>Annika</vorname>
								<nachname>Klose</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Annika Klose (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4283" ref-type="rede" rid="ID204209400">
						<a href="S4283" typ="druckseitennummer">
							<seite>4283</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11003578">
							<name>
								<vorname>Markus</vorname>
								<nachname>Kurth</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4284" ref-type="rede" rid="ID204209500">
						<a href="S4284" typ="druckseitennummer">
							<seite>4284</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005191">
							<name>
								<vorname>Sebastian</vorname>
								<nachname>Roloff</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Sebastian Roloff (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4285" ref-type="rede" rid="ID204209600">
						<a href="S4285" typ="druckseitennummer">
							<seite>4285</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005192">
							<name>
								<vorname>Jessica</vorname>
								<nachname>Rosenthal</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Jessica Rosenthal (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="B" pnr="4286" ref-type="rede" rid="ID204209700">
						<a href="S4286" typ="druckseitennummer">
							<seite>4286</seite>
							<seitenbereich>B</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11004390">
							<name>
								<vorname>Corinna</vorname>
								<nachname>Rüffer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4287" ref-type="rede" rid="ID204209800">
						<a href="S4287" typ="druckseitennummer">
							<seite>4287</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005247">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Carolin</vorname>
								<nachname>Wagner</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Carolin Wagner (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="C" pnr="4287" ref-type="rede" rid="ID204209900">
						<a href="S4287" typ="druckseitennummer">
							<seite>4287</seite>
							<seitenbereich>C</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005251">
							<name>
								<vorname>Carmen</vorname>
								<nachname>Wegge</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Carmen Wegge (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4288" ref-type="rede" rid="ID204210000">
						<a href="S4288" typ="druckseitennummer">
							<seite>4288</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
						</a>
					</xref>
				</ivz-eintrag>
			</ivz-block>
			<ivz-block>
				<ivz-block-titel>Anlage 11</ivz-block-titel>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>Erklärungen nach § 31 GO zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</ivz-eintrag-inhalt>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>(Zusatzpunkt 4)</ivz-eintrag-inhalt>
					<a href="S4288" typ="druckseitennummer">
						<seite>4288</seite>
						<seitenbereich>D</seitenbereich>
					</a>
				</ivz-eintrag>
				<ivz-eintrag>
					<ivz-eintrag-inhalt>
						<redner id="11005070">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Armin</vorname>
								<nachname>Grau</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Armin Grau (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
					<xref div="A" pnr="4289" ref-type="rede" rid="ID204210100">
						<a href="S4289" typ="druckseitennummer">
							<seite>4289</seite>
							<seitenbereich>A</seitenbereich>
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						<redner id="11004771">
							<name>
								<vorname>Elisabeth</vorname>
								<nachname>Kaiser</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
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						</redner>Elisabeth Kaiser (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
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						<redner id="11005097">
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								<vorname>Carlos</vorname>
								<nachname>Kasper</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
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						</redner>Carlos Kasper (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
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						<redner id="11004792">
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								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Rainer</vorname>
								<nachname>Kraft</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
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						</redner>Dr. Rainer Kraft (AfD)</ivz-eintrag-inhalt>
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								<fraktion>SPD</fraktion>
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						</redner>Tina Rudolph (SPD)</ivz-eintrag-inhalt>
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								<vorname>Stefan</vorname>
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								<fraktion>Fraktionslos</fraktion>
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						</redner>Stefan Seidler (fraktionslos)</ivz-eintrag-inhalt>
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						<redner id="11005248">
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								<vorname>Johannes</vorname>
								<nachname>Wagner</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
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						</redner>Johannes Wagner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</ivz-eintrag-inhalt>
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				<ivz-block-titel>Anlage 12</ivz-block-titel>
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					<ivz-eintrag-inhalt>Amtliche Mitteilungen</ivz-eintrag-inhalt>
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		</inhaltsverzeichnis>
	</vorspann>
	<sitzungsverlauf>
		<sitzungsbeginn sitzung-start-uhrzeit="9:00">
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich wünsche Ihnen allen einen schönen guten Morgen. Die Sitzung ist eröffnet.</p>
			<kommentar>(Zurufe von der SPD: Guten Morgen, Frau Präsidentin!)</kommentar>
			<p klasse="O">– Also, das war jetzt wirklich ein Vergnügen. Vielen Dank.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der LINKEN)</kommentar>
			<p klasse="J">Bevor wir in die Tagesordnung einsteigen, möchte ich heute Morgen einen ganz besonderen Gast begrüßen. Auf der Ehrentribüne hat der Präsident der Werchowna Rada der Ukraine, Ruslan Stefantschuk, Platz genommen. Ich freue mich sehr, dass Sie heute mit Ihrer Delegation hier sind! </p>
			<kommentar>(Anhaltender Beifall im ganzen Hause – Die Anwesenden erheben sich)</kommentar>
			<p klasse="J">Lieber Ruslan, Ihre erste Auslandsreise nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf Ihr Land führt Sie nach Deutschland. Exakt 100 Tage nach Kriegsbeginn hätte ich Sie und Ihre Delegation gerne unter anderen Umständen in Berlin begrüßt. Der Beifall hat deutlich gezeigt: Der Deutsche Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD und von der Regierungsbank)</kommentar>
			<p klasse="O">Wir werden Ihr Land weiter humanitär und militärisch, finanziell und diplomatisch nach Kräften unterstützen.</p>
			<p klasse="J">Auch die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind solidarisch mit Ihrem Land und mit den Geflüchteten, die in unserem Land Schutz gefunden haben. Ich weiß, dass sie sich dennoch wünschen, sehr schnell wieder in ihre Heimat zurückzukönnen.</p>
			<kommentar>(Beifall im ganzen Hause)</kommentar>
			<p klasse="J">Nehmen Sie diese klare Botschaft gerne mit in Ihr Land. Ich habe gestern, als wir gemeinsam in den Ausschüssen waren, gespürt, dass diese Botschaft auch von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Parlament in Ihre Richtung ausgesprochen wurde. Bitte geben Sie diese Botschaft an Ihre Landsleute weiter, nach Kiew, nach Odessa, nach Mariupol und an alle anderen Orte, die schon so viel Leid und so viel Zerstörung gesehen haben. Eine souveräne Ukraine gehört zu einem freiheitlichen demokratischen Europa. Ihr Land hat das Recht, selbstbestimmt über seinen Weg zu entscheiden – in Freiheit und Frieden.</p>
			<kommentar>(Beifall im ganzen Hause)</kommentar>
			<p klasse="J">Ich danke Ihnen allen. – Jetzt gibt es einen harten Bruch, weil wir in der Tat in die Tagesordnung einsteigen müssen.</p>
			<kommentar>(Dr. Alice Weidel [AfD]: Schade!)</kommentar>
			<p klasse="O">– Das ist schade, aber es ist notwendig, weil heute noch viele wichtige Beschlüsse fallen werden.</p>
			<p klasse="J">Bevor wir mit den Haushaltsberatungen fortfahren, müssen wir noch einen Geschäftsordnungsantrag behandeln. Die Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben fristgerecht beantragt, die heutige Tagesordnung um zwei Zusatzpunkte zu erweitern. Nach der Schlussdebatte zum Haushaltsgesetz soll zunächst die zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Grundgesetzes – Artikel 87a – auf Drucksache 20/1410 mit einer Debattenzeit von 39 Minuten und daran anschließend die zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ auf Drucksache 20/1409 mit ebenfalls 39 Minuten Debattenzeit aufgesetzt werden. Die Beschlussempfehlungen des Haushaltsausschusses zu den beiden Gesetzentwürfen liegen auf den Drucksachen 20/2090 und 20/2091 vor.</p>
			<p klasse="J">Wird zu diesem Geschäftsordnungsantrag das Wort gewünscht? – Das ist nicht der Fall. Dann kommen wir direkt zur Abstimmung.</p>
			<kommentar>(Abg. Jan Korte [DIE LINKE] meldet sich zur Geschäftsordnung – Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			<p klasse="O">– Entschuldigung, ich habe das nicht gesehen.</p>
			<p klasse="J">Dann gibt es jetzt eine GO-Debatte. – Frau Mast hat als Erste das Wort zur Geschäftsordnung.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11003804">
					<name>
						<vorname>Katja</vorname>
						<nachname>Mast</nachname>
						<fraktion>SPD</fraktion>
					</name>
				</redner>Katja Mast (SPD):</p>
			<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Präsident Stefantschuk, es ist uns eine große Ehre und ein Zeichen der Verbundenheit unserer beiden Länder, dass Sie persönlich heute hier sind. Dafür danke ich Ihnen ausdrücklich im Namen der Kolleginnen und Kollegen von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und SPD.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="O">Unser Land steht entschlossen an der Seite des mutigen ukrainischen Volkes.</p>
			<p klasse="J">Der von Russland begonnene brutale Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine Zeitenwende. Unser Bundeskanzler Olaf Scholz hat drei Tage nach Kriegsbeginn entschlossen und präzise aufgezeigt, welche Schritte jetzt notwendig sind.</p>
			<kommentar>(Friedrich Merz [CDU/CSU]: Was machen Sie da gerade?)</kommentar>
			<p klasse="O">Wir unterstützen die Ukraine nicht nur wirtschaftlich, humanitär durch Sanktionen und Diplomatie, sondern auch durch Waffenlieferungen. Damit haben wir mit einer langjährigen Staatspraxis gebrochen.</p>
			<kommentar>(Friedrich Merz [CDU/CSU]: Frau Präsidentin, was hat das mit der Geschäftsordnung zu tun? – Beatrix von Storch [AfD]: Das ist doch keine GO-Debatte!)</kommentar>
			<p klasse="J">Die gesamte Koalition hat mit dem Sondervermögen die Konsequenzen aus dieser neuen Bedrohungslage gezogen. Es geht um eine leistungsfähige und moderne Bundeswehr mit dem Ziel der Landes- und Bündnisverteidigung.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="O">Denn der Krieg in der Ukraine hat uns auf schreckliche Art und Weise vor Augen geführt: Wir müssen unsere Freiheit in dieser neuen Situation schützen und dabei neue Wege gehen. Deshalb ist es gut, dass unser Bundeskanzler und die gesamte Regierung beim Sondervermögen von Anfang an auf eine breite Unterstützung hier im Parlament unter Einbeziehung von CDU und CSU gesetzt haben.</p>
			<kommentar>(Friedrich Merz [CDU/CSU]: Was hat das mit der Geschäftsordnung zu tun?)</kommentar>
			<p klasse="O">Das war eine mutige Entscheidung, das war eine richtige Entscheidung – eine Entscheidung, die unser Land voranbringt.</p>
			<p klasse="J">Gut ist auch, dass wir parallel dazu ohne Abstriche weiter in den sozialen Zusammenhalt in unserem Land investieren.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
			<p klasse="O">Denn die Menschen schauen heute auch darauf, ob wir den Weg des Fortschritts weitergehen. Und das tun wir. Wir beschließen heute endlich, endlich, endlich den Mindestlohn in Höhe von 12 Euro für 6 Millionen Menschen in unserem Land</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Es reicht!)</kommentar>
			<p klasse="O">und das erste Rentenpaket mit einer Rentenerhöhung wie seit 30 Jahren nicht mehr und Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentnerinnen und ‑rentner.</p>
			<kommentar>(Friedrich Merz [CDU/CSU]: Der Missbrauch, den Sie da betreiben, ist unerhört! Frau Präsidentin, was ist da los?)</kommentar>
			<p klasse="J">Die Bürgerinnen und Bürger im Land erwarten von uns, dass wir jetzt handeln. Es geht um einen starken und handlungsfähigen Sozialstaat.</p>
			<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Das reicht jetzt aber! – Kai Whittaker [CDU/CSU]: Unfassbar!)</kommentar>
			<p klasse="O">Es geht auch darum, dass die Bundeswehr unsere Soldatinnen und Soldaten gut ausrüstet.</p>
			<kommentar>(Friedrich Merz [CDU/CSU]: Unverschämtheit! – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Unparlamentarisch!)</kommentar>
			<p klasse="O">Deshalb werden wir die Gesetze zum Sondervermögen auf den Weg bringen.</p>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Frau Mast, kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11003804">
					<name>
						<vorname>Katja</vorname>
						<nachname>Mast</nachname>
						<fraktion>SPD</fraktion>
					</name>
				</redner>Katja Mast (SPD):</p>
			<p klasse="J_1">Mein letzter Satz.</p>
			<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Zur Geschäftsordnung! – Beatrix von Storch [AfD]: Missbrauch der Redezeit! – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Missbrauch sondergleichen, was da stattfindet!)</kommentar>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Sie müssen zur Geschäftsordnung reden, Frau Mast.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU, der AfD und der LINKEN)</kommentar>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11003804">
					<name>
						<vorname>Katja</vorname>
						<nachname>Mast</nachname>
						<fraktion>SPD</fraktion>
					</name>
				</redner>Katja Mast (SPD):</p>
			<p klasse="J_1">Ich bitte Sie im Namen der Ampelkoalition, der Aufsetzung des Sondervermögens und des Errichtungsgesetzes zuzustimmen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Dorothee Bär [CDU/CSU]: Fremdschämen! – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Einfach nicht ihrer Aufgabe gewachsen!)</kommentar>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Das Wort zur Geschäftsordnungsdebatte hat jetzt Jan Korte.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Thorsten Frei [CDU/CSU]: Herr Korte, Sie dürfen jetzt auch zu allem sprechen!)</kommentar>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11003790">
					<name>
						<vorname>Jan</vorname>
						<nachname>Korte</nachname>
						<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
					</name>
				</redner>Jan Korte (DIE LINKE):</p>
			<p klasse="J_1">Ja, ich könnte jetzt in der Tat auch zu allem sprechen, aber ich möchte, wie wir es vereinbart haben, zur Geschäftsordnung reden, was Sie, Frau Mast, nicht getan haben.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN, der CDU/CSU und der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Auch ich begrüße im Namen der Fraktion Die Linke herzlich den ukrainischen Parlamentspräsidenten! Aber es ist eine Irreführung der Öffentlichkeit, so zu tun, als ob es hier darum gehen würde, jetzt konkret der Ukraine zu helfen. Das ist eine Irreführung des Parlaments.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Ich möchte zum Zweiten festhalten, dass wir, insbesondere Sie, in der vorletzten Sitzung des Ältestenrates und interfraktionell noch einmal bekräftigt haben, dass wir in Haushaltswochen keine anderen Anträge debattieren und nur Haushaltsberatung durchführen. Jetzt schlagen Sie vor, dass wir in dieser Woche mal eben das Grundgesetz ändern. Was Sie dort gesagt haben, ist absolut unglaubwürdig.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			<p klasse="J">Ich möchte daran erinnern, dass im Bundestag am Montag Fraktions- und Gremiensitzungen stattgefunden haben. Dort waren Sie, weil Sie im Hinterzimmer noch mit der CDU/CSU rumdealen mussten oder was weiß ich, nicht in der Lage, den anderen Fraktionen mitzuteilen, dass wir das hier machen werden. Am Dienstagmorgen um 8 Uhr war eine interfraktionelle PGF-Runde angesetzt, die von Ihnen abgesagt worden ist. Erst einige Stunden später haben Sie den Fraktionen mitgeteilt, dass Sie diese Woche das Grundgesetz ändern und das Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro für Aufrüstung beschließen wollen. So geht es überhaupt nicht.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Um das einmal in Relation zu setzen, möchte ich weiter zur Geschäftsordnung ausführen. Sie haben vorgeschlagen, heute Nachmittag die Grundgesetzänderung plus Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro in 78 Minuten Debatte hier abzuhandeln. Ich möchte das in Relation setzen, um zu zeigen, was 100 Milliarden Euro im Beratungsverfahren hier im Bundestag bedeuten: 100 Milliarden Euro entsprechen etwa dem Umfang folgender Einzelpläne: Innen, Justiz, Finanzen, Wirtschaft und Klimaschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Digitales und Verkehr, Auswärtiges Amt, Jugend und Familie. Das sind acht Einzelpläne im Umfang von etwa 100 Milliarden Euro, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wenn ich daran erinnern darf: Wir haben uns insgesamt 12 Stunden Beratungszeit zu diesen Einzelplänen in dieser Woche genommen, bei der Einbringung waren es auch 12 Stunden. Das macht zusammen 24 Stunden, plus Hunderte von Stunden, die die Haushälterinnen und Haushälter, die Berichterstatter im Haushaltsausschuss um jeweils Zehntausende von Euro diskutiert und gefeilscht haben. Diese Relation stimmt überhaupt nicht. Wie Sie hier vorgehen, ist in keiner Weise angemessen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN und der AfD)</kommentar>
			<p klasse="O">Das ist völlig unangemessen, um das hier in aller Klarheit zu sagen.</p>
			<p klasse="J">Denn, Herr Kanzler, es geht hier um eine Zeitenwende. Sie begrüßen diese offenbar, ich weniger, aber es ist in der Tat eine Zeitenwende; das will ich schon sagen. Das dann in 78 Minuten hier abzuhandeln, ist der Sache nicht angemessen.</p>
			<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Wo waren Sie denn die letzten Wochen?)</kommentar>
			<p klasse="O">– Ja, Frau Strack-Zimmermann, die große Militärsachverständige. Sie wären wahrscheinlich für 200 Milliarden Euro am besten schon am Mittwoch; darauf kann ich nicht ernsthaft eingehen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Erzählen Sie hier doch keine Döneken!)</kommentar>
			<p klasse="J">Ich rede hier zum Verfahren, und so geht dieses Verfahren nicht. Im Übrigen ist es auch völlig unseriöse Parlamentsberatung, hier jetzt 100 Milliarden Euro für die Aufrüstung rauszuballern und nicht einen Deckungsvorschlag zu machen, wie das Ganze finanziert werden soll. Ich sage Ihnen, das wird auf Kosten des Sozialstaates gehen. Das wird auf Kosten von Bibliotheken, der Pflege und anderem mehr gehen, weil Sie gleichzeitig die Schuldenbremse nächstes Jahr wieder einsetzen werden.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Sagen Sie das mal der Ukraine!)</kommentar>
			<p klasse="O">Das müssten insbesondere Sie von den sozialdemokratischen Freunden sich fragen lassen. So ein unsauberes Schmuddelverfahren machen wir nicht mit; denn es geht hier in der Tat um eine Zeitenwende.</p>
			<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Zur Geschäftsordnung hat jetzt das Wort für die CDU/CSU-Fraktion Thorsten Frei.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11004276">
					<name>
						<vorname>Thorsten</vorname>
						<nachname>Frei</nachname>
						<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
					</name>
				</redner>Thorsten Frei (CDU/CSU):</p>
			<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist richtig, dass diese beiden Tagesordnungspunkte heute auf die Tagesordnung gesetzt werden. Deswegen wird die CDU/CSU-Fraktion der Aufsetzung der beiden Tagesordnungspunkte, nämlich des Beschlusses über das Bundeswehrfinanzierungsgesetz wie auch der zugrundeliegenden Grundgesetzänderung, zustimmen. Wir stimmen der Aufsetzung und in der Sache zu.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="J">Aber es ist nicht angemessen, so zu tun, als ob der Zweck alle Mittel heiligt. Das war die erste Geschäftsordnungsdebatte, die nicht zur Geschäftsordnung, sondern zur Sache war. So kann man mit Minderheitenrechten im Parlament nicht umgehen.</p>
			<p klasse="J">Ich will das einmal vernünftig herleiten. Die vernünftige Herleitung lautet folgendermaßen: Der Herr Bundeskanzler hat dieses Sondervermögen in seiner Regierungserklärung am 27. Februar angekündigt. Er hat es skizziert. Sie haben beide Gesetzentwürfe hier im Bundestag im April eingebracht. Wir hatten Anfang Mai die Expertenanhörung zum Thema. Das heißt, wir hatten tatsächlich die Situation, uns über Wochen hinweg mit einem Thema, das uns in den letzten Wochen mehr als alle anderen beschäftigt hat, intensiv zu beschäftigen.</p>
			<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: So ist es!)</kommentar>
			<p klasse="O">Das haben auch wir als CDU/CSU-Fraktion gemacht, und ich gehe davon aus, dass andere das auch getan haben.</p>
			<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Nur die Linken nicht!)</kommentar>
			<p klasse="J">Wir haben uns am vergangenen Sonntag mit den Koalitionsfraktionen auf eine Lösung geeinigt. Ich will das ganz offen sagen: Wir hätten dafür keine drei Monate gebraucht. Wir haben uns zwar durchgesetzt, aber wir haben im Grunde genommen nur das durchgesetzt, was der Bundeskanzler am 27. Februar gesagt hat, nicht mehr und nicht weniger.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			<p klasse="O">Dass Sie Uneinigkeit in der Koalition haben, hat dazu geführt, dass es so lange gedauert hat und dass wir es jetzt Hals über Kopf in dieser Woche machen müssen.</p>
			<p klasse="J">Wir machen es. Ich sage Ihnen auch, warum: weil wir vor gewaltigen Herausforderungen stehen, weil wir tatsächlich eine Zeitenwende erleben, weil es um Milliarden von Euros für die Bundeswehr geht. Aber es geht nicht nur um die Bundeswehr, es geht nicht nur um die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit unseres Landes, sondern es geht auch um die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten. Wir möchten Planungssicherheit für unsere Soldatinnen und Soldaten. Deswegen müssen wir es zügig machen.</p>
			<p klasse="J">Wir machen es unter Einhaltung der Geschäftsordnung. Das ist wichtig zu betonen. Wir haben an keiner Stelle Form und Frist verletzt. Aber ich möchte in Richtung der Koalitionsfraktionen auch sagen: Wir haben die Möglichkeiten der Geschäftsordnung ausgereizt. Ich möchte wirklich darum bitten, dass wir das in Zukunft nicht mehr tun, sondern dass wir die Möglichkeiten für eine breite parlamentarische Debatte insbesondere dann, wenn es um solche Kernthemen geht, auch tatsächlich nutzen.</p>
			<p klasse="J">In Richtung der Linken möchte ich sagen, dass ich für die Frage, inwieweit wir es in dieser Woche behandeln und inwieweit genügend Zeit dafür besteht, durchaus Verständnis habe. Der Ehrlichkeit halber, Herr Kollege Korte, muss man sicherlich dazusagen: Ihnen geht es, glaube ich, weniger um Fristen. Ihnen geht es weniger um die Frage, ob man mehr Zeit für die Meinungsbildung hat. Sie sind dagegen.</p>
			<kommentar>(Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Sehr richtig!)</kommentar>
			<p klasse="O">Sie haben es auch deutlich gesagt. Sie sind heute dagegen, und Sie wären auch in vier Wochen dagegen. Deswegen glaube ich, können wir das guten Gewissens heute so entscheiden.</p>
			<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Nächster Redner zur Geschäftsordnung: von der AfD-Fraktion Bernd Baumann.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<p klasse="redner">
				<redner id="11004662">
					<name>
						<titel>Dr.</titel>
						<vorname>Bernd</vorname>
						<nachname>Baumann</nachname>
						<fraktion>AfD</fraktion>
					</name>
				</redner>Dr. Bernd Baumann (AfD):</p>
			<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Unsere Armee, unsere Soldaten werden seit Jahrzehnten vernachlässigt, unterfinanziert, kaputtgespart. Und Sie alle hier sind daran beteiligt, egal ob CDU/CSU, SPD, FDP oder Grüne.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<p klasse="O">Sie alle haben unsere Soldaten oft in tödliche Einsätze geschickt ohne entsprechende Ausrüstung. Wir von der AfD sind die Einzigen, die sich immer für eine starke Bundeswehr eingesetzt haben. Keine Fraktion hier im Parlament hat je mit heißerem Herzen und tieferer Inbrunst für eine bessere Ausrüstung unserer Bundeswehr gekämpft, meine Damen und Herren. Das will ich hier noch einmal deutlich sagen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD – Lachen bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)</kommentar>
			<p klasse="O">Unsere Soldaten brauchen diese 100 Milliarden Euro, wahrscheinlich eher noch mehr.</p>
			<p klasse="J">In dieser Geschäftsordnungsdebatte geht es nun aber darum, ob die vorliegende Gesetzesvorlage, wie sie aus den Ausschüssen kommt, überhaupt entscheidungsreif ist. Nehmen wir nur einmal die maßgebende Sitzung des Verteidigungsausschusses. Die sollte vorgestern um 7 Uhr beginnen. Den Abgeordneten lagen aber keine finalen Gesetzesvorlagen vor. Niemand konnte sich einarbeiten, prüfen, irgendwas beurteilen. Abends, um 18 Uhr, wieder eine Sondersitzung, aber endgültige Dokumente lagen immer noch nicht vor. Dann nach über einer Stunde ganz plötzlich erstmals das ganze Bild: nicht nur seitenlange Gesetzestexte, Wirtschaftspläne, Beschaffungslisten über Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe, U‑Boote, Hubschrauber, Panzer, dazu noch ein neues Gremium, von dem vorher nie die Rede war. Dann wurde sofort abgestimmt – sofort! Jede Fraktion hatte lediglich eine Minute Zeit, um Stellung zu nehmen über ein Paket, das zuvor nur die Ampelkoalition und die CDU/CSU gesehen hatten, das sie zuvor in Hinterzimmern ausgekungelt hatten, und das bei einem Beschaffungswert von 100 Milliarden Euro. Das ist einmalig in der Geschichte der Bundeswehr. Meine Damen und Herren, das ist so unseriös. Das haben unsere Soldaten nicht verdient.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Wir müssen diese Beschaffungspläne solide prüfen. Lassen Sie uns deshalb die Entscheidung in die kommende Sitzungswoche verlagern. Abgeordnete der CDU/CSU haben das auch schon vorgeschlagen. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung unserer Armee, unserer Soldaten fällt dieser kurze Aufschub nicht ins Gewicht. Nehmen Sie die Vorlage heute von der Tagesordnung, meine Damen und Herren!</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Wenn Sie dazu nicht bereit sind, wenn Sie heute über dieses Konvolut eine Abstimmung erzwingen wollen – die Mehrheit dazu haben Sie –, geben wir, vor diese undurchsichtige und untragbare Situation gestellt, unseren Abgeordneten die Entscheidung frei.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Mir liegen jetzt keine weiteren Wortmeldungen zur Geschäftsordnung vor. Dann kommen wir zur Abstimmung. Wer stimmt für den Antrag auf Aufsetzung der Tagesordnungspunkte? – Das ist die SPD-Fraktion, Bündnis 90/Die Grünen, FDP- und CDU/CSU-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Die Fraktion Die Linke und die AfD-Fraktion. Enthaltungen? – Sehe ich nicht. Damit ist der Aufsetzungsantrag angenommen. </p>
		</sitzungsbeginn>
		<tagesordnungspunkt top-id="Tagesordnungspunkt I">
			<p klasse="J">Wir kommen nun zur Fortsetzung der Haushaltsberatungen – Tagesordnungspunkt I –:</p>
			<p klasse="T_NaS">a) – Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 (Haushaltsgesetz 2022)</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1828 Nr. 1</p>
			<p klasse="T_NaS">– Zweite Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ergänzung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1200, 20/1201</p>
			<p klasse="T_NaS">b) Beratung der Beschlussempfehlung des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung</p>
			<p klasse="T_fett">Finanzplan des Bundes 2021 bis 2025</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 19/31501, 20/1629</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Einzelplan 11">
			<p klasse="J">Ich rufe den Tagesordnungspunkt I.19 auf:</p>
			<p klasse="T_NaS">hier: Einzelplan 11 Bundesministerium für Arbeit und Soziales</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1611, 20/1626</p>
			<p klasse="J">Berichterstattung haben die Abgeordneten Kathrin Michel, Dr. Silke Launert, Andreas Audretsch, Claudia Raffelhüschen, Ulrike Schielke-Ziesing, Dr. Gesine Lötzsch.</p>
			<p klasse="J">Zum Einzelplan 11 liegt ein Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU vor.</p>
			<p klasse="J">Des Weiteren rufe ich die Tagesordnungspunkte III a bis III c auf:</p>
			<p klasse="T_NaS">a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1408</p>
			<p klasse="T_NaS">Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss)</p>
			<p klasse="T_fett">Drucksache 20/1916</p>
			<p klasse="T_NaS">– Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1917</p>
			<p klasse="T_NaS">b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Susanne Ferschl, Gökay Akbulut, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE</p>
			<p klasse="T_fett">Ausweitung der Minijobs konterkariert Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1503, 20/1916</p>
			<p klasse="T_NaS">c) Beratung des Antrags der Abgeordneten Susanne Ferschl, Victor Perli, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE</p>
			<p klasse="T_fett">12 Euro Mindestlohn sicherstellen – Kontrollen unterstützen und ausbauen</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/2058</p>
			<p klasse="T_Ueberweisung">Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales (f) Wirtschaftsausschuss Haushaltsausschuss</p>
			<p klasse="J">Zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung liegt ein Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU vor. Des Weiteren hat die Fraktion Die Linke zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung Teilung der Frage beantragt und verlangt, über Artikel 7 des Gesetzentwurfes namentlich abzustimmen.</p>
			<p klasse="J">Für die Aussprache wurde eine Dauer von 120 Minuten vereinbart.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne nun die Aussprache. Als erste Rednerin hat das Wort für die CDU/CSU-Fraktion Dr. Silke Launert.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			<rede id="ID204200100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004336">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Silke</vorname>
							<nachname>Launert</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Silke Launert (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau und Herr Müller möchten gerne für sich und ihre beiden Kinder ein Haus bauen, kein Luxusgut natürlich, ein kleines gemütliches Haus für die Familie mit einem Stückchen Garten. Wie die meisten Häuslebauer müssen sie dafür einen Kredit aufnehmen und gehen bis ans Limit. Während der Bauphase steigen dann leider die Preise für Baumaterialien rasant, die Kosten gehen nach oben. Was tun Frau und Herr Müller? Richtig, sie merken, wenn sie den Traum von ihrem Eigenheim weiterhin haben und realisieren wollen, müssen sie sich an anderer Stelle einschränken. Das kann konkret bedeuten: Ich muss auf einen Sommerurlaub mit der Familie nach Italien verzichten, ich kann nicht mehr shoppen gehen, Restaurantbesuche fallen aus, viele kaufen nur noch im Supermarkt reduzierte Lebensmittel im Angebot. Das ist die Realität. Und der eine oder andere wird vielleicht sogar auch einmal bei den Geschenken sparen.</p>
				<p klasse="J">Einschränkungen sind schmerzlich, aber nötig. Herr und Frau Müller erkennen einen einfachen Zusammenhang. Wenn ich mehr Schulden aufnehmen muss, wenn ich mehr Geld als zunächst geplant in die Hand nehmen muss, dann muss ich an anderer Stelle sparen; eine einfache Rechnung, müsste man meinen.</p>
				<kommentar>(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Einnahmen erhöhen! Das geht auch!)</kommentar>
				<p klasse="J">Leider scheinen aber nicht alle diesen simplen Zusammenhang zu verstehen, zu erkennen oder erkennen zu wollen. Das trifft auf die neue Bundesregierung zu. Insgesamt 300 Milliarden Euro Schulden: 139 Milliarden Euro Schulden im Haushalt, 100 Milliarden Euro extra durch das Bundeswehrsondervermögen, 60 Milliarden Euro vorher an der Schuldenbremse vorbeigemogelt. Schulden, Schulden, Schulden, das ist das, was von diesem ersten Jahr der Bundesregierung bleibt. Und ganz ehrlich: Dieses ernsthafte Bemühen, irgendwo einzusparen, alles zu durchsuchen, worauf man auch verzichten kann – wir stehen nun einmal vor großen Herausforderungen –, konnte ich leider überhaupt nicht feststellen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Über die FDP will ich gar nicht reden. Also das ist ja auch eine 180-Grad-Wende. Ich kann mich an die vielen Reden von Herrn Lindner – rhetorisch brillant – hier erinnern, die gar nichts mehr damit zu tun haben, was jetzt der Fall ist. Aber auch die SPD: Mit Respekt gegenüber den Steuerzahlern, mit Respekt gegenüber der künftigen Generation hat das nichts zu tun.</p>
				<p klasse="J">Es ist schade, dass man Sie an die Verantwortung gegenüber 83 Millionen Menschen erinnern muss. Man hat den Eindruck: Die Risse in der Koalition werden gekittet, indem man sagt: Du hast einen Wunsch, du hast einen Wunsch, du hast einen Wunsch, wir kommen nicht zusammen, jeder bekommt seinen Wunsch erfüllt. – Das ist – Konflikt beigelegt, Problem gelöst, Sache vom Tisch – die Kompromisslösung à la Ampel, auf Kosten der Steuerzahler. Aber ganz ehrlich: Die Menschen merken das. Die merken, dass das so nicht gut gehen kann. Was ist die Folge? Vertrauen in die Regierung, Vertrauen in den Staat und in die Politik nimmt ab. Dabei ist dieses Vertrauen so wichtig für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, erst recht in einer Demokratie.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Bei den ganz großen Herausforderungen der Inflation gibt es wieder einmal eine Lösung à la Ampel: Jeder bekommt etwas, wenn auch nur vorübergehend, nur einmalig, auch Rentner sind nicht betroffen. Darauf will ich gar nicht näher eingehen, das macht mein Kollege. Aber letztlich ist es eine Koalition der – zumindest in den Medien – immer wieder auftauchenden schönen Menschen, schönen Worte, schönen Gesten, schönen Show. Aber diese fundamentale Situation, diese Herausforderung, die wir hier haben, braucht etwas anderes.</p>
				<kommentar>(Reinhard Houben [FDP]: Ja, vor allem bessere Reden, Frau Kollegin!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Schade, dass Sie dies nicht ernst nehmen.</p>
				<kommentar>(Dr. Lukas Köhler [FDP]: Reden Sie mal zum Thema!)</kommentar>
				<p klasse="J">Eine Rede zum Haushalt hat immer das Risiko, dass zu viele Zahlen und zu viele Einzelpositionen erwähnt werden. Deshalb möchte ich mich auf wenige begrenzen. Die erste ist: 450 Millionen Euro. Das ist die Summe, die die Ampel für einen Übergang zum Bürgergeld investiert. Knapp 450 Millionen Euro allein in diesem Jahr, das heißt, in den Folgejahren reden wir von zig Milliarden Euro, die benutzt werden, um von dem Prinzip des Förderns und Forderns abzukehren. Ein Weg, der ganz klar ist, den die Ampel hier beschreibt: weg vom Grundsatz „Leistung muss sich lohnen, Mitwirkung muss sich lohnen“, hin zum bedingungslosen Grundeinkommen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Thorsten Frei [CDU/CSU]: Und die FDP macht da auch noch mit! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Es gibt 24 verschiedene Modelle!)</kommentar>
				<p klasse="J">Das ist schade; denn das Prinzip „Fördern und Fordern“ hat uns in der Vergangenheit sehr geholfen. Es hat uns geholfen, die Langzeitarbeitslosigkeit zu überwinden. Und gerade in der jetzigen Situation ist es doch so: Sie kriegen überall keine – ich rede nicht einmal von „Fachkräften“ – normalen Arbeitskräfte mehr. Der Bäcker muss an manchen Tagen schließen, weil er kein Verkaufspersonal hat. Restaurants, Cafés müssen schließen, weil sie keine Bedienungen mehr haben. Wir haben überall Fachkräftebedarf, und wir signalisieren: Macht nichts! Keine Sanktionen, am besten bedingungsloses Grundeinkommen. – Das ist doch auch in der jetzigen Zeit das völlig falsche Signal.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Widerspruch bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Zeit rast. Ich hätte gern noch etwas zu den 2,5 Milliarden Euro, der zweiten Zahl, gesagt. Das ist natürlich überhaupt nicht ausreichend für die Flüchtlinge. Da wusste ich genau: Der Lindner wollte unbedingt seine 139 Milliarden Euro haben, damit man nicht sagen kann: Er ist der Spitzenreiter. – Die Leute merken es. Es sind trotzdem 300 Milliarden Euro.</p>
				<p klasse="J">Zum Schluss ein Appell – eigentlich an Herrn Lindner, der schon nicht mehr da ist; er weiß auch, warum.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Nehmen Sie sich ein Beispiel an Frau und Herrn Müller! Die wissen: Man muss Prioritäten setzen, wenn die Kosten steigen. Die wissen: Geld – Steuergeld – sollte man nicht mit der Gießkanne verteilen. Sie übernehmen Verantwortung für die nächste Generation und nehmen nicht Schulden auf, die ihre Kinder abzahlen müssen.</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Richtig!)</kommentar>
				<p klasse="J">Am Ende gilt doch: Das, was im Kleinen gilt, muss auch im Großen gelten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die Bundesregierung der Bundesminister Hubertus Heil.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003142">
						<name>
							<vorname>Hubertus</vorname>
							<nachname>Heil</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales:</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sicherheit und Frieden, das sind die zentralen Prioritäten der Bundesregierung in diesen schwierigen Zeiten. Das gilt – das ist in dieser Woche in der Rede des Bundeskanzlers deutlich geworden – nach außen; das muss aber auch nach innen gelten. Das gilt auch für die sozialen Aufgaben und Herausforderungen, vor denen unser Land steht.</p>
				<p klasse="J">Frau Kollegin, viele Menschen machen sich im Moment sehr, sehr große Sorgen – das ist vollkommen richtig –, wenn die Energiepreise steigen, nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch vor der nächsten Heizrechnung. Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn Lebensmittelpreise steigen, wenn ein Stück Butter mittlerweile fast 3 Euro kostet. Menschen mit Ihrem Einkommen, Frau Launert, und mit meinem, die finden das ärgerlich, aber die können das tragen. Diese Bundesregierung sorgt für konkrete Entlastung für Menschen mit normalem und mit geringem Einkommen. Das ist unsere Priorität.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Denn es gilt, in diesen schwierigen Zeiten unsere Gesellschaft zusammenzuhalten. Ich will Ihnen sehr, sehr konkret sagen, was wir tun. Es ist der Dreiklang aus drei Dingen, die jetzt notwendig sind, um in diesen schwierigen Zeiten diese Gesellschaft zusammenzuhalten:</p>
				<p klasse="J">Erstens. Es geht um einen robusten Arbeitsmarkt und anständige Löhne. Und mit Blick auf die Zahlen dieser Woche können wir sagen: Bei aller Schwierigkeit der Preisentwicklung können wir sehr, sehr froh sein, dass wir nach zwei Jahren Coronakrise und in dieser Kriegskrise, die auch unsere Wirtschaft belastet, einen sehr robusten Arbeitsmarkt in Deutschland haben.</p>
				<p klasse="J">Wir haben am Dienstag die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg gehört. Wir sind bei der Arbeitslosenquote inzwischen wieder auf dem Wert vor der Coronakrise; wir sind bei 4,9 Prozent. Das ist kein deutsches Wunder; das ist das Ergebnis harter Arbeit, und der Einsatz von Kurzarbeit hat maßgeblich dazu beigetragen. Das war und ist ein richtiger Kurs, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn wir aber darüber reden, wie wir in dieser Zeit die Gesellschaft zusammenhalten, dann hat das auch mit anständigen Löhnen zu tun. Deshalb ist es gut und richtig, dass wir mit diesem Haushalt heute endlich in zweiter und dritter Lesung die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro beschließen. Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen der Ampelkoalition dafür!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will Ihnen mal konkret sagen, was das bedeutet. Diese Erhöhung auf 12 Euro ab dem 1. Oktober – vorher wird der Mindestlohn übrigens schon zum 1. Juli auf 10,45 Euro angehoben – ist für viele Menschen, für 6 Millionen Menschen in Deutschland, vor allen Dingen übrigens für viele Frauen und für viele Beschäftigte in Ostdeutschland, möglicherweise der größte Lohnsprung – 22 Prozent – in ihrem Leben. Wer bisher Vollzeit auf Basis des Mindestlohns brutto 1 700 Euro im Monat verdient, der kriegt zukünftig 2 100 Euro. Das ist immer noch nicht die Welt, aber es ist spürbar im Portemonnaie, eine Verbesserung, die in dieser Zeit für Menschen wirksam wird, und das ist was anderes, als Ihr Gerede, Frau Launert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich war im Februar in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt in einer Bäckerei und habe mit einer Bäckereiverkäuferin, die davon profitieren wird, darüber gesprochen. Sie sagt: Ja, das ist etwas, was mir in diesen Zeiten das Leben ein Stück leichter macht, dass ich über die Runden komme. Aber es ist vor allen Dingen eine Frage des Respekts vor meiner Arbeit, vor dem, was ich und meine Kolleginnen hier leisten.</p>
				<p klasse="J">Ich war gestern in der Reinhardtstraße – übrigens, gegenüber der Parteizentrale der FDP, Lukas Köhler –, da gibt es einen Friseursalon. Ich habe mit der Friseurmeisterin gesprochen, Frau Speer, die in diesem Friseursalon mit einer Kollegin und einer Auszubildenden arbeitet. Ich habe sie gefragt: Mensch, ich höre jetzt immer von Arbeitgeberverbänden, dass es so ein Druck auf die Wirtschaft wäre, dass wir jetzt auf 12 Euro gehen. – Und die sagt: Ja, das ist eine Aufgabe für mich. Aber ich will, dass meine Beschäftigten anständig bezahlt werden. Ich will fairen Wettbewerb. Ich will nicht, dass Menschen, bei harter Arbeit im Friseurhandwerk, das ein ordentlicher Ausbildungsberuf ist, abgespeist werden mit Löhnen, mit denen sie nicht über die Runden kommen. – Die Frau ist für den Mindestlohn von 12 Euro.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir als Bundesregierung wissen aber auch, meine Damen und Herren, dass der Mindestlohn, der jetzt auf 12 Euro steigt, immer nur eine absolute Lohnuntergrenze ist. Das Ziel der Bundesregierung ist nicht, dass alle 12 Euro bekommen, sondern dass das die absolute Untergrenze ist.</p>
				<p klasse="J">Wir wollen auch wieder mehr Tariflöhne in Deutschland.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb werden wir dafür sorgen, dass Aufträge des Bundes zukünftig nur an Unternehmen gehen, die nach Tarif bezahlen, meine Damen und Herren. Das ist klar verankert im Koalitionsvertrag, und wir werden das durchsetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt will ich mal was zur CDU/CSU sagen. Es ist Ihnen ja nicht vorzuwerfen, dass Sie 2015 eigentlich gegen die Einführung des Mindestlohns waren und dass meine Partei, die SPD, das damals mit Andrea Nahles gegen Sie durchsetzen musste. Das ist vollkommen in Ordnung; das ist Geschichte.</p>
				<kommentar>(Wilfried Oellers [CDU/CSU]: Frechheit! Frechheit! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">– Nein, bleiben Sie sich doch mal treu. Im Bundestagswahlkampf waren Sie gegen den Mindestlohn von 12 Euro; wir waren dafür.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Olaf Scholz hat als Kanzlerkandidat klar gesagt: Wenn die SPD gewählt wird, wenn er Bundeskanzler wird, wird der Mindestlohn auf 12 Euro steigen. Die Menschen in Deutschland wissen: Ohne einen Bundeskanzler Olaf Scholz wäre der Mindestlohn jetzt nicht bei 12 Euro im Oktober nächsten Jahres. Nicht mit Ihnen, mit uns wird das passieren,</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">weil wir – das ist vielleicht ein Unterschied, Frau Launert; Sie haben über Vertrauen gesprochen – das, was wir vor der Wahl sagen, auch machen.</p>
				<p klasse="J">Jetzt will ich mir angucken, was Sie vor der NRW-Wahl gemacht haben. Vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl haben Herr Wüst und Herr Laumann und Herr Merz in einer Kölner Erklärung gesagt, Sie seien jetzt auch für 12 Euro. Und dann ist in der CDU diskutiert worden, ob man zustimmt. Dann hat Herr Laumann gesagt, man werde zustimmen. Dann haben Sie Montag eine Fraktionssitzung gehabt, und das Ergebnis ist, dass Sie sich heute heldenhaft enthalten.</p>
				<kommentar>(Uwe Schmidt [SPD]: Nein!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich kann Ihnen sagen, dass ist peinlich an dieser Stelle.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Dr. Martin Rosemann [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn es um Menschen geht, die ein kleines Einkommen haben, die hart arbeiten, dann ist Enthaltung keine Haltung. Das ist peinlich, was die CDU hier liefert, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist wirklich peinlich. Man kann ja eine Meinung vertreten, aber sich wegzuducken, in einer Zeit, in der Menschen darauf angewiesen sind, über die Runden zu kommen, ist keine Haltung.</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Das sagt ein Sozialdemokrat! Meine Güte! Wie tief kann man sinken!)</kommentar>
				<p klasse="J">Es geht um eine anständige Bezahlung in Deutschland. Es geht um einen stabilen Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um ein Zweites: um gezielte Entlastung, die wir in diesem Sommer auf den Weg gebracht haben. Meine Damen und Herren, es geht auch um einen starken Sozialstaat, der sich tatsächlich nicht nur darum bemüht, sozialen Ausgleich zu organisieren, sondern auch darum, Lebensleistung zu honorieren.</p>
				<p klasse="J">Wir werden heute Nachmittag mit dem Rentenpaket I Gott sei Dank dafür sorgen, dass es die größte Rentenerhöhung seit 30 Jahren mit 6,1 Prozent in Ostdeutschland und 5,3 Prozent im Westen gibt. Ich sage Ihnen: Das ist in diesen Zeiten auch ein wichtiges Signal.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stephan Brandner [AfD]: Bei 8 Prozent Inflation! Das wird dadurch weniger, Herr Heil!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ich will Ihnen mal sagen: Wenn Sie nicht wissen, wie das Rentensystem funktioniert, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Aber Sie könnten sich das ja mal näher angucken.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stephan Brandner [AfD]: Sie wissen nicht, was Inflation ist!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will Ihnen an dieser Stelle deutlich sagen: Das haben sich die Menschen auch verdient, weil die Renten der Lohnentwicklung und der Entwicklung am Arbeitsmarkt aus dem vergangenen Jahr folgen, und der Arbeitsmarkt ist Gott sei Dank stabil geblieben.</p>
				<p klasse="J">Wir müssen und werden den Sozialstaat aber auch weiterentwickeln, meine Damen und Herren: beispielsweise mit der Einführung des Bürgergeldes zum 1. Januar, mit einem Rentenpaket, das dafür sorgt, dass die Renten auch langfristig für alle Generationen stabil sind, dass die Menschen sich auf die Rente verlassen können, und zwar alle Generationen. Deshalb werden wir das Rentenniveau stabilisieren.</p>
				<p klasse="J">Der Bundeskanzler, meine Damen und Herren, hat in seiner Rede in dieser Woche angesichts der aktuellen Lage Gewerkschaften, Arbeitgeber und den Staat zu einer konzertierten Aktion eingeladen. Alle werden ihren Beitrag leisten müssen, um in dieser schwierigen Zeit des Preisdrucks mitzuhelfen, dass diese Gesellschaft sozial zusammenhält. Da geht es um Löhne, da geht es um Entlastung, und es geht auch darum, dass der Sozialstaat funktioniert. Dafür steht diese Bundesregierung, das ist unsere Haltung. Ich bin den Koalitionsfraktionen dankbar nicht nur dafür, dass wir mit diesem Haushalt dafür sorgen, dass der Sozialstaat gut funktionieren kann und gut ausgestattet ist, sondern auch dafür, dass wir bei aller Notwendigkeit, die Krise zu managen, auch in diesen Zeiten nicht aus dem Blick verlieren: Es geht nicht nur um sozialen Ausgleich; uns als Koalition geht es auch um sozialen Fortschritt für Deutschland.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die AfD-Fraktion Ulrike Schielke-Ziesing.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004873">
						<name>
							<vorname>Ulrike</vorname>
							<nachname>Schielke-Ziesing</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Ulrike Schielke-Ziesing (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürger! Es ist noch gar nicht so lange her, da standen wir hier und debattierten in der ersten Lesung über den Bundeshaushalt, in diesem Fall über den Etat für Arbeit und Soziales. Und jedem war klar: Das, was die Bundesregierung dafür vorgesehen hatte, das reicht hinten und vorne nicht aus. Die Inflation lag bereits bei über 7 Prozent, Putin hatte die Ukraine überfallen, und Deutschland stand am Beginn einer schweren Rezession. Statt die Sozialausgaben zusammenzustreichen, hätte man also vorsorgen müssen.</p>
				<p klasse="J">Doch wie Sie wissen, war das Gegenteil der Fall. Die Regierung rechnete sich die Welt schön: mit weniger Arbeitslosen, mit weniger Kurzarbeit; von den Kosten für die Versorgung der ukrainischen Flüchtlinge war auch noch nicht die Rede, dafür aber von einem Ergänzungshaushalt, der all das beinhalten sollte, was irgendwie mit der Ukraine zu tun hat und der nun vorliegt.</p>
				<p klasse="J">Nachdem man die Sozialausgaben also vorher um knapp 5 Milliarden Euro gekürzt hatte, werden nun 2,5 Milliarden Euro wieder eingestellt. Nur wofür? Das weiß keiner, denn das steht da nicht drin. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist keine seriöse Haushaltspolitik.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ja, es ist richtig: Wir leben in schwierigen Zeiten. Richtig ist aber auch: Das wenigste davon hat mit Putin oder Corona zu tun.</p>
				<kommentar>(Dirk Heidenblut [SPD]: Das ist ja unglaublich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben in Deutschland seit vielen Jahren einen ungebremsten und ungeheuerlichen Wohlstandsverlust. Das ist die Folge einer desaströsen Politik zum Schaden unserer Wirtschaft und zulasten unserer Bürger. Das ist der Grund, weshalb immer mehr unserer Rentner, die ihr Leben lang gearbeitet haben, von Grundsicherung leben. Das ist der Grund, weshalb viele Menschen ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können. Und das ist der Grund, weshalb bei den Arbeitnehmern, auch bei den Normalverdienern, am Monatsende so wenig übrig bleibt. All diese Menschen fragen sich zu Recht: Was macht die Regierung eigentlich mit dem ganzen Geld?</p>
				<p klasse="J">Da sind wir wieder beim Thema Haushalt. Ich muss sagen: Ich war doch erstaunt, als die Kollegin Raffelhüschen in der letzten Debatte ausführte – ich zitiere –:</p>
				<p klasse="Z">Glücklicherweise verfügen wir über die höchste Steuerquote am Bruttoinlandsprodukt in unserer Geschichte. Mehr Geld wurde den Menschen hierzulande noch nie über Steuern und Beiträge entzogen.</p>
				<p klasse="J">Das, liebe FDP, wäre Ihnen letztes Jahr zur selben Zeit kein Grund zur Freude gewesen. So schnell kann man seine Meinung ändern.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn das Abwracken der deutschen Wirtschaft durch die Energie-und-sonst-was-Wende, das kostet – nicht nur Arbeitsplätze, Wohlstand und Infrastruktur, sondern auch eine Menge Geld, Geld, das wir nicht haben, und Geld, an das wir nur herankommen, wenn wir Schulden plötzlich als Sondervermögen bezeichnen.</p>
				<p klasse="J">Warum erzähle ich das?</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Gute Frage!)</kommentar>
				<p klasse="O">Weil klar ist: Was ich an einer Stelle verschwende, muss ich an anderer Stelle einsparen. Das tut die Regierung, nämlich bei den Ausgaben für Arbeit und Soziales. Und nein, es ist für die Bürger kein Trost, hier und dort Almosen aus sogenannten Entlastungspaketen zu erhalten. Wir reden hier über Einmalzahlungen für Empfänger von Grundsicherung, die bei Weitem nicht ausreichen, um die Folgen der Inflation abzumildern. Die Rentner bekommen noch nicht einmal das. Das heißt, Sie fahren auf Sicht, und auch das noch in die falsche Richtung. Eine solche Politik entmündigt die Menschen. Unsere Bürger brauchen kein 9‑Euro-Ticket für drei Monate, sondern ausreichende Renten und Einkommen, um ihr Leben selbst zu gestalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Lassen Sie mich als rentenpolitische Sprecherin unserer Fraktion nun auf die Punkte eingehen, die in erster Linie das Rentensystem betreffen. Auch da sieht es düster aus. Das Desinteresse der Ampel an der Rente, das heißt an der Altersversorgung allgemein, zeigt sich ja nicht nur an der Leerstelle im Koalitionsvertrag. Selbst das wenige, auf das man sich einigen konnte, wird im Haushalt nicht sachgerecht abgebildet.</p>
				<p klasse="J">Es gibt bis heute keinen ausgewiesenen Titel für das Projekt Grundrente. Das war doch einst das Prestigeprojekt der SPD. Es gibt bis heute keine Übersicht über die versicherungsfremden Leistungen. Gut, das hat System. Vielleicht möchte man das auch gar nicht so genau wissen. Aber die Höhe kann ich Ihnen sagen: rund 37 Milliarden Euro pro Jahr.</p>
				<p klasse="J">Und was es auch nicht gibt: die gesetzlich zugesagten 500 Millionen Euro pro Jahr als Stabilitätszuschuss für die gesetzliche Rentenversicherung, insgesamt 2 Milliarden Euro. Sie wurden einfach mal so gestrichen. Die Rentenversicherung hatte bis zum Gesetzentwurf den 500-Millionen-Euro-Zuschuss in ihrer Finanzplanung mit Blick auf die Liquidität als sicheren Zuschuss eingestellt. Dieses Geld wird fehlen; ja, es fehlt jetzt schon. Die Bundesbank hat gerade davor gewarnt, dass die Rentenversicherung im laufenden Jahr ein Defizit von 2,5 Milliarden Euro einfahren wird. Das heißt, wir laufen mit Ansage in ein finanzielles Desaster.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist nicht der sorgsame Umgang mit dem Geld der Bürger, den ich mir erwarte. Dieser Haushalt ist handwerklich schlecht gemacht, inhaltlich falsch und angesichts der kommenden Herausforderungen nicht ausreichend.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Andreas Audretsch.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005011">
						<name>
							<vorname>Andreas</vorname>
							<nachname>Audretsch</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Andreas Audretsch (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich fange diese Rede heute an mit einer Zahl – nicht mit einer Zahl aus den Haushaltsberatungen, sondern mit einer Zahl, die gerade in Deutschland Millionen von Menschen Sorge bereitet: 7,9 Prozent. In dieser Höhe lag im Mai die Inflation, Tendenz steigend. Die Energiepreise und damit auch die Lebensmittelpreise steigen für viele Menschen, gerade für Menschen in der Grundsicherung, gerade für Menschen mit kleinen Einkommen, in eine Höhe, die ein kaum noch erträgliches Maß hat. Darum ist es so wichtig, dass wir als Koalition die Entlastungspakete beschlossen haben, und ist es so wichtig, dass wir als Koalition die Entlastungspakete im Ergänzungshaushalt auch finanziert haben. Das kostet Millionen von Euro, das kostet Milliarden von Euro. Das ist richtig. Um konkret zu sein: Weit über 30 Milliarden Euro sind das. Das ist gut angelegtes Geld, weil der soziale Frieden gerade in einer so schwierigen Situation die Voraussetzung dafür ist, dass wir tatsächlich auch alles andere in dieser Gesellschaft schaffen, was notwendig ist.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Dabei ist eines klar: Die bisherige Entlastung ist notwendig, und die ist gut; aber wir müssen bereit sein, auch künftig zu handeln. Der Krieg in der Ukraine, der wird unerbittlich weitergeführt. Wir erleben derzeit schon, dass der Diktator Wladimir Putin bereit ist, Lebensmittelpreise, Energiepreise zur Waffe zu machen. Wir müssen damit rechnen, dass es im Herbst einen dramatischen Anstieg der Gaspreise gibt, einen dramatischen Anstieg der Heizkosten und in der Folge auch der Lebensmittelpreise gibt. Das wird zu tiefgreifenden Fragen der Verteilungsgerechtigkeit führen. Die Vorstellung, dass Familien, dass ältere Menschen im Herbst, im Winter in der Kälte sitzen, weil sie es sich nicht mehr leisten können, zu heizen, ist für mich inakzeptabel und muss für diese Gesellschaft inakzeptabel sein.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deswegen müssen wir bereit sein, im Herbst das nötige Geld in die Hand zu nehmen, um denen, die es brauchen, den sozialen Frieden in dieser Gesellschaft zu sichern.</p>
				<p klasse="J">Wir beschließen heute neben dem Haushalt auch den Mindestlohn. Das ist eine Gehaltserhöhung auf 12 Euro die Stunde für deutlich über 6 Millionen Menschen in diesem Land. Das ist ein riesiger Schritt, mit dem wir deutlich machen: Menschen, die in diesem Land Vollzeit arbeiten, dürfen am Ende des Monats nicht von Armut bedroht sein. Das ist inakzeptabel, und das gehen wir mit diesem Mindestlohn an.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wer etwas genauer hinschaut, der erkennt, wer vor allem profitiert. Auch da lohnt ein Blick. Es sind Frauen, die vor allem profitieren, und es sind Menschen in Ostdeutschland, die profitieren, weil sie diejenigen waren, die bislang von prekärer Arbeit besonders betroffen sind.</p>
				<p klasse="J">Es kommt eine Sache hinzu, die oft vernachlässigt wird: Die Erhöhung des Mindestlohns ist auch ein Wirtschaftsprogramm, ein wirtschaftlicher Motor. Wir erhöhen Kaufkraft damit. Menschen gehen los. Menschen haben finanzielle Möglichkeiten. Menschen gehen in die Innenstädte, in die Cafés, in die Kinos, sie kaufen ein. Gerade nach einer Zeit von zwei Jahren, in der wir gesehen haben, wie sehr die Innenstädte unter Corona gelitten haben, ist das das Wirtschaftsprogramm, das gerade die kleinen Läden, die kleinen Geschäfte in den Innenstädten jetzt so dringend brauchen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein Mindestlohn von 12 Euro ist angesichts der Preisentwicklung bitter nötig. Es ist es ein Wirtschaftsprogramm, von dem wir alle profitieren, und es ist nicht zuletzt schlicht und ergreifend eine Frage von Respekt, von Würde und von Anstand in unserer gemeinsamen Gesellschaft.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Unterstützungschancen und einen würdevoller Umgang haben auch die Hunderttausende Menschen verdient, die angesichts des Krieges jetzt zu uns kommen. Auch ihnen garantieren wir mit dem Haushalt genau das. Es ist richtig, dass wir den Menschen aus der Ukraine Zugang zu den Sozialsystemen und zum Arbeitsmarkt geben. Das Gute ist: Wir müssen uns nicht entscheiden. Die Frage, ob wir diesen Menschen Unterstützung geben oder den Menschen, die schon sehr lange bei uns in der Gesellschaft hier in Deutschland leben, stellt sich nicht. Wir tun beides mit diesem Haushalt.</p>
				<p klasse="J">Das Gute ist, dass wir gleichzeitig Ja sagen zur Öffnung des Arbeitsmarktes für Menschen, die aus der Ukraine kommen, und dass wir den Sozialen Arbeitsmarkt für Menschen, die hier viele, viele Jahre langzeitarbeitslos sind, sichern und stärken. Das ist ein großartiges Instrument. Wir entfristen dieses Instrument. Fast alle Jobcenter in Deutschland nutzen es.</p>
				<p klasse="J">Mit diesem Haushalt geben wir weiteren Spielraum. Künftig sind 200 Millionen Euro zusätzlich – das haben wir hier im Bundestag gemeinsam erreicht – an finanziellem Spielraum da, um Menschen den Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit aufzuzeigen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Genau das ist unsere Politik: Wir spielen Gruppen nicht gegeneinander aus, sondern sagen, dass wir Chancen für diejenigen bieten, die hierherkommen; da haben wir eine Verantwortung. Gleichzeitig kümmern wir uns um die, die hier seit vielen Jahren langzeitarbeitslos sind, und bieten all diesen Menschen Zukunftsperspektiven.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Genau dieser Gedanke trägt uns auch, wenn wir die großen Transformationen angehen, die vor uns liegen. Die großen Umstellungen, die damit in Verbindung stehen, haben gerade erst begonnen. Wo heute noch mit Kohle, mit Öl, mit Gas gewirtschaftet wird, werden wir schon sehr bald sehen, dass nur noch nachhaltige Treibstoffe zum Einsatz kommen.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Na klar!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wo heute noch fossile Energieträger der zentrale Bestandteil industrieller Produktion sind, werden wir schon bald sehen, dass genau diese fossilen Energieträger nicht mehr Teil der Produktion sind.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Träum weiter!)</kommentar>
				<p klasse="J">Das sind riesige Umstellungen. Ich kenne das von vielen Zulieferbetrieben in ganz Deutschland, die zum Teil ihre Produktionsprozesse grundsätzlich umbauen müssen. An der Stelle bietet der Koalitionsvertrag alles, was notwendig ist und was wir brauchen, um Zukunft zu schaffen. Dazu gehört auch, dass wir die Bundesagentur für Arbeit zu einer Transformationsagentur machen, die reingeht, die weiß, was vor Ort los ist, die weiß, wo es schwierig wird, wo neue Jobs entstehen, was wir bei der Weiterbildung von Menschen machen müssen, damit diese nicht auf dem Weg stecken bleiben, sondern dass sie von einem Job in den nächsten kommen.</p>
				<p klasse="J">Wir haben diese Krisensituation im Blick. Wir haben intensiv darüber diskutiert, wie wir die Bundesagentur für Arbeit stabil halten und für die Zukunft ausstatten können. Genau das ist eine Perspektive, die wir auch mit Blick auf den Haushalt 2023 einnehmen. Wir haben die Bundesagentur für Arbeit im Blick, und wir werden dafür sorgen, dass sie gut ausgestattet genau diese Arbeit in Zukunft tun kann.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Entlastungen von Menschen in einer Krisensituation auf der einen Seite und das Öffnen von neuen Chancen auf der anderen Seite – egal ob es Geflüchtete sind, egal ob es Menschen in der Langzeitarbeitslosigkeit sind oder ob es Menschen sind, die in der großen Transformation, die jetzt ansteht, neue Chancen suchen –, all das sind Seiten der gleichen Medaille. Und all das – das zeigen wir heute mit diesem Haushalt – haben wir als Ampel im Blick, und wir werden in den nächsten Jahren auch genau das angehen.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die Fraktion Die Linke Dr. Gesine Lötzsch.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003584">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Gesine</vorname>
							<nachname>Lötzsch</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Herzlichen Dank. – Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Preisexplosionen bei Energie, Lebensmitteln und Mieten bedrohen viele Menschen existenziell. Gleichzeitig frisst die Inflation die Löhne und Gehälter auf. Da müssen wir wirksam gegensteuern, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir als Linke werden heute der Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro zustimmen. Aber wir wissen alle: Es ist nicht ausreichend. Die nächsten Schritte müssen folgen. Eigentlich müssten es jetzt schon 13 Euro sein, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Der Kanzler will nun eine konzertierte Aktion von Arbeitgebern und Gewerkschaften zusammenrufen, um die Lohn-Preis-Spirale zu verhindern. Ich glaube aber, wir hier im Bundestag könnten doch Sofortmaßnahmen beschließen. Es wäre doch möglich, einen bundesweiten Mietendeckel zu beschließen – hier, heute und sofort. Das wäre eine wirksame Entlastung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir brauchen ein weiteres Entlastungspaket, das diesen Namen auch verdient. Herr Minister Heil, Sie sind für die Renten zuständig. Alleinlebende mit niedriger Rente hat die Inflation schon jetzt mehr gekostet, als sie je an Entlastung bekommen werden. Wie kann es sein, frage ich Sie, dass die Rentnerinnen und Rentner bei der Energiekostenpauschale leer ausgehen, Sie aber als Minister diese 300 Euro bekommen? Finden Sie das gerecht? Wir nicht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie der Abg. Dr. Silke Launert [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich frage Sie: Wo ist der Preisdeckel für Energie und Benzin, wie wir ihn in Spanien und Portugal sehen? Das muss endlich auch hier beschlossen werden.</p>
				<p klasse="J">Herr Minister Heil, Sie haben ein Klimageld gefordert. Das ist eine richtige Forderung, die wir unterstützen, die aber leider von Finanzminister Lindner sofort wieder abgeräumt wurde.</p>
				<p klasse="J">Sie haben in Ihrem Ministerium natürlich auch genügend offene Baustellen. Sie haben nichts zum Bürgergeld gesagt. Wann kommt das endlich? Sie haben nichts zur Kindergrundsicherung gesagt. Wann kommt die? Hier besteht Handlungsbedarf, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn sich die FDP – und da müssen Sie gegensteuern, Herr Heil – bei diesen Modellen durchsetzt, dann werden die Menschen noch weniger Geld in der Tasche haben als jetzt, und das darf nicht geschehen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, schon jetzt ist für viele die Situation unerträglich. Der Hartz‑IV-Satz wurde um ganze 3 Euro angehoben. Für Stromkosten bekommen Hartz‑IV-Betroffene – das sind nicht nur Arbeitslose; das sind auch Menschen, die mit einem geringen Lohn abgespeist werden – eine Pauschale von 36 Euro pro Monat. Aber derzeit zahlt man schon fast das Doppelte, wenn man einen Neuvertrag beim günstigsten Anbieter abschließt.</p>
				<p klasse="J">Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert, die Regelsätze deutlich anzuheben, und zwar auf 678 Euro pro Monat. Diese Forderung unterstützen wir. Das ist eine Forderung der sozialen Gerechtigkeit. Das ist eine Forderung der Chancengleichheit. Darum müssen Sie hier endlich entschlossen handeln.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die FDP-Fraktion Claudia Raffelhüschen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005273">
						<name>
							<vorname>Claudia</vorname>
							<nachname>Raffelhüschen</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Claudia Raffelhüschen (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Noch einmal schnell zu Frau Schielke-Ziesing: Dass ich gesagt habe, dass wir noch nie so viele Steuern gezahlt haben, war natürlich ironisch gemeint.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Aber es stimmt!)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber ich musste als Neuling auch erst lernen, dass Politik und Ironie nicht gut zusammenpassen.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">So viel dazu.</p>
				<p klasse="J">Kommen wir zum Einzelplan 11. Mit diesem Einzelplan 11, dem Etat des Arbeits- und Sozialministeriums, beraten wir heute abschließend einen der Zukunftsetats im gesamten Bundeshaushalt. „Zukunftsetat“ deshalb, weil in den kommenden Jahren große Reformen bevorstehen und wir etwa mit der Einführung des Bürgergeldes und auch mit notwendigen Rentenreformen wie der kapitalgedeckten Rente weniger Bürokratie und mehr Generationengerechtigkeit schaffen werden und auch schaffen müssen.</p>
				<p klasse="J">In den letzten Wochen konnten wir am Etat des Arbeits- und Sozialministeriums noch einige wichtige Nachbesserungen vornehmen, die der aktuellen Lage Rechnung tragen.</p>
				<kommentar>(Kai Whittaker [CDU/CSU]: 10 Milliarden fehlen aber immer noch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Insbesondere die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler haben unter der Coronapandemie schwer gelitten. Die negativen Auswirkungen auf die Künstlersozialkasse konnten durch einen Entlastungszuschuss des Bundes in Höhe von gut 84,5 Millionen Euro, der zusätzlich zum regulären Bundeszuschuss gewährt wurde, aufgefangen werden. Ohne einen weiteren Zuschuss würde der Abgabesatz für das Jahr 2023 sprunghaft und deutlich ansteigen und für die Versicherten erneut eine hohe finanzielle Belastung bedeuten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Daher haben wir auf besonderen Wunsch meiner Fraktion einen sogenannten Stabilisierungszuschuss in Höhe von gut 59 Millionen Euro eingeführt, der den Abgabesatz im kommenden Jahr einbremst. Das ist ein wichtiger Schritt für die Versicherten, den nur die Union, die sich bei der Einbringung am Dienstag ja noch über zu wenig gezielte Entlastung beschwert hatte, im Ausschuss abgelehnt hat.</p>
				<p klasse="J">Als liberale Politikerin war es mir dabei ein besonderes Anliegen, dass die Mehrausgaben zumindest teilweise über den Einzelplan des BMAS gegenfinanziert werden konnten. Ich bin froh, dass sich unsere Ampelkoalition hier auf ein einheitliches Vorgehen einigen konnte und wir uns das Ziel gesetzt haben, möglichst alle zusätzlichen Vorhaben kostenneutral umzuschichten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">So kommt das Geld auch da an, wo es wirklich gebraucht wird. Das verstehe ich unter solidem Wirtschaften.</p>
				<p klasse="J">Auch der Ukrainekrieg hat große Auswirkungen auf den Arbeits- und Sozialetat, weshalb der Ergänzungshaushalt Ausgabemittel zur Verstärkung von Maßnahmen in Höhe von gut 2,4 Milliarden Euro vorsieht. 2 Milliarden Euro hiervon werden benötigt, um den Rechtskreiswechsel der Geflüchteten in die Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch durchzuführen. Damit entfallen die Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, und es greifen die Grundsicherungsleistungen des SGB II. Zuständig sind also in Zukunft die Jobcenter, denen wir damit höhere finanzielle Spielräume einräumen.</p>
				<p klasse="J">Es ist besonders wichtig, dass wir den Geflüchteten einen schnellen Zugang in den Arbeitsmarkt ermöglichen; denn Deutschland ist auf Zuwanderung angewiesen. Unsere Kinder werden es uns spätestens beim Renteneintritt danken.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb haben wir über den Ergänzungshaushalt weitere 105 Millionen Euro für die berufsbezogene Deutschsprachförderung durch das BAMF zur Verfügung gestellt. Damit stehen nunmehr 450 Millionen Euro zur Verfügung, die dringend benötigt werden, um die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine rasch in den Arbeitsmarkt zu integrieren.</p>
				<p klasse="J">Weniger glücklich war ich allerdings mit der Tatsache, dass die mit 10 Milliarden Euro vorgeschlagene kapitalgedeckte Altersvorsorge, also die sogenannte Aktienrente, aus formalen Gründen noch nicht im Bundeshaushalt 2022 berücksichtigt werden konnte.</p>
				<kommentar>(Marc Biadacz [CDU/CSU]: Was? „Aus formalen Gründen“? – Gegenruf der Abg. Katja Mast [SPD]: Es gibt noch kein Gesetz! – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Die Aktienrente kommt doch gar nicht! Es gibt doch gar keine Aktienrente!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ja, gut Ding will Weile haben.</p>
				<p klasse="J">In den vergangenen Monaten haben wir viel über zweifelsohne notwendige Rüstungsausgaben debattiert. Auch über höhere Ausgaben in der Entwicklungszusammenarbeit wurde gesprochen. Die Debatte rund um unser Rentensystem kam mir dabei allerdings viel zu kurz. Wenn wir verhindern wollen, dass wir nicht schon in zwei Jahren die Summe der Beitragssätze von 40 Prozent knacken, dann ist es allerhöchste Zeit, dass wir unsere Rente wieder zukunftsfest machen.</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Ihr beschließt doch genau das Gegenteil!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dafür schlägt mein liberales Herz. Es ist nicht weniger als eine Frage der Gerechtigkeit unseren Kindern und Enkelkindern gegenüber.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Nein! Die kriegen niedrigere Renten, die Kinder und Enkelkinder!)</kommentar>
				<p klasse="J">Klar ist für uns Liberale aber auch, dass unser Ziel, ab 2023 die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse wieder einzuhalten, höchste Priorität hat.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir müssen ehrlich mit uns sein: Die kommenden Haushaltsberatungen werden dadurch nicht leichter. Es ist aber unsere Pflicht als Hüter des Geldes, exorbitante Schuldenexplosionen zu vermeiden.</p>
				<p klasse="J">Gerade in der aktuellen Situation, in der besonders Arbeitnehmer vor großen finanziellen Belastungen stehen, ist keine Zeit für ideologische Debatten über mögliche Steuererhöhungen oder eine höhere Staatsverschuldung – ganz im Gegenteil. Deshalb widerstrebt mir auch ganz besonders das verschwenderische Verhalten der Linken: zusätzliche Wünsche in Höhe von über 50 Milliarden Euro allein im Einzelplan 11, zum größten Teil nicht gegenfinanziert.</p>
				<kommentar>(Pascal Kober [FDP]: Hört! Hört!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist für mich eine absolut unseriöse Oppositionsarbeit und zeigt den maßlosen Umgang mit unseren Steuergeldern.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Stephan Stracke [CDU/CSU]: 300 Milliarden neue Schulden sind allerdings auch nicht schlecht!)</kommentar>
				<p klasse="O">So viel zur Unglaubwürdigkeit.</p>
				<p klasse="J">Die FDP hat in den letzten Wochen maßgeblich dazu beigetragen, dass wir gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern einen ausgewogenen Bundeshaushalt aufstellen konnten.</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: 300 Milliarden neue Schulden!)</kommentar>
				<p klasse="O">Lassen Sie uns nun auch gemeinsam zur Schuldenbremse zurückfinden, um unseren Staatshaushalt wieder zukunftsfest und generationengerecht zu machen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP – Zuruf von der CDU/CSU: Das ist ein mauer Applaus!)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn – und das will ich abschließend erwähnen – wir haben es der Schuldenbremse zu verdanken, dass wir in den Krisen der vergangenen Jahre überhaupt so viele Entlastungsmittel zur Verfügung hatten.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Dr. Silke Launert [CDU/CSU])</kommentar>
			</rede>
			<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
			<p klasse="J_1">Bevor ich den nächsten Redner aufrufe, habe ich eine Ankündigung zu machen: Die Abgeordneten Enrico Komning und Martin Reichardt haben fristgerecht Einspruch gegen die in der letzten Sitzung erteilten Ordnungsrufe eingelegt. Vizepräsidentin Göring-Eckardt hat beiden Einsprüchen nicht abgeholfen. Die Einsprüche werden als Unterrichtung verteilt.</p>
			<p klasse="J">Gemäß § 39 der Geschäftsordnung sind die Einsprüche auf die heutige Tagesordnung zu setzen. Der Bundestag hat über die Einsprüche ohne Aussprache zu entscheiden. Die Entscheidungen über die Einsprüche werden als Zusatzpunkte 5 und 6 nach dem Tagesordnungspunkt III – das ist circa 12 Uhr – aufgerufen. </p>
			<p klasse="J">Jetzt rufe ich für die CDU/CSU-Fraktion den nächsten Redner auf: Hermann Gröhe.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			<rede id="ID204200700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11002666">
						<name>
							<vorname>Hermann</vorname>
							<nachname>Gröhe</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Hermann Gröhe (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Deutschland ist ein starker Sozialstaat. Wir reden heute über einen Einzelplan, der 32 Prozent des Bundeshaushalts umfasst: 161 Milliarden Euro. Dieser Sozialstaat hatte in den letzten zwei Jahren seit Beginn der Coronapandemie einen einmaligen Stresstest zu bestehen. Wenn wir uns die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ansehen, dann stellen wir fest, dass dieser Sozialstaat diesen Stresstest bisher gut bestanden hat. Darauf können wir gemeinsam stolz sein!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Dazu hat maßgeblich das Instrument des Kurzarbeitergeldes beigetragen, das schnell geholfen hat, das gut geholfen hat. Es ist ein teures Instrument, aber es ist billiger, als Arbeitslosigkeit zu finanzieren.</p>
				<p klasse="J">Gerade weil wir der BA Dank dafür schulden, in welcher Weise Tausende Mitarbeiter in die Administration von Kurzarbeit neu einsteigen mussten, wäre es angemessen gewesen, ihnen nicht nur zu danken, sondern den Fehlbetrag im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit durch einen Zuschuss auszugleichen, statt gnädig ein Darlehen zu gewähren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Es ist schade, dass sich der Bundesarbeitsminister da nicht gegen den Bundesfinanzminister durchgesetzt hat. Und es ist noch bedauerlicher, dass die Ampel unserem Antrag im Haushaltsausschuss nicht gefolgt ist.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen, meine Herren, wir sind in einer Situation, in der sich der Arbeitsmarkt als robust erweist und in der wir zu Recht im Sommer die Regelungen des Kurzarbeitergeldes wieder auf die Normalsituation vor der Krise einstellen können. Es ist aber vor allen Dingen auch eine Chance, auch Langzeitarbeitslosen und Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen zur Teilhabe durch Arbeit zu verhelfen. Das ist es, was sich Langzeitarbeitslose zuallererst wünschen. Wir haben mit dem sozialen Arbeitsmarkt Wichtiges auf den Weg gebracht. Diesen Weg gilt es konsequent fortzusetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Falsch ist es, vor der kleinen Gruppe hartnäckiger Mitwirkungsverweigerer zu kapitulieren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Thorsten Frei [CDU/CSU]: Ja, allerdings!)</kommentar>
				<p klasse="O">Deswegen ist die Aussetzung von Sanktionen ein völlig falsches Signal.</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Einfach mal genau lesen, was wir beschlossen haben!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich betone das auch, weil Sie damit einen Vorgriff auf das sogenannte Bürgergeld machen wollen.</p>
				<kommentar>(Dr. Lukas Köhler [FDP]: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist schon interessant, dass Sie in Ihrem Koalitionsvertrag davon sprechen, das Bürgergeld solle der Würde des Einzelnen und der Einzelnen gerecht werden. Das ist entweder eine Selbstverständlichkeit – dann muss es übrigens nicht „soll“, sondern „muss“ heißen –, oder Sie machen sich eben doch die Lesart zu eigen, wonach in unseren Jobcentern die Würde der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger gleichsam systematisch missachtet wird. Wir weisen diesen Vorwurf gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Jobcentern entschieden zurück!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">So wie Langzeitarbeitslose es nicht verdient haben, unter Generalverdacht zu stehen, so schulden Sie auch denen Respekt, die mit ihrer täglichen Arbeit den Sozialstaat umsetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie schulden außerdem auch denen Respekt, die mit täglicher Arbeit, pünktlich erschienen, durch Beiträge und Steuern den Sozialstaat erst ermöglichen. Die werden übrigens auch sanktioniert, wenn sie einfach nicht erscheinen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Insofern müssen Sie sich schon die Frage stellen, wem Sie Respekt zollen.</p>
				<p klasse="J">Klar ist: Die Zahlen auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Die Zahlen auf den Preisschildern sind dramatisch. Was auf den Preisschildern an den Zapfsäulen und den Supermarktregalen steht, erschüttert vor allem die Menschen mit kleinen Einkommen. Aber auch Menschen mit mittleren Einkommen sehen mit Entsetzen, wie Ersparnisse fürs Alter wie Eis in der Sonne schmelzen.</p>
				<p klasse="J">Die Frage einer wirksamen Bekämpfung der Preissteigerung ist die entscheidende soziale Frage in diesem Land. Dafür braucht es ein kluges Miteinander von Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik. Und da versagt die Ampel in dramatischer Weise.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Seit Monaten!)</kommentar>
				<p klasse="J">Herr Heil schlägt ein soziales Klimageld vor. Er nimmt ein Wort aus dem Koalitionsvertrag, das dort etwas ganz anderes meint, nämlich die Rückgabe der Steigerung der CO2-Bepreisung. Er weist dann noch darauf hin, eigentlich seien Herr Habeck und Herr Lindner zuständig, aber er sei verantwortlich. – So auf den Unterschied zwischen Verantwortlichkeit und Zuständigkeit hingewiesen, sagt Herr Lindner, er freue sich auf Finanzierungsvorschläge von Herrn Heil. Herr Heil hat bisher übrigens einen Vorschlag gemacht: Herr Lindner solle endlich seine Arbeit machen. -</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Herr Lindner sagt daraufhin: Die Vorschläge von Herrn Heil passen nicht und sind zu bürokratisch.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Wo er recht hat, hat er recht!)</kommentar>
				<p klasse="O">Im Übrigen mache er bei steuerfinanzierten Umverteilungstöpfen nicht mit.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen, meine Herren, der Bundeskanzler spricht von einer konzertierten Aktion gegen Preissteigerungen. Statt eines Konzerts bietet sein eigenes Kabinett ein klägliches Stimmengewirr. Das ist das Gegenteil von einem harmonischen Konzert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn Sie weiter bei der Preissteigerung versagen, dann nützt auch ein höherer Mindestlohn nichts.</p>
				<kommentar>(Katja Mast [SPD]: Deshalb lieber enthalten!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich sage sehr deutlich: Wir stehen nicht gegen einen Mindestlohn von 12 Euro.</p>
				<kommentar>(Katja Mast [SPD]: Doch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir stehen nicht dagegen; das haben wir hier immer gesagt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das habt ihr nicht immer gesagt!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wenn Sie weiter so bei der Preissteigerung versagen, ist das zu wenig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber wir reichen nicht die Hand für die Entmündigung der Sozialpartner. Weil Sie so stolz Andrea Nahles zitiert haben, sage ich: Als die Mindestlohnkommission eingesetzt wurde, hat Andrea Nahles vor einem politischen Mindestlohn gewarnt, weil dieser, so Andrea Nahles wörtlich, der Willkür und dem Populismus Tür und Tor öffnet.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn Sie Geschichtsklitterung betreiben, dann sage ich: Eine Mindestlohnkommission hat ein CDU-Bundesparteitag 2011 vorgeschlagen. So ist es gekommen. Wir sagen Ja zu einem angemessenen Mindestlohn, aber Nein zur Schwächung der Sozialpartnerschaft.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die SPD-Fraktion Kathrin Michel.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005153">
						<name>
							<vorname>Kathrin</vorname>
							<nachname>Michel</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Kathrin Michel (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Lieber Herr Minister Hubertus Heil! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Cesceni knjenje a knjeza! Ich war schon sehr verwundert, was Herr Gröhe hier gerade so vom Stapel gelassen hat. Als Gewerkschafterin würde ich natürlich sofort unterschreiben, dass wir immer gute Tariflöhne haben sollten. Das würde aber bedeuten, dass mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich den Tarifgemeinschaften anschließen müssten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Und dann gucken wir mal in den Osten, wie da die Quote ist, wie viele überhaupt von Tarifverträgen leben können.</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Dann tun Sie was als Gewerkschafterin!)</kommentar>
				<p klasse="O">Solange das so ist, brauchen wir einen Mindestlohn. Das zu Anfang.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Eigentlich wollte ich mit einem Dank beginnen, einem Dank an meine Mitberichterstatter-/innen, an die Sprecher, an die Referenten, an die Mitarbeitenden, an das Haus von Hubertus Heil; denn wir haben wirklich in den letzten Wochen gemeinsam intensiv und vertrauensvoll in der Ampelkoalition zusammengearbeitet. Das macht Mut auf mehr, und dafür herzlichen Dank!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP und der Abg. Dr. Silke Launert [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Wir reden heute im Einzelplan 11 über 161 Milliarden Euro, kein Pappenstiel. 161 Milliarden Euro als Investition in unseren sozialen Zusammenhalt, der den Kitt unserer Demokratie und unseres Sozialstaates bildet. Von den 161 Milliarden Euro sind 116 Milliarden Euro für die Renten vorgesehen und 42 Milliarden Euro für Leistungen nach SGB II und III. Nur so viel dazu.</p>
				<p klasse="J">Es ist uns gelungen, für den Etat „Arbeit und Soziales“ im Vergleich zum Regierungsentwurf zusätzlich 963 Millionen Euro einzustellen. Mit der ausgewogenen Finanzierung dieses Einzelplans sorgen wir dafür, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und auch die nachgeordneten Behörden erfolgreich ihren Aufgaben nachgehen können. Dazu gehört im Kern eine gezielte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, um anlassbezogen und flexibel reagieren zu können, aber im Besonderen auch vorausschauend agieren zu können. Ziel dabei ist, dass so viele Menschen wie möglich einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Ziel ist auch, dass in der Arbeitswelt faire Bedingungen gelten und der Arbeitsschutz den hohen Anforderungen nach Sicherheit und Gesundheitsschutz Rechnung trägt.</p>
				<p klasse="J">Obwohl sich die Rahmenbedingungen permanent ändern, müssen sich die Menschen in einer alternden Gesellschaft auf den Sozialstaat verlassen können. Der Sozialstaat muss sie vor Lebensrisiken schützen und verlässlich bleiben. Damit der Sozialstaat leistungsfähig und verlässlich bleibt, müssen wir klug haushalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Ja, kluge Haushaltspolitik bedeutet für mich, vorausschauend und nachhaltig zu handeln, Finanzen da auszugeben, wo es am nötigsten ist, aber auch da zu sparen, wo es möglich ist.</p>
				<kommentar>(Beifall der Abg. Dr. Silke Launert [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Wir übernehmen mit diesem Haushalt Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger in diesem Land, aber gerade und besonders für diejenigen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir übernehmen mit diesem Haushalt Verantwortung dafür, dass die Zeitenwende finanziell und sozial sicher gestaltet werden kann. Und wir übernehmen Verantwortung für diejenigen, die bei uns Zuflucht suchen. 100 Tage Krieg. Putin führt ihn – verabscheuungswürdig – gegen die Ukraine. Er ganz allein trägt die Schuld dafür, dass mehr als 6,5 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Mehr als 600 000 Menschen haben bisher Zuflucht in Deutschland gesucht. Putins Krieg lässt Lieferketten stocken, Energiepreise und Lebenshaltungskosten in die Höhe schnellen, und die Sorge, dass erneut in größerem Ausmaß Arbeitsplätze in Gefahr sein können, ist allgegenwärtig. Auch wenn vom Arbeitsmarkt gegenwärtig positive Signale ausgehen, müssen wir vorbereitet sein. Darum ist für unsere Volkswirtschaft existenziell, dass wir das Kurzarbeitergeld weiter vorhalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Auch der demografische Wandel und der überall zutage tretende Fachkräftemangel erfordern weiterhin größte Anstrengungen. Darum ist es so wichtig und für uns auch ein großer Erfolg, dass wir die für die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen veranschlagten 400 Millionen Euro um 200 Millionen Euro auf nun 600 Millionen Euro erhöhen konnten.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Das ist aber der Eingliederungstitel insgesamt!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Menschen können sich sicher sein, den Sozialstaat an ihrer Seite zu haben; denn in Summe haben wir 10 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, damit Arbeitsuchende schnell wieder in Lohn und Brot kommen.</p>
				<p klasse="J">Darüber hinaus fließen 105 Millionen Euro zusätzlich aus dem Ergänzungshaushalt für die berufsbezogene Deutschsprachförderung, sodass in Summe 450 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um denjenigen, die aus der Ukraine zu uns flüchten müssen, die Möglichkeit zu geben, schnell unsere Sprache zu lernen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine zügige Integration in unseren Arbeitsmarkt und übrigens Grundlage dafür, dass diese Menschen auch gemäß ihrer Qualifikation anständig und fair bezahlt werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein besonderes Anliegen war uns die Unterstützung der Künstlersozialkasse – meine Mitberichterstattenden haben darauf schon Bezug genommen –; denn die Künstlerinnen und Künstler sind in der Tat ganz besonders von der Krise, von der Pandemie betroffen gewesen. Es war uns ein Herzensbedürfnis, sie jetzt zusätzlich mit 59 Millionen Euro zu unterstützen, damit eben der Abgabesatz für die Sozialversicherung stabilisiert wird.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Uns Berichterstattenden der Ampel liegt auch der Härtefallfonds ganz besonders am Herzen. Bislang konnten sich leider die Bundesländer noch nicht auf einen Beitrag zur Kofinanzierung einigen. Wir halten im Haushalt einen Titel vor, um einen Gerechtigkeitsbeitrag für jene Menschen zu leisten, die durch die Rentenüberleitung in der Nachwendezeit Nachteile erlitten haben. Kürzlich habe ich mich gemeinsam mit meinen Mitberichterstattenden an alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gewandt und sie nachdrücklich um Unterstützung dieser Angelegenheit gebeten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Eine Einigung in dieser Sache muss schnellstmöglich herbeigeführt werden. Sie ist längst überfällig.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Wohl wahr! Längst überfällig!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Betroffenen erwarten völlig zu Recht eine Lösung, und das eher vorgestern als übermorgen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Aus Respekt vor den Menschen lösen wir heute ein zentrales Versprechen ein und beschließen die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Ja, viel zu viele Menschen werden noch mit Niedriglöhnen abgespeist, und wir haben es vorhin gehört: Jeder Fünfte in Ostdeutschland profitiert davon. Um mal mit ganz genauen Zahlen zu arbeiten: In meinem Heimatlandkreis Bautzen sind das 33 500 Personen, die davon profitieren. Das sind 26 Prozent der Arbeitnehmer/-innen. Nur, um das mal darzustellen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Für uns ist ganz klar: Sozialer Zusammenhalt und gute Arbeit haben für uns Priorität. Gerechte Löhne, auskömmliche Renten und soziale Teilhabe sind die Voraussetzungen für ein gutes und selbstbestimmtes Leben. Diesen Fokus werden wir ganz klar auch für die kommenden Haushaltsverhandlungen beibehalten.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank und Glück auf!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die AfD-Fraktion René Springer.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204200900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004900">
						<name>
							<vorname>René</vorname>
							<nachname>Springer</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>René Springer (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Gäste! Man kann über den Sozialhaushalt nicht debattieren, ohne über zwei zentrale Problemfelder zu sprechen, die Sie hier regelmäßig ignorieren und auch heute wieder geschickt umtänzeln. Das ist auf der einen Seite die Inländerfeindlichkeit der Bundesregierung, und das ist auf der anderen Seite die Auswirkung der Migration bezogen auf den explodierenden Sozialhaushalt hier.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Rasha Nasr [SPD]: Ist das ekelhaft!)</kommentar>
				<p klasse="J">Merkels illegale Grenzöffnung ist nun sieben Jahre her. Schauen wir auf die Zahlen, sehen wir, dass heute 900 000 Menschen aus den Top‑8-Asylherkunftsländern Hartz IV beziehen; das ist die Hälfte aller Migranten aus den Top-8-Asylherkunftsländern. Ja, 400 000 sind in Beschäftigung, 200 000 davon in unterqualifizierten Jobs. Wenn man das umrechnet, stellt man fest, dass auf eine Fachkraft aus diesen Ländern vier Sozialhilfeempfänger kommen. Sie ändern an dieser Politik überhaupt nichts. Sie machen einfach weiter so. Meine Damen und Herren, das ist nichts anderes als staatlich organisierte Veruntreuung von Steuergeld.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Rechnung dafür bezahlen die Arbeitnehmer in diesem Land, die Arbeitnehmer, die nach OECD-Angaben die zweithöchste Belastung durch Steuern und Abgaben weltweit tragen. Anstatt nun die zu entlasten, die es verdient haben, bauen Sie gerade unseren Sozialstaat radikal um und führen ein Grundeinkommen für Asylbewerber ein.</p>
				<p klasse="J">Asylbewerber sollen nach Vorstellung der Bundesregierung zukünftig direkt in Hartz IV durchmarschieren können. Das bedeutet eine Rundum-sorglos-Versorgung, inklusive Klassenfahrt für die Kinder, inklusive Rundumversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung.</p>
				<kommentar>(Rasha Nasr [SPD]: Was soll man machen? Soll man die auf der Straße versauern lassen? Was haben Sie denn für einen Vorschlag?)</kommentar>
				<p klasse="O">Dann gibt es obendrauf über das Entlastungspaket der Bundesregierung eine Einmalzahlung von 200 Euro.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, obendrauf kommt dann auch noch, dass die Sanktionen für Hartz‑IV-Empfänger abgeschafft werden. Das heißt, wenn jemand die Teilnahme an einem Deutschkurs, eine berufliche Qualifikation oder eine zumutbare Arbeit ablehnt, dann bleibt das zukünftig ohne Konsequenzen. Es gibt also einen Freifahrtschein für Hartz‑IV-Empfänger. Das, meine Damen und Herren, ist ein Nackenschlag für all die Mindestlohnempfänger in diesem Land, die am Ende des Monats trotz eines Vollzeitjobs oftmals weniger in der Tasche haben als ein Hartz-IV-Empfänger.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das ist Unsinn! – Jessica Tatti [DIE LINKE]: So ein Quatsch! Dann hätten die ja einen Anspruch! Dann hätten die doch einen Hartz-IV-Anspruch, wenn sie weniger haben als Hartz IV!)</kommentar>
				<p klasse="J">Und obendrauf auf diese ganze Last, auf die Koffer, die getragen werden, kommt jetzt noch die Inflation. Arbeitnehmer werden momentan erdrückt von der höchsten Inflation seit den 70er-Jahren, seit der Ölkrise. Jeder Siebte muss sich höher verschulden, jeder Zweite sorgt sich inzwischen um seinen Lebensunterhalt. Die einzige Antwort, die die Bundesregierung hier zu bieten hat, sind einmalig 300 Euro als Entlastung; und diese 300 Euro müssen auch noch versteuert werden. Das ist ein Witz, meine Damen und Herren. Diejenigen, die den Laden hier am Laufen halten, die Ihnen die 10 000-Euro-Diäten im Monat finanzieren und Ihnen, Herr Minister, die 30 000 Euro, die Sie im Monat bekommen, lassen Sie jetzt bei der Inflation ins offene Messer laufen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Sie wissen noch nicht mal, was ein Minister kriegt! Fake News!)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Rentner haben sie gleich völlig vergessen.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das stimmt!)</kommentar>
				<p klasse="O">Mütter mit drei Kindern bekommen in Deutschland durchschnittlich eine Rente von 751 Euro. Denken Sie darüber nach: 751 Euro durchschnittlich! Ein illegaler Migrant, der in Deutschland lebt, hat zwischen 800 und 1 000 Euro Hartz‑IV-Anspruch.</p>
				<kommentar>(Kathrin Vogler [DIE LINKE]: Illegale Migranten haben überhaupt keinen Anspruch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Der Migrant bekommt 200 Euro einmalig aus dem Entlastungspaket, und die Mütter in Rente bekommen nichts, gar nichts.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Das ist doch überhaupt nicht wahr, was Sie hier erzählen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie sollten sich schämen hier im Haus, dass Sie das mittragen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Schämen sollten Sie sich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist nichts anderes als inländerfeindliche Politik, nichts anderes.</p>
				<p klasse="J">Das Haus brennt durch die Inflation, und Sie kippen obendrauf auch noch einen Brandbeschleuniger; denn die Bundesregierung hat kraft eigener Wassersuppe entschieden, aus dem Öl auszusteigen.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Sie erzählen so einen Stuss! Wirklich wahr!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das heißt also: kein Öl mehr aus Russland, kein Öl mehr nach Leuna, kein Öl mehr nach Schwedt. Russland verkauft derweil sein Öl nach Asien und macht sogar noch mehr Profite, weil der Ölpreis steigt. Meine Damen und Herren, die Folge wird sein, dass Benzin und Diesel in Ostdeutschland und in Deutschland insgesamt teurer werden, dass die Versorgungssicherheit gefährdet wird und dass vor allem Zehntausende Jobs gefährdet sind. Herr Minister Heil, ich erwarte eigentlich von Ihnen, dass Sie nach Schwedt und nach Leuna fahren und den Beschäftigten dort erklären, warum sie zu Kanonenfutter in einem Krieg werden, den Russland wahrscheinlich gewinnen wird.</p>
				<kommentar>(Katharina Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: „Kanonenfutter“! Was für ein unangemessener Begriff! – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Wie sind Sie denn drauf?)</kommentar>
				<p klasse="O">Ganz einfach: Fahren Sie hin, und erklären Sie das den Leuten! Diese Leute verlieren ihren Arbeitsplatz umsonst.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Widerlich!)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die inländerfeindliche Politik der Bundesregierung ist nicht alternativlos. Wir haben als Alternative für Deutschland schon im Oktober letzten Jahres mehrere Vorschläge unterbreitet, was man besser machen kann. Entlasten Sie die Arbeitnehmer! Erhöhen Sie die Pendlerpauschale! Senken Sie die Mehrwertsteuer auf Sprit, Gas und Heizöl, damit das Tanken und damit das Fahren wieder bezahlbar ist! Reduzieren Sie die Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln auf null, damit man das Essen wieder bezahlen kann! Und vor allem: Stoppen Sie die Gelddruckerei und Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ganz zum Schluss: Stoppen Sie die Wirtschaftssanktionen gegen Russland! Wir schießen Russland vielleicht in ein Knie, wir schießen uns aber in beide Knie. Das kann nicht das Ziel einer interessengeleiteten deutschen Politik sein.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Schämen Sie sich!)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Beate Müller-Gemmeke.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004117">
						<name>
							<vorname>Beate</vorname>
							<nachname>Müller-Gemmeke</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Herr Springer, Ihre Hetze ist widerlich und unerträglich.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Demokratinnen und Demokraten!</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Liebe Grüne!)</kommentar>
				<p klasse="O">Zum 1. Oktober wird er nun definitiv kommen, der Mindestlohn in Höhe von 12 Euro. Das ist notwendig; denn der Mindestlohn ist die unterste Haltelinie, und die macht nur dann Sinn, wenn die Beschäftigten in Vollzeit auch tatsächlich davon leben können. Mit dem neuen Mindestlohn heben wir also rund 6 Millionen Beschäftigte über die Armutsschwelle. Der Niedriglohnbereich wird damit wieder ein Stück weit kleiner; genau dieses Ziel verfolgen wir schon lange.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Arbeitgeberseite sieht das, wenig überraschend, anders. Auch in der Anhörung wurde wieder erzählt, die Erhöhung per Gesetz sei ein schwerwiegender Angriff auf die Tarifautonomie, und, Kollege Gröhe, Sie sprechen ja von Schwächung der Sozialpartner, von „Entmündigung“; das Gegenteil ist aber der Fall. Im unteren Lohnbereich ist die Tarifautonomie gar nicht mehr existent. Hier gibt es kaum noch Tarifverträge, und das führt doch dazu, dass die Menschen von ihren Löhnen nicht mehr leben können und dass die Löhne schon gar nicht mehr zur Absicherung im Alter reichen. Wenn sich immer mehr und mehr Arbeitgeber/-innen von der Tarifautonomie verabschieden und immer weniger Tarifverträge im unteren Bereich abschließen, dann muss die Politik eben eingreifen und politisch die untere Haltelinie anpassen. Nicht die Erhöhung des Mindestlohns, sondern die Flucht aus der Tarifbindung ist ein Angriff auf die Tarifautonomie.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">12 Euro Mindestlohn kommen auch genau zur richtigen Zeit. Der Angriffskrieg von Putin und die extreme Abhängigkeit von fossiler Energie aus Russland lassen die Lebensmittel- und Energiepreise steigen. Kleine Einkommen schaffen das nicht mehr. Deshalb entlasten wir die Menschen mit verschiedenen Maßnahmen. Auch der neue Mindestlohn wird an dieser Stelle helfen und entlasten. Beim Mindestlohn geht es uns Grünen aber vor allem um Gerechtigkeit; denn Arbeit muss fair entlohnt werden und auch vor Armut schützen. Alles andere wäre in einem so reichen Land wie unserem einfach nicht akzeptabel.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP und des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">Den Mindestlohn gibt es aber nur im Doppelpack mit den Minijobs. Natürlich wissen wir, dass es hier große Probleme gibt. Viele Minijobber/-innen wissen zum Beispiel gar nicht genau, welche Rechte sie überhaupt haben. Deshalb versuchen wir, gerade bei der Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie noch weitere Verbesserungen zu erreichen. Wir wissen auch, dass es für Beschäftigte im Minijob – das sind vor allem Frauen – nicht wirklich attraktiv ist, in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu wechseln. Deshalb glätten wir jetzt die Hürde im Übergang zu den Midijobs. Das ist wichtig; denn viele Frauen wollen eigentlich keinen Minijob, sondern mehr arbeiten. Genau das werden wir natürlich unterstützen und ermöglichen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Um das Gesetz aber wirklich abzurunden, müssen vor allem die geplanten und notwendigen steuerlichen Verbesserungen auf den Weg gebracht werden. Wir werden definitiv die Steuerklasse V abschaffen und damit den Wechsel in reguläre Beschäftigung attraktiver machen. Damit ist jetzt die FDP am Zug. Ich würde mich freuen, wenn möglichst bald ein Entwurf aus dem Finanzministerium vorliegt.</p>
				<p klasse="J">Aber jetzt, heute, freue ich mich erst einmal, dass ich endlich über 12 Euro Mindestlohn abstimmen darf. Dann bringen wir als nächsten Schritt ein Bundestariftreuegesetz auf den Weg.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die Fraktion Die Linke Susanne Ferschl.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004715">
						<name>
							<vorname>Susanne</vorname>
							<nachname>Ferschl</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Susanne Ferschl (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir als Linke kämpfen seit vielen Jahren für die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro, und deswegen stimmen wir heute dem Gesetzentwurf der Bundesregierung auch zu.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Bernd Rützel [SPD]: Sehr gut!)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber wenn Sie ehrlich wären, würden Sie das Gesetz nicht nur „Mindestlohnerhöhungsgesetz“, sondern auch „Prekäre-Beschäftigung-Ausweitungsgesetz“ nennen.</p>
				<kommentar>(Zurufe von der SPD: Oah!)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber Sie verstecken hinter diesem schönen Namen die gleichzeitige Ausweitung von Minijobs, und das lehnen wir entschieden ab.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deswegen lassen wir über Artikel 7 des Gesetzentwurfs heute getrennt und namentlich abstimmen; denn Wahlkampfversprechen sind das eine. Aber wie heißt es so schön? An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: So ist es! – Bernd Rützel [SPD]: Jawohl!)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist mittlerweile mehrfach belegt: Minijobs verdrängen reguläre Jobs. Die Menschen sind nicht sozial abgesichert, man kann nicht von ihnen leben, und insbesondere Frauen verbleiben nach wie vor in der Teilzeitfalle. Minijobs sind und bleiben arbeitsmarktpolitisch und gleichstellungspolitisch ein völliger Irrweg.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Der Preis für die Erhöhung des Mindestlohns ist also sehr hoch. Sorgen Sie als Bundesregierung dann wenigstens dafür, dass die 12 Euro bei den Menschen auch ankommen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Millionen Beschäftigte werden schon jetzt um den ihnen zustehenden Lohn betrogen.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">Um deutlich zu machen, was das bedeutet: Wir reden hier über Beschäftigte mit Armutslöhnen, die selbst um die mickrigen 9,82 Euro pro Stunde noch geprellt werden. Und das ist doch wirklich skandalös.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Sie glauben doch nicht im Ernst, dass bei einer Erhöhung dann weniger betrogen wird. Das Gegenteil wird der Fall sein. Deswegen brauchen wir mehr und wirkungsvollere Kontrollen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich habe mit Kolleginnen und Kollegen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit gesprochen – das sind diejenigen, die für die Kontrollen zuständig sind – und habe sie gefragt: Was braucht ihr für eure Arbeit? Sie haben gesagt, sie brauchen eine tagesaktuelle, manipulationssichere Arbeitszeiterfassung, also genau das, was Sie aus Ihrem Gesetzentwurf wieder gestrichen haben. Damit nehmen Sie Mindestlohnbetrug billigend in Kauf, und das ist völlig inakzeptabel, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Ganz genau! Genau so!)</kommentar>
				<p klasse="J">Und denjenigen, die hier immer rumnölen und behaupten, die Erhöhung des Mindestlohns sei ein Eingriff in die Tarifautonomie, gebe ich eine kurze Erklärung, warum wir eine gesetzliche Lohnuntergrenze brauchen: Es war die Politik einer ganz großen Schwampel</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Schwampel?)</kommentar>
				<p klasse="O">– ja, Sie waren alle daran beteiligt, von Rot über Grün über Gelb bis Schwarz –, die die prekäre Beschäftigung gefördert und die Gewerkschaften geschwächt hat. Deswegen brauchen wir eine Lohnuntergrenze.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Andreas Audretsch [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="J">Deswegen darf die anvisierte konzertierte Aktion nicht dazu führen, dass man Gewerkschaften wieder Lohnverzicht predigt; denn wir brauchen genau das Gegenteil: Wir brauchen ordentliche Lohnerhöhungen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Bei aller Kritik sage ich abschließend: Die Mindestlohnerhöhung ist eine gute Sache. Legen Sie jetzt bei den Kontrollen nach! Unsere Vorschläge dazu finden Sie in unserem Antrag. Dann haben Sie uns auch hier als Unterstützung an Ihrer Seite.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die FDP-Fraktion Dr. Lukas Köhler.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004786">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Lukas</vorname>
							<nachname>Köhler</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Lukas Köhler (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Damen und Herren! Wir diskutieren hier nicht nur einen großen Haushalt, sondern wir diskutieren auch unheimlich viel über die Zeitenwende – ein sehr breit gefächerter Begriff, viel und sehr ausgiebig genutzt und immer wieder vorgebracht in weitem Kontext. Aber dass die Zeiten sich in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik wenden, das ist schon länger der Fall. Das ist es, worauf wir uns vorbereiten müssen. Das ist es, worauf die Ampel mit diesem Bundeshaushalt, aber auch mit den unterschiedlichen Gesetzentwürfen, die jetzt vorliegen, reagiert und den richtigen Weg einschlägt, nämlich den Weg zu mehr Nachhaltigkeit, den Weg zu einer besseren und gerechteren Sozialpolitik, aber auch hin zu einer Sozialpolitik, die dem Einzelnen die Möglichkeit schafft, aufzusteigen; denn das ist es, was die Leute am Ende wollen. Dafür kämpfen wir. Und – das muss ich sagen – es macht auch viel Freude, das mit den Koalitionären auf den Weg zu bringen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir sehen aber auch: Es gibt einen gigantischen Druck auf das Sozialsystem. Wir sehen, wie viel Gelder aktuell nötig sind, und wir sehen vor allen Dingen, wie der demografische Wandel sich in den nächsten Jahren auswirken wird. Deswegen müssen wir uns darauf vorbereiten, die Systeme tragfähig zu machen. Dazu gehen wir heute die ersten Schritte; das ist gut. Wir führen mit dem Nachholfaktor in der Rente einen Nachhaltigkeitsfaktor ein, der dafür sorgen wird, dass die Renten für kommende Generationen zwar nicht perfekt sind, aber die Beiträge nichts ins Uferlose steigen.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Erst mal kürzt ihr die Erhöhung!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das Ziel, das uns leitet, ist die Solidarität und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen, auch gegenüber kommenden Generationen. Übrigens hat auch das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass wir auch Nachhaltigkeit gegenüber kommenden Generationen walten lassen müssen. Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Pascal Kober [FDP] – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Wo ist denn der Beifall bei der FDP?)</kommentar>
				<p klasse="O">Es sind noch andere gute Punkte formuliert, die wir hier heute durchbringen werden.</p>
				<p klasse="J">Ich bin schon etwas verwirrt, Frau Lötzsch und Frau Ferschl. Sie haben gerade das Problem der Tarifautonomie beschrieben und die Frage aufgeworfen, dass mit Erhöhung des Mindestlohns die Tarifautonomie aufgehoben würde. Der Punkt ist nicht, dass wir einen Mindestlohn einführen. Damit haben wir auch als FDP unseren Frieden gemacht.</p>
				<kommentar>(Beifall der Abg. Dagmar Schmidt [Wetzlar] [SPD])</kommentar>
				<p klasse="O">Es ist auch jetzt richtig und sinnlogisch, dass wir weiterhin den Mindestlohn haben.</p>
				<kommentar>(Dagmar Schmidt [Wetzlar] [SPD]: Guter Mann!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das Problem ist – und das ist die Herausforderung – der angesprochene Überbietungswettbewerb, den Sie, Frau Lötzsch, in Ihrer Rede schon aufgemacht haben, als Sie gesagt haben: 12 Euro reicht uns nicht. Wir brauchen 17 Euro.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Hä? Stimmt doch überhaupt nicht! – Susanne Ferschl [DIE LINKE]: Nein! – Pascal Meiser [DIE LINKE]: Waschen Sie sich mal die Ohren! 13! Immer schön zuhören!)</kommentar>
				<p klasse="O">Andere sagen: Wir brauchen 18 Euro, 19 Euro.</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Das ist der Überbietungswettbewerb, von dem wir gesprochen haben!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dieser Überbietungswettbewerb, der hier immer wieder angesprochen wird, führt dazu, dass man eben politisch steuern will, wie hoch der Mindestlohn sein soll.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Nein! – Susanne Ferschl [DIE LINKE]: Nicht zugehört! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Fragen Sie doch mal den EU-Kommissar, der gestern da war! Der Sozialverband VdK fordert 13 Euro!)</kommentar>
				<p klasse="O">Es ist jetzt – auch damit haben wir unseren Frieden gemacht – der Weg gewählt worden, den nächsten Steigerungsschritt einmalig</p>
				<kommentar>(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Nur ein einziges Mal! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">außerhalb von Verhandlungen zu machen. Aber wir haben auch dafür gesorgt, dass das künftig nicht wieder der Fall sein wird, und das ist auch richtig so.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Pascal Kober [FDP] – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Man hat den Eindruck, Sie fremdeln noch erheblich mit der Erhöhung!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben aber vor allen Dingen noch etwas Zweites gemacht: Wir haben dafür gesorgt, dass nach neun Jahren das erste Mal wieder die Grenzen für die Mini- und Midijobs angehoben werden, sodass die Leute mehr Geld verdienen können, ohne weniger arbeiten zu müssen.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Das ist ja Unsinn!)</kommentar>
				<p klasse="O">Damit haben über 7 Millionen Menschen in Deutschland jetzt eine bessere Perspektive. Dass diese Menschen mehr Geld verdienen können und es ihnen endlich besser gehen wird, dazu braucht es die FDP; denn das letzte Mal geschah das auch unter FDP-Regierungsbeteiligung. Das ist der Weg in den Aufstieg.</p>
				<kommentar>(Zuruf der Abg. Susanne Ferschl [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben eine Zeitenwende am Arbeitsmarkt. Die Menschen können und sie wollen arbeiten. Wir müssen sie dazu bringen und befähigen, das zu tun. Das tun wir an dieser Stelle. Das tun wir mit diesem Haushalt. Das tun wir aber auch die ganze Zeit. Das ist der richtige Weg.</p>
				<p klasse="J">Vielen herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die CDU/CSU-Fraktion Dr. Ottilie Klein.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005106">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Ottilie</vorname>
							<nachname>Klein</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eine der wichtigsten Aufgaben der Politik ist die Schaffung von Vertrauen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass der Staat mit Augenmaß in ihrem Sinne handelt. Sie müssen darauf vertrauen können, dass wir als Abgeordnete unser Möglichstes tun, die Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu schaffen. „Gute Arbeit“, das bedeutet nicht nur faire Bezahlung, sondern auch sichere Arbeitsplätze. Der Kassierer, die Kellnerin, die Reinigungskraft, die Küchenhilfe, der Friseur – alle haben zu Recht die Erwartung, von ihrer Arbeit leben zu können. Das ist soziale Marktwirtschaft.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Genau aus diesem Grund hat die unionsgeführte Bundesregierung 2015, lieber Herr Heil, den gesetzlichen Mindestlohn eingeführt.</p>
				<kommentar>(Dagmar Schmidt [Wetzlar] [SPD]: Aha! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Aha!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ziel war und ist der Schutz der arbeitenden Bevölkerung vor Lohndumping.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Martin Rosemann [SPD]: Und das, ohne rot zu werden!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dies gilt auch und gerade in der momentanen Situation. Mit den deutlich gestiegenen Preisen werden der Einkauf oder die Stromrechnung zu einer großen Belastung für viele in unserem Land, insbesondere für Geringverdiener. Deshalb ist eine Lohnuntergrenze von 12 Euro pro Stunde auch richtig.</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Union hätte das schon lange einführen können!)</kommentar>
				<p klasse="J">Soziale Marktwirtschaft bedeutet aber auch, dass Löhne nicht vom Staat festgelegt werden. Die Tarifautonomie ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Genau deshalb war es uns bei der Einführung des Mindestlohns wichtig, diesen von den Sozialpartnern gemeinsam in einer politisch unabhängigen Kommission verhandeln zu lassen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Marc Biadacz [CDU/CSU]: Genau so muss es sein!)</kommentar>
				<p klasse="O">Der staatliche Eingriff in die Tarifautonomie sollte einmalig sein.</p>
				<p klasse="J">Aus gutem Grund sollten Löhne nicht politisiert werden. Da lohnt es sich, folgendes Zitat der ehemaligen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, ihres Zeichens übrigens ehemalige SPD-Vorsitzende, zu wiederholen. Sie sagte, ein politisch festgelegter Mindestlohn würde – Zitat – „Willkür und Populismus Tür und Tor“ öffnen. Recht hat sie.</p>
				<kommentar>(Zuruf der Abg. Katja Mast [SPD])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn wenn wir uns auf diesen Weg einlassen, können wir Überbietungsgefechte von SPD, Grünen und Linken in den nächsten Wahlkämpfen erwarten. Ich bin dankbar, dass der Kollege Köhler das eben auch erwähnt hat; zumindest bei der FDP herrscht diese Einsicht. Denn was bedeutet das? Ein Überbietungswettbewerb würde bedeuten, dass über kurz oder lang Arbeitsplätze gefährdet würden. Das lehnen wir klar ab; denn das wäre weder im Sinne der Arbeitnehmer noch der Arbeitgeber.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Bernd Rützel [SPD]: Was? Durch den Mindestlohn werden Arbeitsplätze geschaffen!)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Kollegin, erlauben Sie eine Zwischenfrage oder Zwischenbemerkung aus der Fraktion Die Linke?</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005106">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Ottilie</vorname>
							<nachname>Klein</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Nein, danke. – Lieber Herr Heil, ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie in Ihrer Rede noch mal unterstrichen haben, wie wichtig Vertrauen ist. Ich muss festhalten: Damals hat die SPD versprochen, den Lohn nicht politisch festzulegen, und heute bricht die SPD dieses Versprechen.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">Genau deshalb haben wir einen Entschließungsantrag eingebracht. Wir erwarten von der Ampel eine Klarstellung, dass dies ein einmaliger Vorgang ist. Darauf müssen die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes vertrauen können; denn es geht auch darum, dass die Entscheidungen von heute nicht die Arbeitsplätze von morgen gefährden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zurufe von der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, laut „ARD-DeutschlandTrend“ von gestern muss sich fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland aufgrund der Inflation stark einschränken.</p>
				<kommentar>(Jens Peick [SPD]: Ach! Ja eben!)</kommentar>
				<p klasse="O">Entscheidend ist deshalb auch, dass am Ende des Tages mehr Geld im Portemonnaie übrig bleibt.</p>
				<kommentar>(Dr. Martin Rosemann [SPD]: Deswegen will Herr Merz den Soli wieder einführen! – Bernd Rützel [SPD]: Deshalb erhöhen wir den Mindestlohn! – Weitere Zurufe von der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Hier muss also deutlich mehr passieren, zum Beispiel eine wirksame Anpassung der Einkommensteuer. Sie können sich unseren Antrag mal anschauen; da steht alles drin. Wenn ich mich recht erinnere, waren die Kollegen von der FDP auch einmal dafür. Wir sind sowieso einigermaßen erstaunt darüber, dass die FDP bei diesem fundamentalen Systemwechsel mitmacht. Aber Sie haben selbst zu bewerten, was Ihnen das Vertrauen Ihrer Wählerinnen und Wähler wert ist.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir als Union wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger guten Gewissens darauf vertrauen können, dass wir die Rahmenbedingungen für gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze schaffen. Genau deshalb sagen wir aus voller Überzeugung Ja zu 12 Euro Mindestlohn, aber ein klares und kraftvolles Nein zu politischen Löhnen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der SPD: Absoluter Nonsens!)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächste Rednerin: für die SPD-Fraktion Dagmar Schmidt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004401">
						<name>
							<vorname>Dagmar</vorname>
							<nachname>Schmidt</nachname>
							<ortszusatz>(Wetzlar)</ortszusatz>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dagmar Schmidt (Wetzlar) (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Viele vor mir haben es bereits gesagt: Die Preise – und längst nicht mehr nur die Energiepreise – steigen. Viele Bürgerinnen und Bürger insbesondere mit kleinen Einkommen, Familien mit Kindern, Menschen, die besonders belastet sind, alle sie haben schon unter der Pandemie ganz besonders gelitten und tun das jetzt umso mehr. Viele haben Angst um ihre Zukunft, um unsere Zukunft insgesamt, und viel zu viele müssen sich die Frage stellen, ob das Geld noch für Obst, die Fahrt zur Oma, das Heizen oder den Schulausflug reicht.</p>
				<p klasse="J">Was wir also brauchen, um gut durch diese Krise zu kommen, sind als Allererstes ein starker gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine soziale Stabilität, die Hoffnung für die Zukunft gibt. Was wir brauchen, ist mehr soziale Gerechtigkeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Freundinnen und Freunde von der Unionsfraktion, eine Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird, wenn der Wind mal schärfer bläst, in der alle mitgenommen werden, schafft man nicht durch Appelle und nicht durch Sonntagsreden. Es erfordert politisches Handeln.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Was macht ihr mit den Rentnerinnen und Rentnern? „300 Euro Energiepreispauschale“, sage ich nur!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Das kommt noch.</p>
				<kommentar>(Bernd Rützel [SPD]: Das kommt noch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir müssen diese soziale Frage unserer Zeit beantworten, und das tun wir. Wir haben schon in der Vergangenheit bewiesen, dass auf uns Verlass ist: Mit den Überbrückungshilfen haben wir Unternehmen geholfen. Mit der Kurzarbeit konnten Hunderttausende Arbeitsplätze gerettet und die Einkommen stabilisiert werden. Im Übrigen wurde damit auch die Basis für die anstehende Rentenerhöhung gelegt.</p>
				<kommentar>(Bernd Rützel [SPD]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="O">All das fällt eben nicht vom Himmel, und das regelt auch nicht der Markt, sondern es ist allein politisches Handeln.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Die Große Koalition, genau! Das habt ihr noch mit uns gemacht!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Deswegen habe ich dich ja auch angeguckt. – Das tun wir jetzt auch mit den Entlastungspaketen I und II. Das sind 30 Milliarden gut investierte Euro, zum Beispiel in eine vierköpfige Familie mit geringem Einkommen, die allein durch den Kinderbonus und die Energiepauschale um rund 650 Euro entlastet wird. Das ist wichtig und richtig so.</p>
				<p klasse="J">Auch heute handeln wir wieder und beschließen, den Mindestlohn zum 1. Oktober 2022 auf 12 Euro zu erhöhen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich hatte diese Woche – und das war sehr schön – endlich wieder Schülergruppen aus meinem Wahlkreis zu Besuch, unter anderem eine Abschlussklasse der Theodor-Heuss-Schule, Azubis, die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte werden. Sie haben mir erzählt, wenn sie dieses Jahr nach ihren Prüfungen in ihren Beruf einsteigen, dann werden sie von unserer Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro profitieren; denn bisher liegen die Gehälter für sie meistens deutlich unter 12 Euro. Drei Jahre anstrengende und fordernde Ausbildung, und dann mit weniger als 12 Euro in den Beruf einsteigen: Das ist unanständig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Auch deswegen ist es gut, dass wir mit den 12 Euro eine neue Anstandsuntergrenze für Löhne in Deutschland einführen. Wir erhöhen damit das Einkommen von 6 Millionen Menschen. Wer Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, verdient bisher brutto – der Minister hat es gesagt – rund 1 700 Euro, dann rund 2 100 Euro. Das ist eine Lohnerhöhung um 22 Prozent und trotz hoher Inflation ein echter Kaufkraftzuwachs.</p>
				<p klasse="J">Ein Mindestlohn von 12 Euro ist aber mehr als das. Wir lösen heute eine Zusage, ein Versprechen ein: mehr Respekt; mehr Respekt für diejenigen, die Tag für Tag dafür sorgen, dass der Laden läuft, die Großes leisten für kleines Geld, die dafür sorgen, dass es uns gut geht und dass wir bekommen, was wir brauchen: Verkäuferinnen und Verkäufer, Helferinnen und Helfer in der Landwirtschaft, Paketboten, Friseurinnen und Friseure und viele, viele andere mehr.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deswegen: Die Erhöhung des Mindestlohns ist ein Akt der Notwehr gegen sinkende Tarifbindung und unanständige Löhne. Wer Vollzeit arbeitet, muss davon in Deutschland auch gut leben können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber, Herr Gröhe, 12 Euro Mindestlohn sind nicht das Ende unserer Vorstellungen. Wir wollen wieder mehr Tarifbindung in Deutschland, und auch das geschieht leider nicht ohne politisches Handeln. Deswegen haben wir im Koalitionsvertrag aufgeschrieben: Öffentliche Aufträge des Bundes werden zukünftig nur an die Unternehmen gehen, die nach Tarif bezahlen – richtig so. Lohndumping darf eben kein Wettbewerbsvorteil sein. So stärkt man die Tarifpartnerschaft.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Krieg wird morgen nicht vorbei sein, die Energiepreise werden kurzfristig nicht wieder sinken, und die hohe Inflation wird noch ein Stück weit anhalten. Dazu kommen die Herausforderungen durch die Transformation unserer Industrie, durch die Digitalisierung und durch den Umbau unserer Energieversorgung. Es ist an der Zeit, dass wir nicht nur von heute bis morgen denken, sondern ein langfristig wirkendes Instrument entwickeln, das die Kosten der Veränderung – hin zu einer zukunftsfähigen und klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft – abfedert und gerecht verteilt.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="J">Deswegen bin ich Sozialminister Heil für seinen Vorschlag eines sozialen Klimageldes außerordentlich dankbar, sozial gestaffelt: für alle Singles mit einem Einkommen unterhalb 4 000 Euro und Paare mit einem Einkommen unterhalb 8 000 Euro. Denn wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir brauchen das Geld nicht. Das Geld muss dort ankommen, wo es besonders gebraucht wird, bei den kleinen, bei den mittleren, bei den normalen Einkommen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Und ich bin mir sicher, dass unser Finanzminister, wie im Entlastungspaket beschlossen, schnellstmöglich eine Auszahlungsmöglichkeit über die Steuer-ID schaffen wird. Dafür schon einmal ein herzliches Dankeschön!</p>
				<p klasse="J">Wir wollen unser Land, unsere Demokratie krisenfest machen: durch gute, zukunftsfähige Arbeit und mit einem starken Sozialstaat, der den Bürgerinnen und den Bürgern den Rücken stärkt und freihält und das Leben ein wenig leichter macht. Ich freue mich darauf, in der Ampel weiterzuarbeiten.</p>
				<p klasse="J">Glück auf!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die AfD-Fraktion Norbert Kleinwächter.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004781">
						<name>
							<vorname>Norbert</vorname>
							<nachname>Kleinwächter</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Norbert Kleinwächter (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Werte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Werter Herr Gröhe, Sie haben gerade im Nachgang der Rede von René Springer ihn als Wladimir Springer bezeichnet, uns als Gruppe Wagner im Bundestag und als Nazis. Ich muss ganz offen ausdrücken: Das ist nicht das, was ich mir unter einem parlamentarischen Diskurs vorstelle.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Zuruf der Abg. Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="O">Aber vielleicht müssen Sie uns ja auch einfach diffamieren, um davon abzulenken, dass Sie nach 16 Jahren, führend in der Koalition, das Wohlstandsversprechen für die Bürger in Deutschland nicht mehr einlösen, und die Ampel macht es noch komplett kaputt.</p>
				<p klasse="J">Wir als AfD, wir stehen jedenfalls dafür, dass man sich von seiner Hände Arbeit tatsächlich noch ein ganz gutes Leben leisten kann, dass man eine Familie gründen kann und dass man die Familie auch ernähren kann. Dieses Wohlstandsversprechen, das wird von Ihnen allen leider zunehmend gebrochen, wie wir sehen an den Statistiken:</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Hälfte der Leute wissen nicht mehr, wie sie rumkommen sollen, drei Viertel im unteren Einkommenssegment.</p>
				<p klasse="J">Da sind wir genau beim Thema des Gesetzentwurfs, dem Mindestlohn, den Sie ja per Gesetz auf 12 Euro erhöhen wollen. Auf der einen Seite ist das in gewisser Weise richtig, weil wir eine sehr hohe Inflation dank der Gelddruckerei der EZB haben. Es ist in gewisser Weise angemessen, auf 12 Euro hochzugehen, aber es ist gleichzeitig natürlich sehr gefährlich. Denn wenn wir einen gesetzlichen Mindestlohn haben, der so stark steigt, dann treiben Sie natürlich auch die Lohn-Preis-Spirale in die Höhe, dann werden die Preise also noch weiter steigen, und irgendwann wird es von 12 auf 14 und auf 15 Euro gehen.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Quatsch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist nicht die Lösung des Problems: Sie doktern an einem Symptom herum!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Dagmar Schmidt [Wetzlar] [SPD]: Das stimmt nicht! – Zuruf des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">Wissen Sie, warum wir überhaupt Mindestlohn brauchen, Frau Schmidt? Das liegt insbesondere daran, dass schon die schwarz-rote Koalition, aber Sie auch Millionen Leute, Hunderttausende illegaler Migranten ins Land geholt haben, deren Lohnperspektive natürlich genauso bodenlos ist wie ihr Qualifikationsniveau.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der AfD – Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Geht es nicht einmal ohne? – Zurufe von der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Weil es dann eine entsprechende Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt insbesondere der Niedrig- und Unqualifizierten gibt, geht natürlich der Lohn für alle nach unten. Und dann kommt natürlich wieder Ihr sozialistischer Korrektivgedanke: Das dürfen wir nicht zulassen, davon kann man nicht leben; also brauchen wir einen Mindestlohn.</p>
				<kommentar>(Andreas Audretsch [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Widerwärtig!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich sage: Ein gesunder Markt bräuchte keinen Mindestlohn. Ein gesunder Markt hat nämlich Regeln, und er hat Grenzen. Deswegen brauchen wir entsprechend Grenzen für unseren Arbeitsmarkt und unsere Sozialsysteme, und wir brauchen auch ein Ende dieser Inflation. Und das geht mit einer Währung, die auch Grenzen hat. Wir dürfen nicht den Euro retten, whatever it takes; wir müssen den Wohlstand unserer Bürger retten, whatever it takes, und dafür steht die AfD.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Und es hilft auch nichts, die Auswüchse des Sozialstaats zu kaschieren, wie Sie das im Mini- und Midijobbereich versuchen. Was ist es beim Minijob denn anderes, als dass es im Endeffekt für den Arbeitnehmer so aussieht, als würde er keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen haben? Ja, die zahlt halt dann der Arbeitgeber dafür umso mehr.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Was?)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber wissen Sie was? Die Sozialbeiträge werden nicht niedriger dadurch, dass man sie kaschiert, sondern sie werden nur dann niedriger, wenn wir zusammen eine Politik machen, dass Steuern und Abgaben sinken, dass die Löhne steigen, dass wir rausgehen aus einem Euro, der uns verarmt, dass wir reingehen in eine Währung, die uns stark macht.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das ist alles Unsinn! Wir wollen höhere Renten!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das bringt Produktivität, das bringt Wachstum, und das bringt wieder Wohlstand für alle in unserem Land.</p>
				<p klasse="J">Haben Sie herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003888">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Wolfgang</vorname>
							<nachname>Strengmann-Kuhn</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Abgeordnete! Liebe Zuschauende!</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ich sage da nichts zu.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Es heißt immer: In der AfD gibt es zwei Flügel. Die einen sind für das Deutsche Reich, und die anderen sind für reiche Deutsche.</p>
				<kommentar>(Dr. Götz Frömming [AfD]: Witzig!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben jetzt in den Reden beide Varianten gehört. Dafür steht die AfD.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP – Zuruf von der AfD: Mal sachlich bleiben!)</kommentar>
				<p klasse="J">Zu den richtigen Problemen. Wir haben den Krieg in der Ukraine und die Folgen hier zu bewältigen, große Herausforderungen auch für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, und wir haben ja auch noch die Klimakrise.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD: Oh!)</kommentar>
				<p klasse="O">Da hat uns vor ein paar Wochen eine Studie erschreckt, die aufgezeigt hat, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass dieser Kipppunkt, die 1,5 Grad, schon bald erreicht werden wird.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">– Sie interessiert das überhaupt nicht; ich weiß das. Aber für alle anderen ist das ein wichtiges Überlebensthema.</p>
				<p klasse="J">Das ökologische Gleichgewicht droht ins Kippen zu kommen, und das vielleicht sogar schon in fünf Jahren. Das heißt, wir werden massive Anstrengungen brauchen, um diesen ökologischen Umbau hinzukriegen, um die Klimakatastrophe tatsächlich zu verhindern. Dabei nehmen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik eine ganz wichtige Rolle ein, weil wir diesen ökologischen Umbau nur hinkriegen werden, wenn das sozial gerecht vonstattengeht.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir verabschieden heute ein Gesetz, mit dem wir einen wichtigen ersten Schritt gehen: Wir beschließen die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro. Das ist in der Tat ein großer und wichtiger Schritt; denn wer Vollzeit arbeitet, muss einen Lohn erhalten, der über der Armutsschwelle liegt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der LINKEN – Dr. Götz Frömming [AfD]: Ach?)</kommentar>
				<p klasse="J">Lange lag der Mindestlohn im europäischen Vergleich ganz weit unten – wir waren da ganz weit hinten in der Rangliste –, und jetzt nähern wir uns den 60 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, was als angemessener Mindestlohn gilt. Damit beschließen wir ein wichtiges Mittel zur Eindämmung des Niedriglohnsektors in Deutschland.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ja, auch ich habe hier am Pult und auch früher als Wissenschaftler immer wieder betont, wie wichtig die Mindestlohnkommission ist.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist auch nach wie vor richtig so. Aber ich sage Ihnen, vor allen Dingen auch Ihnen von der Union: Wenn wir es nicht schon in dem Koalitionsvertrag gehabt hätten, dann wäre es doch spätestens bei diesen hohen Inflationsraten richtig, jetzt hier im Bundestag zu beschließen, den zu niedrigen Mindestlohn auf 12 Euro zu erhöhen. Das ist ja auch ein wichtiges Mittel, um die Inflationsfolgen zu bekämpfen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist ein einmaliger Schritt</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Michael Donth [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">– das haben wir auch immer gesagt –, und in Zukunft ist dann wieder die Mindestlohnkommission gefragt. Uns Grünen ist wichtig, dass dabei aber mit berücksichtigt wird, dass damit auch die Armut bekämpft wird, weil der Mindestlohn auch vor Armut schützen muss.</p>
				<p klasse="J">Aber die Anhebung des Mindestlohns ist nicht das einzige Instrument für gute Löhne. Wir wollen die Tarifbindung stärken; das geht dieses Jahr schon los. Wir haben Entlastungspakete gemacht, mit denen wir Erwerbstätige besonders unterstützt haben. Mit der Energiepreispauschale wird über alle Einkommensgruppen hinweg entlastet, insbesondere geringe und mittlere Einkommen.</p>
				<p klasse="J">Zur Wahrheit gehört aber auch, dass weiterer Handlungsbedarf besteht, und zwar mit Blick auf Nichterwerbstätige, Rentnerinnen und Rentner, Studierende, Auszubildende. Auch für Bezieher der Grundsicherung braucht es weitere finanzielle Unterstützung. Das wird zu beachten sein, wenn es angesichts anhaltender Preissteigerungen nötig sein wird, ein weiteres Entlastungspaket zu schnüren, mit gezielten Entlastungen für die, die es am dringendsten brauchen, und dafür werden wir uns einsetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="J">Mit dem Haushalt geben wir auch gute Signale. Ich nenne nur noch zwei Beispiele, weil ich nicht mehr so viel Zeit habe: die Aufstockung der Mittel für den Sozialen Arbeitsmarkt und die zusätzlichen Mittel für die Künstlersozialversicherung. Wir setzen Schwerpunkte, wo besonderer Handlungsbedarf besteht, und sorgen für mehr soziale Sicherheit.</p>
				<p klasse="J">Und das ist erst der Anfang. Wir werden noch in diesem Jahr das Gesetz zum Bürger/-innengeld beschließen, mit dem wir ab dem nächsten Jahr Hartz IV überwinden können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Und bis spätestens nächstes Jahr wollen wir einen Gesetzentwurf zur Kindergrundsicherung haben, Frau Lötzsch; das ist ein bisschen komplizierter. Dann kommt aber die Kindergrundsicherung, um für alle Kinder das Existenzminimum zu garantieren. Und wir wollen Deutschland mit der Bildungszeit und einem Weiterbildungsgeld zu einer Weiterbildungsrepublik machen.</p>
				<p klasse="J">Ziel der Ampelkoalition ist es, die Menschen im sozial-ökologischen Wandel zu unterstützen und ihnen die Existenzängste zu nehmen. Dem dient nicht zuletzt auch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns, über die wir heute beschließen. Wir bitten um Zustimmung von allen demokratischen Parteien zu diesem Projekt.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<name>Präsidentin Bärbel Bas:</name>
				<p klasse="J_1">Nächster Redner: für die FDP-Fraktion Pascal Kober.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004075">
						<name>
							<vorname>Pascal</vorname>
							<nachname>Kober</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Pascal Kober (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Neben der Verabschiedung des Haushaltes für den Bereich „Arbeitsmarkt und Sozialpolitik“ können wir uns heute über die Erhöhung und die Dynamisierung der Minijobgrenze freuen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Seit sage und schreibe neun Jahren, seit 2013, ist sie bei 450 Euro einzementiert, und das bedeutete, dass für viele Menschen in unserem Land die Lohnsteigerungen nicht mit mehr Geld in der eigenen Tasche einhergingen, sondern dass sie ihre Arbeitszeit reduzieren mussten. Jetzt werden wir die Minijobgrenze auf 520 Euro erhöhen. Wir werden sie in Zukunft dynamisieren. Das ist eine gute Botschaft für 6 Millionen Menschen in diesem Land, liebe Kolleginnen und Kollegen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD – Jessica Tatti [DIE LINKE]: Was ist denn die gute Botschaft? – Weiterer Zuruf von der LINKEN: So ein Quatsch!)</kommentar>
				<p klasse="O">„Dynamisieren“ bedeutet, dass wir sie künftig an die Höhe des Mindestlohns koppeln werden. Mit jeder Anhebung des Mindestlohns wird künftig auch die Minijobgrenze steigen.</p>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist eine gute Nachricht für all diejenigen, die sich in kleinem Umfang etwas dazuverdienen und nur wenige Stunden in der Woche arbeiten wollen. Es ist aber auch eine gute Nachricht für viele Unternehmen und Branchen, die nur durch die Minijobs ihre Stoß- und Randzeiten abdecken können. Das sollten wir alle nicht vergessen, wenn wir zu jeder Tageszeit volle Regale in den Supermärkten vorfinden, wenn wir am Wochenende frische Brötchen beim Bäcker kaufen können oder wenn wir am Abend im Restaurant noch bedient werden.</p>
				<p klasse="J">Liebe Frau Dr. Launert, Sie haben den Fachkräftemangel angesprochen. Vor diesem Hintergrund ist es aber umso verständlicher, dass die Erhöhung der Minijobgrenze längst überfällig ist, weil sie ein Mittel dafür ist, dass Arbeitszeit ausgeweitet und damit dem Fachkräftemangel – in kleinem Umfang jedenfalls – etwas entgegengesetzt werden kann.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Fachkräfte und Minijob? Das beißt sich! Das Beste ist: Fachkräfte kriegen gar keinen Minijob! Die sind nicht sozialversicherungspflichtig!)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie sind seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Seit 2013 haben Sie bei der Minijobgrenze nichts getan. Auch das sollte hier angemerkt werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie der Abg. Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Kollege Kober, gestatten Sie eine Frage oder Bemerkung?</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004075">
						<name>
							<vorname>Pascal</vorname>
							<nachname>Kober</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Pascal Kober (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Gerne.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004443">
						<name>
							<vorname>Kai</vorname>
							<nachname>Whittaker</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Kai Whittaker (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Vielen Dank, werter Herr Kollege Kober, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Ich verstehe ja, dass Sie sich als Mitglied der FDP-Fraktion insbesondere über die Reformen der Mini- und Midijobs in diesem Gesetz freuen.</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Sie nicht?)</kommentar>
				<p klasse="O">Nachdem Ihre beiden FDP-Vorredner und auch Sie hier bisher noch nichts zum Mindestlohn gesagt haben, würde ich Ihnen gerne einen Kommentar entlocken.</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Stimmt doch gar nicht! Das ist doch gar nicht wahr! Man sollte schon bei der Wahrheit bleiben! – Dr. Lukas Köhler [FDP]: Das ist natürlich leicht peinlich! – Gegenruf von der CDU/CSU: Werdet ihr beide gerade nervös? – Gegenruf der Abg. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Nee, nix nervös! Was liest er vom Zettel ab?)</kommentar>
				<p klasse="O">– Weil es ein Zitat ist, Frau Kollegin. Es ist ein Zitat von Ihrem Kollegen Herrn Vogel,</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Ja, ganz spontan!)</kommentar>
				<p klasse="O">der am 13. Dezember 2017 zu diesem Punkt Folgendes gesagt hat:</p>
				<p klasse="Z">Was aber auf gar keinen Fall passieren darf ... ist, dass wir hier eine Politisierung der Lohnfindung bekommen. ...</p>
				<kommentar>(Zuruf der Abg. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP])</kommentar>
				<p klasse="Z">Das Wesen des Mindestlohns ... ist doch, dass die Höhe ... in der Hand der Tarifpartner in der Mindestlohnkommission verbleibt. …</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Deswegen enthaltet ihr euch auch!)</kommentar>
				<p klasse="Z">Erstens, weil es schon grundsätzlich richtig ist, dass wir hier in keinen politischen Überbietungswettbewerb bei den Lohnhöhen kommen ... und zweitens, weil sonst irgendwann Arbeitsplätze gefährdet werden.</p>
				<p klasse="J">Herr Kober, ich frage Sie deshalb: Hat Ihr Kollege Vogel unrecht, oder haben wir mit unserer Kritik, die auch mein Kollege Gröhe vorhin vorgetragen hat, recht?</p>
				<kommentar>(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sind Sie jetzt für oder gegen die Erhöhung des Mindestlohns? Das ist doch billig! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Sie haben auf jeden Fall unrecht!)</kommentar>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004075">
						<name>
							<vorname>Pascal</vorname>
							<nachname>Kober</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Pascal Kober (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrter Herr Kollege Whittaker, es ist schön, dass Sie sich so gut vorbereitet haben.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Wenn ich mich recht entsinne, dann hat die Union 2014 der politischen Festsetzung eines Mindestlohns bereits einmal zugestimmt, um danach eine Mindestlohnkommission arbeiten zu lassen. Insofern ist das, was Sie uns hier vorwerfen, bereits in Ihrer eigenen Geschichte geschehen. Da sind Sie in keiner Weise jungfräulich.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Da hat er völlig recht! – Zuruf des Abg. Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte Ihnen dazu noch sagen: Das Wesen dieser Koalition ist es, Fortschritt zu wagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der AfD: Tata! Tata! Tata!)</kommentar>
				<p klasse="O">Fortschritt wagen wir, und Fortschritt erreichen wir dadurch, dass wir uns gegenseitig Dinge geben und nicht nur Dinge nehmen. Dadurch passiert es, dass natürlich auch Projekte der Koalitionspartner, die nicht das Herzensanliegen eines jeden in dieser Koalition sind, Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben und auch gesetzlich umgesetzt werden. Es war nicht das Herzensanliegen der SPD oder der Grünen, die Minijobgrenze zu erhöhen. Aber mit dieser Koalition sind Fortschritte möglich, und das war in 16 Jahren bei Ihnen eben nicht der Fall.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Zuruf von der CDU/CSU: Die FDP war in den 16 Jahren auch eine Zeitlang dabei!)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb glaube ich, Herr Whittaker: Die Menschen in diesem Land profitieren von dieser Koalition, auch die Wählerinnen und Wähler der Union.</p>
				<kommentar>(Zurufe von der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenden wir uns einem der wichtigsten Projekte dieser Legislaturperiode zu: der Reform der Grundsicherung. Wir werden sie nicht nur mit einem anderen Namen versehen, sondern wir werden ihr auch einen anderen Geist geben.</p>
				<kommentar>(Jessica Tatti [DIE LINKE]: Mehr Geld ist wichtig! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Wichtig ist vor allen Dingen mehr Geld!)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn in Zukunft wird die nachhaltige Vermittlung im Mittelpunkt dieser Grundsicherung, die wir neu auf die Beine stellen werden, stehen. Wir werden nicht mehr nur in Beschäftigung vermitteln, sondern wir werden qualifizieren, um nachhaltige Beschäftigung zu ermöglichen,</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Ihr wollt die Regelsätze erhöhen, oder?)</kommentar>
				<p klasse="O">damit die Menschen auch langfristig eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Und Regelsätze erhöhen!)</kommentar>
				<p klasse="J">Lieber Kollege Hermann Gröhe, Sie haben sich ja auch intensiv auf die Debatte vorbereitet, sodass Sie die unterschiedlichsten Äußerungen dieser Regierungskoalition zitieren konnten.</p>
				<kommentar>(Marc Biadacz [CDU/CSU]: Vorbereitung!)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber dann müssten Sie auch so fair sein, sich einmal mit dem Koalitionsvertrag zu beschäftigen.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Den habe ich auch zitiert!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dann würden Sie sehen, dass auch die neue Grundsicherung, das Bürgergeld, Mitwirkungspflichten haben wird. Wenn Sie gut informiert sind, dann wissen Sie auch, dass nach dem Sanktionsmoratorium natürlich auch Verstöße gegen diese Mitwirkungspflichten mit Kürzungen von bis zu 30 Prozent, so wie zuletzt zu Ihrer Regierungszeit, sanktioniert werden können.</p>
				<p klasse="J">Insofern ist der Alarmismus, den Sie hier versuchen loszutreten, völlig fehl am Platz.</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Die Bundesarbeitsagentur hat das kritisiert, das Hin und Her!)</kommentar>
				<p klasse="O">Es geht darum, die Grundsicherung in Zukunft so zu gestalten, dass die Menschen eine Chance haben, in den Arbeitsmarkt einzutreten und im Arbeitsmarkt aufzusteigen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Zu diesem neuen Geiste der Grundsicherung gehört eben auch, dass wir mit einem ganz anderen und neuen Blick auf die Menschen schauen. Wir werden den Eingangsbereich der Grundsicherung dadurch prägen, dass in einem Kompetenzfeststellungsverfahren die Menschen von ihren Kompetenzen, von ihren Möglichkeiten, von ihren Chancen und nicht von ihren Defiziten her begriffen werden. Wir haben ein optimistisches Menschenbild, und das wird sich in dieser Bürgergeldreform auch wiederfinden, liebe Kolleginnen und Kollegen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir werden den Sozialstaat auch präventiver ausrichten; wir werden versuchen, Probleme schon zu lösen, bevor sie sich verhärten. Das beginnt natürlich auch schon bei der Förderung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Wir werden den sogenannten § 16h SGB II ausweiten, damit auch schon Kinder im jüngeren Lebensalter von Unterstützungsleistungen erreicht werden können. Das ist wichtig; denn wir wollen keinen zurücklassen und die Menschen so früh wie möglich unterstützen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP und der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir müssen die Jugendberufsagenturen ertüchtigen; das ist übrigens auch eine Frage des Datenschutzes. Wir sollten noch mal darüber reden, auch mit den Ländern, ob es wirklich notwendig ist, hier an allen Ecken und Enden den Datenschutz in den Mittelpunkt zu stellen; denn es ist am Ende wichtig, dass Schulen und Sozialstaat miteinander kooperieren können, damit die jungen Menschen eine Chance haben, damit die Sozialhilfesysteme von Not erfahren und entsprechend frühzeitig darauf reagieren können.</p>
				<p klasse="J">Wir sind gespannt auf das, was wir gemeinsam in dieser Ampel gestalten können.</p>
				<kommentar>(Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Wir sind auch gespannt!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Kollege.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004075">
						<name>
							<vorname>Pascal</vorname>
							<nachname>Kober</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Pascal Kober (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Ich weiß, liebe Union, Sie sind es auch. Wir freuen uns auf die Debatten in den nächsten Sitzungen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU-Fraktion hat nun der Kollege Marc Biadacz das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004673">
						<name>
							<vorname>Marc</vorname>
							<nachname>Biadacz</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Marc Biadacz (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Alles wird teurer. Die Preise steigen, und der Geldbeutel der Leute wird immer schmaler. Doch von der Regierung kommen nur unüberlegte Vorschläge, die am Ende nicht einmal gegenfinanziert sind.</p>
				<p klasse="J">Der Haushalt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist mit mehr als 160 Milliarden Euro der größte aller Ministerien. Jeder fünfte Euro fließt an Minister Hubertus Heil.</p>
				<kommentar>(Bernd Rützel [SPD]: Aber nicht persönlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Doch statt das Geld vernünftig, zur Entlastung der Menschen, einzusetzen, bekommen wir im Wochentakt neue Versprechungen, aus denen am Ende leider nichts wird.</p>
				<p klasse="J">Richtig ist: Der Wohlstand, den Sie heute großzügig verteilen möchten, muss erst erwirtschaftet werden, Herr Minister.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Und was machen Sie? Sie wollen ein Bürgergeld einführen. Sie wollen Hartz-IV-Sanktionen abschaffen. Und, ganz neu, das soziale Klimageld. Wenn es um neue Ausgaben geht, werden Sie kreativ, Herr Minister. Bei der Frage der Finanzierung bleiben Sie allerdings sehr, sehr vage.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der CDU/CSU: Und das ist noch höflich formuliert!)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Regierung hat sich als Fortschrittskoalition gefeiert,</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Pascal Kober [FDP])</kommentar>
				<p klasse="O">doch schon heute sehen wir, dass sie als Schuldenkoalition in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die Ironie an Ihrer angeblichen Fortschrittskoalition ist doch, dass Sie an Ihren ganzen Wahlversprechen nur deshalb festhalten können, weil wir als Union in den letzten 16 Jahren mit der schwarzen Null dafür gesorgt haben, dass Deutschland überhaupt solide Finanzen hat.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Pläne gibt es viele, aber wie diese bezahlt werden, das lassen Sie offen. Das angekündigte Entlastungspaket entpuppt sich als Belastungspaket. Studenten leiden unter den hohen Preisen, und Sie entlasten sie nicht.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der SPD: BAföG-Erhöhung!)</kommentar>
				<p klasse="O">Rentner leiden unter den hohen Preisen, und Sie entlasten sie nicht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Pendler leiden unter den hohen Preisen, und Sie entlasten sie nicht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Martin Rosemann [SPD]: Hä? – Bernd Rützel [SPD]: Was?)</kommentar>
				<p klasse="J">Seit vergangenem Wochenende gibt es einen weiteren Vorschlag – Herr Minister, ich habe es eben gerade erwähnt –: Sie wollen das soziale Klimageld einführen, nicht irgendwann, sondern bereits ab Anfang nächsten Jahres. Doch davon wusste der Finanzminister wohl nichts und hat den Vorschlag wenige Stunden später auch gleich wieder einkassiert. Auch die angekündigte Einführung des Bürgergelds steht nur in den Sternen. In diesem Haushalt – ich habe nichts gesehen – steht nichts drin. Auf alle Fälle hat sich der Minister bemüht, die Hartz‑IV-Sanktionen schnell auszusetzen,</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Mal ein bisschen ehrlich bleiben, Herr Kollege! – Pascal Kober [FDP]: Das ist nicht lauter!)</kommentar>
				<p klasse="O">um den Weg für ein bedingungsloses Grundeinkommen frei zu machen. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, lehnen wir als Union strikt ab!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der SPD: Informieren!)</kommentar>
				<p klasse="J">Im Haushalt von Minister Heil finden Sie nur unkonkrete Konzepte, aber keine Antworten auf die brennenden Herausforderungen, vor denen unser Arbeitsmarkt steht. Während wir einen massiven Fachkräftemangel haben, schafft die Ampel mit dem Sanktionsmoratorium das Prinzip von Fordern und Fördern ab. Dabei sagte der Arbeitsminister noch im Jahr 2018, er sei selbst dagegen, das Prinzip aufzuheben. Herr Heil, das hilft vielleicht der SPD-Basis, aber ganz sicher nicht dem deutschen Arbeitsmarkt. Ihre Prioritäten sind völlig falsch gesetzt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Deshalb schlagen wir vor: Sprechen Sie in der Koalition erst mal miteinander, bevor Sie unabgestimmte Pressestatements zu neuen Vorhaben und Ideen verbreiten! Hören Sie endlich auf mit diesem Ampelgehampel!</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Setzen Sie die richtigen Prioritäten! Entlasten Sie endlich Studenten, Pendler und Rentner! Statt immer mehr Pläne erwarten die Bürgerinnen und Bürger mehr Planbarkeit. Daran werden wir auch Sie messen, liebe Ampelkoalition.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Das Wort hat Dr. Martin Rosemann für die SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204201900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004389">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Martin</vorname>
							<nachname>Rosemann</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Martin Rosemann (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine erschüttert und beschäftigt uns alle. Die damit verbundene Zeitenwende fordert unsere Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik heraus. Dieser Krieg fordert uns aber auch im Inneren unserer Gesellschaft heraus. Er erschüttert unsere Werte Freiheit und Demokratie. Er verlangt humanitäre Verantwortung für die Flüchtlinge, die vor dem Krieg fliehen. Er fordert von uns, die Abhängigkeit gegenüber russischen Rohstoffimporten und generell von fossilen Brennstoffen schneller zu überwinden, und vor allem auch: Er belastet unsere Bürgerinnen und Bürger mit Preissteigerungen, vor allem bei den Energiekosten.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die Koalition handelt. Wir haben zwei Entlastungspakete im Umfang von fast 30 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Wir konzentrieren uns auf diejenigen, bei denen das Geld ohnehin vorher schon knapp war und die sich fragen, wie sie sich das Leben eigentlich noch leisten können.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Und Sie vergessen die Rentner!)</kommentar>
				<p klasse="J">Während der Oppositionsführer Friedrich Merz am Mittwoch hier gefordert hat, zur Finanzierung der Bundeswehr den Soli für die kleinen und mittleren Einkommen wieder einzuführen, schaffen wir die EEG-Umlage ab, erhöhen, lieber Marc Biadacz, die Pendlerpauschale, zahlen eine Energiekostenpauschale für Beschäftigte,</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Und die Rentner?)</kommentar>
				<p klasse="O">haben einen Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger und BAföG-Empfänger auf den Weg gebracht, erweitern übrigens den Kreis der Anspruchsberechtigten beim BAföG, machen die größte BAföG-Erhöhung der letzten Jahre und haben eine Einmalzahlung für Kinder und Grundsicherungsempfänger beschlossen. Das bedeutet zum Beispiel für Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern in der Grundsicherung eine Einmalzahlung von immerhin 600 Euro.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Dazu haben wir den Kindersofortzuschlag von 20 Euro pro Monat und Kind auf den Weg gebracht – der erste Schritt zur Kindergrundsicherung.</p>
				<p klasse="J">Respekt und sozialer Fortschritt, das ist das Versprechen dieser Ampelkoalition. Daran halten wir uns. Deshalb werden wir das Rentenniveau über 2025 hinaus sichern. Das ist ein zentrales Versprechen des Sozialstaats, das wir damit erneuern.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Pascal Kober [FDP])</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb werden wir die Kindergrundsicherung einführen, damit Kinder frei von Armut in Deutschland aufwachsen können. Und deshalb werden wir das neue Bürgergeld einführen, das auf Augenhöhe unterstützt, das übrigens Mitwirkungspflichten vorsehen wird und deshalb Fördern und Fordern natürlich beibehält, aber das Fördern verbessert, liebe Kolleginnen und Kollegen. Und darauf kommt es an.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Deswegen stößt es im Übrigen auf viel Zustimmung in den Jobcentern.</p>
				<p klasse="J">Der Koalitionsvertrag, meine Damen und Herren, sieht ein Klimageld vor, weil wir die Energiewende sozial gerecht umsetzen wollen. Zur Finanzierung stehen die Einnahmen aus dem CO2-Preis bereit. Ich bedanke mich bei Minister Hubertus Heil für seinen Vorschlag für ein soziales Klimageld.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Heute beschließen wir die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Oktober auf 12 Euro für alle, ohne Ausnahmen und ohne Übergänge. Und wer Ja sagen will zu den 12 Euro, der muss dann auch Ja sagen zu einem Weg, wie man zu den 12 Euro kommt, und muss dem Gesetz auch zustimmen, anstatt sich hier zu enthalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Dieser Schritt bedeutet eine Anhebung von über 20 Prozent. Das bedeutet Respekt für Arbeitsleistung, für diejenigen, die sich für wenig Geld jeden Tag anstrengen. Es ist ein wichtiger Beitrag, um die Preissteigerungen bewältigen zu können.</p>
				<p klasse="J">Und, meine Damen und Herren, wir beschließen heute auch die größten Rentenerhöhungen seit Jahrzehnten: mehr als 5 Prozent im Westen und mehr als 6 Prozent im Osten. Auch das ist verdient und eine Frage des Respekts.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Damit zusammen beschließen wir eine Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten für diejenigen, die zwischen 2001 und 2018 in die Erwerbsminderungsrente gegangen sind, für diejenigen, die von den Verbesserungen der vergangenen Jahre nicht profitiert haben. Das ist ein Thema, zu dem ich mit die meisten Bürgerbriefe erhalten und lange für eine Lösung gekämpft habe. Deswegen ist es ein Meilenstein heute, über den ich mich sehr freue.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind auf der Flucht, über 500 000 sind in Deutschland. Wir haben eine humanitäre Verantwortung. Es sind überwiegend Frauen, überwiegend mit guter Ausbildung. Viele wollen hier arbeiten und sich einbringen. Und unser Interesse ist, dass sie ihre Qualifikationen und Fähigkeiten hier auch einsetzen können. Deswegen ist es richtig, dass wir die Flüchtlinge ins SGB II geholt haben, damit sie in den Jobcentern Unterstützung aus einer Hand bekommen und damit in Gesellschaft und Arbeitsmarkt integriert werden können. Der Haushalt, den wir heute beschließen, schafft die finanziellen Voraussetzungen dafür: für die Jobcenter, aber auch bei den Sprachkursen.</p>
				<p klasse="J">Mein Dank geht an die Berichterstatter der Koalition – Kathrin Michel, Andreas Audretsch und Claudia Raffelhüschen – dafür, dass sie sich hier eingesetzt haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich danke aber auch Hubertus Heil und Bettina Stark-Watzinger für ihre Initiative zu einer schnelleren Anerkennung von Abschlüssen. Ich hoffe, dass das eine Initialzündung für unbürokratische Anerkennungsverfahren ist, aber auch dafür, flexibler auf bestehenden Kompetenzen aufzubauen. Das hilft Menschen, die zu uns kommen, aber auch Menschen, die schon hier sind. Denn Fachkräftemangel und Arbeitskräftemangel sind das größte Wachstumshindernis. Dieser Mangel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen; denn uns gehen in jedem Jahr aus den geburtenstarken Jahrgängen 400 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verloren. Dieses Problem werden wir auch durch Einwanderung lösen müssen. Deswegen bin ich froh, dass die Ampel gesagt hat: Jawohl, wir sind ein Einwanderungsland.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Kollege Rosemann, Sie können natürlich weitersprechen, tun das aber jetzt auf Kosten Ihrer Kollegen.</p>
				<kommentar>(Bernd Rützel [SPD]: Das ist schlecht! Ganz schlecht!)</kommentar>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004389">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Martin</vorname>
							<nachname>Rosemann</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Martin Rosemann (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Ich komme zum Ende, Frau Präsidentin. – Aber das wird nicht reichen. Vielmehr müssen wir auch die inländischen Potenziale heben durch Weiterbildung, durch Prävention und Rehabilitation, sodass Ältere länger im Arbeitsleben bleiben können. Das ist die Aufgabe dieser Ampelkoalition: einen Sozialstaat zu gestalten, der den Beschäftigten hilft und dafür sorgt, dass wir nicht gleichzeitig Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel produzieren, sondern dass alle eine Perspektive bekommen. Daran arbeiten wir weiter.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat nun die Kollegin Stephanie Aeffner das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005004">
						<name>
							<vorname>Stephanie</vorname>
							<nachname>Aeffner</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Stephanie Aeffner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist schon interessant, was wir heute hier aus den Reihen der Union so alles über das Bürgergeld zu hören bekommen und darüber, was wir damit denn angeblich alles tun. Ja, wir haben uns vorgenommen, mehr Fortschritt zu wagen, und dazu gehört auch ein Aufbruch in der Frage der sozialen Gerechtigkeit. Aber das, was Sie hier tun, ist: Sie spielen ganz bewusst Gruppen gegeneinander aus, indem Sie behaupten, wir würden mit dem, was wir vorhaben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jobcentern zu schlechten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erklären. Das Gegenteil ist der Fall.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP – Zuruf des Abg. Hermann Gröhe [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Es geht um die Frage, welche Strukturen wir verändern müssen, und nicht darum, wie wir Menschen verändern müssen; denn Mitarbeiter/-innen in Jobcentern können ihren Auftrag nur so gut erfüllen, wie wir als Politik ihn auch tatsächlich gestalten.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Kai Whittaker [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Und genau das ist unser Anliegen an dieser Stelle: ihn so zu verändern, dass es um nachhaltige Vermittlung in Arbeit geht.</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist sehr spannend, wie Sie auch in den Anhörungen zum Sanktionsmoratorium immer wieder unter Verweis auf die IAB-Studie betont haben, wie wichtig Sanktionen sind, um Menschen in Arbeit zu bekommen. Es ist eine interessante Lesart einer Studie, wenn ich nur Teil 1 verwende und Teil 2 weglasse. Dort steht nämlich, dass Sanktionen kurzfristig zu Vermittlungserfolgen führen, langfristig es aber sehr wohl auch Nachteile gibt. Diesen Aspekt unterschlagen Sie in der Debatte immer wieder.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD – Stephan Stracke [CDU/CSU]: 1,7 Millionen offene Stellen!)</kommentar>
				<p klasse="J">Nichtsdestotrotz müssen wir uns beim Bürgergeld auch die andere Seite anschauen, nämlich die passiven Leistungen: Was erhalten Menschen an Grundsicherung? Die Entwicklung, seitdem wir diesen Koalitionsvertrag unterschrieben haben, hat uns sehr drastisch vor Augen geführt, welch enorme Belastungen Menschen – gerade die, die von Armut betroffen sind – durch die Pandemie erlebt haben und wie sich das durch den Angriffskrieg von Putin noch einmal verschärft hat. Die Inflation ist mit 7,9 Prozent so hoch wie noch nie seit der Wiedervereinigung; bei Lebensmittelpreisen wird sogar mit einem Anstieg von über 10 Prozent gerechnet. Deshalb ist es gut, dass wir mit den Entlastungspaketen und den Festlegungen im Ergänzungshaushalt eine ganze Reihe von Entlastungen beschlossen haben. Diese haben meine Kolleginnen und Kollegen alle schon dargestellt.</p>
				<p klasse="J">Klar ist aber auch: Den mit dem Bürgergeld verbundenen Anspruch auf Würde und gesellschaftliche Teilhabe lösen wir allein damit noch nicht ein. Wir müssen uns ganz grundsätzlich über die Regelsätze Gedanken machen. Dafür will ich nur zwei Beispiele nennen: Als Mobilitätssatz sind 40,27 Euro vorgesehen. Bei mir in Pforzheim kostet die Monatskarte allein für eine Zone 57 Euro. Da bleibt am Ende des Geldes noch ziemlich viel Monat übrig. Zum Zweiten folgt die Höhe der Regelsätze immer den Preisen vom Vorjahr. Und selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Bedarf am 1. Januar damit gedeckt ist, so laufen wir doch mit jeder Preissteigerung, die wir im Laufe eines Jahres erleben, in eine Unterdeckung des Existenzminimums, die zum Ende des Jahres hin immer höher wird.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Darum hört auf den Paritätischen Wohlfahrtsverband!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich freue mich, dass jetzt ein Vorschlag von Hubertus Heil auf dem Tisch liegt, wie wir die Regelsätze verändern können.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das ist zu wenig! Das reicht vorne und hinten nicht!)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber um das einzulösen und die heute hier vielzitierte Zeitenwende tatsächlich zu gestalten, müssen wir dies auch in der Haushaltspolitik umsetzen. Denn während mit dem Sondervermögen für die Bundeswehr eine Kreditfinanzierung ermöglicht wird, wird die Schuldenbremse im Hinblick auf all die sozialen Fragen eben nicht aufgehoben. Auch das ist ein Ziel, das Putin schon seit Jahren versucht zu erreichen: Spaltung in unsere Gesellschaft zu tragen. – Die Preissteigerungen, die wir jetzt erleben, passen auch in sein Kalkül. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die erforderliche Zeitenwende auch in der Haushaltspolitik erfolgt, zumindest mit einem Aussetzen der Schuldenbremse auch 2023</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Hört! Hört!)</kommentar>
				<p klasse="O">und einer Übergewinnsteuer.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Das ist ja mal eine Ansage! – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Beifall bei der FDP! Sehr gut!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Das Wort hat der Kollege Wilfried Oellers für die CDU/CSU-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004365">
						<name>
							<vorname>Wilfried</vorname>
							<nachname>Oellers</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Wilfried Oellers (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Gäste auf den Besuchertribünen! Wer bestimmt, wie hoch der Lohn ist? Welcher Lohn ist auskömmlich? Wer kann sich alles daran beteiligen, dafür zu sorgen, dass die Menschen wirklich genug Geld in der Tasche haben? – Das sind entscheidende Fragen, die im Hinblick auf das hier heute zu beratende Gesetz zur Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro zu stellen sind.</p>
				<p klasse="J">Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion sind – das sage ich hier ganz deutlich – sehr für auskömmliche Löhne. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass die Menschen gut verdienen, am liebsten sogar mehr als 12 Euro. Allerdings ist der Weg dorthin deutlich zu beanstanden. Wir haben damals, als wir den Mindestlohn eingeführt haben, fest vereinbart, dass dieser einmalig gesetzgeberisch festgelegt werden sollte</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das war damals zu niedrig! Deswegen muss man jetzt nachsteuern!)</kommentar>
				<p klasse="O">und dass dann die Weiterentwicklung des Mindestlohnes in die Hände der Mindestlohnkommission gelegt wird. Warum in die Hände der Mindestlohnkommission? Weil wir die Festlegung damit in die Hände der Tarifpartner legen, dorthin, wo Lohnentwicklung stattfindet und auch stattfinden soll. Mit der heute vorgesehenen Erhöhung verlassen Sie von der Ampelkoalition den Weg, den man damals gegangen ist, und stellen von Ihrer Seite auch infrage, ob die Tarifpartnerschaft in der Mindestlohnkommission wirklich der richtige Weg ist.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Natürlich muss es das Ziel sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Menschen möglichst viel Geld in der Tasche haben. Das ist aber – das sage ich ganz deutlich dazu – nicht einzig und allein eine Frage von Lohnerhöhungen, sondern auch eine Frage, was der Staat dazu beitragen kann. Durch Lohnerhöhungen steigen natürlich die Steuereinnahmen und die Abgaben für die Sozialkassen, der Staat aber macht sich an dieser Stelle einen schlanken Fuß, weil er den Weg über Steuersenkungen oder Senkung von Abgaben eben nicht geht. Das ist insoweit nicht redlich, weil sich auch der Staat daran beteiligen könnte, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu entlasten,</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">vor allem sollte er aber Wert darauf legen, die Inflation zu bekämpfen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Darüber hinaus ist an dem Gesetz zu kritisieren, dass der Schwellenwert für die Dokumentationen angehoben wird. Ja, natürlich müssen Dokumentation und Kontrolle des Mindestlohns sein – das ist überhaupt keine Frage –, aber den Schwellenwert auf 4 100 Euro anzuheben, ist vermessen,</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Systematik hat doch die Union eingeführt! Ich verstehe es gar nicht!)</kommentar>
				<p klasse="O">wenn man dabei 29 Arbeitstage oder 348 Arbeitsstunden zugrunde legt. Damit wird dann natürlich auch der bürokratische Aufwand erhöht.</p>
				<p klasse="J">Der nächste Punkt. Dass die Minijob- und Midijobgrenzen erhöht werden, ist sicherlich zu begrüßen. Bei 520 Euro wäre nach unserer Auffassung noch Luft nach oben gewesen bis zu einer Grenze von 550 Euro.</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Mit welcher Begründung denn?)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber die Aufhebung der Parität bei den Minijobs kritisieren wir an der Stelle sehr.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Darüber hinaus kommt auch für die Inklusionsfirmen und da, wo Menschen mit Behinderungen beschäftigt werden, eine ganz entscheidende Frage dazu, nämlich die, wie es um den Nachteilsausgleich steht. Ich bitte Sie, Herr Minister Heil, die Beantwortung dieser Frage dringend und schleunigst anzugehen, damit die Inklusionsunternehmen im Rahmen der Mindestlohnerhöhung letztlich nicht leiden. Das muss dringend gelöst werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Mit unserem Entschließungsantrag gehen wir auf genau diese Kritikpunkte ein. Wir werden uns daher bei der Abstimmung über den Gesetzentwurf enthalten. Darüber hinaus empfehlen wir, unserem Entschließungsantrag zuzustimmen.</p>
				<p klasse="J">In den letzten Sekunden meiner Rede will ich noch einige Dinge zum Haushalt bezüglich der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sagen. Wir haben in der letzten Legislaturperiode in der Großen Koalition einiges und wirklich, ich würde sagen, viel Gutes auf den Weg gebracht. Ihr Koalitionsvertrag hat viele Projekte angesprochen, aber bleibt an vielen Stellen immer noch unklar und ungenau. Beim Haushalt ist es genauso. Ein roter Faden ist nicht zu erkennen. Vor allen Dingen ist zu kritisieren, dass der Ansatz bei den Forschungsmitteln zur Untersuchung der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes erheblich gesunken ist.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Aha!)</kommentar>
				<p klasse="O">Darüber hinaus sollte man schauen, dass man auch bei der Arbeitsmarktintegration Haushaltmittel zur Verfügung stellt. Hier besteht eine große Leerstelle.</p>
				<p klasse="J">Bei den Mitteln für die Bundesfachstelle Barrierefreiheit und die Überwachungsstellen für die barrierefreie IT haben Sie noch die Kurve gekriegt; diese Mittel werden nun doch nicht gekürzt. Die Herausforderungen an dieser Stelle sind groß. Ich würde Sie sehr bitten, dass Sie die Aufgabe aus der letzten Legislaturperiode möglichst schnell umsetzen, das heißt, die Ansprechstellen einzurichten, damit Menschen mit Behinderungen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können.</p>
				<p klasse="J">Ansonsten sehen wir Ihren Vorhaben mit Spannung und hohen Erwartungen entgegen.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Das Wort hat der Kollege Bernd Rützel für die SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004392">
						<name>
							<vorname>Bernd</vorname>
							<nachname>Rützel</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Bernd Rützel (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wir setzen heute das um, was wir versprochen haben: Wir erhöhen den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde. Das ist gut.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="Z">Wir wissen alle, dass 12 Euro in der Stunde keine großen Sprünge erlauben. Aber es ist eine Erleichterung für viele, die sehr, sehr wenig Geld haben, gerade wenn jetzt die Preise steigen. Und es macht einen Unterschied für 6 Millionen Bürgerinnen und Bürger.</p>
				<p klasse="O">Genau das hat vor zwei Tagen hier an diesem Pult unser Bundeskanzler Olaf Scholz gesagt. Ich bin froh, dass wir einen Bundeskanzler haben, der uns nicht nur sicher, souverän, bedacht und zuverlässig durch die Krise führt,</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Keine Ironie! Keine Ironie!)</kommentar>
				<p klasse="O">sondern dass wir auch einen Bundeskanzler haben, in dem auch noch ein halber Arbeitsminister steckt; daneben haben wir noch Hubertus Heil als, ich sage es mal so, ganzen Arbeitsminister. Ich bin froh, dass wir soziale Politik immer im Blick haben und dass wir dieses Vorhaben auf den Weg bringen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir werden mit unserer Politik immer die Menschen im Blick haben, denen es nicht so gut geht. Deswegen ist ein gut ausgestatteter Sozialhaushalt so wichtig – weil er den Menschen dient, weil dieses Geld aber auch sofort wieder in die Wirtschaft fließt und die Wirtschaft stärkt und vor allem weil die Demokratie damit gefestigt wird. Es ist ein Dreiklang. Gute Sozialpolitik ist dafür das allerwichtigste Fundament. Daher geben wir auch über 160 Milliarden Euro bzw. fast ein Drittel des Bundeshaushaltes für Sozialpolitik aus.</p>
				<p klasse="J">Wir beschließen neben dem höheren Mindestlohn heute auch eine höhere Minijobgrenze. Wir verbessern vor allem auch die Möglichkeit der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, nämlich im Übergangsbereich bei den sogenannten Midijobs. Wir sichern und stecken viel Geld in die Künstlersozialversicherung. Das ist ganz wichtig. Wir werden heute an dieser Stelle auch noch mal Etliches für die Renten tun. Das alles ist ausgeführt worden.</p>
				<p klasse="J">Zusammenfassend: Ein Mindestlohn ist immer nur eine unterste Grenze. Es ist einfach sittenwidrig, unter dieser Grenze Menschen zu beschäftigen. Ein Mindestlohn ist kein Goldstandard. Goldstandard sind Tarifverträge. Wir werden alles tun, Tarifverträge zu stärken und eine Renaissance der Tarifverträge zu erreichen.</p>
				<p klasse="J">Die letzten 20 Sekunden meiner gekürzten Redezeit verwende ich darauf, zu erzählen, dass ich heute früh einen Großbäcker aus Berlin getroffen habe. Er hat mir gesagt, dass er mittlerweile schon über Mindestlohn zahlt und nun Tarifverträge möchte. Dem schließen wir uns an. Dafür lohnt sich gute soziale Politik zu machen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU-Fraktion hat nun der Kollege Stephan Stracke das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004169">
						<name>
							<vorname>Stephan</vorname>
							<nachname>Stracke</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Stephan Stracke (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Grüß Gott, Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Deutschland steht vor gewaltigen Herausforderungen. Krieg, Energieknappheit und Inflation prägen unseren Alltag. Viele kommen kaum noch über die Runden angesichts massiver Preissteigerungen an der Zapfsäule, bei den Heizkosten, bei den Stromkosten, bei den Lebensmitteln.</p>
				<p klasse="J">Angesichts dieser Situation haben Sie, Herr Bundesminister Heil, in der ersten Beratung zu diesem Haushalt am 25. März wörtlich gesagt – Zitat –:</p>
				<p klasse="Z">Deshalb haben wir in den letzten Wochen Entlastungspakete auf den Weg gebracht, um Härten abzufedern – nicht mit der Gießkanne ...</p>
				<p klasse="O">Was Sie damals mit „Gießkanne“ gemeint haben, wird jetzt jeder Rentnerin und jedem Rentner klar. Von der Energiepreispauschale von 300 Euro haben sie nichts. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte, all diese bekommen die Energiepreispauschale von 300 Euro, nicht jedoch die Rentnerinnen und Rentner.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Beschämend!)</kommentar>
				<p klasse="J">Verena Bentele, die VdK-Präsidentin, sagt dazu:</p>
				<p klasse="Z">Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung diese Generation mit ihren hohen Heizkosten einfach sitzen lässt.</p>
				<p klasse="O">Recht hat sie, die VdK-Präsidentin.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Frau Bentele hat recht!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Koalition stärkt mit ihren Entlastungspaketen nicht den sozialen Zusammenhalt, sondern sie schwächt ihn in zentralen Punkten.</p>
				<p klasse="J">Hat die Koalition jetzt zum Abschluss dieser Haushaltsberatungen dazugelernt? Am 28. Mai haben Sie, Herr Heil, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ ein Interview gegeben. Ich darf daraus zitieren:</p>
				<p klasse="Z">Die hohen Preise sind für viele Menschen wirklich kritisch.</p>
				<p klasse="O">Und dann ein bisschen weiter unten:</p>
				<p klasse="Z">Wir haben den Rentner, der sich vor der nächsten Heizkostenabrechnung fürchtet. Das kann uns nicht egal sein.</p>
				<p klasse="O">Wirklich? Wenn es Ihnen nicht egal wäre, dann hätten Sie dafür gesorgt, dass die 300 Euro für die Rentnerinnen und Rentner jetzt auch tatsächlich im Haushalt stehen,</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">dass sie sie bekommen. Wenn es Ihnen nicht egal wäre, dann hätten Sie als Koalition einen Änderungsantrag auf den Weg gebracht. Das ist aber erkennbar nicht der Fall. Herr Heil, werden Sie Ihrer sozialen Verantwortung gerecht. Sie lassen die Rentnerinnen und Rentner in dieser schwierigen Situation im Stich. Das ist das Gegenteil von sozialer Verantwortung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Statt zu handeln, kommen Sie jetzt mit einem weiteren Vorschlag um die Ecke: das Klimageld. Das ist nichts als ein Etikettenschwindel; denn das Klimageld ist keine Inflationsbremse, sondern es ist ein Klimainstrument. Es ist falsch, die CO2-Bepreisung jetzt für weitere Leistungsversprechen zu verwenden. Ihr Vorschlag, Herr Heil, ist ungerecht, unseriös und unverantwortlich.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Er ist ungerecht, weil er Kinder nicht berücksichtigt; er ist familienfeindlich. Er ist unseriös, weil Sie Leistungsversprechen ohne Preisschild ins Schaufenster stellen. Und er ist unverantwortlich, weil Sie damit keinen zusätzlichen Klimaeffekt haben, sondern nur ein neues Ausgabenprogramm produzieren.</p>
				<p klasse="J">Der Bürokratieaufwand ist gewaltig. Deswegen verwundert es auch nicht, dass diese neuen Leistungsversprechen à la Heil nicht jetzt kommen, sondern frühestens zum 1. Januar des nächsten Jahres. Aber die Menschen brauchen jetzt die Entlastung. Sie brauchen sie jetzt und nicht erst im nächsten Jahr.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">So verwundert auch die Reaktion von Lindner im „Handelsblatt“ vom 2. Juni nicht, wo er sagt, dieses Klimageld ist „nicht vom Koalitionsvertrag gedeckt“ und zudem „nicht so richtig durchdacht“. Die Heil’sche Entlastung wird also damit eher zu einer Belastung für die Koalition. Ich habe den Eindruck, dass die Koalition noch kein wirklich gemeinsames Verständnis darüber entwickelt hat, was jetzt tatsächlich notwendig und richtig ist.</p>
				<p klasse="J">An dieser Stelle helfen wir Ihnen als Opposition sehr gerne weiter. Wir empfehlen Ihnen: Senken Sie die Stromsteuer auf das europäische Minimum. Das ist ein Instrument, das hilft. Das entlastet alle Menschen mit geringem Einkommen sogar überproportional.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn sie bezahlen bei ihren Gesamtausgaben einen höheren Anteil für Strom. Familien werden in besonderem Maße entlastet, da mehr Personen auch mehr Strom verbrauchen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Und es ist unbürokratisch, weil Sie einfach nur das Gesetz verändern müssen: die Änderung des Steuersatzes. Es ist im Übrigen auch ein Beitrag zum Klimaschutz, da strombasierte Alternativen wie E-Autos oder Wärmepumpen gegenüber fossilen Technologien gestärkt werden.</p>
				<p klasse="J">Das ist der richtige Ansatz, wenn es um die CO2-Bepreisung geht, wenn es darum geht, ein Klimageld auf den Weg zu bringen, das wirkt. Machen Sie einfach das, was wir Ihnen vorschlagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich habe den Eindruck, dass diese Koalition auf einen heißen Herbst zusteuert: zum einen, weil ihre Entlastungspakete auslaufen; zum anderen, weil immer neue Ausgabenprogramme auf den Tisch gelegt werden und gleichzeitig die Schuldenbremse eingehalten werden soll. Das kollidiert in gewaltiger Art und Weise miteinander. Wir sind gespannt, und wir haben die besten Vorschläge dafür, wie Sie jetzt in dieser Situation agieren sollten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der CDU/CSU: Bravo!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Für die SPD-Fraktion hat nun die Kollegin Dr. Tanja Machalet das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005137">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Tanja</vorname>
							<nachname>Machalet</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Herr Stracke, ich empfehle Ihnen, sich mit den Vorschlägen, die Sie zum Schluss angeführt haben, an Bundesfinanzminister Lindner zu wenden. Das alles sind Vorschläge, die nicht direkt mit dem Einzelplan 11 zusammenhängen.</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Warum macht das dann Ihr Minister? Fragen Sie doch mal Ihren Minister! So wischen Sie den Vorschlag von Ihrem Minister weg! Das ist ja erstaunlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Richten Sie Ihre Vorschläge an ihn. Ich komme noch dazu.</p>
				<p klasse="J">Ich möchte zunächst einmal festhalten: Unser Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Mittwoch in der Generaldebatte gesagt:</p>
				<p klasse="Z">In diesen Zeiten, wo große Veränderungen stattfinden, da ist es umso wichtiger, dass sich alle auf Sicherheit und Zusammenhalt verlassen können.</p>
				<kommentar>(Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Aber leider nicht auf die Ampel!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das, liebe Kolleginnen und Kollegen – das möchte ich zum Abschluss der Debatte noch einmal festhalten –, bildet der Einzelplan 11 mit seinem Gesamtausgabenvolumen von 161 Milliarden Euro ab.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich habe mich im Verlauf der Debatte bei den Beiträgen der CDU/CSU die ganze Zeit gefragt: Was wollen Sie eigentlich? Sie schimpfen hier über die hohen Ausgaben, sagen aber nicht wirklich, was Sie wollen.</p>
				<kommentar>(Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Ganz viele Einsparvorschläge haben wir gemacht! – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Anträge lesen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das Einzige, woran Sie sich abarbeiten, ist das Sanktionsmoratorium und der Mindestlohn. Das sind Ihre einzigen Punkte, mit denen Sie hier aufwarten. Im Übrigen spielen Sie sich dann noch als Partei der Rentnerinnen und Rentner auf. Ich möchte noch einmal daran erinnern: Klären Sie doch bitte erst einmal Ihre Haltung zum Rentenniveau.</p>
				<kommentar>(Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Prioritäten setzen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Klären Sie Ihre Haltung zum Renteneintrittsalter. Dann können wir weiter darüber diskutieren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der LINKEN – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Das ist ja lächerlich! – Hermann Gröhe [CDU/CSU]: Das lassen die Rentner Ihnen nicht durchgehen! Das wissen Sie!)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, in der letzten Zeit wird viel über die Spaltung der Gesellschaft gesprochen und von vielen, gerade von der Seite, wird sie auch herbeigeredet. Dieser Haushaltsplan – auch das möchte ich noch einmal deutlich sagen – spricht eine andere Sprache, nämlich die, wie wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter stärken werden. Oft sind es im Übrigen nicht die großen Positionen, sondern es sind die vermeintlich kleinen Positionen, die im Haushalt abgebildet sind, die wirklich eine große Wirkung entfalten.</p>
				<p klasse="J">Ich will hier auf die Bundesagentur für Arbeit hinweisen, die einen wichtigen Beitrag für Zusammenhalt leistet. Das hat sie insbesondere in der Coronapandemie mit der Auszahlung des Kurzarbeitergeldes bewiesen. Es war nach meiner Meinung das wichtigste Instrument, um den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch den Unternehmen Sicherheit in der Pandemie zu geben. Ich will an dieser Stelle den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Bundesagentur ausdrücklich danken. Das war eine herausragende Leistung. Wir wissen das wirklich sehr zu schätzen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der FDP und des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="J">Zum Schluss möchte ich noch auf den Zuschuss für die Rente in Höhe von 107 Milliarden Euro eingehen. Wir haben ja heute Nachmittag noch eine größere Rentendebatte.</p>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Kollegin.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005137">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Tanja</vorname>
							<nachname>Machalet</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Ich komme zum Schluss. – Auch das sind Leistungen, die wir deutlich unterstützen; denn wir stabilisieren das Rentenniveau. Das sind Gelder für den Grundrentenzuschuss und weitere Rentenarten.</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: 2 Milliarden Euro weniger als Zuschuss für die Rente! Das ist die Realität!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dazu stehe ich, dazu stehen wir, und wir werden das auch weiterhin tun. Ich freue mich auf viele weitere Debatten.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
			<p klasse="J_1">Ich schließe die Aussprache und bitte die Kolleginnen und Kollegen, die noch stehen, sich zu setzen, damit ich die Abstimmungsergebnisse, die wir gleich feststellen wollen, auch zweifelsfrei feststellen kann.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zur Abstimmung über den Einzelplan 11 – Bundesministerium für Arbeit und Soziales – in der Ausschussfassung.</p>
			<p klasse="J">Hierzu liegt ein Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 20/2052 vor. Wer stimmt für diesen Änderungsantrag? – Inzwischen stimmen große Teile der CDU/CSU-Fraktion und die AfD-Fraktion zu. Wer stimmt dagegen? – Die Koalitionsfraktionen und die Fraktion Die Linke. Wer enthält sich? – Niemand. Der Änderungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Wir stimmen nun über den Einzelplan 11 in der Ausschussfassung ab. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Einzelplan 11 ist mit den Stimmen der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der FDP-Fraktion gegen die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion, der AfD-Fraktion und der Fraktion Die Linke angenommen.</p>
			<p klasse="J">Tagesordnungspunkt III. a. Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales empfiehlt unter Buchstabe a seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/1916, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksache 20/1408 anzunehmen.</p>
			<p klasse="J">Mir liegen hierzu mehrere Erklärungen nach § 31 unserer Geschäftsordnung vor. Entsprechend unseren Regeln nehmen wir diese zu Protokoll.<sup>1</sup>
				<fussnote>Anlagen 2 bis 5 </fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Die Fraktion Die Linke hat beantragt, über den Gesetzentwurf getrennt abzustimmen, und zwar zum einen über den Artikel 7 – Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch, hier Geringfügigkeitsgrenze – und zum anderen über den Gesetzentwurf im Übrigen.</p>
			<p klasse="J">Ich rufe zunächst Artikel 7 auf. Die Fraktion Die Linke hat namentliche Abstimmung verlangt. Die Abstimmung erfolgt in der Westlobby. Sie haben zur Abgabe Ihrer Stimme nach Eröffnung der Abstimmung 20 Minuten Zeit. Ich weise schon jetzt darauf hin, dass nach der namentlichen Abstimmung während der Auszählung des Ergebnisses die Sitzung unterbrochen wird. Ich bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die Plätze einzunehmen; das ist schon geschehen.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne die namentliche Abstimmung über Artikel 7. Die Abstimmungsurnen werden um 12.10 Uhr geschlossen. Das bevorstehende Ende der namentlichen Abstimmung wird Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4191 D</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Ich nutze mal die Zeit, um die Besucherinnen und Besucher, welche uns erfreulicherweise hier wieder folgen können, auf den Besuchertribünen zu begrüßen</p>
			<kommentar>(Beifall)</kommentar>
			<p klasse="O">und ihnen zu erklären, was wir hier tun: Sie sind hier in eine laufende Sitzung des Deutschen Bundestages hineingekommen und wundern sich wahrscheinlich, warum hier keine Rednerin oder kein Redner am Redepult steht. Das hat etwas damit zu tun, dass im Moment eine namentliche Abstimmung läuft. Aufgrund der Abstandsregelungen und aller anderen Vorsichtsmaßnahmen, die wir einhalten, da die Coronapandemie noch nicht vorbei ist, findet diese namentliche Abstimmung nicht hier vorn statt, wie wir das bis Anfang März 2020 erlebt haben, sondern in der Abgeordnetenlobby. Die Abgeordneten haben insgesamt 20 Minuten Zeit, ihre Stimmkarte in die Abstimmungsurnen hineinzuwerfen. Ich mache bei dieser Gelegenheit gleich darauf aufmerksam, dass um 12.10 Uhr ebendiese Abstimmung beendet wird und die Abstimmungsurnen geschlossen werden. Auch danach werden Sie hier noch keine Debatte im Plenarsaal erleben, sondern ich werde nach der Schließung der Abstimmung erst einmal diese Sitzung zur Auszählung der Abstimmung unterbrechen. Das wird – das ist auch ein Hinweis an die Kolleginnen und Kollegen –, wenn die Schriftführerinnen und Schriftführer ihr Vorhaben entsprechend umsetzen, ungefähr zehn Minuten in Anspruch nehmen.</p>
			<p klasse="J">Dann werde ich die unterbrochene Sitzung wieder eröffnen, und wir kommen zur Abstimmung über das Gesetz in seiner Gesamtheit. Im Moment stimmen wir nur über einen Teilaspekt dieses Gesetzes ab. Danach folgen mehrere Abstimmungen ohne Debatte. Auch dazu wäre es hilfreich, wenn möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in den Reihen ihrer Fraktion Platz nehmen, sodass wir hier vorn zweifelsfrei das Abstimmungsergebnis feststellen können. Es schließt sich an diese Abstimmungen ohne Debatte wiederum eine namentliche Abstimmung an. Dazu werden wir dann allerdings die Sitzung nicht unterbrechen, damit das auch gleich klar ist, sondern wir werden in den Debatten und Abstimmungen hier fortfahren. – So viel zur Erklärung unseres Tuns hier.</p>
			<p klasse="J">Ich mache die Kolleginnen und Kollegen darauf aufmerksam, dass sie noch exakt acht Minuten Zeit haben, um ihre Stimme in der namentlichen Abstimmung abzugeben. Ich werde um 12.10 Uhr diese Abstimmung beenden. Sollten Sie also noch nicht Gelegenheit gehabt haben, abzustimmen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, dies zu tun.</p>
			<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Zeit für die namentliche Abstimmung über den Artikel 7 – Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch, hier: Geringfügigkeitsgrenze – ist gleich abgelaufen. Ich bitte Sie, wenn Sie bisher noch keine Gelegenheit hatten, Ihre Stimme abzugeben, dies jetzt zu tun. Ich werde die Abstimmung in exakt fünf Minuten schließen.</p>
			<p klasse="J">Ich begrüße weitere Gäste auf den Besuchertribünen. Wir freuen uns sehr, dass Sie uns jetzt wieder hier auch live im Plenarsaal bei unserer Arbeit sehen können.</p>
			<p klasse="J">An die Kolleginnen und Kollegen gebe ich den Hinweis, dass die Zeit für die namentliche Abstimmung gleich vorbei ist. Wenn Sie Ihre Stimme noch nicht abgeben konnten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich auf den Weg zu den Abstimmungsurnen zu machen. Die Abstimmung endet in einer Minute.</p>
			<p klasse="J">Es ist jetzt exakt 12.10 Uhr. Gibt es noch ein Mitglied des Hauses, welches seine Stimme nicht abgegeben hat? – Es ist noch eine Kollegin zu den Wahlurnen unterwegs. Ich bitte um ein Zeichen, wenn sie die Urne erreicht hat. Ich werde diesen Vorgang nämlich jetzt nicht weiter verlängern. – Mir wird signalisiert, dass die Kollegin ihre Stimme abgegeben hat.</p>
			<p klasse="J">Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Das Ergebnis der Abstimmung wird Ihnen später bekannt gegeben. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses der namentlichen Abstimmung unterbreche ich die Sitzung.</p>
			<kommentar>(Unterbrechung von 12.11 bis 12.17 Uhr)</kommentar>
			<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
			<p klasse="J_1">Die unterbrochene Sitzung ist wieder eröffnet. Nehmen Sie bitte Platz.</p>
			<p klasse="J">Ich gebe Ihnen das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Abstimmung über Artikel 7 des Gesetzentwurfs der Bundesregierung – Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung – bekannt: abgegebene Stimmkarten 689. Mit Ja haben 400 Abgeordnete gestimmt. Mit Nein haben 41 Abgeordnete gestimmt. 248 Abgeordnete haben sich enthalten. Artikel 7 ist in zweiter Beratung angenommen. </p>
			<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:687;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:398</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:41</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">enthalten:248</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Mittag</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Banaszak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Corinna Rüffer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Trittin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hacker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Till Mansmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerald Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gökay Akbulut</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Ferschl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gregor Gysi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Pau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Enthalten</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Brand (Fulda)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Monika Grütters</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Hennrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Hoppermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Marco Luczak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Moritz Oppelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Peter Ramsauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johann David Wadephul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Bleck</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Chrupalla</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alexander Gauland</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jochen Haug</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Janich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Kotré</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Ich bitte alle Kolleginnen und Kollegen, die noch hinter den Fraktionsreihen stehen, Platz zu nehmen. Wir kommen jetzt gleich zur Abstimmung über den gesamten Gesetzentwurf der Bundesregierung.</p>
			<p klasse="J">Es betrübt mich wirklich sehr, dass sowohl hinter der FDP-Fraktion als auch hinter der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der Fraktion Die Linke noch immer Kolleginnen und Kollegen stehen. Bitte nehmen Sie alle Platz.</p>
			<kommentar>(Zuruf von der LINKEN: Das sind gar keine Linken!)</kommentar>
			<p klasse="O">– Auch wenn Kollegen der SPD hinter den Linken stehen: Für jedes Mitglied des Hauses ist ein Sitzplatz vorhanden.</p>
			<p klasse="J">Wir setzen die Abstimmungen zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung fort. Ich rufe nun die übrigen Teile des Gesetzentwurfs auf. Ich bitte diejenigen, die den übrigen Teilen zustimmen wollen, um das Handzeichen. – Wer stimmt dagegen? – Niemand. Wer enthält sich? – Die übrigen Teile des Gesetzentwurfs sind mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der Fraktion Die Linke bei Enthaltung der CDU/CSU-Fraktion und der AfD-Fraktion angenommen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Ihr seid zu früh!)</kommentar>
			<p klasse="O">Alle Teile des Gesetzentwurfs sind damit in zweiter Beratung angenommen.</p>
			<p klasse="K">Dritte Beratung</p>
			<p klasse="O">und Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich zu erheben. – Wer stimmt dagegen? – Ich mache nochmals darauf aufmerksam: Wer jetzt steht, stimmt gegen diesen Gesetzentwurf.</p>
			<kommentar>(Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD, der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der LINKEN)</kommentar>
			<p klasse="O">Das scheint einige nicht zu stören. Wer enthält sich? – Der Gesetzentwurf ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen und der Fraktion Die Linke bei Enthaltung der CDU/CSU-Fraktion und der AfD-Fraktion angenommen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP sowie bei Abgeordneten der LINKEN – Die Abgeordneten der SPD erheben sich – Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU], an die SPD gewandt: Ihr müsst noch die Internationale singen! Die anderen singen bestimmt mit!)</kommentar>
			<p klasse="J">Ich bitte, jetzt trotzdem wieder zügig Platz zu nehmen und die notwendige Aufmerksamkeit für die folgenden Abstimmungen herzustellen.</p>
			<p klasse="J">Wir stimmen nun über den Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 20/2057 ab. Wer stimmt für den Entschließungsantrag? – Das ist die CDU/CSU-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Die Koalitionsfraktionen und die Fraktion Die Linke. Wer enthält sich? – Die AfD-Fraktion. Der Entschließungsantrag ist damit abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Tagesordnungspunkt III b. Wir setzen die Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Arbeit und Soziales auf Drucksache 20/1916 fort. Der Ausschuss empfiehlt unter Buchstabe b seiner Beschlussempfehlung die Ablehnung des Antrags der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/1503 mit dem Titel „Ausweitung der Minijobs konterkariert Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns“. Wer stimmt für diese Beschlussempfehlung? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Die Beschlussempfehlung ist gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke durch die übrigen Fraktionen des Hauses angenommen.</p>
			<p klasse="J">Tagesordnungspunkt III c. Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlage auf Drucksache 20/2058 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Das ist nicht der Fall. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen.</p>
			<p klasse="J">Ich rufe die Zusatzpunkte 5 und 6 auf. Es geht um Einsprüche gemäß § 39 der Geschäftsordnung der Abgeordneten Enrico Komning und Martin Reichardt gegen die in der letzten Sitzung erteilten Ordnungsrufe. Beide Einsprüche wurden als Unterrichtung verteilt.</p>
			<p klasse="J">Der Bundestag hat über die Einsprüche ohne Aussprache zu entscheiden. Wir kommen daher gleich zur Abstimmung.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Zusatzpunkt 5">
			<p klasse="J">Ich rufe Zusatzpunkt 5 auf:</p>
			<p klasse="T_fett">Einspruch gegen eine Ordnungsmaßnahme</p>
			<p klasse="T_fett">gemäß § 39 der Geschäftsordnung</p>
			<p klasse="J">Wer stimmt für den Einspruch des Abgeordneten Enrico Komning? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Einspruch ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen, der CDU/CSU-Fraktion, der Fraktion Die Linke gegen die Stimmen der AfD-Fraktion zurückgewiesen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zu Zusatzpunkt 6:</p>
			<p klasse="T_fett">Einspruch gegen eine Ordnungsmaßnahme</p>
			<p klasse="T_fett">gemäß § 39 der Geschäftsordnung</p>
			<p klasse="J">Wer stimmt für den Einspruch des Abgeordneten Martin Reichardt? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Einspruch ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen, der CDU/CSU-Fraktion, der Fraktion Die Linke gegen die Stimmen der AfD-Fraktion zurückgewiesen.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Einzelplan 32">
			<p klasse="J">Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt I.20:</p>
			<p klasse="T_NaS">hier: Einzelplan 32 Bundesschuld</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1624</p>
			<p klasse="J">Die Berichterstattung haben die Abgeordneten Dennis Rohde, Christian Haase, Sven-Christian Kindler, Otto Fricke, Peter Boehringer, Dr. Gesine Lötzsch inne.</p>
			<p klasse="J">Eine Aussprache ist nicht vorgesehen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen daher gleich zur Abstimmung über den Einzelplan 32 – Bundesschuld – in der Ausschussfassung. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Einzelplan 32 ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen angenommen.</p>
			<p klasse="J">Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt I.21:</p>
			<p klasse="T_NaS">hier: Einzelplan 60 Allgemeine Finanzverwaltung</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1625</p>
			<p klasse="J">Die Berichterstattung haben die Abgeordneten Dennis Rohde, Dr. Thorsten Rudolph, Christian Haase, Andreas Mattfeldt, Markus Uhl, Sven-Christian Kindler, Andreas Audretsch, Otto Fricke, Karsten Klein, Peter Boehringer, Wolfgang Wiehle und Dr. Gesine Lötzsch inne.</p>
			<p klasse="J">Eine Aussprache ist nicht vorgesehen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zur Abstimmung über den Einzelplan 60 – Allgemeine Finanzverwaltung – in der Ausschussfassung. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Einzelplan 60 ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen angenommen.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Tagesordnungspunkt I">
			<p klasse="J">Ich rufe auf Tagesordnungspunkt I.22:</p>
			<p klasse="T_NaS">hier: Haushaltsgesetz 2022</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1627, 20/1628</p>
			<p klasse="J">Die Berichterstatter für das Haushaltsgesetz 2022 sowie für den Finanzplan des Bundes 2021 bis 2025 sind die Abgeordneten Dennis Rohde, Christian Haase, Sven-Christian Kindler, Otto Fricke, Peter Boehringer und Dr. Gesine Lötzsch.</p>
			<p klasse="J">Es liegen zwei Änderungsanträge der Fraktion Die Linke vor, über die wir gleich abstimmen werden.</p>
			<p klasse="J">Eine weitere Aussprache in zweiter Beratung ist nicht vorgesehen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zur Abstimmung in der zweiten Beratung. Der Haushaltausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/1627, den Entwurf eines Haushaltsgesetzes 2022 in Verbindung mit dem Gesetzentwurf zur Ergänzung des Haushaltsgesetzes 2022 in der Ausschussfassung anzunehmen.</p>
			<p klasse="J">Zunächst stimmen wir über zwei Änderungsanträge der Fraktion Die Linke ab. Änderungsantrag auf Drucksache 20/2060. Wer stimmt für diesen Änderungsantrag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Änderungsantrag ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen, der CDU/CSU-Fraktion, der AfD-Fraktion gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Änderungsantrag auf Drucksache 20/2061. Wer stimmt für diesen Änderungsantrag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Der Änderungsantrag ist mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen, der CDU/CSU-Fraktion, der AfD-Fraktion gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen nun zur Abstimmung über den Entwurf eines Haushaltsgesetzes 2022 in Verbindung mit dem Gesetzentwurf zur Ergänzung des Haushaltsgesetzes 2022 in der Ausschussfassung. Wer stimmt dafür? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Das Haushaltsgesetz 2022 verbunden mit dem Gesetzentwurf zur Ergänzung des Haushaltsgesetzes 2022 ist damit in zweiter Beratung mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen angenommen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen nun zum Finanzplan des Bundes 2021 bis 2025 auf Drucksache 19/31501. Der Haushaltsausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/1629, den Finanzplan zur Kenntnis zu nehmen. Wer stimmt für diese Beschlussempfehlung? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Die Beschlussempfehlung ist einstimmig angenommen.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Tagesordnungspunkt IV">
			<p klasse="J">Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt IV:</p>
			<p klasse="T_NaS">Beratung des Antrags der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP</p>
			<p klasse="T_fett">Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/2036</p>
			<p klasse="J">Eine Aussprache ist nicht vorgesehen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen daher gleich zur Abstimmung über den Antrag auf Drucksache 20/2036 mit dem Titel „Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes“. Nach Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 des Grundgesetzes ist zur Annahme des Antrags die absolute Mehrheit – das sind 369 Stimmen – erforderlich.</p>
			<p klasse="J">Die Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben namentliche Abstimmung verlangt. Die Abstimmung erfolgt in der Westlobby. Sie haben zur Abgabe Ihrer Stimme nach Eröffnung der Abstimmung 20 Minuten Zeit. Die Schriftführerinnen und Schriftführer bitte ich, die vorgesehenen Plätze einzunehmen. – Das ist offensichtlich der Fall.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne die namentliche Abstimmung über den Antrag. Das Ende der Abstimmung wird Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben. Die Abstimmungsurnen werden um 12.52 Uhr geschlossen.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4203 C</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Ich bitte Sie, Platz zu nehmen, und ich bitte, dass nicht alle sofort zu den Abstimmungsurnen eilen.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Tagesordnungspunkt V">
			<p klasse="J">Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt V:</p>
			<p klasse="T_NaS">– Dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 (Haushaltsgesetz 2022)</p>
			<p klasse="T_NaS">– Dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Ergänzung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1200, 20/1201, 20/1602, 20/1604, 20/1605, 20/1606, 20/1607, 20/1608, 20/1609, 20/1610, 20/1611, 20/1612, 20/1614, 20/1615, 20/1616, 20/1621, 20/1623, 20/1624, 20/1625, 20/1626, 20/1627, 20/1628</p>
			<p klasse="J">Dazu liegen folgende Entschließungsanträge vor: ein Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU, fünf Entschließungsanträge der Fraktion der AfD sowie ein Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke.</p>
			<p klasse="J">Über das Haushaltsgesetz 2022 stimmen wir später namentlich ab.</p>
			<p klasse="J">Für die Aussprache wurde eine Dauer von 90 Minuten vereinbart.</p>
			<p klasse="J">Wenn Sie bitte so freundlich wären, Platz zu nehmen, könnte ich diese Aussprache auch eröffnen.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne die Aussprache. Der Kollege Dobrindt hat mir signalisiert, dass er auch unter diesen Umständen gerne ans Redepult treten will. Ich bitte aber trotzdem die Kolleginnen und Kollegen um die notwendige Aufmerksamkeit und den Respekt vor den Rednerinnen und Rednern. Nehmen Sie bitte Platz, wenn Sie an dieser Aussprache teilnehmen wollen oder von der namentlichen Abstimmung zurückkehren.</p>
			<p klasse="J">Das Wort hat der Kollege Alexander Dobrindt für die CDU/CSU-Fraktion.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			<rede id="ID204202500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003516">
						<name>
							<vorname>Alexander</vorname>
							<nachname>Dobrindt</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Alexander Dobrindt (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese Abschlussdebatte heute ist auch deswegen so besonders – ja, man muss sagen: sie ist historisch –, weil sie mit einer Grundgesetzänderung zur Finanzierung der Bundeswehr verbunden ist.</p>
				<p klasse="J">Deswegen will ich an dieser Stelle, zu Beginn, ausdrücklich Dank sagen. Es ist uns zu Beginn dieser Woche, Sonntagnacht, gelungen, eine Vereinbarung zwischen der Ampelregierung und der CDU/CSU-Fraktion zu schließen, die man in den vergangenen Jahren oder, ja, Jahrzehnten eigentlich nicht für möglich gehalten hätte: 100 Milliarden für die Bundeswehr und das Erreichen des 2‑Prozent-Ziels der NATO. Da darf man ausdrücklich Dank sagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte mich bedanken beim Bundesfinanzminister, der als Verhandlungsführer für die Ampel mit mir eine ausgesprochen vertrauensvolle Zusammenarbeit gezeigt hat. Ich will mich auch beim Bundeskanzler bedanken. Manche, Herr Bundeskanzler, aus der Ampel haben Ihre Rede vom 27. Februar als Debattenbeitrag verstanden; wir allerdings hatten die Einschätzung, dass Sie in diesen Punkten sehr konkret waren. Ich will mich auch ausdrücklich bei SPD und Grünen bedanken. Ich weiß, dass das für eine Reihe von Ihnen ein sehr weiter Weg ist, den Sie gehen. Aber es ist ein notwendiger Weg, der gegangen werden muss. Es ist ein Signal an unsere Streitkräfte, ein Signal an die Soldatinnen und Soldaten aus der Mitte dieses Parlaments: Wir stehen zu euch!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der Abg. Bettina Hagedorn [SPD] und Dennis Rohde [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Dennoch müssen wir in dieser Debatte auch dafür sorgen, dass Klarheit über die Vereinbarung herrscht: Diese 100 Milliarden – weil das ja immer wieder auch in dieser Woche in Zweifel gezogen worden ist – stehen ausschließlich für die Bundeswehr zur Verfügung. Ja, die Grünen haben ihre Forderung aufgegeben, das Geld an anderer Stelle, für andere Ministerien und für andere Aufgaben zu verwenden. Ja, das ist ein klares Signal für Aufrüstung und für Ausrüstung. Und: Ja, wir haben beschlossen, dass ein Finanzierungsgesetz dafür sorgt, dass das 2‑Prozent-Ziel der NATO erreicht wird. Deswegen auch hier das klare Signal an die SPD, an den Fraktionsvorsitzenden Mützenich: Die 2 Prozent, die Sie diese Woche noch als eine absurde Zahl bezeichnet haben, sind unser klares Signal an Bündnisfähigkeit, an Verlässlichkeit und an Verteidigungsfähigkeit. Das ist das, was in diesem Gesetz steht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Weiter ist darin formuliert – das ist auch so bedeutsam und historisch; das will ich an dieser Stelle sagen –, dass nach der Verausgabung der 100 Milliarden im Bundeshaushalt weiterhin die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, um den deutschen Beitrag zu den geltenden NATO-Fähigkeitszielen zu gewährleisten. Das ist das deutliche Signal, dass es nach der Verausgabung dieser 100 Milliarden keine Abbruchkante geben darf. Sehr geehrter Herr Finanzminister, wir werden genau darauf schauen, ob Sie das auch in Ihrer mittelfristigen Finanzplanung abbilden können und somit auch darüber Klarheit besteht, die Erreichung der NATO-Ziele dauerhaft zu gewährleisten.</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Rede doch mal zum Haushalt!)</kommentar>
				<p klasse="O">In Anbetracht der sicherheitspolitischen Lage, in Anbetracht der Erwartung unserer Bündnispartner, in Anbetracht von erweiterten Fähigkeitszielen der Bundeswehr heißt das doch eindeutig: zukünftig mehr als 2 Prozent investieren und nicht weniger – damit wir auch da klar sind.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Sehr geehrter Herr Bundesfinanzminister, Sie haben uns diese Woche mitgeteilt – wörtlich –: „Wir müssen wieder lernen, als Staat mit dem Geld zu arbeiten, das die Menschen uns zur Verfügung stellen.“ Wann fangen Sie endlich damit an?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben heute in dem von Ihnen vorgelegten Haushalt Ausgaben in Höhe von 500 Milliarden Euro zu beschließen, bei gleichzeitig 300 Milliarden Schulden. Herr Bundesfinanzminister, das ist kein Haushalt, das ist ein Schuldenberg, und genau so muss er bezeichnet werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">300 Milliarden Schulden, das ist übrigens genau – so ziemlich genau – die Höhe der Gesamtschulden von 1990. Die Ampel schafft es in nur einem Jahr, so viele Schulden zu machen wie die Regierungen von Adenauer bis Helmut Kohl in 40 Jahren zusammen. Das ist Ihr Ergebnis.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt erzählen Sie uns von der Ampel, dass Sie 2023 wieder einen ausgeglichenen Haushalt erreichen wollen.</p>
				<kommentar>(Otto Fricke [FDP]: Sie nicht?)</kommentar>
				<p klasse="O">Herr Bundesfinanzminister, ich nehme Ihnen das auch ab, dass Sie das wollen, Ihre Koalition will das aber ganz offensichtlich nicht. Jeden Tag in dieser Woche haben die Minister der Ampel neue, zusätzliche Ausgaben angekündigt: Cem Özdemir für den Umbau der Landwirtschaft – zweistelliger Milliardenbetrag,</p>
				<kommentar>(Erhard Grundl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist auch bitter nötig!)</kommentar>
				<p klasse="O">Nancy Faeser für die neue Cyberbehörde – zweistelliger Milliardenbetrag,</p>
				<p klasse="O">Hubertus Heil für das soziale Klimageld – den Milliardenbetrag kennt er nicht mal selber. Sie wollen besser mit dem Geld umgehen und lernen, mit dem auszukommen, was Ihnen die Menschen zur Verfügung stellen? Nein, Sie arbeiten mit den Schulden der kommenden Generationen. Die sollen das bezahlen. Das ist das, was Sie tun.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Herr Bundeskanzler, Sie haben in Ihrer Rede diese Woche das Thema Inflation angesprochen. Wir sind dankbar dafür, dass Sie sich des Themas angenommen haben. Allerdings möchte ich darauf hinweisen: Wir haben aktuell bereits 8 Prozent Inflation, bei unseren Nachbarn in Europa liegt sie teilweise schon bei mehr als 10 Prozent. Die gewerblichen Erzeugerpreise in Deutschland steigen aktuell um 33 Prozent. Das ist der klare Vorbote dafür, dass auch die Konsumentenpreise in Deutschland dieses Jahr zweistellig werden. Der amerikanische Präsident hat die Inflation zum Topthema gemacht. Das, was Sie in Ihrer Rede angekündigt haben, ist eine „konzertierte Aktion“. Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, eine konzertierte Aktion füllt keine Kühlschränke und zahlt keine Stromrechnungen. Wir brauchen keine runden Tische, sondern klare Ergebnisse an dieser Stelle.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich rate Ihnen: Bauen Sie die kalte Progression ab, schaffen Sie wettbewerbsfähige Unternehmensteuern,</p>
				<kommentar>(Frank Schäffler [FDP]: Wie ihr das gemacht habt!)</kommentar>
				<p klasse="O">und beenden Sie Ihre Politik einer europäischen Schuldenunion! Nehmen Sie diesen Ratschlag an! Ansonsten gehen Sie das Risiko ein, dass Sie in einem Jahr als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland mehr Inflation geschaffen haben als Angela Merkel in 16 Jahren; auch das ist die Wahrheit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf des Abg. Kay Gottschalk [AfD])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will an dieser Stelle, weil wir vor Pfingsten stehen, auch noch was Versöhnliches sagen:</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei der CDU/CSU – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Da kommt ja der Geist vom Himmel, Herr Kollege! Vielleicht hilft das bei Ihnen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich werde mir ein 9‑Euro-Ticket für meine Reise nach Rügen kaufen; denn nach Sylt fahren ja die ganzen Linken.</p>
				<kommentar>(Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Nein, nein, nein! Nach Rügen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Hätten Sie Klaus Ernst gefragt, dann hätten Sie festgestellt: Das Teure an Sylt war nie die Deutsche Bahn, sondern der Champagner an der „Sansibar“. Herzlichen Glückwunsch!</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Aber Rügen ist gut! Rügen ist sehr gut!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Zeit für die namentliche Abstimmung ist gleich vorbei. Wenn es Kolleginnen und Kollegen im Hause gibt, die noch nicht abgestimmt haben, dann bitte ich diese, dies jetzt zu tun. Gleichzeitig bitte ich diejenigen, die von der Abstimmung zurückkehren, Platz zu nehmen und die notwendige Aufmerksamkeit herzustellen.</p>
				<p klasse="J">Das Wort hat der Kollege Karsten Klein für die FDP-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004780">
						<name>
							<vorname>Karsten</vorname>
							<nachname>Klein</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Karsten Klein (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mit einem Dank für die kollegiale Zusammenarbeit während der Haushaltsberatungen beginnen. Er richtet sich an die Oppositionsfraktionen, aber vor allem natürlich an die Kolleginnen und Kollegen der Koalitionsfraktionen; denn uns ist es gemeinsam gelungen, in diesen ersten Regierungsentwurf, der noch von der Großen Koalition ausgehandelt worden war, das zarte Pflänzchen des Aufbruchs und des Fortschritts einzupflanzen. Wir haben es in den Haushaltsberatungen ordentlich mit Wasser aufgepäppelt, mit Wachstumsmitteln ausgestattet und so wichtige Weichenstellungen im Sinne unseres Koalitionsvertrags auf den Weg gebracht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir stärken mit diesem Haushalt die Innovationskraft Deutschlands, wir bringen wichtige Projekte und Maßnahmen für Transformation, Digitalisierung und Bekämpfung des Klimawandels auf den Weg, wir stellen Investitionsmittel in Höhe von 51,5 Milliarden Euro zur Verfügung – alles, um die Zukunft dieses Landes zu gestalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, zum Gesamtblick gehört aber auch, dass diese Koalition in diesem Haushalt zwei enorm herausfordernde Krisen abbildet. Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben, und deshalb darf man diesen Kraftakt nicht zu selten betonen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Damit hier keine falschen Zahlen stehen bleiben, Herr Kollege Dobrindt: Der Haushalt umfasst im Kernhaushalt 495,8 Milliarden Euro und eine Neuverschuldung in Höhe von 138,9 Milliarden Euro plus 100 Milliarden Euro Sondervermögen.</p>
				<p klasse="J">In diesem Haushalt sind die enormen Kosten der Coronakrise abgebildet, damit wir zum Beispiel im Bereich der Impfstoffversorgung für den Herbst vorbereitet sind. Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Impfstoffe werden natürlich nicht nur auf Sylt eingesetzt werden, sondern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, damit alle gut durch den Herbst kommen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">In diesem Haushalt sind auch enorme Mittel für das Testen enthalten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle im Hinblick auf den Beschluss der MPK von gestern noch mal darauf hinweisen – ganz höflich –: Die Bundesregierung ist an die Beschlüsse dieses Deutschen Bundestages gebunden, und deshalb wird es kein Weiter-so bei den Bürgertests nach dem 30. Juni geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">An dieser Stelle möchte ich für einen Strategiewechsel werben. Wir haben mehr Steuereinnahmen aufseiten der Länder. 55 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt gehen an die Länder. Wenn wir keinen Strategiewechsel im Hinblick auf die Länder einführen, werden wir in diesem Haus in Zukunft nur noch über Zuschüsse zu den Sozialversicherungen und über Zuschüsse an die Länder diskutieren. Das kann so nicht bleiben. Deshalb brauchen wir hier einen Strategiewechsel.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Neben dem Kernhaushalt bilden wir im Ergänzungshaushalt die Herausforderungen des Ukrainekriegs ab, nehmen Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger vor, erhöhen die Unabhängigkeit von fossilen russischen Energieträgern. Mit dem Sondervermögen, über das später diskutiert wird, nehmen wir 100 Milliarden Euro für die Verteidigungsfähigkeit dieses Landes in die Hand. Ich glaube, wir machen mit diesem Haushalt deutlich, dass wir als Koalition – SPD, Grüne und FDP – in schwierigen Zeiten handlungsfähig sind und die Weichen in Richtung Zukunft stellen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
			<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich mache darauf aufmerksam, dass die Zeit für die namentliche Abstimmung um 12.52 Uhr vorbei ist. Ich bitte also diejenigen, die noch nicht die Gelegenheit wahrnehmen konnten, abzustimmen, dies jetzt zu tun. In jedem Fall wird die Abstimmung nach dem nächsten Redner geschlossen.</p>
			<p klasse="J">Vorweg möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sekretariats des Haushaltsausschusses auf der Bundesratsbank zu begrüßen.</p>
			<kommentar>(Beifall)</kommentar>
			<p klasse="O">Sie sehen: Das gesamte Haus zollt Ihnen Anerkennung für Ihre Arbeit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sekretariats des Haushaltsausschusses folgen traditionsgemäß der Schlussrunde hier im Saal; auch das soll der Anerkennung Ihrer Tätigkeit dienen.</p>
			<p klasse="J">Wir fahren in der Debatte fort. Das Wort hat der Abgeordnete Peter Boehringer für die AfD-Fraktion.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<rede id="ID204202700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004675">
						<name>
							<vorname>Peter</vorname>
							<nachname>Boehringer</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Peter Boehringer (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Den Dank an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben Sie uns vorweggenommen.</p>
				<p klasse="J">Ein Tiefpunkt der zurückliegenden Haushaltsberatungen war sicherlich, dass sich die Altfraktionen in der Nacht der Bereinigungssitzung nochmals 30 Millionen Euro mehr für ihre parteinahen Stiftungen genehmigt haben. Das bringt die Summe nun auf völlig überdimensionierte 600 Millionen Euro pro Jahr. Positiv kann man zwar anmerken, dass alle Fraktionen nun einen Rechtsstaats-TÜV für diese Stiftungen einführen wollen. Doch darauf, liebe Kollegen, hätten Sie doch schon erheblich früher kommen müssen bei Hunderten von Titeln im Haushalt, über die zumeist linke Organisationen auch ohne Verfassungsbekenntnis finanziert werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Linke Gruppen werden immer großzügig bedient, sogar wenn sie sich weigern, Extremismusklauseln zu unterschreiben.</p>
				<p klasse="J">Und dass sich der Haushaltsausschuss als legislatives Organ dann auch noch ernsthaft zur Judikative aufschwingt und exklusiv genau jene sechs Stiftungen der sechs Altparteien für verfassungstreu erklärt, alle anderen aber nicht, obwohl selbstredend keinerlei entsprechende Urteile oder Verfahren des Verfassungsgerichtes in irgendeiner Weise vorliegen, lässt einen schon fassungslos zurück.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie wissen, dass Sie damit die Kompetenzen der Legislative überschritten haben, und machen es trotzdem.</p>
				<p klasse="J">Eine Beurteilung der Verfassungstreue wäre natürlich die Aufgabe des Bundesverfassungsgerichts gewesen. Dem Haushaltsausschuss steht das Aufstellen einer solchen Positivliste nicht zu. Ihr Vorgehen war ein Bruch der Gewaltenteilung. Sie legen es sehenden Auges auf eine gerichtliche Niederlage des Bundestages vor dem Bundesverfassungsgericht an.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Beim Ergänzungshaushalt wurde uns erzählt, er beträfe nur die Folgen des Ukrainekonflikts. Fakt ist aber, dass er auch ein milliardenschweres Budget für das wenig durchdachte 9‑Euro-Ticket – nutzbar zum Beispiel für die Fahrt nach Sylt – enthält, zudem Impfstofftitel und Zuschüsse an Medienkonzerne.</p>
				<p klasse="J">Zu den Einsparpotenzialen in diesem Haushalt hatte ich ja in der ersten Lesung schon einiges gesagt. Insbesondere die Unsummen an Steuermitteln, die einfach so ins Ausland verteilt werden, machen immer wieder stutzig, etwa die 10 Klima-Milliarden, die der Kanzler Indien versprochen hat.</p>
				<p klasse="J">Der Ukraine werden riesige Blankoschecks ausgestellt von der EU und von Deutschland, was finanziell ja ohnehin derselbe deutsche Topf ist. Ursula von der Leyen klingt darum genauso wie Ministerin Schulze: Deutschland steht bereit, beim Wiederaufbau der Ukraine zu helfen. – Das ist ein verdammt großes Wort. Vor allem: Derzeit steht leider noch kein Wiederaufbau an. Aktuell stehen aber Deutschland und die EU bereit, die Kriegsschäden durch Waffenlieferungen erst einmal zu erhöhen, auch über den vorliegenden Haushalt 2022 in Form der Mittel für die sogenannte Europäische Friedensfazilität; die heißt wirklich so. Über sie finanziert Deutschland über den Umweg der EU Waffenlieferungen weltweit an Drittstaaten ohne angemessene parlamentarische Kontrolle – hier sicher nicht und auch nicht im EU-Parlament. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass die Verteidigungspolitik noch nicht einmal vergemeinschaftet ist. Die EU hat also eigentlich überhaupt kein Mandat für eine solche Rüstungsfinanzierung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein weiterer Tiefpunkt wurde bei den Sozialversicherungssystemen erreicht. Inzwischen ist dort keine einzige Säule mehr nachhaltig aus Beiträgen finanziert. Alle vier müssen inzwischen mit über 150 Milliarden Euro Zuschüssen pro Jahr aus Steuermitteln finanziert werden.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Bei der Rente war das vom ersten Tag an, von 1957, mit Bundeszuschuss vorgesehen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Neben der schlechten Demografie und diversen Fehlanreizen im Gesundheitssektor liegt das eindeutig auch an der massiven Zuwanderung in die Sozialsysteme, die wir in den letzten Jahren gesehen haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Und die Ampel will nun auch noch immer mehr temporären Migranten den vollen Sozialhilfeschutz gewähren. Wie formulierte es eben erst ein grüner Kollege ganz stolz hier an dieser Stelle? Wir tun etwas, was zuvor noch nie getan wurde. Wir ermöglichen Millionen von Menschen, wenn sie zu uns kommen, direkt in unsere Sozialsysteme zu kommen.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="J">Tja, der Haushalt ist eben immer ein Spiegel der Allgemeinpolitik. Wenn derart ideologisch gegen Deutschland und die schon länger hier Lebenden regiert wird, dann ist der Haushaltsnotstand mit riesiger Verschuldung irgendwann die zwingende Folge.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Und die Megaverschuldung hat eine unvermeidbare Folge: Inflation. Diese ist nur zu einem kleinen Teil Folge des Ukrainekriegs; denn schon seit Herbst 2021 liegt die Teuerungsrate bei über 5 Prozent, inzwischen bei fast 8 Prozent. Der Großteil der Preissteigerungen ist die Schuld der Politik. Massive Staatsverschuldung in Europa und Deutschland in Verbindung mit der Monetisierung dieser Gelder durch die EZB, dann Klimaschutz-CO2-Ideologie, was Energie und Nahrungsmittel massiv verteuert, Coronamaßnahmen, die die Transportlogistik weltweit erschweren und das Angebot verknappen, Zuwanderung, die die Preise für Wohnraum nach oben treibt, Bürokratie und EU‑Planwirtschaft, eine Sanktionspolitik, die uns selbst am meisten schadet, sowie fehlende Kartellkontrolle über die Energie- und Benzinoligopolunternehmen – all das sind Inflationsursachen.</p>
				<p klasse="J">Die AfD hat fast alle diese Ursachen immer bekämpft, angefangen mit der Ursünde des Euro und der Eurorettung. Genau die jetzige Hochinflation wollten wir Stabilitätspolitiker und Eurokritiker seit Jahren verhindern. Leider wollen die vereinigten Linken – von Rot-Grün bis Schwarz –</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Jetzt ist es aber gut!)</kommentar>
				<p klasse="O">davon seit Jahrzehnten nichts hören. Man profitierte ja von den niedrigen Zinsen. Doch irgendwann schlägt halt das Pendel zurück, und nun steuern wir auf die soziale Katastrophe zu,</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">verursacht durch das Handeln der politideologisch voll korrekten Regierungen der letzten Jahrzehnte bzw. der finanzpolitisch radikalen selbsterklärten Mitte dieses Hauses.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
			<p klasse="J_1">Die Zeit für die namentliche Abstimmung ist vorbei. Gibt es noch ein Mitglied des Hauses, welches seine Stimme nicht abgegeben hat? – Das ist nicht der Fall. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Das Ergebnis der Abstimmung wird Ihnen später bekannt gegeben.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4203 C</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Wir fahren in der Debatte fort. Das Wort hat Bettina Hagedorn für die SPD-Fraktion.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			<rede id="ID204202800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003545">
						<name>
							<vorname>Bettina</vorname>
							<nachname>Hagedorn</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Bettina Hagedorn (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Da unser sehr geschätzter Vorsitzender des Haushaltsausschusses, Helge Braun, heute nicht reden wird, nehme ich mir heraus, lieber Helge, hier an deiner Stelle im Namen des ganzen Ausschusses uns beim Sekretariat auf das Herzlichste zu bedanken. Ich bedanke mich auch bei der Präsidentin, dass sie das schon von hier oben aus getan hat. Herzlichen Dank!</p>
				<kommentar>(Beifall)</kommentar>
				<p klasse="O">Das war eine Hammerarbeit, eine große Belastung auch für alle Mitarbeiter. Vor allen Dingen: Nach dem Haushalt ist ja vor dem Haushalt. Das Ganze machen wir ja bald noch einmal. Aber wir sind gut im Training. Also: Vielen Dank dafür!</p>
				<name>Vizepräsidentin Petra Pau:</name>
				<p klasse="J_1">Kollegin Hagedorn, Entschuldigung; ich habe die Uhr angehalten.</p>
				<p klasse="J">Ich mache darauf aufmerksam, dass das Fotografieren im Plenum nicht erlaubt ist, und behalte mir vor, sollte eines dieser Fotos in den Netzwerken oder anderswo auftauchen, entsprechende Ordnungsmaßnahmen zu ergreifen.</p>
				<p klasse="J">Entschuldigen Sie, aber das musste jetzt sein. Ich lasse die Uhr jetzt weiterlaufen. – Bitte schön.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003545">
						<name>
							<vorname>Bettina</vorname>
							<nachname>Hagedorn</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Bettina Hagedorn (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Danke schön, Frau Präsidentin. – Herr Dobrindt, ich will nicht meine ganze Redezeit darauf verwenden, das, was Sie hier dargestellt haben, klarzustellen; mein Kollege Karsten Klein hat das ja auch schon gemacht. Sie haben so viel erzählt, was nicht den Tatsachen entspricht, dass es schwierig ist. Ich will nur zu einem Thema was sagen: Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie jetzt den Schuldenberg skandalisieren oder Ihre eigenen Forderungen nach noch viel höheren Schulden und Steuersenkungen vorbringen wollen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Erhard Grundl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das, was Sie hier vortragen, ist die Quadratur des Kreises.</p>
				<kommentar>(Zuruf der Abg. Dr. Silke Launert [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Schlüssig ist das nicht.</p>
				<p klasse="J">Weil Sie den kruden Vergleich gebracht haben, was seit Konrad Adenauer bis 1990 an Schulden angesammelt worden wäre: Hätten Sie sich das mit Konrad Adenauer mal besser gespart! Denn die ersten Schulden überhaupt wurden erst 1968 gemacht.</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Also ehrlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Von 1968 bis 1990, ja, wuchs der Schuldenberg langsam auf; das ist richtig. Aber dann kam die deutsche Einheit. Unter Kanzler Kohl wurde die deutsche Einheit nicht über Schulden und nicht über sozial gefächerte Steuererhöhungen, wie es angemessen gewesen wäre, finanziert,</p>
				<kommentar>(Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Das heißt, wir haben jetzt mehr Schulden als zur deutschen Einheit!)</kommentar>
				<p klasse="O">sondern über die Belastung der sozialen Sicherungssysteme,</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Es ist schon länger her, dass Sie im Finanzministerium waren!)</kommentar>
				<p klasse="O">maßgeblich der Rentenversicherung.</p>
				<kommentar>(Stefan Müller [Erlangen] [CDU/CSU]: Ich glaube, das ist falsch, was Sie da erzählen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist übrigens ein Hauptgrund dafür, warum der Bundeszuschuss zur Rente in den letzten 20 Jahren in dem Umfang steigen musste, wie er gestiegen ist. Also: Passen Sie auf an dieser Stelle!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wir haben in dieser Woche viel über Sicherheit gesprochen, über militärische Sicherheit – ja, das hat die Debatte sehr dominiert –, auch über innere Sicherheit. Die massive Stärkung durch 3 500 neue Stellen allein bei der Bundespolizei und dem Zoll sind ein Beispiel dafür, dass die Bevölkerung hier in unserem Land mit diesem Haushalt ganz bestimmt nicht vergessen wird.</p>
				<p klasse="J">Und: Wir haben auch über soziale Sicherheit gesprochen. Das will ich noch einmal betonen auch vor dem Hintergrund der Debatte über die Erhöhung des Mindestlohns, die wir gerade geführt haben. Das ist tatsächlich ein wichtiger Beitrag nicht nur für die Menschen, sondern eben auch im Rahmen des Gesamtkonzepts, das wir hier miteinander haben.</p>
				<p klasse="J">In meinem Wahlkreis – ich komme aus einem westlichen Bundesland, aus Schleswig-Holstein; wir haben die niedrigsten Löhne in der westlichen Bundesrepublik –</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das ist nördlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">haben 2015 über 22 000 Menschen, die bis dahin für unter 6,50 Euro gearbeitet hatten, von dem Mindestlohn von 8,50 Euro, den wir damals zusammen mit der Union eingeführt haben, profitiert. Es ist ja eine strukturelle Frage. Bei uns arbeiten viele Menschen im Bereich des Tourismus, des Gastgewerbes usw. – auch auf Sylt –, und die verdienen nicht so wahnsinnig gut. Diese Menschen werden ganz maßgeblich von der Erhöhung auf 12 Euro Mindestlohn profitieren.</p>
				<p klasse="J">Das sind übrigens, liebe Kolleginnen und Kollegen, ganz überwiegend Frauen. Herr Merz, der ja jetzt fehlt, hat am Dienstag in seiner Rede sehr viele Fragen gestellt – er hat keine Vorschläge gemacht, was wir machen sollen, sondern er hat sehr viele Fragen gestellt –, unter anderem auch zur Rente. Man muss natürlich wissen, dass diese Frauen, die gut verdienen – am besten natürlich durch tarifgebundene Löhne, aber mindestens mit 12 Euro Mindestlohn –, zweimal profitieren,</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Er hat die Frage nach der Kapitaldeckung gestellt! Wo ist denn die Kapitaldeckung?)</kommentar>
				<p klasse="O">nicht nur durch einen angemessenen Lohn, sondern auch durch eine verbesserte Rente.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Herr Dobrindt, zum Thema Rente muss man ja sagen: Wir haben in den letzten 20 Jahren – so lange gehöre ich diesem Haus an – maßgeblich dafür gesorgt, dass immer mehr Frauen arbeiten gehen konnten, indem wir zum Beispiel die Betreuung der Kinder verbessert und die Ganztagsbetreuung eingeführt haben. Das hilft natürlich auch, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Und das bringt mich zu einem anderen Thema: Wir brauchen natürlich mehr geregelte Zuwanderung, damit wir den Fachkräftemangel, die größte Gefahr für eine prosperierende Wirtschaft, in den nächsten zehn Jahren in den Griff bekommen. Je mehr gut bezahlte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wir haben, umso besser ist unsere Rente gesichert.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich grüße Sie am Freitagmittag. – Als Nächste erhält Dr. Gesine Lötzsch das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie der Abg. Esther Dilcher [SPD])</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204202900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003584">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Gesine</vorname>
							<nachname>Lötzsch</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wird viel von „Zeitenwende“ gesprochen; aber eigentlich geht es um etwas anderes. Es geht um einen Politikwechsel. SPD und Grüne haben den Wählerinnen und Wählern vor der Wahl soziale Gerechtigkeit versprochen. Aber ich frage Sie: Wie geht es weiter mit der Kindergrundsicherung? Wo ist das Bürgergeld? Warum haben Sie das verschoben, meine Damen und Herren?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie hatten auch eine Vermögensteuer in das Wahlprogramm geschrieben. Die Vermögensteuer haben Sie schon über Bord geworfen. Ich stelle Ihnen die Frage, Herr Lindner: Wenn Sie ernsthaft meinen, dass Sie 2023 die Schuldenbremse wieder einhalten wollen, wie und wovon sollen diese sozialpolitischen Projekte finanziert werden? Die Antwort darauf sind Sie schuldig geblieben, und das nehmen wir nicht hin.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, in dieser Woche wurde auch viel über den Krieg gegen die Ukraine gesprochen. Wir als Linke sagen: Dieser Krieg muss sofort beendet werden. Der erste Schritt dahin ist ein Waffenstillstand. Die Bundesregierung muss alles tun, um ihn durchzusetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber wir müssen auch über die Kriegsgewinnler sprechen. Wenn wir uns vor Augen führen, dass sich der Panzerhersteller Rheinmetall noch im Jahre 2014 – und da gab es schon einen Krieg in der Ukraine, gegen die Ukraine – die Freiheit genommen hat, Waffen an Russland und die Ukraine zu liefern und damit viel Geld zu verdienen, dann frage ich mich: Warum ist das in diesem Land hingenommen worden? So etwas muss ein Ende haben, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir wissen doch auch: Je länger der Krieg dauert, desto besser ist das für die Aktionäre von Rheinmetall. Auch deshalb sagen wir: Es muss einen sofortigen Waffenstillstand geben. Das ist für die Menschen das Beste.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Dr. Paula Piechotta [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja, Gesine, dann mach mal!)</kommentar>
				<p klasse="J">In der Krise sind viele ärmer, aber viele auch reicher geworden. Darum sagen wir: Es muss endlich eine Übergewinnsteuer geben; wir als Fraktion Die Linke haben dies ja hier, im Deutschen Bundestag, beantragt. Das lehnt die FDP mit dem Verweis auf den Koalitionsvertrag ab.</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">Doch dieser Koalitionsvertrag wurde vor der von Ihnen immer angeführten „Zeitenwende“ – auch Sie von der FDP haben dieses Wort ja verwendet – geschlossen. Wir fordern Sie auf: Ziehen Sie aus Ihrer Zeitenwende die Schlussfolgerung, endlich eine Steuerwende zu machen, meine Damen und Herren!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Die EU hat die Einnahmen aus einer Übergewinnsteuer EU-weit auf 200 Milliarden Euro beziffert. Warum, frage ich Sie, Herr Lindner, wollen Sie auf dieses Geld verzichten? Ich finde das verantwortungslos.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Auffällig ist doch für alle: Die Schuldenbremse gilt nur, wenn es um Sozialpolitik und Investitionen in eine friedliche Zukunft geht. Die Schuldenbremse gilt nicht, wenn es um ein neues Wettrüsten geht. Sie messen mit zweierlei Maß, und das geht nicht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Allein der Rüstungshaushalt für dieses Jahr, ohne die zusätzlichen 100 Milliarden Euro, die beschlossen werden sollen – das ist übrigens kein Sondervermögen, es sind zusätzliche Schulden –, beträgt 50,4 Milliarden Euro; nach NATO-Kriterien berechnet, sind es sogar 55,6 Milliarden Euro. Sie geben also für das Militär in diesem Jahr weit mehr Geld aus als insgesamt für Bildung, Forschung, Familie, Senioren, Frauen, Jugend, Wohnungsbau und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ja, es gibt einige Entlastungspakete. Aber vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung ist schon berechnet und nachgewiesen worden, dass diese Entlastungspakete völlig aufgefressen werden und dass die Preissteigerungen allein in den ersten vier Monaten des Jahres mehr als die Hälfte der versprochenen Entlastung verschlungen haben. Alleinlebende mit niedriger Rente haben auf jeden Fall ein Minus. Die Inflation hat sie schon jetzt mehr gekostet, als sie je an Entlastung bekommen werden. Wir brauchen einen Schutzschirm: Rettung für die Menschen, die kein Geld mit Krieg und Krisen verdienen. Das wäre die Aufgabe der Bundesregierung, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Nun haben sich ja schon viele das 9‑Euro-Ticket gekauft, und ich bin enttäuscht, Herr Dobrindt, dass wir beide uns nicht auf Sylt treffen können; aber vielleicht bietet sich da noch eine andere Gelegenheit.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei der CDU/CSU – Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Nur, wenn Herr Kindler dabei ist!)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber leider ist dieses Ticket ja nur ein Sommertraum. Danach werden wieder die vollen Preise verlangt. Mit Nachhaltigkeit hat das wirklich wenig zu tun, im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass die Menschen abgeschreckt werden und im Herbst wieder auf das Auto umsteigen.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die wichtigsten Aufgaben, die erfüllt werden müssen, sind: Erstens muss Frieden wiederhergestellt werden. Waffenstillstand sofort! Zweitens muss die Armut bekämpft werden. Die Ärmsten der Armen leiden am stärksten unter der Klimakrise. Und darum ist – drittens – der Einsatz gegen die Klimakrise auch aktive Armutsbekämpfung.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
			<p klasse="J_1">Vielen Dank. – Bevor ich die nächste Rednerin aufrufe, möchte ich das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Abstimmung über den Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP „Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 und 7 des Grundgesetzes“, Drucksache 20/2036, verlesen: abgegebene Stimmkarten 684. Mit Ja haben gestimmt 398, mit Nein haben gestimmt 251, Enthaltungen 35. Gemäß Artikel 115 Absatz 2 Satz 6 des Grundgesetzes ist die Mehrheit der Mitglieder erforderlich. Das sind 369 Jastimmen. Der Antrag ist also mit der erforderlichen Mehrheit angenommen. </p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:682;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:397</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:250</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">enthalten:35</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Banaszak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Corinna Rüffer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Trittin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Till Mansmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Brand (Fulda)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Monika Grütters</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Heilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Hennrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Hoppermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Moritz Oppelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Peter Ramsauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johann David Wadephul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Bleck</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Janich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Kotré</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Seitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Enthalten</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gökay Akbulut</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Ferschl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gregor Gysi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Pau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Wir fahren fort in der Debatte. Das Wort erhält für Bündnis 90/Die Grünen Dr. Paula Piechotta.</p>
			<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
			<rede id="ID204203000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005180">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Paula</vorname>
							<nachname>Piechotta</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Paula Piechotta (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitarbeiter/-innen des Haushaltsausschusses, auch von dieser Stelle an Sie noch mal großen Dank! Der Koalitionsvertrag der Ampel ist jetzt knapp ein halbes Jahr alt; aber seit dem 24. Februar muss er kontinuierlich jeden Tag upgedatet werden. Seit knapp 100 Tagen gibt es einen Angriffskrieg in Europa, und Herr Dobrindt: Ich bin zwar erst 1986 geboren und auch im Osten Deutschlands, aber ich glaube, Konrad Adenauer musste dies in seiner Zeit nicht bewältigen. Wir müssen jetzt mit diesem neuen Status quo arbeiten, und deswegen braucht die Politik der Bundesregierung ein Update.</p>
				<p klasse="J">Der Haushalt, so wie wir ihn heute hier beschließen, ist elementarer Bestandteil genau dieses Updates. In diesem Haushalt mussten wir als Ampel ausbuchstabieren, was zum Zeitpunkt des Koalitionsvertrages nicht einmal denkbar war. Wir machen konkret, was im letzten Herbst komplett unwahrscheinlich erschien. Es geht um die Folgen des Angriffskriegs auf die Ukraine, die schnellstmögliche Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen, die Bündnisfähigkeit und auch um die Versorgung ukrainischer Geflüchteter. Wir müssen auch ausbuchstabieren, wovon viele im letzten Herbst noch gehofft hatten, dass es nicht mehr eine derart große Rolle spielen wird. Dabei geht es um die weiter anhaltenden Folgen der Coronapandemie und, ja, auch die Auswirkungen der Inflation. Ja, Haushalt schafft Realitäten; aber in diesen Zeiten war es besonders notwendig, Konkretisierungen in diesem Haushalt vorzunehmen an Stellen, wo vorher alles vage war.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Für diesen großen Kraftakt – und es war ein Kraftakt – geht ein ganz großer Dank an die Haushälterinnen und Haushälter der Ampel, stellvertretend an Dennis Rohde, Sven-Christian Kindler und Otto Fricke. Die Haushälter dieser Koalition sind eines der Rückgrate dieser Koalition; sie halten vieles in dieser Koalition an ganz entscheidender Stelle zusammen.</p>
				<p klasse="J">Aber über diesem Haushalt und auch über den folgenden schweben weitere Fragen. Zwei möchte ich nennen. Zum einen haben wir nicht mehr die klassische Krise, die kommt und bewältigt wird, und danach setzt eine Erholungsphase ein, eine Erholungsphase, die ja nicht nur Erholung für Gesellschaft und Politik ist, sondern auch für die Staatsfinanzen. Wir haben jetzt die Situation, dass die nächste Krise schon kommt, wenn die erste Krise noch nicht vorbei ist, sich die Krisen also akkumulieren, und die Erholungsphasen lassen lange auf sich warten. Was machen wir mit Zukunftsinvestitionen, wenn wir nicht auf diese Erholungsphasen warten können? Das ist die erste Frage.</p>
				<p klasse="J">Die andere, auch nicht ganz unwichtige Frage ist: Was ist eigentlich eine faire Lastenverteilung zwischen Bund und Ländern in Zeiten multipler Krisen? Ich erinnere mich an das erste Coronajahr. 2020 sind Bund und Länder in großer Einigkeit sehr stark in die Verantwortung gegangen. Die Ambitionen sind im letzten Jahr, 2021, deutlich auseinandergegangen mit der Folge einer deutlich stärkeren Verschuldung und Verantwortungsübernahme durch den Bund. Und in diesem Jahr sehen wir: Der Bund geht in die Vollen, einmal mehr, weil Corona noch nicht vorbei ist und weil die Ukrainekrise unglaublich bestimmend ist, während die Länder anfangen, ihre Haushalte zu sanieren. Wir sehen 11 Milliarden Euro Überschuss in den Ländern und sogar schon eine Schuldentilgung, kumuliert in Höhe von über 20 Milliarden Euro. Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht wie manche Kollegen von anderen Parteien von einer Raub- und Beutegemeinschaft der Länder sprechen – das ist ein Zitat –, aber doch fragen: Ist die Lastenverteilung zwischen Bund und Ländern im Jahr 2022 noch im Lot?</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Welche Antworten versuchen wir darauf als Ampel zu geben? Wir sagen: Nein, wir können nicht auf die Erholungsphase warten. Wir müssen jetzt Zukunftsinvestitionen starten:</p>
				<kommentar>(Zuruf von der LINKEN: Deshalb Schuldenbremse!)</kommentar>
				<p klasse="O">Milliarden für Klima, Milliarden für den Artenschutz, Milliarden für humanitäre Hilfe und Pandemieprävention. Warum? Weil alles andere bedeuten würde, andere Krisen noch anzuheizen und zu beschleunigen und damit mit dafür verantwortlich zu sein, wenn Erholungsphasen sich noch weiter nach hinten verschieben.</p>
				<p klasse="J">Zum anderen brauchen wir in dieser Zeit mit besonders großen Belastungen eine verlässliche Partnerschaft mit den Ländern. Deswegen hat dieser Haushaltsausschuss unter anderem die Maßgabe auf den Weg gebracht, dass die Coronatests im zweiten Halbjahr 2022 nicht mehr allein vom Bund zu tragen sind. Und deswegen ist es auch so bemerkenswert, dass die MPK gestern einmal mehr festgehalten hat, dass die Länder darum bitten, dass der Bund das weiter vollumfänglich übernimmt. – Ich finde, das ist kein Start einer guten Diskussion. Herr Dobrindt, das ist ja nicht nur ein Schuldenberg; das ist auch ein Berg an Aufgaben, die wir als Gesellschaft jetzt bewältigen müssen. Wir brauchen die gesamte Kraft dieses Landes – und nicht nur die 42 Prozent der Steuereinnahmen des Bundes –, die gesamte Kraft von Bund und Ländern, um das zu bewältigen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP – Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wo sind eigentlich die Länder?)</kommentar>
				<p klasse="O">– Genau. Wo sind eigentlich die Länder an der Stelle?</p>
				<p klasse="J">Ich komme aus einem der östlichen Bundesländer, und ich finde es gut, dass wir die Debatte hier ein bisschen ins Lot bringen, was die Vorherrschaft von Sylt angeht. Ich finde es unglaublich wichtig, mal zu sagen, dass knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Rügen, Usedom und Hiddensee mindestens ebenso wichtig sind. Vor allen Dingen sind sie bahntechnisch heute schon deutlich besser angebunden. Wenn Sie noch Fragen zu den schönsten ostdeutschen Bahnstrecken haben, stehen mein Büro und ich jederzeit gerne für Auskünfte zur Verfügung, in der Hoffnung, dass das 9‑Euro-Ticket, das ja so viel für uns als Ampelkoalition leisten soll, auch hilft, Ost und West noch näher zusammenzubringen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU erhält das Wort Yannick Bury.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005035">
						<name>
							<vorname>Yannick</vorname>
							<nachname>Bury</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Yannick Bury (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Piechotta, ich gebe Ihnen in einer Sache recht: Es sind die Haushälter, die diese Koalition zusammenhalten, indem sie nämlich die Risse mit Geld stopfen. Das haben wir in diesen Haushaltsberatungen ja gesehen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Jamila Schäfer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das hat sie nicht gesagt!)</kommentar>
				<p klasse="J">Das waren die ersten Haushaltsberatungen, die ich mitgemacht habe. Ich habe mich an der einen oder anderen Stelle aber, ehrlich gesagt, über öffentliche Äußerungen gewundert. Lieber Herr Minister Lindner, Sie sprechen sich beim ECOFIN-Rat dafür aus, die Sucht nach Verschuldung zu beenden, und betonen wiederholt, was ich ja für vollkommen richtig halte, dass wir 2023 zur Schuldenbremse zurückkehren müssen. Beides ist politisch und ökonomisch vollkommen richtig. Das Problem ist nur, dass Ihr Reden über Haushaltspolitik relativ wenig mit Ihrem konkreten Regierungshandeln zu tun hat und mit dem, was Sie uns in diesem Haushalt vorgelegt haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wie sehr Erzählung und Wirklichkeit Ihrer Politik auseinanderklaffen, wird ganz besonders deutlich, wenn man sich Ihr finanzpolitisches Strategiepapier anschaut,</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: Sehr gutes Papier! – Karsten Klein [FDP]: Da können Sie was lernen!)</kommentar>
				<p klasse="O">das Sie vor einigen Wochen vorgestellt haben, ein Papier, bei dem mir als Ordnungsökonom erst einmal das Herz aufgeht, wenn ich es lese, bei dem sich allerdings dann relativ schnell Ernüchterung breitmacht, wenn man das, was Sie dort aufgeschrieben haben, mal mit dem abgleicht, was Sie konkret tun. Sie sprechen unter anderem von einer zielgerichteten und kurzfristigen Stabilisierung in der Krise, aber brauchen dann Monate, um angesichts der steigenden Inflation Entlastungen vorzulegen, die dann noch nicht mal zielgerichtet sind, sondern unter anderem Fahrten nach Sylt subventionieren. Sie preisen eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik und fordern unter anderem eine Diversifizierung von Lieferketten. Auch das ist ja völlig richtig. Aber Ihre Koalition vertagt von Woche zu Woche die Ratifizierung des CETA-Abkommens im Bundestag.</p>
				<p klasse="J">Ich kann ja nachvollziehen, dass es Ihnen bei ordnungspolitischen Antworten auf die Inflation oder bei angebotsorientierter Wirtschaftspolitik nicht immer leichtfällt, sich bei Ihren Koalitionspartnern durchzusetzen. Was ich aber beim besten Willen nicht verstehen kann, ist, dass Sie als dritte Säule Ihrer Strategie finanzpolitische Resilienz und Stabilität noch groß ins Schaufenster stellen, aber dann einen Haushalt aufstellen, der das genaue Gegenteil davon ist – mit 138,9 Milliarden Euro neuen Schulden im Kern- und Ergänzungshaushalt, 100 Milliarden Euro zweifellos notwendigen und dringlichen Sonderschulden im „Sondervermögen Bundeswehr“ und 60 Milliarden Euro zusätzlichen Schulden im Klima- und Transformationsfonds,</p>
				<kommentar>(Jamila Schäfer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die ihr unterstützt habt!)</kommentar>
				<p klasse="O">die Sie verfassungswidrig auf 2021 buchen, aber in diesem Jahr aufgenommen haben.</p>
				<kommentar>(Karsten Klein [FDP]: Aber Sie wollen sie doch ausgeben!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das macht in Summe – da hat der Kollege Dobrindt vorhin vollkommen recht gehabt – rund 300 Milliarden Euro Schulden, die Sie in 2022 aufnehmen. Mit finanzpolitischer Stabilität und Resilienz hat das rein gar nichts zu tun.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dennis Rohde [SPD]: Die Mittel werden aufgenommen, wenn sie gebraucht werden!)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt kann man sagen, was ja diese Woche wieder oft getan wurde: Jeder Cent dieser Verschuldung wird dringend gebraucht. – Besonders bemerkenswert ist dann, wenn man in der finanzpolitischen Strategie auf Seite 21 liest – ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin –: Im Klima- und Transformationsfonds und in den regulären Haushalten stehen bereits mehr Mittel zur Verfügung, als im aktuellen Umfeld sinnvoll ausgegeben werden können. – Das sage nicht ich; das haben Sie, das hat Ihr Haus in der Strategie so niedergeschrieben. Und wieder gilt: Erzählung und politisches Handeln klaffen meilenweit auseinander.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Mehr noch: Angesichts des Haushaltes, den Sie heute hier beschließen wollen, ist Ihr Papier und ist auch Ihre Rede von finanzpolitischer Stabilität schlicht eines, nämlich unglaubwürdig. Und das sage ich, Herr Minister, gar nicht mit Häme, im Gegenteil: Ich bedaure das ausdrücklich, weil ich von Ihnen als Finanzminister bei der Frage finanzieller Nachhaltigkeit mehr Standhaftigkeit und, ehrlich gesagt, auch mehr Prinzipientreue erwartet hätte. Das wird verstärkt durch einen Trick in Ihrer Finanzplanung, durch den Sie vorgeben, die Schuldenbremse ab 2023 wieder einzuhalten, tatsächlich aber auch Ihre Politik nach 2023 mit Schulden finanzieren. Sie nutzen die Ausnahmeregel der Schuldenbremse, um jetzt, am Anfang der Wahlperiode, Schulden aufzunehmen. Dieses Geld verschieben Sie dann in einen Nebenhaushalt, aus dem heraus Sie über die gesamte Wahlperiode Ihre Politik mitfinanzieren. In Wahrheit ist so auch die Politik nach 2023 schuldenfinanziert, nur dass Sie eben alle Schulden auf die Jahre 2021 und 2022 buchen, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass sich zum Ende der Wahlperiode keiner mehr an die Nettokreditaufnahme am Anfang der Wahlperiode erinnert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Schuldenbremse hat dem Vorgehen, die Schulden der ganzen Wahlperiode auf einzelne Jahre zu verbuchen, bislang aus gutem Grund einen Riegel vorgeschoben. Sie haben als eine Ihrer ersten Amtshandlungen die Buchungsregeln im Zusammenhang mit der Schuldenbremse zu Ihren Gunsten geändert und diesen Trick überhaupt erst möglich gemacht. Das macht Sie in Sachen Finanzen nicht nur unglaubwürdig. Das ist aus unserer Sicht – und ich bin mir sicher, das Verfassungsgericht wird das bestätigen – auch verfassungswidrig und lässt mich an Ihrem ansonsten oft vorgetragenen Bekenntnis zur Schuldenbremse, zur Regelorientierung und auch zur Selbstbindung der Politik zweifeln.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, ich habe in der Debatte zur Haushaltseinbringung im März bereits gesagt: Solide Finanzen und die Einhaltung der Schuldenbremse sind kein Selbstzweck. Vielmehr geht es bei der Überlegung, ob und inwieweit wir den Bundeshaushalt durch Schulden finanzieren, um eine zentrale und auch ganz einfache Frage: Soll die Bewältigung der Herausforderungen, vor denen wir heute zweifellos stehen und die nicht selten aktuelle Generationen zu verantworten haben, von uns oder von unseren Kindern bezahlt werden? Mit Ihrem Haushalt und Ihrer Finanzplanung haben Sie sich dafür entschieden, dass unsere Kinder bezahlen sollen. Nicht nur, aber auch deswegen lehnen wir Ihren Haushalt ab.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Anhaltender Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für die Bundesregierung spricht jetzt der Bundesminister für Finanzen, Christian Lindner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004097">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Lindner</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesminister BMF</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen:</p>
				<p klasse="J_1">Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Kollege Bury, ich habe Ihrem leidenschaftlichen Plädoyer gerne zugehört. Vieles von dem, was Sie gesagt haben, teile ich auch in der Sache. Dennoch musste ich gerade noch mal im Volkshandbuch nachschauen. Dort habe ich gesehen: Das ist jetzt Ihre erste Wahlperiode.</p>
				<kommentar>(Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Jetzt kommt wieder der Vorwurf!)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb können Sie nicht wissen, dass Sie viele Dinge kritisiert haben, die ich von der Vorgängerkoalition übernommen habe.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Ja, aber die Situation hat sich geändert! Es ist immer dasselbe!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das will ich gerne an einigen wenigen Punkten deutlich machen.</p>
				<p klasse="J">Der erste Punkt. Wir haben diese Haushaltsberatungen ja in drei Phasen miteinander gestaltet. Die erste Phase war der zweite Regierungsentwurf 2022, der Entwurf der Ampelkoalition. Wir haben dort die Eckpunkte von 99,7 Milliarden Euro Nettokreditaufnahme für 2022 fortgeschrieben. Aber anders als die Vorgängerkoalition haben wir andere Schwerpunkte gesetzt. Obwohl wir im zweiten Regierungsentwurf nicht einen Euro mehr Schulden geplant hatten als die Große Koalition, haben wir eine BAföG-Reform realisiert, haben wir mehr für den sozialen Wohnungsbau getan. Wir haben in Klimaschutz investiert, und wir haben den von CDU/CSU und SPD verantworteten Einkommensteuertarif an die Inflation angepasst, um die Menschen zu entlasten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Sie haben die KfW-Förderung abgeschafft!)</kommentar>
				<p klasse="O">Und das alles haben wir mit Ihren Eckpunkten getan. Damit kann ich sagen: Der zweite Regierungsentwurf 2022 war bereits der Beginn von Konsolidierungspolitik.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU und der AfD – Dr. Hendrik Hoppenstedt [CDU/CSU]: Da muss sogar der Bundeskanzler lachen! – Gegenruf des Abg. Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Ich sehe ein schlumpfiges Grinsen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben mir Ihren Eckpunkten mehr Qualität erreicht. Da sieht man: Es kommt eben auf den Koalitionspartner an, damit Gutes bewirkt werden kann.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Zum Zweiten: der Ergänzungshaushalt. Im Ergänzungshaushalt ist die 1 Milliarde für die Ukraine enthalten. Im Ergänzungshaushalt sind die Wirtschaftshilfen enthalten. Im Ergänzungshaushalt sind die Entlastungsmaßnahmen enthalten, die wir doch alle brauchen – insgesamt 39 Milliarden Euro an Hilfen für Geflüchtete, Unterstützung im Inland, militärische Ertüchtigung, Solidarität mit der Ukraine. Nennen Sie eine Maßnahme daraus, die Sie nicht wollen oder die die von Ihnen regierten Länder nicht gerne mit umsetzen, wie zum Beispiel das 9‑Euro-Ticket!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Wir haben ganz viele Detailvorschläge zu den Einzelhaushalten gemacht!)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, deshalb haben wir 139 Milliarden Euro Nettokreditaufnahme in einem Jahr von Krieg und Krise. Nur zum Vergleich: Wir planen jetzt mit 139 Milliarden Euro. Im letzten Haushalt der CDU-geführten Regierung 2021 war die Planzahl 240 Milliarden Euro.</p>
				<kommentar>(Widerspruch bei der CDU/CSU – Zuruf von der CDU/CSU: Finanzminister Scholz!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ja, Finanzminister Scholz ist jetzt der Bundeskanzler.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU – Florian Oßner [CDU/CSU]: Das war ein Eigentor! – Weiterer Zuruf von der CDU/CSU: Das ist so lächerlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben jetzt eine andere Arbeitsteilung in der Regierung.</p>
				<p klasse="J">Jetzt kommen die 100 Milliarden Euro für das Sondervermögen Bundeswehr hinzu, dem Sie ja zustimmen. Sie stimmen zu. Sie halten das auch für erforderlich, weil wir damit ja eine jahrelange Vernachlässigung der Bundeswehr beenden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Meine Damen und Herren, haushaltspolitisch hat die Vernachlässigung der Bundeswehr noch eine andere Seite. Die Vernachlässigung der Bundeswehr hat doch über Jahre auch CDU-geführten Regierungen Verteilungsspielraum an anderer Stelle gebracht.</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: So ist es! Guter Einwand!)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb ist es nur richtig, dass Sie jetzt zustimmen, dass wir diese 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr investieren. Damit bekennen Sie sich dazu, dass Sie sowohl für den Zustand der Bundeswehr als auch für die Finanzen dieses Landes, die Sie uns hinterlassen haben, Verantwortung haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Wir haben es erarbeiten müssen, weil die Grünen dagegen waren!)</kommentar>
				<p klasse="J">Was ist nun die Alternative, die Sie angeboten haben? Sie wollen 60 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds abziehen und in diesem Jahr einsetzen. Dann fehlen uns in den nächsten Jahren wichtige transformative Investitionen. Vor allen Dingen aber klagen Sie, Herr Kollege Bury, gegen diese 60 Milliarden Euro.</p>
				<kommentar>(Bettina Hagedorn [SPD]: Ja!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das heißt: Die 60 Milliarden Euro, die es nach Ihrer Überzeugung gar nicht geben sollte, geben Sie trotzdem gerne aus. Wie widersprüchlich ist dies?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Yannick Bury [CDU/CSU]: Kollege, das stimmt nicht! Falsch! – Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Peinlich! Peinlich von der Union!)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt werden alle Rücklagen aufgelöst, die wir von Ihnen übernommen haben. Wie wollen Sie denn den Haushalt 2023 aufstellen, ohne diese Rücklagen einzusetzen? Ich sage Ihnen: Wir machen es nicht wie mit der Tageszeitung. Ihre Haushaltsänderungsanträge landen nicht im Papierkorb; die kommen in die Wiedervorlage für die Haushaltsberatung 2023.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Florian Oßner [CDU/CSU]: Ja, richtig! – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich komme zum Schluss. – Bei alldem sind Sie in der Lage, immer noch mehr Ausgaben, mehr Entlastungen, mehr Subventionen über die KfW zu fordern. Sie wollen in der Haushaltspolitik Schäuble sein; das ist Ihr Anspruch. Aber die Realität ist nicht Schäuble. Die Realität ist:</p>
				<kommentar>(Florian Oßner [CDU/CSU]: Scholz!)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie gehen mit dem Geld der Menschen um wie der Jongleur auf der Strandpromenade von Sylt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Das trifft auf Sie zu, aber nicht auf uns!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Es folgt für die AfD-Fraktion Kay Gottschalk.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004731">
						<name>
							<vorname>Kay</vorname>
							<nachname>Gottschalk</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Kay Gottschalk (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Damen und Herren! Vorab, Herr Dobrindt: Das war eben eine besondere Art der Heuchelei. Sie haben, glaube ich, eine Netzkarte erster Klasse; aber ich lade Sie gerne ein, wenn Sie das machen wollen, mit mir mal in der zweiten Klasse mit der Regionalbahn von München nach Rügen zu fahren. Dann lade ich Sie sogar zu einer Fahrt auf dem Rasenden Roland ein. Aber das eben war echt voll Panne; das muss ich mal sagen. Das war geheuchelt. Lassen Sie das an der Stelle!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Für die Kinder!)</kommentar>
				<p klasse="J">Kommen wir aber zu diesem Bundeshaushalt, verehrte Damen und Herren, der ja nicht mal diesen Namen verdient. In Verballhornung der deutschen Sprache, die Sie von den linken Fraktionen hier eingeführt haben, würden Sie sagen: Das ist das Guter-Haushalt-Gesetz. – Aber an diesem Haushalt ist nichts gut; er spiegelt den linken Zeitgeist und seine gesellschaftspolitischen Vertreter wider, die sich hier nun komplett durchgesetzt haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das hat er gar nicht gesagt! Das ist eine falsche Behauptung!)</kommentar>
				<p klasse="O">Genau diese Vertreter, die von den Medien, die sich jetzt davonstehlen, als Claqueure begleitet worden sind, sind es, die an der desolaten Verfassung und dem Abwracken der Bundeswehr, das schon unter Gerhard Schröder begann, Schuld haben. Sie haben Schuld an der Schuldenkrise; denn die ist schon 2009 von Frau Merkel vorbereitet worden. Mit dieser Schuldenkrise – das wird Ihnen jeder Wissenschaftler sagen – geht auch die galoppierende Inflation dieser Tage einher, die zur Armut in breiten Kreisen der arbeitenden Bevölkerung beiträgt. Deswegen: Eine Fortschrittskoalition, Herr Scholz, Herr Lindner, sind Sie nicht. Sie sind eine Umverteilungskoalition mit einer Reinkarnation des Fünfjahresplans, den wir schon in der DDR hatten, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Herr Lindner, Sie bezeichnen Kollegen hier im Hohen Hause als Zauberer. Da musste ich glatt an Johann Wolfgang von Goethe und den „Zauberlehrling“ denken.</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Lassen Sie den doch in Ruhe, bitte! Das hat Goethe nicht verdient!)</kommentar>
				<p klasse="O">Auch der hätte Probleme, die Schuldengeister sozusagen in die Koalitionsflasche – und die ist ganz groß – zurückzudrängen. Das ist eine Misere, die haben ganz alleine Sie zu verantworten!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein bisschen Verständnis, fast Mitleid, habe ich allerdings mit Ihnen. Da ist die schon fast sozialistisch zu nennende SPD mit Kevin Kühnert, die an dem einen Bein bei Ihnen zieht. Noch weiter links – ja, es geht – sind die Grünen mit ihren utopischen Ökoforderungen. Ja, und – das ganz böse Wort hier im Hause – von rechts kommen dann noch einige Ihrer Kollegen in Ihrer Fraktion, die Sie – ganz milde aber nur noch – an Ihre Wahlversprechen von vor nicht einmal einem Jahr erinnern. Ihre Wahlversprechen gegenüber den fleißigen Menschen sind Makulatur, Herr Lindner!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Diese Schulden sind doch in Wahrheit nur der Kitt, der Ihre Umverteilungskoalition zusammenhält. Das ist die brutale Wahrheit über Ihre Schuldenorgie, die Sie hier abbrennen, meine Damen und Herren.</p>
				<p klasse="J">Und zur Frage, ob Sie die Schuldenbremse in den nächsten Jahren einhalten werden – Sie haben hier eben unter lautem Gelächter 2023 artikuliert –,</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: Das Gelächter galt aber Ihnen!)</kommentar>
				<p klasse="O">da sprechen Sie doch vielleicht einmal mit der Grünenabgeordneten Otte, die am Dienstag schon angekündigt hat, was wahrscheinlich kommt. Sie sprach von dem Aufweichen der Schuldenbremse und von Steuererhöhung. Es war sogar von Kriegssteuern die Rede. Das wäre dann wirklich Politik à la Italia und Frankreich, einer Weichwährung und Verschuldung. Und damit enteignen Sie Rentner und fleißige Arbeiter in diesem Lande, Herr Lindner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">In Zeiten von gravierender Inflation – wir haben die höchste seit über 50 Jahren – brauchen die Menschen und der Mittelstand, glaube ich, andere Bekenntnisse als das, was Sie hier eben vorgetragen haben. Viele haben Angst, ihren Lebensstandard in Zukunft nicht mehr halten zu können. Diese gebeutelte Nation hätte andere Erklärungen verdient, zum Beispiel: Der Soli kommt komplett weg. Bürokratieabbau. – Das wären Botschaften gewesen, die für Wirtschaftswachstum sorgen, aber doch nicht eine Transformation. Die beste Transformation wäre, Ihre Regierung transformierte sich von heute auf morgen weg und machte den Platz für eine bürgerlich-konservative Regierung in diesem Lande frei.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Konstantin Kuhle [FDP]: Da wären Sie aber nicht dabei!)</kommentar>
				<p klasse="J">Abschließend bleibt ein fader Beigeschmack. Ich sehe nämlich schon jetzt, wie Sie Ihre Versprechen brechen werden und mit Tricks und anderen üblen Methoden hier –</p>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004731">
						<name>
							<vorname>Kay</vorname>
							<nachname>Gottschalk</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Kay Gottschalk (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">– einen ausgeglichenen Haushalt vorgaukeln wollen. Ähnlich ist es ja mit Ihrem Verteidigungsfonds oder Ihrem Sondervermögen. Meine Damen und Herren, das ist kein Sondervermögen, das sind Sonderschulden zulasten der jüngeren Generation.</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: Da stimmen Sie also gegen die Bundeswehr! Interessant!)</kommentar>
				<p klasse="O">Da machen wir nicht mit.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Jetzt spricht für die SPD-Fraktion der Kollege Andreas Schwarz.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004407">
						<name>
							<vorname>Andreas</vorname>
							<nachname>Schwarz</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Andreas Schwarz (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Opus factum est, wie die alten Römer sagten: Die Arbeit ist vollbracht.</p>
				<kommentar>(Lachen bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir verabschieden nun gleich den ersten Haushalt der Ampelkoalition. Danke, vor allen Dingen an die fleißigen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, an unsere Fraktionsmitarbeiterinnen und ‑mitarbeiter, aber natürlich auch an das Ausschusssekretariat.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Mit diesem Feuerwerk der guten Laune schaffen wir Sicherheit in der Krise, reagieren mutig, besonnen und entschlossen. Diese Koalition hat einfach Lust auf Zukunft, trotz oder wegen aller Herausforderungen. Wir machen in dieser Koalition den Fortschritt und investieren circa 51 Milliarden Euro in unsere Zukunft; das ist circa ein Drittel mehr als vor der Krise.</p>
				<p klasse="J">Klare Signale gehen auch an die kommunale Familie. Das freut mich als ehemaliger Bürgermeister. An vielen Stellen sind wir gar nicht zuständig, aber wir machen etwas: beispielsweise 659 Millionen Euro für Bau- und Sanierungsmaßnahmen bei kulturellen Einrichtungen, 476 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen, das Parksanierungsprogramm mit 100 Millionen Euro.</p>
				<p klasse="J">Ja, der Haushalt hat ein Volumen von insgesamt fast 500 Milliarden Euro. Die eingeplante Neuverschuldung – dafür haben wir schon in der GroKo den Pfad gelegt – bleibt bei 140 Milliarden Euro, also bei dem, was wir erwartet haben. Klar, wir nehmen Kredite auf. Aber wir machen etwas aus dem Geld und investieren in die Zukunft nachfolgender Generationen. Meine Damen und Herren, das ist ein guter Haushalt. Wir machen das Land zukunftsfähig, und wir stärken den Zusammenhalt in der Gesellschaft.</p>
				<p klasse="J">Heute haben wir eine schier unvorstellbare Situation in Europa, aber auch in Deutschland: Coronakrise, Angriffskrieg der Russen auf die Ukraine und nicht zu vergessen die Auswirkungen der Klimakrise auf die laufende Transformation. Man sieht eine Zeitenwende in allen Lebensbereichen, und dieser Haushalt erfüllt diese Zeitenwende mit Leben. Die Fragen der Zeit brauchen jetzt fortschrittliche Antworten, und wir liefern sie. Dieses Land ist in der Lage, sich diesen Herausforderungen zu stellen und gestärkt aus vielen Krisen zu kommen.</p>
				<p klasse="J">Verehrte Bürgerinnen und Bürger, es gibt auch viele Entlastungen. Wir lassen Sie nicht alleine und reagieren auch hier schnell und entschlossen. Wir sind bereit, auch weiter zu helfen. Mehr als 30 Milliarden Euro wurden hier kurzfristig in die Hand genommen – ein Feuerwerk an Maßnahmen: Heizkostenzuschuss, Sofortzuschlag für die Familie und Kinder, Senkung der Energiesteuer, 300 Euro Energiepreispauschale, 9‑Euro-Ticket.</p>
				<p klasse="J">Ja, meine Damen und Herren, mir ist bewusst, dass damit auch nicht alle Engpässe in den Haushalten, die aufgrund der Krise entstanden sind, geschlossen und beseitigt werden können. Aber wir kümmern uns darum. Wir haben das auf dem Schirm, und wir reagieren. Die Menschen draußen nehmen das auch wahr.</p>
				<p klasse="J">Der Kampf gegen den Klimawandel geht weiter. Auch hier nehmen wir unwahrscheinlich viel Geld in die Hand: für Elektromobilität, für Wasserstofftechnologie in Deutschland. Ja, und wir wollen auch, dass unsere Gebäude weiterhin effizient ausgebaut werden. Die Transformation der Wirtschaft ist das Zauberwort und der Schlüssel zum Erfolg. Auch hier geben wir das Signal an die Unternehmen, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Wir wollen Arbeitsplätze sichern, und wir werden diesen Prozess in Deutschland begleiten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Menschen in unserem Land brauchen Sicherheit – Sicherheit in allen Lebenslagen. Diese Fortschrittsregierung liefert sie. Wir garantieren soziale und wirtschaftliche Stabilität und somit den gesellschaftlichen Zusammenhalt – von der Zugspitze bis nach Sylt, von Aachen bis nach Görlitz. Dieser Haushalt ist zudem ein Meilenstein im Hinblick auf die äußere und innere und soziale Sicherheit in unserem Land. Ich denke an THW, Fahrzeugbeschaffungsprogramm, Zoll, Bekämpfung von Geldwäsche und Schwarzarbeit, Mindestlohnkontrolle. Hier wird Personal aufgestockt, ebenso bei der Bundespolizei, wenn es um das Thema „Innere Sicherheit“ geht. Wir stärken aber nebenbei noch den sozialen Wohnungsmarkt. Wir stärken die Familien und natürlich auch den Bildungsbereich.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, auch die äußere Sicherheit – die muss zusammen mit der inneren Sicherheit gedacht werden – hat bei uns höchste Priorität. Stichwort ist hier: 100 Milliarden Euro Sondervermögen der Bundeswehr. Wir übernehmen hier Verantwortung für unsere Soldatinnen und Soldaten und senden vor allem auch ein klares Signal an die Bündnispartner in der Welt. Deutschland erkennt seine Verantwortung, ist sich dieser bewusst und ist ein zuverlässiger Bündnispartner. Das ist das klare Signal, das auch von diesem Haushalt ausgeht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bedanke mich wirklich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, auch über die Parteigrenzen hinweg. Das ist auch ein guter Ausblick in die Zukunft; denn nach dem Haushalt, liebe Bettina Hagedorn, ist vor dem Haushalt. Wir freuen uns natürlich auf die nächsten Beratungen, die in Kürze anstehen, aber jetzt haben wir eine Handlungsgrundlage für unser Land geschaffen. Freuen wir uns darauf, setzen wir um und gestalten die Zukunft in diesem Land positiv.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Es folgt jetzt für Bündnis 90/Die Grünen Jamila Schäfer.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005200">
						<name>
							<vorname>Jamila</vorname>
							<nachname>Schäfer</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Herr Dobrindt! Lieber Herr Bury! Ich finde es sehr interessant, dass Sie sich über die hohe Nettokreditaufnahme beschweren. Ich bin mir eigentlich sicher, dass Sie es in so harten Krisenzeiten wahrscheinlich genauso machen würden, dass auch Sie versuchen würden, die erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Nichts anderes ist das, was wir machen, nämlich Verantwortung für dieses Land zu übernehmen. Da würde ich mir ein bisschen mehr Ehrlichkeit in der Debatte wünschen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn ich mit den Bürgerinnen und Bürgern in meinem Wahlkreis im Münchener Süden spreche, dann ist das, ehrlich gesagt, genau die Erwartung an uns. Sie erwarten, dass wir erstens dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkel am Ende dieses Jahrhunderts noch in einer einigermaßen intakten ökologischen Welt leben können, zweitens, dass wir die demokratische Selbstbestimmung in diesem Land ausbauen und auch weiter verteidigen und dass wir drittens auf diesem Weg niemanden in Armut zurücklassen. Ich bin mir sicher: Die Erwartungen in Ihren Wahlkreisen sind ganz ähnliche, egal ob in München, Bochum, Sylt oder in der Lausitz. Unsere Politik muss sich an diesen Erwartungen messen lassen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Der vorliegende Haushalt, den wir heute aufstellen wollen, muss sich hinter diesem Anspruch auch nicht verstecken. Das zeigt die Extramilliarde für die humanitäre Hilfe in der Ukraine oder zahlreiche Investitionen in die Energiewende und den internationalen Klimaschutz. Heute investieren wir mit dem Sondervermögen in unsere Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit, um die Versäumnisse aus der Vergangenheit zu korrigieren.</p>
				<p klasse="J">Aber wir müssen uns auch ehrlich machen und anerkennen, dass das noch nicht reicht. Krisen bewältigt man dann am besten, wenn man sie verhindert. Nicht umsonst haben wir uns im Koalitionsvertrag die Eins-zu-eins-Regelung gegeben, die Aufwüchse der Mittel für die internationale Krisenprävention und die Entwicklungszusammenarbeit sichern soll. Es ist haushalterisch sinnvoll, dafür jetzt die Finanzierungsspielräume zu schaffen und in eine umfassende Resilienz zu investieren.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Dazu gehören eben auch Investitionen in den Bevölkerungsschutz, in den Schutz kritischer Infrastruktur und in den sozialen Frieden hierzulande; denn am teuersten sind doch die Krisen, die wir nicht verhindern. Das wissen wir Haushälter am allerbesten, weil all die überplanmäßigen Bewilligungen ja auf unserem Schreibtisch landen, wenn wir in Krisenzeiten wieder mehr Gelder lockermachen müssen. Deswegen: Krisenprävention ist kluge Haushaltspolitik.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">So toll der Haushalt 2022 auch ist: Wegzaubern wird er die multiplen Krisen, die wir aktuell erleben, nicht. Der nächste Kabinettsentwurf muss deswegen auf den Entwicklungen in diesem Haushalt aufbauen. Ich kann Sie, liebe Kabinettsmitglieder, nur ermutigen, die Verhandlungen für den 2023er-Haushalt so anzugehen, dass er der Größe der Herausforderungen gerecht wird. Vieles aus dem Koalitionsvertrag wartet nur darauf, in dem Entwurf der Bundesregierung festgeschrieben zu werden. Wir haben die Aufgabe, die aktuellen Krisen zu bewältigen, ohne dabei neue zu schaffen. Dafür gehen wir mit diesem Haushalt einen großen Schritt in die richtige Richtung. Lassen Sie uns diese Strecke ohne ein Tempolimit zurücklegen! Für 2023 gilt: Wer bremst, verliert.</p>
				<p klasse="J">Vielen herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU-Fraktion folgt jetzt Dr. Ingeborg Gräßle.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005069">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Ingeborg</vorname>
							<nachname>Gräßle</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Ingeborg Gräßle (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben immer schon gewusst, dass Rot-Grün nicht mit Geld umgehen kann: Wenn einem 332 Milliarden Euro Steuereinnahmen nicht reichen und man sie noch durch eine sensationelle Neuverschuldung toppen muss, ist klar, dass das nichts wird. Aber dazu, dass die FDP da mit im Boot sitzt, zustimmt und sich dann als Hütchenspieler in der Öffentlichkeit aufführt, muss ich sagen: Herr Minister, als Hütchenspieler sind Sie einfach nicht gut genug. Vielleicht sollten Sie die entsprechende Fortbildung eher in Berlin als auf Sylt suchen.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU und der AfD – Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Oh!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben gemerkt, dass die großen Verlierer dieses Haushalts die Rentnerinnen und Rentner sind. Sie haben „Respekt“ plakatiert; Sie haben plakatiert, dass jetzt die große soziale Gerechtigkeit kommt. Doch gerade die Gruppe der Rentnerinnen und Rentner fällt bei Ihnen durchs Raster. Wir beraten nachher auch noch Ihr Rentengesetz, mit dem allerdings nur Rentenlöcher gestopft werden, statt dass eine neue Rentenperspektive geschaffen wird. Wir finden das falsch. Die Aktienrente der FDP ist offenbar ganz beerdigt.</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Ja, stimmt! Gibt es nicht mehr! – Konstantin Kuhle [FDP]: Wartet mal ab!)</kommentar>
				<p klasse="O">Jedenfalls finden wir in diesem Haushalt keinen einzigen Euro dafür. Und beim Energiegeld vergessen Sie ausgerechnet diejenigen, die von Inflation und Preissteigerungen am stärksten betroffen sind, nämlich die Rentnerinnen und Rentner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir finden das falsch. Wir haben viele gute Gründe, diesen Haushalt abzulehnen.</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: Dann nennen Sie doch mal welche!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte Ihnen aber in meinem 25. Parlamentsjahr auch noch ein paar Eindrücke aus der ersten Beratung dieses Haushalts mitteilen. Ich kann nur sagen: Danke für nichts! Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht gewesen wären, hätten wir nichts zu beklatschen gehabt. Ich muss Ihnen sagen: Ich bin schon schockiert angesichts der Aufgabe von Parlamentsrechten und der Art und Weise, wie die Regierung ihr Big Government, ihren großen Apparat nachts um 1 Uhr durch die kalte Küche aufgebaut hat – ohne Protest der entsprechenden Regierungskoalitionäre, die stattdessen das Ganze zur Kenntnis genommen und durch Händeheben brav zugestimmt haben.</p>
				<p klasse="J">Die 1 500 neuen Stellen beim Zoll müssen jetzt als Rechtfertigung für einen Stellenaufwuchs von 10 000 Stellen herhalten. Geht’s noch? Das ist erbärmlich.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir gehen aus diesen Haushaltsberatungen mit einem Rekordaufwuchs an Stellen heraus – mit einem Rekordaufwuchs an Stellen, die die künftigen Generationen über die nächsten 30 oder 40 Jahre belasten werden. Das empfinde ich als das Gegenteil von Nachhaltigkeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Sie haben doch einst plakatiert „Mehr Demokratie wagen!“; die Überschrift Ihres Koalitionsvertrages ist „Mehr Fortschritt wagen“. Ich empfinde es als undemokratisch, wenn die Vorlagen so spät kommen, dass man sie wirklich nicht mehr zur Kenntnis nehmen kann.</p>
				<kommentar>(Karsten Klein [FDP]: Da hätten Sie mal unter der Unionsregierung da sein sollen! Wann da die Vorlagen kamen! Die wurden als Tischvorlagen verteilt, während der Verhandlungen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich empfinde das ganze Vorgehen als regierungslastig. Dass Ihnen das gefällt, glaube ich sofort; aber es macht Sie halt auch zu braven Abnickern von Regierungsvorlagen und dreisten Versuchen, die Regierung aufzubauschen, und das bei Tag und bei Nacht. Ich habe so etwas noch nie gesehen und möchte es eigentlich auch nicht sehen.</p>
				<p klasse="J">In zentralen Fragen dieses Landes sind wir kein Jota vorangekommen. Eine solche Frage ist nämlich, warum auf manchen Haushaltslinien so viel Geld vorhanden ist, dass die Verwaltung das Geld gar nicht umsetzen kann. Da ist es mit Schuldzuweisungen nicht getan. Offenbar gibt es strukturelle Probleme in unserem Land, die regierungsunabhängig sind. Das betrifft gerade auch die Probleme der Digitalisierung, die sowohl beim BMF als auch beim BMI ressortieren. Denen müssen wir uns zuwenden. Es wäre gut, wenn Sie hier nicht mit unterkomplexen Analysen glänzen würden,</p>
				<kommentar>(Jamila Schäfer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das können Sie sich selbst auf die Fahne schreiben!)</kommentar>
				<p klasse="O">nämlich mit dem Satz: „Wir wollen, also geht es“, und im Umkehrschluss: „Ihr wolltet nicht, also ging es nicht.“ PR und Selbstlob werden diese Probleme nicht lösen.</p>
				<p klasse="J">Was mich in dieser Debatte wirklich entsetzt hat, ist, wie die Redner der Ampel die Fakten verdreht haben. Da wurde in der Generaldebatte behauptet, die Union wolle die von ihr beklagten Ausgaben in Höhe von 60 Milliarden Euro für den Energie- und Klimafonds zur Deckung ihres Entlastungspakets nutzen.</p>
				<kommentar>(Andreas Schwarz [SPD]: Ja, das stimmt auch! – Dennis Rohde [SPD]: Steht heute noch einmal im Antrag! Lesen hilft!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Realität sieht anders aus: Wir senken die von Ihnen umgewidmeten Mittel im Rahmen unserer Anträge ab.</p>
				<kommentar>(Dennis Rohde [SPD]: Dann nehmen Sie die Klage heute zurück! Das muss die Konsequenz sein!)</kommentar>
				<p klasse="O">Genutzt werden sie rein haushaltstechnisch, damit Ihre Neuverschuldung in der Vorlage reduziert wird.</p>
				<kommentar>(Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein, das stimmt nicht! Sie haben gesagt, zur Finanzierung eines Entlastungspakets! Steht in der Begründung drin!)</kommentar>
				<p klasse="O">Glauben Sie wirklich, dass wir Ihnen so eine Steilvorlage geben würden? Glauben Sie das wirklich? Lesen Sie mal die Dokumente! Lesen Sie die Dokumente richtig!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Über Rücklagen machen Sie das!)</kommentar>
				<p klasse="J">Zur Finanzierung unseres 40‑Milliarden-Euro-Entlastungspakets verwenden wir Mittel aus der Rücklage in Höhe von 48,2 Milliarden Euro, einer Rücklage übrigens, die unter der CDU/CSU-geführten Regierung geschaffen wurde und die Sie weiter gebunkert haben. Warum haben Sie sie gebunkert? Weil Sie sie natürlich zur Befriedung der Koalition mit Geld brauchen.</p>
				<kommentar>(Dennis Rohde [SPD]: Die Finanzplanung unter Bundeskanzlerin Merkel hat genau das so vorgesehen! Jetzt wird es peinlich, Frau Kollegin!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir entsprechen einer Empfehlung des Bundesrechnungshofs, der sagt: Konsum von Rücklagen vor neuen Schulden. – Sie haben wie die Eichhörnchen im Winter in diesem Haushalt Vorräte angelegt –</p>
				<kommentar>(Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das hat Angela Merkel gemacht!)</kommentar>
				<p klasse="O">Manövriermasse, Spielgeld und Kitt für einen bereits brüchigen Koalitionsfrieden.</p>
				<kommentar>(Sven-Christian Kindler [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nö!)</kommentar>
				<p klasse="J">Sie ringen halt nicht um die beste Politik, sondern handeln nach dem Motto „Jeder kriegt was“. Das Ganze geht zulasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die sich schon fragen, was aus dieser Koalition noch an Positivem herauskommen soll, das unser Land wirklich weiterbringt.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Jamila Schäfer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich dachte, Sie bemängeln Unterkomplexität!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für die FDP-Fraktion spricht jetzt Otto Fricke.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003530">
						<name>
							<vorname>Otto</vorname>
							<nachname>Fricke</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Otto Fricke (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Also, Frau Kollegin Gräßle, ich will jetzt nicht sagen, dass das „Rumgesyltze“ war;</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">aber ich hätte doch gerne, dass wir ein wenig zur Haushaltspolitik und zu den Zahlen zurückkommen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Herr Fricke, eine Anrede wäre noch gut.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003530">
						<name>
							<vorname>Otto</vorname>
							<nachname>Fricke</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Otto Fricke (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin!</p>
				<kommentar>(Beifall der Abg. Dr. Ingeborg Gräßle [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Ich bitte vielmals um Entschuldigung und bedanke mich ganz besonders, dass ich unter Ihrer Obhut reden darf.</p>
				<kommentar>(Dr. Ingeborg Gräßle [CDU/CSU]: So viel Zeit muss sein!)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, ich möchte mich, nachdem schon vielen gedankt worden ist, ganz besonders für den haushaltspolitischen Ausblick bedanken. Wir haben den Haushalt 2022 jetzt hinbekommen, aber das Jahr 2023 kommt. Ich bedanke mich ganz besonders bei dem leider gerade nicht anwesenden Olaf Scholz und bei Hubertus Heil; denn die beiden haben etwas sehr Gutes zu 2023 gesagt. Olaf Scholz hat gesagt, dass bei allem, was wir heute und auch künftig tun, eines klar ist: Kreditfinanzierte Dauersubventionen sind keine Lösung, zumal wir im nächsten Jahr die verfassungsmäßig vorgeschriebene Schuldenbremse wieder beachten werden. Ziel muss also sein, den Inflationsdruck nachhaltig zu mindern.</p>
				<kommentar>(Kay Gottschalk [AfD]: Das sind aber nur Ankündigungen, Herr Kollege! Ankündigungen, Ankündigungen, Ankündigungen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn das ist der wichtigste Grund – da hat der Bundeskanzler vollkommen recht –, warum sich die Bürgerinnen und Bürger täglich Sorgen machen und fragen: Wie komme ich durch die Zukunft? – Die Antwort muss immer im Haushalt gefunden werden. Wir als Koalition haben die Antwort hier in diesem Haushalt gefunden und werden sie auch 2023 wieder finden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Hubertus Heil hat dann heute Morgen zum Thema Inflation noch sehr schön gesagt: Alle werden beim Kampf gegen die Inflation einen Beitrag leisten müssen. – Das, sage ich, wird auch in den nächsten Monaten eine Aufgabe für die Koalition sein: Keiner von uns kann die Zukunft vorhersagen; aber wir müssen sie planbar machen, soweit es uns möglich ist. Und das tun wir mit einem Entwurf des Haushaltes 2023. Ich bin mir sicher, dass wir in der nächsten Sitzungswoche wissen, wohin die Reise im nächsten Jahr geht,</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Nach Sylt!)</kommentar>
				<p klasse="O">natürlich immer unter der Voraussetzung, dass nicht neue Schicksalsschläge kommen; wir alle hoffen, dass sie nicht geschehen werden.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die Schuldenbremse ist für das Thema Inflation – das möchte ich heute noch einmal verbinden – essenziell wichtig; denn sie verhindert, dass wir als Politik es uns einfach machen, sie verhindert, dass wir sagen: Du hast ein Problem? Hier ist das Geld. Wir lösen es. – Das wäre zu einfach. Dann könnte es jeder – dann könnte es auch die CDU –, wenn man es nach dem Motto „einfach mehr Geld ausgeben“ machen könnte.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Das werden wir mit Sicherheit nicht tun. – Nicht aufregen, ihr habt noch dreieinhalb Jahre, in denen ihr euch dran gewöhnen könnt!</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Konstantin Kuhle [FDP]: Länger!)</kommentar>
				<p klasse="J">Das Zweite aber ist doch – das will ich auch noch deutlich sagen –: Wenn in Deutschland die Inflation nicht unter Kontrolle ist, dann wird es für Europa schwer sein, die Inflation unter Kontrolle zu halten. Wenn wir die Schuldenbremse nicht nutzen, dann heißt das nichts anderes, als dass die EZB endlich reagieren müsste. Wenn wir es nicht tun, müsste sie leider viel zu stark reagieren, was wir auch nicht wollen; denn übermäßige Zinsen in Europa werden, wenn sie durch die Inflation getrieben werden, die Länder am Rande Europas, denen wir helfen müssen, erst recht in Schwierigkeiten bringen, und das, glaube ich, will keiner in diesem Hause.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, zum Schluss zur CDU ganz schnell noch ein paar Worte: Sie machen es wieder mit den 60 Milliarden Euro – übrigens, Hinweis, mit kleinem Schwarz auf großem Grün; Ihre Zukunft anscheinend –, Sie wollen die 60 Milliarden Euro, von denen Sie sagen, dass sie verfassungswidrig und nichtig sind, zur Absenkung der Neuverschuldung eingesetzt sehen. Das war die CDU-Politik bei diesen Haushaltsberatungen.</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: Peinlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich hoffe auf mehr bei den nächsten.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Es folgt als Nächster für die SPD-Fraktion Martin Gerster.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003758">
						<name>
							<vorname>Martin</vorname>
							<nachname>Gerster</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Martin Gerster (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Nach Wochen und Monaten der Beratung und Diskussion im Ausschuss, im Plenum und darüber hinaus sind wir auf der Zielgeraden zur Beschlussfassung über den Haushalt 2022, den ersten der Ampel.</p>
				<p klasse="J">Neben der üblichen Kritik aus der Opposition – zu wenig, zu viel, zu spät, zu früh, zu schnell, zu langsam, zu hoch, zu niedrig, fehlende Gesamtkonzeption – beschäftigt sich die Unionsfraktion, wie wir diese Woche feststellen konnten, derzeit mit vielen Fragen.</p>
				<kommentar>(Bettina Hagedorn [SPD]: Ja!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist natürlich ihr gutes Recht. Aber ich will einfach betonen, dass wir mit dem vorliegenden Haushaltsentwurf, dem Haushalt der Ampel, über den wir nachher abschließend abstimmen, Antworten geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist doch das, was die Menschen von uns erwarten: Antworten auf die großen Krisen, die gleichzeitig auftreten: den brutalen Angriffskrieg, die Klimakrise, aber natürlich auch die Coronapandemie, die noch immer nicht ausgestanden ist.</p>
				<p klasse="J">Wir geben auch Antworten darauf, wie wir als Ampel das Zusammenleben in unserem Land besser organisieren wollen: freiheitlicher, sozial gerechter, mehr Rücksicht nehmen auf andere Menschen und auf unseren Planeten.</p>
				<p klasse="J">Was mich, liebe Kolleginnen und Kollegen, in dieser Debatte wirklich entsetzt hat, ist, was Gräßle hier gesagt hat: dass wir in der Ampel brave Abnicker wären. Das, muss ich einmal sagen, ist schon eine ziemliche Frechheit, Frau Gräßle.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Wissen Sie, die Ampel hat allein im Einzelplan 06 über 50 Deckblätter, also Änderungsanträge, auf den Weg gebracht,</p>
				<kommentar>(Dennis Rohde [SPD]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="O">zahlreiche Maßgabebeschlüsse.</p>
				<kommentar>(Peter Boehringer [AfD]: 30 Millionen für Ihre Stiftungen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben mehr Änderungsanträge auf den Weg gebracht als Sie aus der Unionsfraktion. Da frage ich doch einmal: Wer war fleißig, wer war richtig gut als Abgeordnete, und wer hat wenig getan? – Das ist doch die Wahrheit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Dr. Ingeborg Gräßle [CDU/CSU]: Ihr habt alles durchgewunken, was aus dem Ministerium kam, alles!)</kommentar>
				<p klasse="J">Insofern muss man sagen: Wir in der Ampel nehmen die Herausforderungen unserer Zeit an. Wenn man sich noch einmal anschaut, was wir allein im Einzelplan 06, im Etat des Bundesinnenministeriums, auf den Weg gebracht haben, dann muss man zugeben, dass das wirklich gut ist, dass das absolut adäquate Antworten auf die Probleme unserer Zeit sind. Wir investieren massiv in den Zivilschutz und in den Katastrophenschutz, den Bevölkerungsschutz, und in die Bundespolizei. Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für die Aufnahme, Betreuung und Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern und anderen Menschen. Wir investieren in politische Bildung, in Digitales, in den Sport, während Sie im Sportbereich sieben Kürzungsanträge eingebracht haben; das ist der Unterschied zwischen Ihnen und der Ampel.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Man muss klar sagen: Eine zentrale Lehre aus der Coronapandemie ist doch, dass wir durch die Krise kommen können, wenn der Staat Handlungsfähigkeit demonstriert, wenn wir die Konjunktur mit klugen Investitionen – in Zukunftsbereiche wie Digitalisierung, Transformation und Klimaschutz – am Laufen halten, wenn wir die Kaufkraft stärken und wenn wir den Menschen, zum Beispiel mit dem Kurzarbeitergeld, Sicherheit im Wandel geben.</p>
				<p klasse="J">Wir finanzieren ein milliardenschweres Paket, das Bürgerinnen und Bürger in den verschiedensten Lebenssituationen von steigenden Preisen entlastet und in diesen Tagen volle Wirkung entfaltet.</p>
				<p klasse="J">Ich kann den Menschen auf Sylt und im Übrigen auch der Kollegin Paula Piechotta sagen: Kauft das 9‑Euro-Ticket! Fahret auf de schwäbsche Eisebahne von Stuttgart über Ulm nach Biberach! Und: Erholen Sie sich von dem strapaziösen Inselleben auf Sylt in Oberschwaben oder am Bodensee!</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute Morgen hatten wir drei Abgeordneten aus dem Wahlkreis Biberach Besuch von rund 20 Jugendlichen aus Riedlingen zusammen mit dem Bürgermeister Marcus Schafft. Sie sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Projekt „Schalömle“, einem Projekt gegen Antisemitismus. Ich glaube, ich kann für uns drei sprechen, wenn ich sage: Wir waren schwer beeindruckt von dem Gespräch mit den jungen Leuten und ihrem Engagement. Sie haben sich intensiv befasst mit jüdischem Leben in Deutschland, mit Antisemitismus und was man dagegen tun kann. Ich möchte an dieser Stelle mein Dankeschön – und ich denke, das Dankeschön des ganzen Hauses – zum Ausdruck bringen für diese Initiativen, die wir landauf, landab haben. Die jungen Leute aus dem Landkreis Biberach haben sich vorgenommen, als Botschafterinnen und Botschafter an vielen Schulen andere Jugendliche zu informieren und bei diesem wichtigen Thema mitzunehmen, das doch uns alle umtreibt und uns wirklich große Sorgen bereitet. Die Jugendlichen sagen: Wir müssen etwas tun, wir müssen es selbst tun, um dieser besorgniserregenden Entwicklung, dass es immer mehr Angriffe antisemitischer Art auf Menschen und Einrichtungen jüdischen Glaubens gibt, etwas entgegenzusetzen. Das darf nicht so bleiben! – Das finde ich großartig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will allen, die sich für unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen und den Feinden der Demokratie Paroli bieten, Danke sagen. Unser Haushalt bietet dafür im Übrigen eine gute Grundlage, weil wir solche Initiativen noch besser, mit mehr Geld und Stellen, unterstützen.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für Bündnis 90/Die Grünen erhält Sven-Christian Kindler das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204203900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004070">
						<name>
							<vorname>Sven-Christian</vorname>
							<nachname>Kindler</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Heute ist ein trauriges Jubiläum: Seit 100 Tagen führt das diktatorische russische Regime einen brutalen Eroberungskrieg gegen die demokratische Ukraine. Es ist so schrecklich und brutal, was dort passiert.</p>
				<p klasse="J">Ich will hier trotzdem noch einmal festhalten: Wladimir Putin ist bisher gescheitert, er hat bisher seine Kriegsziele nicht erreicht. Die Ukraine besteht fort, und das mit großem Rückhalt in der ukrainischen Bevölkerung und mit großem internationalen Rückhalt. Das ist richtig so, und das muss so bleiben!</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Es gibt große internationale Unterstützung, aus den USA, aus Europa, aus Deutschland, aus vielen Ländern; sie unterstützen humanitär, finanziell, diplomatisch, mit scharfen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft und seine Elite und durch die schnelle Loslösung von Energieimporten aus Russland, auch mit weiteren Waffenlieferungen für die Ukraine, zur Selbstverteidigung. Diese Unterstützung müssen und werden wir fortsetzen und intensivieren, liebe Kolleginnen und Kollegen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Darauf geben wir auch in diesem Haushalt zentrale Antworten. Wir haben die 1 Milliarde Euro, die der Finanzminister beim G‑7-Treffen zu Recht versprochen hat, noch in der gleichen Sitzung, in der Bereinigungsnacht, in den Haushalt eingestellt, zur Unterstützung des Haushalts der Ukraine.</p>
				<p klasse="J">Diese Koalition unterstützt Geflüchtete bei der Aufnahme und Integration in Deutschland, im Hinblick auf Wohnungen, im Gesundheitssystem, bei Sprachkursen, bei Kitas, bei Schulen. Ich möchte an dieser Stelle den vielen Menschen, die in Deutschland ehrenamtlich unterstützen und helfen, sagen: Vielen, vielen Dank, dass Sie solidarisch sind!</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben in diesem Haushalt einen Rekordwert von 2,7 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe. Wir haben das Auswärtige Amt im Ergänzungshaushalt und in der Bereinigungssitzung noch einmal deutlich gestärkt – wir kommen jetzt auf einen Rekordwert von 7,5 Milliarden Euro für das Auswärtige Amt –, weil wir jetzt eine aktive Diplomatie brauchen, weil wir gegen diesen brutalen Völkerrechtsbruch international zusammenhalten müssen, weil wir zusammenhalten müssen gegen den Kornkrieg, in dem Wladimir Putin Hunger als Waffe einsetzt. Deswegen ist es wichtig, dass das Auswärtige Amt und die Außenministerin so unermüdlich international dagegen vorgehen und zusammenhalten. Deswegen brauchen wir ein starkes Auswärtiges Amt, und das haben wir in diesem Haushalt geschafft</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben auch das Entwicklungsministerium gestärkt, nachdem die Mittel hierfür im ersten und zweiten Regierungsentwurf deutlich zu gering waren. Im Zuge des parlamentarischen Verfahrens wurden weitere 2,4 Milliarden Euro veranschlagt. Das ist richtig so, weil es gerade in diesem Etat um globale Gerechtigkeit geht. Die Lücke bei der Eins-zu-eins-Regel ist zwar noch nicht völlig geschlossen, aber sie ist deutlich kleiner geworden. Unsere Erwartung ist, dass diese Lücke in den kommenden Haushalten völlig geschlossen wird.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben in sehr kurzer Zeit, in wenigen Wochen, im Haushaltsverfahren zwei Pakete von über 30 Milliarden Euro zur Entlastung der Bevölkerung und der Wirtschaft geschnürt. Ich begrüße, dass die Bundesfamilienministerin heute weitere Ideen zur Entlastung von Familien und Kindern in der Krise angekündigt hat. Wir müssen die Menschen in diesen schweren Zeiten sozial gerecht entlasten.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">An dieser Stelle würde ich mir bei der Union etwas mehr Demut und Selbstreflexion wünschen. Wir haben aufgrund der Pandemie und deren Folgen auch mit diesem Haushalt eine schwere Krise zu bewältigen. Wir haben eine schwere Krise aufgrund der massiven Folgen des Krieges: sozial, ökonomisch, humanitär.</p>
				<p klasse="J">Unsere Nettokreditaufnahme ist deutlich geringer als das, was die Regierung Merkel letztes Jahr geplant hat. Gleichzeitig greifen Sie als Union die Rücklagen für die nächsten Jahre an. Diese Rücklagen wurden unter Angela Merkel eingeplant; die Union will ihre Verwendung jetzt streichen. Wir finanzieren zentrale Bereiche, um gegen diese Krise anzugehen und entsprechend zu investieren. Das ist richtig so.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich würde mir auch mehr Demut wünschen.</p>
				<kommentar>(Dr. Ingeborg Gräßle [CDU/CSU]: Das sagt der Richtige!)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn wir müssen mit diesem Haushalt und in dieser Koalition viel wegschaffen, was in 16 Jahren unionsgeführter Regierung liegen geblieben ist: die Blockade bei der Energiewende; Missmanagement bei der Bundeswehr; unsere große Abhängigkeit von russischen Energieimporten. Die CO2-Emissionen sind deutlich zu hoch, und beim Klimaschutz ist viel zu wenig passiert. Deswegen, finde ich, kann die Union in diesen Haushaltsberatungen nicht nur Fragen stellen an den Kanzler und die Bundesregierung, sondern sie muss auch Antworten liefern und zeigen, was sie aus 16 Jahren zum Teil falscher Politik gelernt hat.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Apropos Klimaschutz. Natürlich machen wir das Ganze auch, damit Sylt nicht im Meer versinkt; Sylt ist nämlich einfach eine extrem schöne Insel.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Bettina Hagedorn [SPD])</kommentar>
				<p klasse="O">Ich war am Himmelfahrtswochenende auch auf Sylt. Ich habe keine Jongleure an der Strandpromenade gesehen. Ich bin mit dem Fahrrad von Wenningstedt nach List gefahren, durch wunderschöne Naturlandschaften, Dünen, Heidelandschaften. Und ich bin auch durch den kleinen Ort Kampen gekommen, Herr Bundesfinanzminister. Wenn man sich dort umschaut, sieht man sehr schöne und teure Sportwagen. Menschen trinken Champagner an jeder Ecke. Man sieht sehr viel glitzerndes Karat.</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Haben Sie da angehalten?)</kommentar>
				<p klasse="O">Wenn man sich die Situation vor Augen führt, bekommt man den Eindruck, Herr Finanzminister, dass bei der Umverteilung von Reichtum noch etwas Luft oben ist. Ich würde mir wünschen, dass wir da in der Zukunft gemeinsam zu guten Lösungen kommen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Peter Boehringer [AfD]: Klassenkampf!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte mich zum Abschied, am Ende meiner Rede, bei der Verabschiedung dieses Bundeshaushaltes und zum Schluss dieses Haushaltsverfahrens, das sehr lang war – zehn harte parlamentarische Wochen –, ganz herzlich bei der demokratischen Opposition, bei den Mitarbeitern des Ausschusssekretariats und dem Vorsitzenden Helge Braun bedanken. Besonders möchte ich mich bei den Koalitionsfraktionen, den Arbeitsgruppen, insbesondere bei Otto Fricke und Dennis Rohde und auch den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Referentinnen und Referenten bedanken. Wir haben 374 Änderungsanträge in diesem Verfahren auf die Beine gestellt.</p>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Machen Sie bitte einen etwas kürzeren Abschied.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004070">
						<name>
							<vorname>Sven-Christian</vorname>
							<nachname>Kindler</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Schade, aber ich verstehe das. – Wir haben sehr viel hingekriegt in diesem Verfahren. Ich empfehle die Zustimmung zu diesem Haushalt.</p>
				<p klasse="J">Danke.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Vielen Dank, Herr Kindler. – Es folgt für die CDU/CSU Fraktion Christian Haase.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004286">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Haase</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Christian Haase (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Zeitenwende ist leider abgesagt. Der Bundeshaushalt 2022 lässt eine überzeugende Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit vermissen. Der Haushalt ist ein Weiter-so ohne eigene Ambitionen. Das wäre ja mit Blick auf die Vorgängerregierung eigentlich schon ganz gut, wenn da nicht diese Zeitenwende wäre.</p>
				<p klasse="J">Liebe Frau Dr. Piechotta, Sie haben eben Konrad Adenauer angesprochen und gesagt, er hätte nicht vor so großen Herausforderungen gestanden wie die, vor denen Sie jetzt stehen. Fragen Sie mal die Menschen, die nach dem Krieg dieses Land aufgebaut haben! Das, was Sie gesagt haben, war ziemlich geschichtsvergessen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der AfD – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Die haben gehungert! Das war wirklich bodenlos!)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber kommen wir zu den aktuellen Herausforderungen. Da ist vor allem die Inflation zu nennen. Inflation ist zutiefst unsozial. Ob an der Supermarktkasse, an der Zapfsäule oder bei der Heizkostenabrechnung: Die gestiegenen Preise sind derzeit überall spürbar. Inflation trifft alle, aber Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen besonders. Es ist ganz klar: Die Bundesregierung kann die Inflation nicht alleine stoppen. Sie ist nicht für die Geldpolitik verantwortlich; das ist die Europäische Zentralbank. Diese wird ihrem vorrangigen Mandat, der Preisstabilität, aber früher oder später nachkommen, die Geldmengenausweitung stoppen und die Zinsen erhöhen. Dann wäre es gut, wenn der Haushalt nicht strukturell überschuldet wäre. Das ist die Stellschraube, liebe Ampelkoalition, bei der Sie aufpassen müssen, national wie international.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Es gibt noch weitere Möglichkeiten für die Bundesregierung. Man muss dieser Inflation nicht so hilflos gegenüberstehen, wie Sie es tun. Wenn Sie die Inflation nur mit der russischen Aggression begründen, dann machen Sie es sich ziemlich einfach.</p>
				<kommentar>(Peter Boehringer [AfD]: Ach so!)</kommentar>
				<p klasse="O">Dass man die Bürgerinnen und Bürger kurzfristig entlastet, ist in Ordnung, aber dann bitte richtig. Gießkannenpolitik wie das 9‑Euro-Ticket hilft da überhaupt nicht weiter und heizt möglicherweise die Inflation eher an. Aber vielleicht ist das Ticket auch nur eine Möglichkeit, Herr Lindner, dass Ihre Hochzeitsgäste klimafreundlich von Berlin nach Sylt reisen können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Mein Gott! Sagen Sie mal!)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie persönlich sind auf das 9‑Euro-Ticket natürlich nicht angewiesen. Die Außenstelle Husum des Finanzamtes Nordfriesland hat schließlich schon lange keinen Bundesfinanzminister mehr gesehen. Ob Sie Ihre Verlobte dabei mitbringen dürfen, das müssten Sie in der Rechtsabteilung nachfragen. Aber Ironie beiseite: Auch von unserer Fraktion alles Gute für Ihre Hochzeit!</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Zurück zur Finanzpolitik. Wie man es kurzfristig besser machen kann, haben wir mit unserem Entlastungspaket gezeigt: Abschaffung der kalten Progression und zielgerichtete Unterstützung für Familien, Alleinerziehende, Rentner und Pendler. Die Ankündigung von Olaf Scholz, in einer konzertierten Aktion mit den Sozialpartnern eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern, ist löblich. Mit der Erhöhung des Mindestlohns machen Sie aber heute das Gegenteil. Und damit meine ich nicht die 12 Euro – die haben alle Menschen verdient; das ist vollkommen unstrittig –; sondern Sie tragen dazu bei, dass die Lohn-Preis-Spirale in den Betrieben in Deutschland angetrieben wird.</p>
				<p klasse="J">Ich würde mir wünschen, Herr Özdemir, auch Sie würden eine konzertierte Aktion mit dem Einzelhandel versuchen. Ich weiß, das ist schwierig, das sind schwierige Gesprächspartner; aber ich glaube, das hilft gerade den Menschen mit wenig Einkommen am meisten. Es würde mich freuen, wenn wir auch da mal Gespräche führen würden.</p>
				<p klasse="J">Mittel- und langfristig kann man Inflation auch mit einer Ausweitung des Angebots mindern, zum Beispiel beim Außenhandel; CETA ist heute schon angesprochen worden. Verhandeln Sie nicht nur mit Katar, sondern bitte auch mal mit Kanada, damit wir in diesem Haus endlich die Ratifizierung von CETA beschließen können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Herr Wirtschaftsminister, ich würde mir auch Gespräche mit der chinesischen Regierung wünschen.</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Wo waren Sie die letzten 16 Jahre?)</kommentar>
				<p klasse="O">Dabei geht es nicht um die Energieversorgung, sondern um die Frage, wie wir es trotz der Coronapolitik, –</p>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004286">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Haase</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Christian Haase (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">– die in diesem Land gefahren wird, vielleicht doch hinkriegen, dass die Häfen möglichst schnell wieder öffnen und die Lieferketten langsam wieder in Schwung kommen. Es würde mich freuen, wenn Sie da die Initiative ergreifen würden.</p>
				<p klasse="J">Frau Präsidentin, ich will abschließen mit dem Dank an die Berichterstatter aller Fraktionen, an die Mitarbeiter unserer AG, unsere Mitarbeiter in den Büros und die Mitarbeiter des Deutschen Bundestages, des Haushaltsausschusses, die uns so hervorragend begleitet haben.</p>
				<p klasse="J">Schönen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Es folgt für die SPD-Fraktion Esther Dilcher.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004701">
						<name>
							<vorname>Esther</vorname>
							<nachname>Dilcher</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Esther Dilcher (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Zehn Wochen Turbohaushaltsverhandlungen liegen hinter uns. Wir haben in dieser relativ kurzen Zeit einen fortschrittlichen Haushalt ausgehandelt, so wie wir Fortschritt verstehen – für die einen war dies mehr, für die anderen weniger Arbeit. Danke auch an das Ausschusssekretariat für die zuverlässige Begleitung durch diese Haushaltsverhandlungen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Peter Boehringer [AfD])</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben in dieser Woche einen wortgewaltigen Fraktionsvorsitzenden der größten Oppositionspartei – ich gucke noch mal in die Reihen, aber ich sehe ihn nicht – erlebt, der seine Rolle dazu nutzt, sich selbst weiter zu profilieren. Allerdings hat er Fragen über Fragen aufgeworfen. Das könnte man entweder als Selbstkritik an den letzten 16 Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel verstehen, die für die derzeitige politische und wirtschaftliche Aufstellung unseres Landes einen erheblichen Beitrag geleistet hat und die dem Fraktionsvorsitzenden seine politische Einkehr auf der Berliner Bühne wahrlich nicht leicht gemacht hat, oder aber als Ratlosigkeit, weil auch heute bei der CDU/CSU keine wirksamen Konzepte für die Herausforderungen durch Corona und die wirtschaftlichen Herausforderungen durch den Ukrainekrieg vorliegen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Felix Banaszak [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="J">Eine Antwort darauf, wie wir den Staat durch Krisen lenken, haben wir gerade heute Morgen gegeben, indem wir mit der neuen Ampelregierung 12 Euro Mindestlohn eingeführt haben. Heute Nachmittag steht die Rentenanpassung auf der Tagesordnung. Mein Kollege Andreas Schwarz hat diese Haushaltswoche wunderbar in einem, wie er es bezeichnet hat, „Feuerwerk“ der Zahlen zusammengefasst; deswegen möchte ich das jetzt an dieser Stelle nicht wiederholen.</p>
				<p klasse="J">Die Serviceopposition hat – auch das wurde schon gesagt – so wenig Deckblätter zum Haushalt abgeliefert wie keine Opposition zuvor.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Ingo Gädechens [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">– Vorsicht, Ingo! Wir haben uns darüber unterhalten. Sei ganz brav!</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD, der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Selbst nach Erkrankung eines ihrer Berichterstatter – da konnte er ja wirklich nichts für – hat die CDU/CSU mit insgesamt zwölf Mitgliedern im Haushaltsausschuss – teilweise nehmen noch mehr CDU/CSU-Abgeordnete an den Sitzungen teil, wenn dort auch noch stellvertretende Ausschussmitglieder etwas zu tun haben – es nicht fertiggebracht, Änderungsvorschläge zu bestimmten Einzelplänen, nämlich zu Einzelplan 05 – Auswärtiges Amt –, den ich schon sehr bedeutsam finde, und zu Einzelplan 23 – wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung –, zu unterbreiten und für den Kollegen einzuspringen.</p>
				<p klasse="J">Jetzt stelle ich mal eine Frage, aber ich stelle sie mir selbst, da ich von der Opposition keine Antworten erwarte: Gab es kein Interesse oder keine Ideen, was hier hätte anders oder besser gemacht werden können? Für mich drängt sich ganz stark der Eindruck auf, die Kolleginnen und Kollegen erholen sich momentan zumindest mental in der Sommerfrische auf Sylt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Dr. Silke Launert [CDU/CSU]: Ich war noch nie auf Sylt! Bei uns arbeitet man im Wahlkreis zu Hause!)</kommentar>
				<p klasse="J">Da ist Die Linke schon ganz anders aufgestellt. Gesine Lötzsch hat immerhin 14 Einzelpläne zu beackern und Victor Perli 11 Einzelpläne. Sie haben gezeigt, was möglich ist, wenn Teamarbeit funktioniert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">An dieser Stelle möchte ich das daher einmal herausstellen und sagen: Liebe Gesine, lieber Victor: Hut ab!</p>
				<p klasse="J">Die scheinbar starke Stimme des Fraktionsvorsitzenden als Einzelkämpfer ist vielleicht nur für die Öffentlichkeit zu hören. Wirkung in der Fraktionsarbeit zeigte sie bisher jedoch wenig. Das zeigt sich insbesondere dann, wenn man sich manche Abstimmungen im Haushaltsausschuss anschaut, die ein wenig kopflos und unabgesprochen schienen. Aber: Nichts ist so schlecht, dass es nicht für etwas gut ist. Wir hatten vermutlich die kürzeste Bereinigungssitzung in der Geschichte und waren Freitagmorgen schon vor 3 Uhr fertig.</p>
				<kommentar>(Dr. Ingeborg Gräßle [CDU/CSU]: Ihr nickt halt ab! Das macht die Sache kurz!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss, Frau Kollegin.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004701">
						<name>
							<vorname>Esther</vorname>
							<nachname>Dilcher</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Esther Dilcher (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Ein für uns Sozialdemokraten zentrales Thema für die nächsten Haushaltsberatungen wird weiterhin sein, in der Krise zu investieren, um den Menschen in diesem Land eine Perspektive für die Zukunft zu bieten.</p>
				<p klasse="J">Danke.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Zum Abschluss der Debatte erhält das Wort für die SPD-Fraktion Dennis Rohde.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004388">
						<name>
							<vorname>Dennis</vorname>
							<nachname>Rohde</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dennis Rohde (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Auch ich möchte als letzter Redner in diesen Haushaltsberatungen mit einem Dank beginnen. Zunächst der Dank – er kam berechtigterweise aus allen Fraktionen – an das Sekretariat des Haushaltsausschusses, das Unmengen an Anträgen für alle aufbereiten musste und das dies wieder hervorragend gemacht hat: Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit in den letzten Wochen!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Mein Dank geht aber auch ganz eindeutig an die Referentinnen und Referenten der Arbeitsgruppen Haushalt, ganz egal ob aus der Regierung oder der Opposition, und an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Abgeordnetenbüros, die viele, viele Stunden an diesem Haushalt gearbeitet haben und ohne die dieser Haushalt nicht möglich gewesen wäre. Auch die, finde ich, müssen hier ihren Platz finden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Da er zwar selbst nicht gesprochen hat, aber anwesend ist, möchte ich auch einen Dank an den Ausschussvorsitzenden aussprechen: Lieber Helge, ich will ehrlich sagen, dass wir, als du mit den Haushaltsberatungen angefangen hast, Sorge hatten, weil du jeden Antrag ganz gründlich abstimmen lassen hast. Wir haben mal hochgerechnet, wo wir dann eigentlich in der Bereinigungssitzung landen. Dass wir letztendlich um 10 vor 3 Uhr fertig waren, ist auch dem geschuldet, dass du wie eine Nähmaschine die Anträge abstimmen lassen hast. Vielen Dank dafür!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP sowie bei Abgeordneten der AfD und der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte mich bei den Koalitionspartnern für die faire, immer konsens- und sachorientierte Debatte bedanken, insbesondere bei Sven-Christian Kindler und bei Otto Fricke. Das war menschlich hochgradig anständig; das war vertrauensvoll. Euch vielen Dank dafür!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt wird mit Blick auf diesen Haushalt immer gesagt: Da hat halt so jeder sein Projekt bekommen, und jede Fraktion wollte etwas, und dann hat der eine etwas bekommen, damit der andere auch etwas bekommt. – In meiner Wahrnehmung war das Gegenteil der Fall. Wir haben immer versucht, zu gucken: Wo sind eigentlich Projekte, die uns alle umtreiben? Wo sind eigentlich Dinge, die wir gemeinsam voranbringen wollen? Ich will dafür ein paar Beispiele nennen:</p>
				<p klasse="J">Ich finde, in der Bundespressekonferenz hat Otto Fricke anhand der „Polarstern II“ sehr gut deutlich gemacht, dass es ein großes Projekt geben kann – in Höhe von 1 Milliarde Euro –, an dem jeder Interesse hat. Die „Polarstern II“, unser Klimaforschungsschiff, ist ein Beitrag zur Forschungslandschaft. Es ist ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, und es schafft Arbeitsplätze in einer hart umkämpften Branche. Das ist ein gutes Projekt, was wir gemeinsam vorangebracht haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Oder nehmen wir das jetzt auch etatisierte 9‑Euro-Ticket. In der Debatte heißt es immer wieder, das habe ein Teil der Koalition als Kompensation für andere Dinge bekommen. In der öffentlichen Debatte wird momentan gefühlt nur darüber gesprochen, dass es Probleme für viele Menschen gebe, nach Sylt zu kommen, weil jetzt die Züge verstopft seien. Aber auch bei diesem Projekt stellt sich die Frage: Warum könnten denn die Züge verstopft sein? Weil sich auf einmal Menschen erlauben können, durch Deutschland zu reisen, die es sich finanziell sonst nicht leisten könnten. Das ist ein erheblicher Gerechtigkeitsbeitrag,</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">der das Klima schützt und der für die Freiheit des Einzelnen sorgt, weil er frei ist, durchs Land zu reisen. Auch das verbindet diese Koalition. Das ist ein Projekt der gesamten Koalition.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will noch etwas ansprechen. Wir haben im Rahmen der parlamentarischen Haushaltsverhandlungen Gelder, die im Ergänzungshaushalt erst einmal grob etatisiert waren, bereits in Einzelpläne heruntergebrochen, insbesondere haben wir über 100 Millionen Euro aus dem Ergänzungshaushalt in den Etat des Bundesarbeitsministers überführt, nämlich für Deutschsprachförderung. Auch das ist etwas, was uns als Koalition in der Wahrnehmung eint: Wir wollen, dass Menschen, die bei uns Schutz suchen, schnell die Sprache lernen und sich hier auch eine Perspektive erarbeiten können. Das hat uns geeint. Deshalb waren wir uns einig: Wir wollen das auch etatisieren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Das darf man vielleicht auch sagen: Wir waren uns an der Stelle so einig, weil wir die gemeinsame Überzeugung haben, dass Deutschland ein modernes Einwanderungsland sein muss und es durch diese Koalition auch wird.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir haben bereits im Regierungsentwurf etwas etatisiert, das uns auch eint, nämlich die BAföG-Reform. Es ist die gemeinsame Überzeugung aller drei Koalitionspartner, dass man sich unabhängig vom Geldbeutel der eigenen Eltern Zukunftschancen erarbeiten können muss. Das eint uns, und auch deshalb ist das in diesem Bundeshaushalt richtig etatisiert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ja, nach der Rede des Bundeskanzlers zur Zeitenwende haben wir uns auch im Haushaltsausschuss intensiv mit dem Sondervermögen auseinandergesetzt. Auch da kann ich sagen: Uns eint, dass wir es richtig finden, es über diese Funktion eines Sondervermögens zu lösen. Es ist richtig, jetzt zu sagen: Wir machen dafür eine einmalige Kreditaufnahme, weil eben auch über Jahrzehnte kaputtgespart wurde. Das kann man jetzt nicht einfach aus dem Kernhaushalt finanzieren.</p>
				<p klasse="J">Ich will sagen: Es über ein Sondervermögen zu finanzieren, ist wesentlich besser als der Vorschlag von Friedrich Merz, kleine und mittlere Einkommen mit zusätzlichen Steuern zu belasten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir verabschieden heute einen Haushalt des Zusammenhalts. Wir geben Antworten auf die Herausforderungen der äußeren Sicherheit, aber auch der inneren und der sozialen Sicherheit. Deshalb stimmt die sozialdemokratische Fraktion heute aus Überzeugung diesem Haushalt zu.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
			<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich schließe diese intensive und faire Aussprache.</p>
			<p klasse="J">Währenddessen hat vielleicht der eine oder andere schon das Wochenende und einen freien Tag, womöglich auf Sylt, vor Augen.</p>
			<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="O">Aber wir haben noch eine ganze Reihe von Abstimmungen durchzuführen. Ich möchte Sie jetzt darauf hinweisen, dass wir zur Schlussabstimmung über das Haushaltsgesetz 2022 in Verbindung mit dem Gesetzentwurf zur Ergänzung des Haushaltsgesetzes 2022 – das sind die Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1200, 20/1201, 20/1602, 20/1604 bis 20/1612, 20/1614 bis 20/1616, 20/1621, 20/1623 bis 20/1628 – kommen.</p>
			<p klasse="J">Es ist namentliche Abstimmung verlangt. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir unmittelbar nach Eröffnung der namentlichen Schlussabstimmung noch über die Entschließungsanträge abstimmen. Also bitte ich entsprechend die Abgeordneten, hier im Saal zu bleiben. Die Abstimmung erfolgt, wie Sie wissen, in der Westlobby. Sie haben zur Abgabe Ihrer Stimme nach Eröffnung der Abstimmung wie gewohnt 20 Minuten Zeit. – Die Urnen sind besetzt, habe ich gehört; ich bekomme auch schon das Zeichen. Dann eröffne ich jetzt die Schlussabstimmung über das Haushaltsgesetz 2022.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnisse Seite 4228 D</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Wir beginnen mit dem Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 20/2063. Wer stimmt dafür? – Das ist die CDU/CSU-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Linken, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP. Wer enthält sich? – Das ist die AfD. Der Entschließungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Jetzt kommen wir zu fünf Entschließungsanträgen der Fraktion der AfD.</p>
			<p klasse="J">Entschließungsantrag auf Drucksache 20/2040. Wer stimmt dafür? – Die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind alle übrigen Fraktionen. Enthaltungen? – Keine. Der Entschließungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Entschließungsantrag auf Drucksache 20/2062. Wer stimmt dafür? – Das ist die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind alle übrigen Fraktionen. Wer enthält sich? – Keiner. Dann ist der Entschließungsantrag abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Entschließungsantrag auf Drucksache 20/2064. Wer stimmt dafür? – Das ist die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und die CDU/CSU. Wer enthält sich? – Niemand. Der Entschließungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Entschließungsantrag auf Drucksache 20/2065. Wer stimmt dafür? – Die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und CDU/CSU. Wer enthält sich? – Niemand. Der Antrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Entschließungsantrag auf Drucksache 20/2066. Wer stimmt dafür? – Die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Das sind alle übrigen Fraktionen. Wer enthält sich? – Niemand. Der Entschließungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Schließlich kommen wir zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/2067. Wer stimmt dafür? – Das ist Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Das sind alle übrigen Fraktionen. Enthaltungen? – Keine. Der Entschließungsantrag ist abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Damit haben wir über sämtliche Entschließungsanträge abgestimmt.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Zusatzpunkt 3">
			<p klasse="J">Ich rufe auf den Zusatzpunkt 3:</p>
			<p klasse="T_NaS">Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1410</p>
			<p klasse="T_NaS">Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss)</p>
			<p klasse="T_fett">Drucksache 20/2091</p>
			<p klasse="J">Über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Grundgesetzes werden wir später namentlich abstimmen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zur Aussprache. Dafür ist eine Dauer von 39 Minuten beschlossen. – Da jetzt viele rein- und rausgehen, bitte ich Sie, zumindest die Unterhaltungen dabei einzustellen, damit wir auch beginnen können. – Das hat ja super geklappt; dann warten wir noch einen Augenblick. Liebe Kolleginnen und Kollegen, eigentlich will niemand, dass wir warten. Daher bitte ich um Ruhe in diesem Saal. – Es wird besser.</p>
			<p klasse="J">Es beginnt für die Bundesregierung der Bundesminister der Finanzen, Christian Lindner.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			<rede id="ID204204300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004097">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Lindner</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesminister BMF</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen:</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Angriff Russlands auf die Ukraine markiert eine Zäsur, eine Zäsur, die historischen Charakter hat; denn in Europa kämpfen nun zwei Mitglieder der Völkergemeinschaft, zwei Völkerrechtssubjekte nach diesem unprovozierten Angriff zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder gegeneinander. Der Bundeskanzler hat dies „Zeitenwende“ genannt und hat für die Bundesregierung angekündigt, dass wir die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung wieder stärken müssen. Ich bin sicher, diese Zeitenwende, in der wir gegenwärtig stehen, wird im Nachhinein einmal im Zusammenhang betrachtet werden mit der Entscheidung Deutschlands zur Wiederbewaffnung, mit dem Eintritt in unser westliches Verteidigungsbündnis und dem NATO-Doppelbeschluss. Und wir als Koalition von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Freien Demokraten stellen uns unserer historischen Verantwortung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Herr Minister, einen Moment, bitte. – Liebe Kolleginnen und Kollegen, dies ist eine wirklich wichtige Debatte. Ich will nicht sagen, dass andere nicht wichtig sind. Aber es ist schon eine wesentliche Sache, das Grundgesetz zu ändern. Ich bitte Sie daher: Wenn Sie Unterhaltungen oder wichtige Themen haben, gehen Sie bitte raus. Ansonsten setzen Sie sich bitte auf Ihre Plätze, und stellen Sie die Unterhaltungen hier im Saal ein. – Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Bitte schön.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004097">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Lindner</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesminister BMF</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen:</p>
				<p klasse="J_1">Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Wir haben in Deutschland lange von einer Friedensdividende profitiert, als man glaubte, das Ende der Geschichte sei erreicht. Wir lernen aber neu: Frieden und Freiheit und unser Wohlstand, das ist nichts, was wir von der Generation der Brandts und Schmidts und Kohls und Genschers erben. Frieden und Freiheit und auch unser Wohlstand, sie müssen in jeder Generation neu begründet und neu erreicht werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist nicht mehr die Zeit für eine Friedensdividende, sondern wir müssen unsere Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit stärken. Dieser Sonderfonds – ich sage „Sonderfonds“, weil „Sondervermögen“ ein technischer Begriff ist, der viele zu ironischen Bemerkungen eingeladen hat –,</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD: Zu Recht!)</kommentar>
				<p klasse="O">ja, er wird jetzt auch mit Kreditermächtigungen aufgestellt. Die Alternativen wären wirtschaftlich in dieser kritischen Phase schlechter.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb schlagen wir vor, ein Sondervermögen in das Grundgesetz aufzunehmen, um dieser historischen Aufgabe gerecht zu werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Damit verbinden wir zugleich aber auch den Respekt vor den Soldatinnen und Soldaten. Denn es geht ja nicht nur um militärisches Großgerät, es geht nicht nur um Investitionen in große Vorhaben, sondern es geht auch um die persönlichen Ausrüstungsgegenstände der Soldatinnen und Soldaten. Ich sehe hier oben den Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes, Herrn Wüstner, und andere, und ich will Ihnen stellvertretend für Ihre Kameradinnen und Kameraden sagen: Dieses Parlament ist sich auch seiner Verantwortung für unsere Uniformträgerinnen und Uniformträger bewusst. Wer für unser Land nötigenfalls sogar mit Einsatz des eigenen Lebens wirkt, der verdient die Rückenstärkung des ganzen Deutschen Bundestages.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP, der SPD, der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich danke den Koalitionsfraktionen für die sehr guten Beratungen, aber ich danke ausdrücklich auch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die guten Gespräche, die wir geführt haben. Insbesondere mit Alexander Dobrindt und Mathias Middelberg, die beide federführend für die Union tätig waren, haben wir viel Zeit verbracht, aber auch Gutes erreicht.</p>
				<p klasse="J">Ich weiß: Es gab auch andere Vorstellungen. Es gab die Vorstellung, man könnte noch einmal eine Ausnahme von der Schuldenbremse machen und den Artikel 115 GG nutzen. Das wäre nicht klug gewesen; denn wir würden dadurch die Schuldenbremse insgesamt in ihrer Wirkung infrage stellen. Deshalb wollten wir dem nicht folgen. Auch ein neuerlicher Solidaritätszuschlag zur Finanzierung der Stärkung der Bundeswehr wäre nicht ratsam – verteilungspolitisch nicht, weil man kleine und mittlere Einkommen nicht belasten sollte, und auch nicht in einer Situation der Inflation, in der wir wirtschaftliche Erholung brauchen.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Konstantin Kuhle [FDP])</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb ist es richtig, die Finanzierung über dieses Sondervermögen vorzunehmen, ohne Soli und ohne Aufweichung der Schuldenbremse insgesamt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Dieses Sondervermögen steht jetzt also gewissermaßen neben der Schuldenbremse, was im Umkehrschluss bedeutet: Für alle anderen wünschenswerten und sinnvollen Vorhaben gilt die Schuldenbremse und damit die Notwendigkeit der politischen Priorisierung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Mein letzter Gedanke. Die Gespräche haben wir in meinem Ministerium, dem ehemaligen Reichsluftfahrtministerium, geführt. Ist das nicht eine besondere Note der Geschichte? Wir haben im ehemaligen Reichsluftfahrtministerium über ein Sondervermögen für die Bundeswehr verhandelt. In diesen Räumen wurde vor Jahrzehnten der aggressive Militarismus Deutschlands vorangetrieben. Damals wurde Deutschlands militärische Stärke in Europa gefürchtet. Heute wird in Europa gefürchtet, dass Deutschland militärische Defizite hat. Und genau das haben wir an diesem historischen Ort gemeinsam beendet.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU erhält jetzt das Wort Dr. Mathias Middelberg.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004110">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Mathias</vorname>
							<nachname>Middelberg</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Mathias Middelberg (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Das ist heute ein guter Tag für die Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit in Deutschland, in Europa und auch für die Bundeswehr. Man möchte vielleicht sagen, dass das leider so ist; denn die Zäsur des Ukrainekriegs ist in gewisser Weise auch ein Erweckungserlebnis. Aber es ist in jedem Fall ein notwendiger und wichtiger Schritt, den wir heute tun, dass wir die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes und in Europa wiederherstellen und die Bundeswehr stark machen.</p>
				<p klasse="J">Wir stellen 100 Milliarden Euro extra für die Bundeswehr zur Verfügung, und zwar in einer Sonderschuld; das muss man auch ehrlich sagen. Ich danke wie der Bundesfinanzminister allen an den Gesprächen Beteiligten ausdrücklich. Ich glaube, es waren am Ende fruchtbare und gute Gespräche; jedenfalls haben sie nach unserer Einschätzung ein gutes Ergebnis hervorgebracht.</p>
				<p klasse="J">Die 100 Milliarden Euro stehen vollumfänglich der Bundeswehr zur Verfügung. Sie stehen nicht für irgendwelche Sicherheitszwecke zur Verfügung, und das ist auch richtig so. Wir schätzen auch die Aufgabe etwa der Cybersicherheit als sehr, sehr wichtig ein. Sie ist aber eine Aufgabe, die viele Ressorts überspannt, eine Daueraufgabe für die nächsten Jahre, die nicht speziell das adressiert, was uns jetzt hier zum Handeln zwingt. Denn zum Handeln zwingt uns das, was auch der Bundesfinanzminister eben erwähnt hat: Wir müssen uns wieder auf ein mögliches Szenario der Landesverteidigung einstellen.</p>
				<kommentar>(Sara Nanni [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das gehört dazu in 2022!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das haben wir über viele Jahre vernachlässigt, das haben wir nicht mehr im Blick gehabt. Auf dieses Szenario der Landesverteidigung müssen wir uns wieder einstellen, und das erfordert es, die Mittel zu 100 Prozent auf die Bundeswehr zu konzentrieren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Kevin Leiser [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will auch deutlich sagen: Für uns als Union war es ganz wichtig, dass wir jetzt nicht ein Mal 100 Milliarden Euro investieren, und danach ist dann Schluss, sondern dass wir uns mit der Frage befassen: Was passiert nach Auslaufen des Sondervermögens? Deswegen haben wir auch darauf gedrängt, dass das Gesetz, mit dem das Sondervermögen errichtet wird, in seinem Regelungsgegenstand über das Auslaufen des Sondervermögens hinaus zu einem Bundeswehrfinanzierungsgesetz ausgebaut wird. Das ist jetzt Regelungsgegenstand geworden. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir mit diesem Bundeswehrfinanzierungsgesetz zukünftig die finanziellen Mittel bereitstellen wollen, die erforderlich sind, um die NATO-Fähigkeitsziele zu erreichen. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Schritt, den wir in diesen Verhandlungen zusätzlich erreicht haben, und darüber sollten wir eigentlich alle froh sein.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will die weiteren Punkte – den Wirtschaftsplan, die Einrichtung eines Unterausschusses, den Tilgungszeitpunkt, den wir konkret bestimmt haben – nicht noch mal im Einzelnen ansprechen. Aber mir ist noch etwas anderes wichtig. In den Debatten der letzten Wochen, etwa in der Generaldebatte oder auch in der ersten Debatte, die wir hier zum Sondervermögen hatten, wurde gesagt: Die Union hatte 16 Jahre Regierungsverantwortung, die Union hat die Bundeswehr runtergefahren,</p>
				<kommentar>(Konstantin Kuhle [FDP]: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">und die Union ist gewissermaßen an dem Zustand von heute schuld.</p>
				<kommentar>(Gerold Otten [AfD]: So ist es auch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das vereinfacht, glaube ich, den Blickwinkel sehr.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Dr. Hendrik Hoppenstedt [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Wenn man mal die letzten 23 Jahre Revue passieren lässt, dann stellt man fest, dass in den letzten 23 Jahren 19 Jahre lang die Sozialdemokraten mitregiert haben, 7 Jahre führend und 12 Jahre mit uns.</p>
				<kommentar>(Norbert Kleinwächter [AfD]: Aber wer hatte denn die Richtlinienkompetenz?)</kommentar>
				<p klasse="O">Zwischendurch war auch die FDP mitverantwortlich. Das darf man offen sagen: Auch die FDP ist nicht mit Anregungen zur Steigerung des Verteidigungsetats hervorgetreten.</p>
				<p klasse="J">Was mir aber wichtig ist, weil Sie da immer sehr vereinfachend argumentieren, ist der Hinweis: Der ehemalige Bundesfinanzminister, der jetzige Bundeskanzler, hat in der letzten Wahlperiode, als wir gemeinsam in der Großen Koalition regiert haben, in seiner Finanzplanung vom Sommer 2021 eine Planung vorgelegt, die einen stetig sinkenden Verteidigungsetat bis 2025 vorgesehen hat. Ich sage das mal sehr deutlich: Beiträge der Sozialdemokraten zur Steigerung der Bemühungen aus dieser Zeit sind uns auch nicht bekannt; das muss man mal sehr deutlich und auch ehrlich sagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn über einzelne Projekte gesprochen wird – ich kann mich noch sehr gut an die Auseinandersetzung im letzten Wahlkampf erinnern, als vom Einsatz oder von der Anschaffung bewaffneter Drohnen die Rede war –, dann muss ich ganz ehrlich sagen: Mir ist nicht erinnerlich, dass die Sozialdemokraten da mit besonderen Bemühungen hervorgetreten wären, diese Dinge zu beschleunigen oder überhaupt ins Werk zu setzen. Uns ist eher erinnerlich, dass die Bemühungen von Annegret Kramp-Karrenbauer durch den damaligen Bundesfinanzminister aufgehalten wurden; um das mal sehr deutlich zu sagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Also: Wir tragen – ich sage das ganz offen – unseren Teil der Verantwortung; den tragen wir tatsächlich. Aber ich glaube, keiner hier im Haus sollte sich groß brüsten und sagen: Wir sind aber diejenigen gewesen, die in den letzten Jahren mit besonderen Bemühungen hervorgetreten sind, um die Bundeswehr in diesem Land zu stärken.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Ganz genau! – Dr. Götz Frömming [AfD]: Wir schon!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das sage ich ganz offen. Wenn wir uns darin einig sind, dieses Sondervermögen auf den Weg zu bringen, dann sollten wir vielleicht auch in der Retrospektive ein bisschen abrüsten, was die gegenseitigen Schuldzuweisungen angeht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Darum geht es mir – das sage ich ganz ausdrücklich – heute auch. Wir sollten, wenn wir diesen Weg der Einigkeit gehen, heute nicht jede Minute dazu nutzen, um uns gegenseitig etwas vorzuhalten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">In dem Sinne danke ich noch mal allen Beteiligten. Ich glaube, wir haben ein sehr gutes Ergebnis erreicht – für dieses Land, für Europa, für unsere Bundeswehr.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
			<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn ein Mitglied des Hauses seine Stimme noch nicht abgegeben hat, sollte er oder sie das jetzt tun. Es sind die letzten Minuten, bevor wir die namentliche Abstimmung schließen.</p>
			<p klasse="J">Jetzt erhält das Wort für die Bundesregierung die Bundesministerin der Verteidigung, Christine Lambrecht.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<rede id="ID204204500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003167">
						<name>
							<vorname>Christine</vorname>
							<nachname>Lambrecht</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesministerin der Verteidigung</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesministerin BMVg</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Christine Lambrecht, Bundesministerin der Verteidigung:</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! „Zeitenwende“, „Zäsur“, „historischer Tag“: Das sind die Begriffe, die im Zusammenhang mit dieser Grundgesetzänderung fallen. Und sie sind richtig; denn es ist genau so. Es ist ein historischer Tag; denn wir beschließen heute ein Ertüchtigungspaket, wie es das in der Geschichte der Bundeswehr noch nie gegeben hat. 100 Milliarden Euro Sondervermögen – das ist viel Geld, aber es ist gut investiert, nämlich in Sicherheit und Frieden unseres Landes.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Das wissen wir noch nicht!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir müssen angesichts des brutalen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine uns doch der Tatsache stellen, dass Sicherheit ihren Preis hat und dass wir auch in der Lage sein müssen, unsere Werte militärisch zu verteidigen. Das ist ins Bewusstsein gekommen, und es ist richtig, dass wir daraus dann die entsprechenden Konsequenzen ziehen, meine Damen und Herren. Über Jahrzehnte wurde die Bundeswehr vernachlässigt und heruntergewirtschaftet, und das hat große Lücken insbesondere in der Ausrüstung gerissen.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, ich treffe überall, wo ich Gespräche führe, auf hochmotivierte Soldatinnen und Soldaten, die mit ganz viel Engagement unserem Land dienen. Deswegen möchte ich Herrn Oberst Wüstner, den Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes, hier stellvertretend für diese engagierten Soldatinnen und Soldaten recht herzlich begrüßen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der FDP und der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Mit ganz viel Kreativität wird dort das kompensiert, was oftmals nicht vorhanden ist. Denn ich höre ganz oft: Wir haben das nicht. Wir haben davon zu wenig. Es ist verbraucht. Es ist defekt. – Damit muss endlich Schluss sein, und heute legen wir den Grundstein, meine Damen und Herren, dass mit dieser Mangelverwaltung Schluss ist.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir statten die Bundeswehr, unsere Streitkräfte so aus, dass sie ihren Kernauftrag endlich in vollem Umfang erfüllen können, nämlich die Landes- und Bündnisverteidigung. Darum geht es. Das schulden wir zuallererst unseren Soldatinnen und Soldaten; denn sie sind es, die unseren Frieden, unsere Freiheit, unsere Demokratie verteidigen. Und sie sind es, die im Ernstfall unter Einsatz von Leib und Leben für uns kämpfen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP und des Abg. Florian Oßner [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Deswegen ist eine ordentliche Ausstattung das Mindeste. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass das Sondervermögen so schnell wie möglich bei ihnen ankommt. Jede aktive Soldatin und jeder aktive Soldat bekommt jetzt endlich die volle Schutzausrüstung – vom Helm bis zur Kampfbekleidung –, und das schon 2025 und nicht, wie vormals geplant, erst 2031. In solchen Fristen wurde geplant. Damit muss Schluss sein, meine Damen und Herren!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir schulden das auch unseren Verbündeten in der NATO und in der EU, und zwar gerade jetzt, wo Putin die europäische Friedensordnung zertrümmert hat. Wir stehen ganz fest an der Seite unserer Verbündeten; an der Ostflanke, in Litauen, in der Slowakei und auf der Ostsee. Wir werden da sein, wenn diese Aufgaben weiter wachsen. Wir wollen unsere Bundeswehr zu einem europäischen Kräfteverstärker machen in der NATO und in der EU, zu einer Allround-Armee, die ein starker militärischer Kooperations- und Anlehnungspartner ist. Damit zeigen wir, wie ernst es uns ist, meine Damen und Herren.</p>
				<p klasse="J">Wie ernst es uns ist, zeigen wir auch damit, dass wir uns mit dieser Grundgesetzänderung bzw. mit dem Begleitpaket auch langfristig zu den NATO-Zielen bekennen. Auch das ist ganz wichtig für unsere Verbündeten: dass sie sich auch langfristig auf uns verlassen können. Deswegen war es wichtig, auch über das Sondervermögen hinaus diese Erklärung abzugeben.</p>
				<p klasse="J">Wie ernst es uns ist, zeigt aber auch der Blick auf unseren Wirtschaftsplan und die Vorhabenliste zu diesem Sondervermögen. An der Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ministerium aussprechen, die beim Aufstellen dieser Liste eine unglaubliche Leistung erbracht haben. Da bin ich insbesondere dem Generalinspekteur sehr dankbar.</p>
				<p klasse="J">Denn wir haben etwas gemacht, was vielleicht viele verwirrt hat: Wir haben nicht die Listen der Industrie, die uns zuhauf zugesandt wurden, zur Grundlage für diesen Wirtschaftsplan und für diese Vorhabenliste gemacht, sondern das, was wir wirklich brauchen, um die Herausforderungen angehen zu können. Viele haben darauf gewartet, diesen Wirtschaftsplan und diese Vorhabenliste frühzeitig zu bekommen. Aber uns war es wichtig, zuerst zu identifizieren: „Was brauchen wir?“, und es dann entsprechend festzuschreiben. Ich weiß, wie gesagt, der eine oder andere hätte sich gewünscht, er hätte darauf – vielleicht auch aus Wahlkreisinteressen – früher Einfluss nehmen können. Aber nein, es geht darum, klar festzuschreiben: „Was ist notwendig für die Bundeswehr?“, und das in einem solchen Plan festzuschreiben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Denn es geht darum, die Führungsfähigkeit sicherzustellen, zum Beispiel durch Funkgeräte, damit die Bundeswehr im Einsatz endlich mit anderen Nationen kommunizieren kann. Das war die ganze Zeit nicht möglich. Das darf nicht mehr länger sein. Schluss mit der Mangelverwaltung! Schluss mit der Mangelverwaltung bei der persönlichen Ausstattung! Schluss mit der Mangelverwaltung in all den Bereichen wie bei den Nachtsichtgeräten. Das gehört jetzt der Vergangenheit an.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, ganz wichtig war uns bei diesem Sondervermögen, dass wir nicht zulasten anderer Ressorts sparen müssen. Wir nehmen die Verantwortung an, die Bundeswehr auszustatten, wollen aber nicht bei anderen Ressorts einsparen. Deswegen bin ich dankbar, dass wir genau diesen Weg gewählt haben, dass es eben nicht dazu kommt, dass gerade in dieser schwierigen Zeit wichtige Projekte, für die Geld da sein muss, gestoppt oder eingeschränkt werden müssen, sondern dass wir beide Herausforderungen annehmen können. Das sind wir auch den Bürgerinnen und Bürgern in diesem Land schuldig.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, es wird sich viel verändern in den nächsten Wochen und Monaten; denn das muss jetzt auch umgesetzt werden. Das muss ganz schnell bei der Truppe ankommen, und das wird auch so geschehen.</p>
				<p klasse="J">Dazu gehört auch, dass das Beschaffungswesen deutlich verändert werden muss. Da ist richtig viel zu tun. Wir haben die ersten Weichen schon gestellt. 20 Prozent aller Aufträge in der Bundeswehr müssen nicht mehr mit einem bürokratischen Vergabeverfahren ausgeschrieben werden, sondern können freihändig vergeben werden. Wir nutzen die Möglichkeiten, die uns das europäische Vergaberecht gibt, davon abzuweichen, damit es schneller geht.</p>
				<p klasse="J">Und es werden noch viele Änderungen folgen. Wir haben die Möglichkeit, durch einen Vorschlag, den ich vorgelegt habe, noch vor der Sommerpause eine weitere Beschleunigung zu beschließen. Meine Damen und Herren, das ist wichtig, um deutlich zu machen: Dieses viele Geld wird richtig eingesetzt, es wird effizient und effektiv eingesetzt. Das ist unsere Aufgabe, und wir nehmen sie auf jeden Fall an.</p>
				<p klasse="J">Wir können heute ein Zeichen der Geschlossenheit senden an unsere Soldatinnen und Soldaten, an unsere Verbündeten und an die Menschen in unserem Land. Wir stehen zu unserer Verantwortung für Sicherheit, für Frieden, Freiheit und Demokratie.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
			<p klasse="J_1">Für die AfD-Fraktion spricht jetzt Peter Boehringer.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			<p klasse="J">Einen Moment noch, Herr Boehringer; ich bitte Sie um Verständnis. Ich möchte nur bekannt geben, dass ich jetzt die namentliche Abstimmung schließe und die Schriftführerinnen und Schriftführer bitte, mit der Auszählung zu beginnen. Das Ergebnis wird Ihnen später bekannt gegeben.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4228 D</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Und jetzt haben Sie das Wort, Herr Boehringer. Bitte schön.</p>
			<rede id="ID204204600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004675">
						<name>
							<vorname>Peter</vorname>
							<nachname>Boehringer</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Peter Boehringer (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Danke. – Frau Präsidentin! Union, SPD, FDP und Grüne haben seit Jahrzehnten regiert. Das Ergebnis ist, dass die Bundeswehr nur noch bedingt einsatzbereit ist. 20 Jahre Nichtstun also der Altparteien, 20 Jahre Investitionsstau bei der Bundeswehr. Die AfD hat all das seit Jahren kritisiert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Und nun stellen Sie sich heute hin und wollen in einem parlamentarischen Schweinsgalopp über eine präzedenzlose Grundgesetzänderung Geld bereitstellen.</p>
				<p klasse="J">Die vorgelegten Gesetze zur Ausrüstung der Bundeswehr sind natürlich in der materiellen Absicht begrüßenswert. Doch dieser Weg über die Grundgesetzänderung ist der falsche. Die Verfassung wird missbraucht, wenn man eine konkrete Budgetzahl hineinschreibt und ohne Not einen Nebenhaushalt begründet. So etwas macht man nicht, völlig ungeachtet des Ziels.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ganz explizit in Richtung Medien: Es ist einfach nicht korrekt, dass die 100 Milliarden Euro für die Bundeswehrprojekte nur mit einer Änderung des Grundgesetzes möglich sind. Warum auch? Vor Februar 2022 wäre nie jemand auch nur auf die Idee einer solchen Konstruktion gekommen. Sie ist materiell und gesetzgeberisch zur Zielerreichung schlicht überflüssig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Das Sondervermögen soll im Artikel 87a Grundgesetz abgesichert werden, eine eigene Kreditermächtigung bekommen und von der Schuldenbremse ausgenommen sein. So etwas ist im Haushalt völlig ohne Beispiel seit 1949. Es gibt heute bereits 15 Sondervermögen im Bundeshaushalt. Kein einziges davon wurde im Grundgesetz verankert.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Diese Grundgesetzänderung wäre haushalts- und verfassungsrechtlich ein Dammbruch. Künftig wäre damit der Weg frei für analoge Sonderschuldenkonstrukte für beliebige andere Ausgabewünsche. Zum Beispiel wäre ein 200-Milliarden-Euro-Klimasondervermögen außerhalb des regulären Haushalts denkbar. Damit wäre kein einheitlicher Haushalt ohne dauerhaft über das Grundgesetz fixierte Nebenhaushaltspositionen mehr aufstellbar. Absurde Ironie am Rande: Sozialpolitik etwa könnte künftig weiterhin der Schuldenbremse unterliegen, diverse Ideologiepositionen aber nicht.</p>
				<p klasse="J">Die heutige Grundgesetzänderung braucht die Koalition nur, um die Schuldenbremse zu umgehen. Das ist der einzige Grund.</p>
				<p klasse="J">In unserem Änderungsantrag haben wir mehrere Alternativwege zum 100-Milliarden-Ziel aufgezeigt – ohne Vergewaltigung der Verfassung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Die zusätzlichen Bundeswehrmittel von etwa 20 Milliarden Euro pro Jahr über die nächsten fünf Jahre, die Sie heute hier beschließen wollen, gehören ganz einfach regulär im Kernhaushalt eingestellt. Alleine nur im 2022er-Etat, den wir vor ein paar Minuten verabschiedet haben, haben wir als AfD Einsparmöglichkeiten von über 160 Milliarden Euro aufgezeigt. Man muss einfach mal anfangen, an Klima- und Transformationsideologie zu sparen, dann geht das auch.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ganz übel: Die Altfraktionen planen ernsthaft, die AfD von der parlamentarischen Kontrolle der 100 Milliarden Euro dauerhaft fernzuhalten. Das ist kein schlechter Witz. Der Gesetzentwurf sieht statt einem proportional besetzten Kontrollgremium einen Wahlmodus einzelner genehmer Personen vor. Wir kennen solche Wahlen bestens von etwa hundert Anläufen bei der Nichtwahl von AfD-Vizepräsidenten, Ausschussvorsitzkandidaten und diverser weiterer Gremien des Bundestags.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD: Undemokratisch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Der entsprechende Paragraf ist ein demokratischer Skandal. Wir sollen an der Wahrnehmung unserer parlamentarischen Kontrollrechte gehindert werden. So beerdigt man die parlamentarische Demokratie.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Fazit: Das ist überflüssig und so nicht zustimmungsfähig. Es braucht keine Grundgesetzänderung, um der Bundeswehr ihre Investitionsgelder zu geben. Ich wiederhole das in Richtung Medien: Es braucht diese Grundgesetzänderung nicht, um der Bundeswehr ihre Investitionsgelder zu geben. Berichten Sie das, richtig und korrekt!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Konstantin Kuhle [FDP]: Die entscheiden selber, was sie berichten!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich sage das in Richtung Regierungsbank, in Richtung Justizminister, auch in Richtung Verteidigungsministerin noch mal: Es braucht diese Grundgesetzänderung nicht, um der Bundeswehr ihr Geld zu geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss, Herr Abgeordneter.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004675">
						<name>
							<vorname>Peter</vorname>
							<nachname>Boehringer</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Peter Boehringer (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Wir zeigen in unserem Antrag, wie die Bundeswehr auch ohne diesen Verfassungsmissbrauch einsatzfähig ausgerüstet werden kann. Ändern Sie das, und wir stimmen sofort zu!</p>
				<p klasse="J">Danke.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Konstantin Kuhle [FDP]: Schämen Sie sich!)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
				<p klasse="J_1">Das Wort erhält für die Bundesregierung die Bundesministerin für Auswärtiges, Annalena Baerbock.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004245">
						<name>
							<vorname>Annalena</vorname>
							<nachname>Baerbock</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesministerin des Auswärtigen</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesministerin AA</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Annalena Baerbock, Bundesministerin des Auswärtigen:</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Am 24. Februar sind wir in einer anderen Welt aufgewacht. In den 100 Tagen seitdem ist unsere Welt nicht besser, sondern noch brutaler geworden. Neben dem Vernichtungskrieg, den wir jetzt im Donbass erleben müssen, sehen wir zeitgleich einen russischen Kornkrieg und vor allen Dingen fatale Folgen weltweit in den ärmsten Ländern dieses Planeten. Russlands brutaler Angriffskrieg schafft, so bitter es ist, eine neue Realität in Europa – und er mahnt: Die Sicherheit der Freiheit unseres Lebens ist ein teures, ein kostbares Gut, das wir jetzt im Zweifel auch militärisch verteidigen müssen.</p>
				<p klasse="J">Wir haben uns diese Welt nicht ausgesucht; aber wir müssen uns dieser neuen Realität stellen. Das ist der Sinn politischer Verantwortung.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Gerade in diesen Zeiten, in denen alte Gewissheiten über Bord gehen, ist es umso wichtiger, dass wir uns dieser staatspolitischen Verantwortung fraktionsübergreifend stellen. Daher ist unsere Einigung auf das Sondervermögen auch mehr als nur 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Sie ist auch Ausdruck unserer Bündnis- und damit auch unserer Europafähigkeit. Wenn wir auf harte Sicherheit schauen, dann geht es eben nicht allein um Deutschland; denn wir sind keine Insel mitten in der Welt, zum Glück nicht. Verteidigung heute und in der Zukunft bedeutet noch viel mehr denn je kooperative Sicherheit.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist gut, dass deswegen die Bündnisfähigkeit eben nicht aus dem Gesetz gestrichen worden ist, so wie die Union das eigentlich ursprünglich wollte.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich fand es ja vorhin ganz süß, Herr Dobrindt, dass Sie gesagt haben, alle haben sich bewegt, nur wir nicht. – Wenn Sie das für Ihr Ego brauchen, bitte schön.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich würde auch lieber vergessen, dass Sie eigentlich 2 Prozent im Grundgesetz festschreiben wollten oder nur 75 Abgeordnete dafür stimmen lassen wollten. Aber was mich, ehrlich gesagt, verwundert hat – ja, deswegen habe ich auch so intensiv gemeinsam mit Ihnen diskutiert und gerungen –, ist, dass Sie als jahrzehntelange Europapartei – das war ja immer das große und, wie ich fand, wirklich beeindruckende Label der Union – ausgerechnet die Ertüchtigung von Partnern bis zur letzten Minute dogmatisch bekämpft haben. Das verwundert mich nicht nur; ehrlich gesagt, finde ich das nicht sehr verantwortungsvoll.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn Sie rufen ja jetzt auch wieder, und zwar zu Recht – das möchte ich unterstreichen; ich sehe das genauso wie Sie –, zu mehr militärischer Unterstützung gerade unserer Bündnispartner auf. Aber dann sind Sie nicht bereit gewesen, ebendiese Ertüchtigung unserer Partner auch über das Sondervermögen mitzufinanzieren. Es wäre ein kleiner Betrag gewesen. Er wäre wichtig gewesen. Das kann ich bis zuletzt nicht verstehen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ehrlich gesagt – das unterscheidet dann offensichtlich mich von Ihnen, Herr Dobrindt, oder die Union von den Grünen –, mir bricht kein Zacken aus der Krone, zu sagen: Ja, ich hätte den ursprünglichen Gesetzentwurf besser gefunden, weil er eben die Stabilisierung und Ertüchtigungshilfe mitbeinhaltet und weil er auch die Cyberfähigkeiten mitbeinhaltet. Man hört es doch an allen Ecken und Enden, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht nur sind, dass Raketen oder Bomben fallen können, sondern eben auch, dass in Zukunft auch Angriffe auf Krankenhäuser und Versorgungseinrichtungen passieren können.</p>
				<p klasse="J">Jetzt werden wir – das ist der Kompromiss – ebendiese Maßnahmen gemeinsam über das Errichtungsgesetz und über den nächsten Haushalt finanzieren. Ich sage aber auch sehr deutlich: Dann stehen alle gemeinsam in der Verantwortung; denn Sicherheit braucht eine umfassende Sicherheit, und dafür trägt dieses Hohe Haus auch für die nächsten Jahrzehnte eine besondere Verantwortung.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Auch wenn das Sondervermögen jetzt aus meiner Sicht weniger weitsichtig ist, ist es nicht weniger wichtig; denn die Defizite bei der Bundeswehr sind keine Sekunde länger tragbar: analoge Funksysteme, mit denen sich unsere Soldatinnen und Soldaten im Ernstfall nicht zuverlässig verständigen können, 350 Puma-Schützenpanzer, von denen nur 150 einsatzfähig sind. Zur Ehrlichkeit gehört: Wir holen das nach, was jahrelang eben nicht angegangen worden ist. Wir reformieren mit diesem Sondervermögen – die Verteidigungsministerin hat darauf hingewiesen – eben auch das Beschaffungswesen. Wir tun das – so ehrlich müssen Sie zu sich selbst sein –, was Teile der Union über lange Zeit nicht wollten, nämlich in den Mittelpunkt unserer Sicherheit die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten und des Bündnisses zu stellen und eben nicht die Interessen der Rüstungsindustrie oder desjenigen, der am lautesten ruft.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Da gab es in der Vergangenheit die absurdesten Vorgänge, um das hier einmal freundlich zu sagen. Puma oder A400M wurden beschafft – ohne Ersatzteile, Wartungsverträge oder auch Bewaffnung. Wir werden in Zukunft viel stärker Systeme von der Stange kaufen, die auch andere Streitkräfte bereits erprobt haben. Statt auf teure Eigenentwicklung zu setzen, weil das vielleicht im Wahlkreis, wo die Rüstungsindustrie zu Hause ist, so schön ankommt, wird es an dieser Stelle eine klare Transparenz beim Beschaffungswesen geben. Ich glaube, ein bisschen Selbstkritik an dieser Stelle wäre angebracht.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Zeitgleich ist klar: In dieser neuen Herausforderung reicht ein Sondervermögen nicht aus. Die Bündnisverteidigungsfähigkeit ist weit, weit mehr. Auch diese Fragen müssen wir gemeinsam angehen. Ich möchte an dieser Stelle einmal sehr deutlich sagen: Ich kann verstehen, dass einige von Ihnen hadern. Ich glaube, jeder von uns, wahrscheinlich aus allen Parteien und Fraktionen, wird angesprochen: 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr? Bei uns im Krankenhaus, da fehlen die Pflegekräfte. Bei uns in der Kita, da sind keine Erzieherinnen und Erzieher. – Ich glaube, auch das ist die Verantwortung des heutigen Tages: uns diesen Fragen gemeinsam zu stellen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber wir dürfen soziale Gerechtigkeit und Sicherheit jetzt nicht gegeneinander ausspielen. Das ist mein Appell an diejenigen, die noch hadern. Das Sondervermögen schafft Luft, gerade für andere Haushaltstitel. Ja, wir müssen die erst noch gemeinsam beschließen; aber wir wollen und werden es gemeinsam tun.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich komme zum Schluss, Frau Präsidentin. – Denjenigen, die jetzt sagen: „Aber das Krankenhaus wurde jetzt nicht besser finanziert“, sage ich: Das stimmt; aber was wäre es in diesem Moment für ein Signal, wenn wir als Deutscher Bundestag, weil wir keine Zweidrittelmehrheit hinbekommen, jetzt Nein sagen? Wir sind in einer Zeit, wo unsere Bündnispartner uns brauchen, im Baltikum genauso wie im Sahel. Wir können nicht sagen: Die Kampfhubschrauber sind weiterhin nicht da. – Ich glaube, wir befinden uns in einem historischen Moment, nicht nur, weil wir in alten Gebäuden ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro beschließen, sondern auch, weil Deutschland sagt: Wir sind da, wenn Europa uns braucht. – Und Europa braucht uns jetzt, um unser kostbares Gut gemeinsam zu schützen: die Sicherheit der Freiheit unseres Lebens.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Aydan Özoğuz:</name>
			<p klasse="J_1">Ich verlese das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Schlussabstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 (Haushaltsgesetz 2022) auf den Drucksachen 20/1000, 20/1002, 20/1200, 20/1201, 20/1602, 20/1604, 20/1605, 20/1606 bis 20/1612, 20/1614 bis 20/1616, 20/1621 und 20/1623 bis 20/1628: abgegebene Stimmkarten 689. Mit Ja haben gestimmt 403, mit Nein haben gestimmt 285, Enthaltungen 1. Der Gesetzentwurf ist somit angenommen. </p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:684;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:399</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:284</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">enthalten:1</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Mittag</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Banaszak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Corinna Rüffer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Trittin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hacker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Till Mansmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerald Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Monika Grütters</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Heilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Hoppermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Marco Luczak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Moritz Oppelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johann David Wadephul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Bleck</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Chrupalla</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alexander Gauland</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jochen Haug</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Janich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Seitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gökay Akbulut</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Ferschl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gregor Gysi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Pau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Enthalten</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Jetzt fahren wir fort in der Debatte. Das Wort erhält für Die Linke Dr. Dietmar Bartsch.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			<rede id="ID204204800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003034">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Dietmar</vorname>
							<nachname>Bartsch</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sie wollen heute mit Zweidrittelmehrheit das Grundgesetz ändern. Sie wollen, dass die Aufrüstung der Bundeswehr Verfassungsrang bekommt. Das ist aus meiner Sicht ein historischer Fehler.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Meine Fraktion wird geschlossen mit Nein stimmen. Herr Lindner, Sie haben gesagt: Wer mit Nein stimmt, ist gegen die Soldaten. – Was für ein Unsinn. Frau Baerbock, Sie haben gesagt: Wer sich der staatspolitischen Verantwortung stellt, stimmt mit Ja. – Nein, aus staatspolitischer Verantwortung stimmen wir mit Nein – aus staatspolitischer Verantwortung!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Seit Wochen gibt es eine totale Schieflage in der Diskussion: Militär, Militär, noch mal Militär, Panzerhaubitzen, Kalibergrößen.</p>
				<kommentar>(Sara Nanni [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das liegt an der Realität, Herr Bartsch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das alles spielt eine Rolle. Ich bitte Sie alle um mehr Nachdenklichkeit, auch aus historischen Gründen, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist unbestritten: Russlands Überfall auf die Ukraine ist ein brutales Verbrechen. Er bringt unermessliches Leid für die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine. Putins Krieg verändert das Leben in Europa und unser Leben. Ja, das ist eine Zäsur. Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Fraktion stellt überhaupt nicht in Abrede, dass die Bundeswehr ihrem grundgesetzlichen Auftrag der Bündnis- und Landesverteidigung nachkommen muss. Aber hier wird permanent erzählt, die Bundeswehr sei vernachlässigt worden. Was für ein Unsinn!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Von 2014 bis 2022 ist der Verteidigungsetat wie kein anderer gestiegen, ausgehend von 32,4 Milliarden Euro.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: Wegen unserer Verteidigungsministerin!)</kommentar>
				<p klasse="O">Eben haben wir den Etat für 2022 verabschiedet: 50,4 Milliarden Euro. Kein anderer Etat hat so eine Steigerung vorzuweisen. Das ist mehr als für Bildung, Familien, Forschung und Wohnungsbau zusammen, meine Damen und Herren. Es gab kein Kaputtsparen, wenn man derartige Steigerungen hatte. Sie verbreiten einen Mythos. Das ist unehrlich, und das ist unverantwortlich.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Das Problem liegt doch ganz woanders. 2011 gab es die Reform von de Maizière. Der hat gesagt: Weg von dem, was im Grundgesetz steht, hin zu Auslandseinsätzen! – Das ist die eigentliche Begründung. Das war schon damals nicht verfassungskonform. Nach Ihrer Logik müsste man eigentlich zuallererst eine nationale Sicherheitsstrategie haben, dann müsste man verteidigungspolitische Richtlinien haben und dann über Finanzen reden und dürfte es nicht so angehen, wie Sie das machen. Sie missbrauchen das Grundgesetz, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Bundeswehr leidet nicht unter Geldmangel, sondern unter Steuergeldverbrennung. Sie haben unfähige Minister von der Union und jetzt von der SPD gehabt.</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Das ist ja noch abenteuerlicher!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist die Ursache: Missmanagement.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Was könnte man alles mit den 100 Milliarden Euro machen? Frau Baerbock, Sie haben doch recht. Sie haben doch auch ein Herz für Kinder und wollen gegen Kinderarmut agieren. Warum gibt es nicht ein Sondervermögen zur Bekämpfung von Kinderarmut?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: Sagen Sie das mal den Familien in der Ukraine!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir könnten eines der besten Bildungssysteme der Welt haben, wenn wir das Geld dafür einsetzen würden; das wäre notwendig. Aber anstatt Rentner und Familien wirkungsvoll zu entlasten, werden die Normalbürger mit diesen 100 Milliarden Euro belegt. Es ist kein Sondervermögen, –</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003034">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Dietmar</vorname>
							<nachname>Bartsch</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">– es sind Schulden und nichts anderes.</p>
				<p klasse="J">Mein letzter Satz.</p>
				<kommentar>(Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]: „Der letzte Satz“ ist ein Versprechen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ein relevanter Teil der Bevölkerung, meine Damen und Herren, hat schlicht Angst und Existenzsorgen. Sie geben darauf aber keine ausreichenden Antworten.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Herr Bartsch, letzter Satz, bitte.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003034">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Dietmar</vorname>
							<nachname>Bartsch</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Das Einzige, was Ihnen einfällt, sind militärische Antworten; das ist der Wahnsinn. Aufrüstung ist der Wahnsinn.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Florian Hahn, CDU/CSU, ist der nächste Redner in der Debatte.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204204900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004048">
						<name>
							<vorname>Florian</vorname>
							<nachname>Hahn</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Florian Hahn (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! 100 Milliarden Euro, das ist sehr viel Geld. Das ist kein Klacks, sondern das sind Schulden, die wir aufnehmen und die uns auch in Zukunft belasten werden. Deshalb waren das anstrengende Verhandlungen. Aber nach dem Schlusspfiff ist klar: Es ist ein überwältigender Sieg geworden für unsere Bundeswehr. Dafür an alle Beteiligten, mit denen wir über die letzten Wochen verhandeln durften, ein herzliches „Vergelts Gott!“. Wir haben da gemeinsam etwas Gutes auf den Weg gebracht. Persönlich geht mein ganz besonderer Dank an die Staatssekretäre Zimmer und Hitschler für die wirklich sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich bin sehr froh, dass wir den Bundeskanzler dabei unterstützen konnten, das Richtige zu tun, gegen den durchaus großen Widerstand an einigen Stellen in den Reihen der Ampelkoalition. Herr Bartsch hat das ja gerade auch eindrucksvoll aufgezeigt: Es ist zwar tatsächlich viel in den letzten Jahren für die Bundeswehr getan worden. Aber wir sind zu der Erkenntnis gekommen: Es war zu wenig. – Wir tragen da alle Verantwortung. Wir als Union waren nicht stark und kräftig genug, noch mehr zu tun, als wir erreicht haben in den letzten Jahren.</p>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD, Sie waren von den letzten 25 Jahren 21 Jahre an der Regierung. Deswegen können Sie sich auch nicht aus dieser Verantwortung herausstehlen. Sie haben Ihre Haltung und im Übrigen auch unsere Haltung zu mehr Investitionen in die Bundeswehr im letzten Wahlkampf sehr eindrucksvoll zur Schau getragen. Im Wahlkampf war folgender Slogan zu lesen: „Das will die CDU: Teure Aufrüstung vom Panzer bis zur Drohne. Das will die SPD: Kostenfreie Bildung von Kita bis zur Uni.“</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Das haben Sie schon mal vorgelesen! Das kommt mir bekannt vor!)</kommentar>
				<p klasse="O">Auch zu lesen war, Herr Kollege Klingbeil, dass Sie auf Distanz gehen zum 2‑Prozent-Ziel. Sie äußerten Kritik gegenüber dem „Wochenblatt“: Der SPD-Generalsekretär kritisiert die Forderungen Kramp-Karrenbauers nach mehr Geld für die Bundeswehr. – Die Parteivorsitzende der SPD gibt über Twitter zum Besten:</p>
				<p klasse="Z">Verteidigungsministerin @akk packt eine Menge Zunder in ihre Regierungserklärung: Sie fordert das Zweiprozentziel und öffentliche Gelöbnisse vor dem Reichstag. Applaus bei der Union, irritierte Stille bei uns – fühlt sich an, wie der Anfang vom Ende der Koalition.</p>
				<p klasse="O">Herr Stegner setzt noch einen drauf, auch über Twitter:</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Er setzt immer einen drauf!)</kommentar>
				<p klasse="Z">Die Forderungen von @akk zur massiven Aufrüstung der Bundeswehr mögen Donald Trump gefallen, mit der SPD sind sie jedenfalls nicht zu realisieren.</p>
				<p klasse="O">So tatsächlich die SPD bis vor wenigen Monaten.</p>
				<p klasse="J">Ja, sehr geehrte Damen und Herren, wir, die Union, die CDU und die CSU, wollten und wollen die Aufrüstung vom Panzer bis zur Drohne. Wir freuen uns deshalb, dass wir das nun endlich durchsetzen können und mit der FDP, der SPD und den Grünen diesen Weg heute beschreiten. Dafür noch mal ganz herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Lieber Herr Parteivorsitzender von der SPD, Sie haben ja gleich noch die Gelegenheit, diese Fehleinschätzung, die die SPD so viele Jahre vertreten hat, einzugestehen. Das wäre wirkliche Größe, und da setze ich auf Sie, dass Sie das auch gleich tun werden.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Ich glaube, der macht das nicht!)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, neben vielen wichtigen Projekten, die durch das Sondervermögen endlich realisiert werden können, freue ich mich ganz besonders, dass wir nun endlich auch den dringend benötigten Ersatz unserer veralteten Tornado-Flotte auf den Weg bringen können; denn damit ist endlich die Zukunft der nuklearen Teilhabe gesichert. Die nukleare Teilhabe war und ist das Mittel der Abschreckung und unverzichtbares Rückgrat für unsere Sicherheit und die Sicherheit Europas. Es ist ein starkes Zeichen der Bündnissolidarität, dass SPD und Grüne diesen Weg zur Sicherung der nuklearen Teilhabe mitgehen. Auch dafür ganz herzlichen Dank.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004048">
						<name>
							<vorname>Florian</vorname>
							<nachname>Hahn</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Florian Hahn (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Bundesministerin Lambrecht, Sie haben jetzt ein starkes Stück Arbeit vor sich; Sie müssen dieses Sondervermögen jetzt umsetzen. Dafür wünschen wir Ihnen viel Fortune. Sie werden unser scharfes Auge bei der Umsetzung an Ihrer Seite wissen.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Der letzte Redner in der Debatte ist Lars Klingbeil, SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003715">
						<name>
							<vorname>Lars</vorname>
							<nachname>Klingbeil</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Lars Klingbeil (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist häufig angesprochen worden in dieser Diskussion, aber ich will es auch noch einmal sagen: Der 24. Februar markiert einen Wendepunkt unserer Geschichte, der europäischen Geschichte und der globalen Geschichte. Die Welt hat sich am 24. Februar verändert. Eine Friedensordnung, wie wir sie in Europa kannten, wurde durch Putins brutalen Angriffskrieg über den Haufen geworfen. Eine Weltordnung, die wir über Jahrzehnte kannten,</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Die Sie sich erträumt hatten, Herr Klingbeil, faktenfrei erträumt hatten!)</kommentar>
				<p klasse="O">in der wir uns einigermaßen sicher gefühlt haben, die uns Stabilität gegeben hat, wurde von Putins brutalem Angriffskrieg über den Haufen geworfen. Von vielen Gewissheiten mussten wir uns am 24. Februar verabschieden.</p>
				<p klasse="J">Es ist richtig und es ist gut, dass wir hier im Parlament, dass die Bundesregierung und wir als Abgeordnete die Kraft haben, angesichts dieser Zeitenwende politische Antworten zu geben. Das Sondervermögen, die 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, ist eine der Antworten, die wir angesichts dieser Zeitenwende geben.</p>
				<p klasse="J">Lieber Florian Hahn, ich könnte es mir jetzt einfach machen und auch polemisch werden. Ich könnte sagen: Wenn die Union nicht mitregiert, dann werden auf einmal Drohnen beschafft.</p>
				<kommentar>(Florian Oßner [CDU/CSU]: Unglaublich! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich könnte entgegnen, dass in dem Moment, wo die Union nicht mitregiert, auf einmal die Bundeswehr gestärkt wird.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Friedrich Merz [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Aber ich will Ihnen sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Ich finde, eine solche Debatte ist nicht der Ort für eine polemische Auseinandersetzung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Friedrich Merz [CDU/CSU]: Warum machen Sie es dann! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will etwas anderes sagen: Ich bin dankbar, dass wir – die Außenministerin, der Finanzminister, die Verteidigungsministerin, der Bundeskanzler und die Fraktionen</p>
				<kommentar>(Peter Beyer [CDU/CSU]: Na, nun klopft euch mal nicht zu sehr auf die Schulter! Es hat eines Krieges bedurft!)</kommentar>
				<p klasse="O">hier im Parlament inklusive der Union – innerhalb so kurzer Zeit einen Weg gefunden haben, um unsere Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten zu stärken. Das ist ein wichtiges Zeichen. Dafür ein großer Dank an alle, die beteiligt waren!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, Deutschlands Rolle hat sich verändert. Das sehen wir in diesen Tagen, wenn wir wahrnehmen, wie andere Nationen auf uns gucken und von uns auch erwarten, dass wir in Europa Führung übernehmen. Und das tut diese Bundesregierung. Aber auch hier werden sich weitere Schritte aus der Zeitenwende ableiten. Wir müssen uns fragen, wie wir die Europäische Union stärken, wie wir sie geopolitisch stärker aufstellen. Wir werden uns auseinandersetzen müssen mit dem Thema der Hungerkatastrophen, und wir müssen Antworten darauf geben. Wir müssen auf globale Krisen Antworten geben. Alles das gehört zu der Verantwortung, die wir als Bundesrepublik Deutschland haben. Ich bin dankbar, dass die Bundesregierung an vielen Stellen klarmacht, dass sie hier Verantwortung übernimmt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Der 24. Februar war ein Tag, der auch Ängste in unserer Bevölkerung ausgelöst hat. Zwei Flugstunden von Berlin entfernt ist ein imperialistischer Angriffskrieg ausgebrochen. Ich glaube, wir alle erleben in den Wahlkreisen in vielen persönlichen Gesprächen, dass die Menschen auch hier im Land Angst haben vor dem, was dort passiert. Deswegen sind diese 100 Milliarden Euro ein klares Versprechen auch an unsere eigene Bevölkerung: Wir werden dafür sorgen, dass unser Land jederzeit verteidigt werden kann. Wir sorgen für die Sicherheit unseres eigenen Landes. Und deswegen, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind diese 100 Milliarden Euro ein wichtiger Schritt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Die persönliche Ausstattung hat auch etwas mit Wertschätzung für unsere Soldatinnen und Soldaten zu tun. Ich konnte in den letzten Jahren nicht mehr erklären, warum sich Soldatinnen und Soldaten, die von diesem Parlament in Auslandseinsätze geschickt wurden, Nachtsichtgeräte, Rucksäcke und anderes selbst kaufen mussten. Auch deswegen sind diese 100 Milliarden Euro wichtig. Das ist eine Wertschätzung für diejenigen, die wir in Auslandseinsätze schicken – ein großer Respekt für die Soldatinnen und Soldaten. Wir setzen hier auch ein klares Zeichen des Respekts für unsere Truppe.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Der letzte Punkt, den ich ansprechen will: Wenn man solche Debattenbeiträge wie den von Herrn Bartsch hört, hat man den Eindruck, als würde hier gerade eine Militarisierung unserer Außenpolitik stattfinden.</p>
				<kommentar>(Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE]: Ja! – Susanne Ferschl [DIE LINKE]: Hallo? – Weitere Zurufe von der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich kann nur sagen: Was für ein Quatsch!</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich muss es in aller Deutlichkeit sagen: Die Zeitenwende erfordert mehr Diplomatie, mehr Völkerrecht, mehr Multilateralismus, mehr Einsatz für den Frieden. Alles das erfordert diese Zeitenwende, und für alles das steht diese Bundesregierung. Aber klar ist auch: Wenn jemand wie Wladimir Putin die Grenzen – souveräne Grenzen, politische Grenzen, moralisch-ethische Grenzen – verletzt, dann muss unsere Bundeswehr ausgestattet sein, um zu helfen. Und genau das erfolgt mithilfe dieses Sondervermögens.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Das gehört auch zu einer Außenpolitik, wie wir sie vorhaben, dazu.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank fürs Zuhören.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Ich schließe die Aussprache.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen nun zur Abstimmung über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Grundgesetzes, Artikel 87a.</p>
			<p klasse="J">Es liegen mehrere schriftliche Erklärungen nach § 31 unserer Geschäftsordnung vor.<sup>1</sup>
				<fussnote>Anlagen 6 bis 10 </fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Der Haushaltsausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/2091, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksache 20/1410 in der Ausschussfassung anzunehmen. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Handzeichen. – Das sind die Ampelfraktionen und die CDU/CSU-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Die Linke und die AfD-Fraktion. Enthaltungen? – Eine Enthaltung. Der Gesetzentwurf ist damit in zweiter Beratung angenommen.</p>
			<p klasse="K">Dritte Beratung</p>
			<p klasse="O">und Schlussabstimmung. Ich weise darauf hin, dass zur Annahme des Gesetzentwurfs die Mehrheit von zwei Dritteln der Mitglieder des Deutschen Bundestags erforderlich ist. Das sind mindestens 491 Stimmen.</p>
			<p klasse="J">Wir stimmen über diesen Gesetzentwurf namentlich ab. Sie haben dafür 20 Minuten Zeit. Die Abstimmung erfolgt wie immer in der Westlobby.</p>
			<p klasse="J">Ich bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die vorgesehenen Plätze einzunehmen. – Ich habe das Signal bekommen, dass die Abstimmungsurnen besetzt sind.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne die namentliche Abstimmung über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Grundgesetzes. </p>
			<p klasse="J">Die Abstimmungsurnen werden um 15.37 Uhr geschlossen. Das bevorstehende Ende der namentlichen Abstimmung wird Ihnen rechtzeitig bekannt gegeben.<sup>2</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4244 D</fussnote>
			</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Zusatzpunkt 4">
			<p klasse="J">Ich rufe nun Zusatzpunkt 4 auf:</p>
			<p klasse="T_NaS">Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/1409</p>
			<p klasse="T_NaS">Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss)</p>
			<p klasse="T_fett">Drucksache 20/2090</p>
			<p klasse="J">Zu dem Gesetzentwurf liegen ein Änderungsantrag der Fraktion der AfD sowie ein Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke vor.</p>
			<p klasse="J">Über den Gesetzentwurf und über den Änderungsantrag der Fraktion der AfD werden wir später namentlich abstimmen.</p>
			<p klasse="J">Bevor wir in die Debatte einsteigen, bitte ich diejenigen, die der Debatte folgen wollen, Platz zu nehmen, und diejenigen, die der Debatte nicht folgen wollen, den Saal zügig zu verlassen, sodass wir hier konzentriert die Beratungen fortführen können.</p>
			<p klasse="J">Für die Aussprache ist eine Dauer von 39 Minuten beschlossen.</p>
			<p klasse="J">Ich eröffne die Aussprache und erteile das Wort dem Kollegen Dr. Marcus Faber, FDP-Fraktion.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
			<rede id="ID204205100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004712">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Marcus</vorname>
							<nachname>Faber</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Marcus Faber (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Heute ist Tag 100 von Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, und es wird leider nicht der letzte Tag sein. Seit 100 Tagen weiß auch jeder hier im Saal, dass wir in einer neuen Realität leben und dass diese Realität bleibt, die Realität, dass ein Staat einen anderen Staat in Europa grundlos überfällt. Wir haben eine Realität, in der Menschen Schutz suchen. Sie suchen Schutz vor Raketen, sie suchen Schutz vor Artillerie, und sie suchen Schutz vor den russischen Invasionstruppen. Wegen dieser neuen Realität haben wir eine Zeitenwende, hinter der sich zum Glück ein sehr großer Teil dieses Hauses versammelt, nämlich die SPD, die Grünen, die FDP und dankenswerterweise auch die Union. Das ist richtig. Diese Zeitenwende muss nicht nur im Kopf ankommen. Sie muss auch in der Realität ankommen, und dafür setzen wir mit dem Sondervermögen gerade einen sehr wichtigen Punkt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte mich bei der Bundesregierung, vor allem bei unserem Bundesfinanzminister bedanken, dass er dieses Sondervermögen hier verhandelt, damit wir die Bundeswehr ausrüsten können. Ich möchte mich auch bei den genannten vier Fraktionen bedanken, dass wir das hier gemeinsam tragen; denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man in einer solchen Krise zusammensteht und dass dieser Bundestag ein so starkes Signal setzt. Ich glaube, darauf können wir sehr stolz sein, meine Damen und Herren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Falko Mohrs [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Diese Zeitenwende besteht aus zwei ganz wesentlichen Teilen:</p>
				<p klasse="J">Der erste Teil ist besonders eilig und dringend. Das ist die Hilfe für die Ukraine. Wir haben uns entschieden, Waffen dorthin zu liefern; Panzerfäuste, Stinger sind geliefert. Wir werden schwere Waffen liefern – Panzerhaubitzen, Geparden –,</p>
				<kommentar>(Dr. Johann David Wadephul [CDU/CSU]: Wann?)</kommentar>
				<p klasse="O">und wir tun das alles, weil Kinder in Kellern sitzen, während die Wohnblöcke über ihnen unter Artilleriefeuer stehen. Wir tun das alles, damit dieser Zustand nicht ewig währt. Wir tun das, damit auch die Ukrainerinnen und Ukrainer in Frieden und Freiheit leben können. Auf diesem Weg sind wir einige Schritte gegangen, und wir werden noch weitere gehen müssen.</p>
				<p klasse="J">Der zweite wichtige Teil ist das Sondervermögen, das wir heute verabschieden, um die Bundeswehr auszurüsten. Wir wollen die Bundeswehr in die Lage versetzen, diese Republik, aber eben auch unsere Bündnispartner zu verteidigen. Wir wollen das Prinzip aufrechterhalten, dass es nicht von der Größe eines Landes abhängt, ob es über sich selbst bestimmen kann oder nicht, sondern vom Willen seiner Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen, dass das in ganz Europa gilt.</p>
				<p klasse="J">Viele Menschen im Baltikum haben die Präsenz russischer Truppen sicherlich noch gut in Erinnerung. Ich denke an die Hansestadt Riga. Es gibt dort sicherlich viele Menschen, die sich noch daran erinnern, dass russische Truppen vor Ort waren. Das geht vielen Menschen in meiner Heimatstadt, der Hansestadt Stendal, auch so.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Herr Faber, entschuldigen Sie bitte kurz. – Es ist eine sehr große Unruhe im Saal, sodass wir dem Redner nicht folgen können. Ich bitte die Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen, die der Debatte folgen wollen, ihre Plätze einzunehmen. Die anderen bitte ich, den Raum zu verlassen. Das betrifft vor allem die stehenden Personen im hinteren Teil des Plenarsaals. Ich bitte Sie, die Plätze einzunehmen, wenn Sie hierbleiben möchten, damit wir die Debatte gut fortführen können, vor allem angesichts der Wichtigkeit des Themas. – Vielen Dank.</p>
				<p klasse="J">Herr Faber, Sie können fortfahren.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004712">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Marcus</vorname>
							<nachname>Faber</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Marcus Faber (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Ich war gerade dabei, zu betonen, dass die Menschen in der Hansestadt Riga sicherlich keine russischen Truppen mehr in ihrer Stadt haben wollen, weil sie sich noch gut daran erinnern, wie das war. Das verbindet viele Menschen in Mittel- und Osteuropa, zum Beispiel die Menschen in Riga und die in meiner Heimatstadt, der Hansestadt Stendal. Mit diesem Sondervermögen senden wir eine klare Botschaft: Sie müssen davor auch keine Angst haben, weil wir nicht nur den Willen haben, uns zu verteidigen, sondern dann auch die Fähigkeiten. Dafür haben wir dieses Sondervermögen, meine Damen und Herren. Wir werden damit die Bundeswehr ausrüsten. Wir werden das einhalten, was diese Bundesregierung der NATO mehrfach zugesagt hat, nämlich das 2‑Prozent-Ziel. Wir setzen ein klares Signal Richtung Russland. Wir haben Verteidigungskapazitäten in Deutschland und Europa. Außerdem werden wir etwas beenden, was hier viel zu lange Normalzustand war: dass man die Bundeswehr kaputtspart. Wir werden die Bundeswehr ausrüsten, wir werden altes durch neues Gerät ersetzen, und wir werden dafür sorgen, dass auch genug Material da ist.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein Beispiel. Meine Damen und Herren, wir haben heute Tag 100 von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, und wir haben für zwei Tage Munition. Der NATO-Standard sind 30 Tage. Allein um diese Lücke zu schließen, müssen wir investieren. Wir müssen auch in Panzer investieren, in Hubschrauber und in Kampfjets. Ich glaube, niemand hier hat sein politisches Engagement begonnen, weil er das machen will. Aber wir müssen es heute machen, um die zivilen Investitionen, die wir hier tätigen, zu erhalten, um ihren Bestand, um unser Gesellschaftsmodell und damit auch Frieden und Freiheit in Europa zu sichern.</p>
				<p klasse="J">Wir werden das auf eine Art tun: Wir werden marktverfügbares Material kaufen, und wir werden zeitgleich den Beschaffungsprozess reformieren, damit das Gerät schnell in der Truppe ankommt; denn es geht hier um die Sicherheit nicht nur unseres Landes, sondern des gesamten europäischen Kontinents. Deswegen bitte ich Sie alle: Gehen Sie in sich, und stimmen Sie diesem Sondervermögen zu.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD, der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Ich erteile das Wort dem nächsten Redner: Dr. Johann Wadephul, CDU/CSU-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004182">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Johann David</vorname>
							<nachname>Wadephul</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Johann David Wadephul (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wir verabschieden heute ein Gesetzespaket, das auf der einen Seite eine Grundgesetzänderung und auf der anderen Seite ein Bundeswehrvermögens- und Bundeswehrfinanzierungsgesetz beinhaltet. Das ist ein Novum für den Deutschen Bundestag, und – ich sage das mit einem besonderen Gruß an Oberst Wüstner und seine Kameradinnen und Kameraden – es ist eine neue Selbstverpflichtung des Deutschen Bundestages, des Gesetzgebers, dass er – genauso wie die Bundesrepublik Deutschland international, insbesondere im NATO-Rahmen, Verpflichtungen übernimmt, Fähigkeiten bereitzustellen – die finanziellen Mittel für die Bundeswehr bereitstellt. Das heißt, Verpflichtung und finanzielles Geben kommen jetzt in Einklang. Das ist eine völlig neue Sache; die hat es in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben. Das werden wir jetzt erstmalig hier – uns selber bindend, liebe Kolleginnen und Kollegen – festlegen. Ich bitte Sie um Unterstützung. Das war für die CDU/CSU-Fraktion ein zentrales Ziel in den Verhandlungen, die wir geführt haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Dass das, Herr Kollege Klingbeil, auch das 2‑Prozent-Ziel umfasst und dass es die Notwendigkeit gab, darüber mit Ihnen zu diskutieren und das noch einmal zu fixieren, das hat sich ja nicht nur in der letzten Legislaturperiode gezeigt, als Sie nicht nur nicht müde geworden sind, das 2‑Prozent-Ziel verbal zu attackieren, sondern es uns auch innerhalb der Koalition verunmöglichten, es schon früher zu erreichen. Selbst diese Debatte hat das ja noch einmal gezeigt: Die einzige Fraktion, die ohne Wenn und Aber hinter dem Bundeskanzler gestanden hat, wenn es um das 2‑Prozent-Ziel ging, war die CDU/CSU-Fraktion. Das ist bemerkenswert genug in dieser Situation.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Teile der SPD-Fraktion haben dieses Ziel auch unterstützt.</p>
				<p klasse="J">Nein, ich will das in allem Ernst sagen, Herr Kollege Klingbeil: Der 24. Februar ist natürlich eine Zeitenwende gewesen. Aber ehrlich gesagt, die gab es schon vorher. Haben Sie die Krimannexion vergessen? Haben Sie den Überfall Russlands auf die Ostukraine vergessen? Das war schon die erste Zeitenwende. Damals sind schon 2 Prozent verabredet worden, und Sie waren nicht bereit, dem zu folgen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Peter Beyer [CDU/CSU]: Es müssen erst Tausende von Menschen sterben, bis die das kapiert haben!)</kommentar>
				<p klasse="J">Im Übrigen möchte ich zu der Bemerkung, die Sie zum Thema der bewaffneten Drohnen gemacht haben, sagen: Diese fand ich in jeder Hinsicht unangemessen. Es war die SPD-Bundestagsfraktion, die entgegen dem Koalitionsvertrag, der mit uns in der letzten Legislaturperiode geschlossen worden ist, verhindert hat, dass bewaffnete Drohnen angeschafft wurden.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der CDU/CSU: So ist es!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das hat Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr schutzlos zurückgelassen. Das hat den Beschaffungsweg unnötig verzögert.</p>
				<kommentar>(Lars Klingbeil [SPD]: Das ist eine Lüge!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Sie sagen: Es ist eine Lüge. – Warum ist denn Fritz Felgentreu zurückgetreten? Man muss sich ja schämen für so einen Parteivorsitzenden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zurufe von der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Ihr eigener verteidigungspolitischer Sprecher ist deswegen zurückgetreten. Lesen Sie doch noch mal nach, weshalb er das gemacht hat: weil er es als aufrechter Sozialdemokrat nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.</p>
				<kommentar>(Dr. Rolf Mützenich [SPD]: Sie sprechen uns nicht die Aufrichtigkeit ab!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Sie haben die Bundeswehr und Sie haben Fritz Felgentreu und andere im Stich gelassen, Herr Mützenich.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Rolf Mützenich [SPD]: Das ist eine Unverschämtheit!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist die Wahrheit; das muss hier noch mal gesagt werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Rolf Mützenich [SPD]: Sie sprechen uns nicht die Aufrichtigkeit ab! Nie und nimmer! Schon gar nicht in diesem Plenum!)</kommentar>
				<p klasse="J">Es ist bemerkenswert genug, Herr Mützenich, dass Sie in dieser Woche das 2‑Prozent-Ziel als eine absurde Zahl bezeichnen,</p>
				<kommentar>(Dr. Rolf Mützenich [SPD]: Sie sprechen uns nicht die Ehre ab!)</kommentar>
				<p klasse="O">die Ihr Bundeskanzler hier im Deutschen Bundestag in die Debatte geworfen hat. Über einen entsprechenden Gesetzestext stimmen wir jetzt ab. Wir stimmen jetzt über Ihre absurde Zahl ab. Ich schaue mir an, wie Sie abstimmen, um zu sehen, ob Worte und Taten an dieser Stelle zusammenpassen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf des Abg. Dr. Rolf Mützenich [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will auch noch etwas zu der Frage sagen, wie das Geld verwandt wird. Ich habe das schon in anderen Debatten erlebt: Es besteht überhaupt keine Differenz darüber, dass die Bundesrepublik Deutschland über das Sondervermögen hinaus weitere sicherheitspolitische Verantwortung trägt, weitere Aufgaben zu erledigen hat: im Cyberbereich, bei den Vorkehrungen, die wir im Zivilschutz zu treffen haben, usw. Das ist völlig unstreitig. Aber es gibt ja für sicherheitspolitische Ausgaben nicht nur das Sondervermögen, sondern weiterhin den Einzelplan 14 und auch den Etat des Innenministeriums und weitere Etats wie den des Außenministeriums, die dafür alle richtigerweise eingesetzt werden müssen.</p>
				<p klasse="J">Ich möchte auch sagen, Frau Außenministerin, weil Sie heute einen völlig neuen Aspekt in die Diskussion gebracht und insinuiert haben, die Unionsfraktion sei dagegen, im europäischen Rahmen finanzielle Unterstützung zu leisten:</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Das ist aber falsch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir sind bereit, innerhalb der Europäischen Union dazu beizutragen, dass die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik unterlegt wird. Wir sind bereit, darüber nachzudenken, wie wir mehr auf europäischer Ebene, auch sicherheitspolitisch und militärisch, zusammenarbeiten können. Wenn Sie das wollen, bitte schön, gerne. Aber halten Sie uns nicht Dinge vor, die in der gesamten Diskussion der letzten Wochen überhaupt gar keine Rolle gespielt haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Katharina Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die haben Sie doch selber im Streit gesagt!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir sind schlicht und ergreifend für nicht mehr und nicht weniger eingetreten. Es ist eben in der Tat – Kollege Middelberg hat das anfangs gesagt – angesichts des Ausrüstungszustandes der Bundeswehr dringend notwendig, dass das gesamte Geld des Sondervermögens für die Bundeswehr verwandt wird. Alles für die Bundeswehr: Das ist an dieser Stelle die richtige Entscheidung. Das ist auch die richtige sicherheitspolitische Entscheidung. Wenn wir das heute hier im Bundestag gemeinsam beschließen, dann sind wir einen entscheidenden Schritt weiter, insbesondere für die Soldatinnen und Soldaten.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Der nächste Redner ist Andreas Schwarz, SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004407">
						<name>
							<vorname>Andreas</vorname>
							<nachname>Schwarz</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Andreas Schwarz (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Heute ist ein guter Tag, ein guter Tag für die Bundeswehr – ich darf hier einige Generäle begrüßen –, aber auch ein guter Tag für die Menschen in unserem Land. Es geht um Freiheit. Es geht um Demokratie. Beides wird durch dieses Sondervermögen gestärkt. Die Zeitenwende wird somit mit Leben erfüllt. Diese Zeitenwende wird sicher auch noch in vielen anderen Bereichen unseres Lebens anzutreffen sein.</p>
				<p klasse="J">100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr: ein klares Zeichen in die Welt in diesen unruhigen Zeiten. Damit wird die Bundeswehr in der Lage sein, die gestiegenen Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen, die die Bedrohungslage an uns stellt. Wir sorgen für Aus- und nicht für Aufrüstung.</p>
				<p klasse="J">An dieser Stelle möchte ich aber auch einiges grundsätzlich anmerken. Es macht überhaupt keinen Sinn, unsere Bundeswehr ständig schlechtzureden. Es macht überhaupt keinen Sinn, auf die Soldatinnen und Soldaten öffentlich einzudreschen. Unsere Soldatinnen und Soldaten haben mehr Respekt verdient. Denn es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass wir bisher all unseren Bündnisverpflichtungen nachgekommen sind – und das vollumfänglich. Was auch zur Wahrheit gehört – ich glaube, das wissen die Soldatinnen und Soldaten –: Es ist eine Parlamentsarmee. Niemand hier in diesem Haus schickt Soldatinnen und Soldaten ungeschützt in Einsätze. Nie und nimmer!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich darf zum Thema Drohnen eine Anmerkung machen. Es hat schon seinen Grund, warum Ministerin Lambrecht im Beschaffungswesen sehr schnell Veränderungen und Beschleunigungen vornehmen musste. Das war auch ein Thema bei der Drohnenproblematik: dass uns nämlich Vorlagen nicht rechtzeitig erreicht haben.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, welche Botschaften senden wir an unsere Soldatinnen und Soldaten, die Menschen im Land, an Europa und in die NATO? Deutschland kümmert sich um seine Parlamentsarmee. Wir stellen uns unserer Verantwortung. Wir sind ein starker und vor allen Dingen ein verlässlicher Bündnispartner.</p>
				<p klasse="J">Liebe Bürgerinnen und Bürger im Land, fortschrittliche Verteidigungspolitik, Sozialpolitik, Klima- und Wirtschaftspolitik wird in diesem Land weiterhin gemeinsam gedacht und umgesetzt. Nichts wird gegeneinander ausgespielt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Es ist auch ganz wichtig, dass wir den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft in Frieden und Freiheit sichern und stärken. Deswegen brauchen wir das Sondervermögen. Dieser russische Angriffskrieg hat uns wieder gelehrt: Wer ohne Angst in Freiheit leben will, braucht einen starken Staat, und er braucht eine starke Verteidigungsarmee, um diese Freiheit zu schützen, aber auch, um sie zu garantieren.</p>
				<p klasse="J">Viele in den letzten Jahren aufgetretene Lücken in der militärischen Ausrüstung können nun beseitigt werden. Wir legen im Prinzip eine neue Friedensdividende an.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: AfD wirkt!)</kommentar>
				<p klasse="O">Von der persönlichen Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten – wir haben ja schon einiges in die Wege geleitet – über Munition bis hin zu schwerem Gerät für Land, Wasser und Luft wird die Bundeswehr in der Landes- und Bündnisverteidigung in vollem Umfang verstärkt, einhergehend mit der bereits von der Vereidigungsministerin eingeleiteten Beschleunigung des Beschaffungswesen. Das war einer der Hauptgründe, warum vieles hier nicht gelaufen ist.</p>
				<p klasse="J">Unter der neuen Voraussetzung, dass wir sagen: „Wir kaufen marktverfügbare und bewährte Systeme“, werden wir hier vieles beschleunigen.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Gerold Otten [AfD])</kommentar>
				<p klasse="O">Damit ist auch Schluss mit teuren Entwicklungslösungen und vor allen Dingen mit der oft zitierten deutschen Goldrandlösung; denn wir müssen hier die PS auf die Straße bringen. Das erwarten die Soldatinnen und Soldaten, aber auch die Menschen von uns, und zwar – das muss ich hinzufügen – zu Recht. Hierzu haben wir im Haushaltsausschuss schon entsprechende Beschlüsse gefasst, um das Verfahren eng zu begleiten.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, Dank an die Union, dass Sie sich Ihrer staatspolitischen Verantwortung bewusst geworden sind. Wir stehen heute hier zusammen. Das ist auch ein Zeichen einer starken Demokratie.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss, Herr Schwarz.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004407">
						<name>
							<vorname>Andreas</vorname>
							<nachname>Schwarz</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Andreas Schwarz (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Ja. – Zum Schluss darf ich noch erwähnen, dass jeder über das Sondervermögen vorgesehene Beschaffungsvorgang, der über 25 Millionen Euro liegt, weiterhin dem Haushaltsausschuss vorgelegt werden muss. Wir werden das also zeitnah und auch kritisch begleiten. Dafür herzlichen Dank. Es ist ein guter Tag für unsere Bundeswehr.</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Ich möchte darauf hinweisen, dass wir in einer Minute die namentliche Abstimmung schließen. Wer also noch nicht seine Karte in die Urne geworfen hat, den bitte ich, das jetzt noch zu tun. Wir haben noch ungefähr eine Minute Zeit.</p>
				<p klasse="J">Der nächste Redner ist Gerold Otten, AfD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004846">
						<name>
							<vorname>Gerold</vorname>
							<nachname>Otten</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Gerold Otten (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Bundeswehr kann schon seit Jahren ihren verfassungsgemäßen Auftrag, nämlich die Landesverteidigung sicherzustellen, nicht erfüllen. Die Verantwortung für diesen Verfassungsbruch tragen aber nicht die Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr, die treu ihren Dienst für unser Land leisten. Verantwortlich sind alle Bundesregierungen seit 1990 und die sie stützenden Fraktionen. Sie verantworten eine Politik, die Deutschlands Streitkräfte bis in die Grundfesten erschüttert hat.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Das Verteidigungsministerium war 16 Jahre unionsgeführt, davor sieben Jahre von der SPD. Sie alle sind verantwortlich für den desolaten Zustand der Bundeswehr.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Und da wirkt es einfach nur noch lächerlich, wenn sich, wie wir auch gerade wieder gesehen haben, die Vertreter der links-links-gelben Koalition und der CDU/CSU immer wieder ihr gegenseitiges Versagen vorhalten. Werden Sie erwachsen, und stehen Sie zu Ihren Fehlern!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die vielzitierte Friedensdividende – wie haben es ja heute auch schon wieder gehört – ist seit Langem zu einem kräftigen Malus für die Streitkräfte geworden. Es hätte auch gar nicht erst des Weckrufs durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine bedurft, um das zu erkennen. Es ist höchste Zeit, Deutschlands Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen und die langjährigen Versäumnisse von Union und SPD aufzuarbeiten.</p>
				<p klasse="J">Die Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte muss zukünftig aber auch unabhängig von konkreten sicherheitspolitischen Ereignissen wie zum Beispiel dem aktuellen Krieg in der Ukraine garantiert sein. Wir von der Alternative für Deutschland haben das bereits sehr früh angemerkt und haben immer wieder konstruktive Vorschläge gemacht, die zweckmäßiger und umfassender sind als das, was Sie uns hier heute vorlegen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">In einem Punkt sind wir uns aber einig: 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr sind dringend notwendig. Die Bereitstellung hätte aber auch ohne Grundgesetzänderung zur Schuldenfinanzierung und zur Umgehung der grundgesetzlich verankerten Schuldenbremse erreicht werden können. Es hätte einzig und allein des politischen Willens bedurft, die erforderlichen Mittel jetzt und künftig in den Verteidigungshaushalt einzustellen.</p>
				<p klasse="J">Die Mittel werden aber nach meiner Einschätzung zunächst einmal nur die drängendsten Probleme bei Ausrüstung, Material und Munition lösen können. Wenn Sie aber den Wiederaufbau unserer Streitkräfte ernsthaft betreiben wollen, braucht die Bundeswehr deutlich mehr Geld, und das auch über einen längeren Zeitraum.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Das erfordert zwangsläufig einen stetigen und berechenbaren Aufwuchs des Verteidigungshaushalts.</p>
				<p klasse="J">Mit den Mitteln dieser Sonderschulden soll, gemäß der Projektliste des Ministeriums, ein Großteil der Rüstungsgüter aus dem Ausland beschafft werden. Viele können sich – und das zu Recht – nicht damit anfreunden, dass nun nicht vorrangig deutsche Unternehmen beauftragt werden, sondern vor allem US‑amerikanische Waffen mit deutschem Steuergeld gekauft werden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Zuruf des Abg. Markus Grübel [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Hier fordere ich die Bundesregierung auf: Schaffen Sie die Voraussetzungen, und führen Sie verpflichtende Offset-Vereinbarungen bei Rüstungsgeschäften mit ausländischen Lieferanten ein! Alle normalen Nationen machen das, nur Deutschland nicht. Dann sind nämlich die Lieferanten verpflichtet, Gelder in Deutschland zu reinvestieren, etwa in die Endmontage, die Wartung oder die Herstellung von Ersatzteilen. Das ist eine klassische Win-win-Situation. Gerade im Hinblick auf die anstehenden, großangelegten Rüstungsbeschaffungen sind Offset-Vereinbarungen dringend geboten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber die Bundesregierung zeigt hier keinerlei Interesse und lässt vor allem unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen Milliarden an Investitionen ohne Grund entgehen.</p>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, die Wiederherstellung der Verteidigungsbereitschaft Deutschlands und der Kampfkraft der Bundeswehr wird mehrere Legislaturperioden in Anspruch nehmen. Diese Langzeitaufgabe kann aber nur auf der Basis einer gefestigten gesellschaftlichen Akzeptanz für den Anspruch eines Staates auf Selbstbehauptung gelingen. Die äußere Sicherheit unseres Landes muss deshalb wieder einen herausgehobenen Stellenwert im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung erlangen.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004846">
						<name>
							<vorname>Gerold</vorname>
							<nachname>Otten</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Gerold Otten (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Ja, noch zwei Sätze. – Er ist die Basis für die notwendige politische Durchhaltefähigkeit zum Wiederaufbau der Bundeswehr. Denn diese wird entscheidend dafür sein, ob unser Land künftig in der Lage sein wird, die sicherheits- und verteidigungspolitischen Erwartungen seiner Bürger und der Bündnispartner zu erfüllen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Ich komme zurück zu Zusatzpunkt 3. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4244 D</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Wir fahren fort in der Debatte. Ich erteile das Wort Dr. Sebastian Schäfer, Bündnis 90/Die Grünen.</p>
			<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			<rede id="ID204205500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005201">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Sebastian</vorname>
							<nachname>Schäfer</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Sebastian Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! 100 Tage nach Beginn der brutalen Eskalation durch Putins Truppen beschließen wir heute ein Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro. Das wird der Ukraine nicht direkt und unmittelbar helfen. Es ist und bleibt eine große und dringende Aufgabe, die Unterstützung für die Ukraine und für den Freiheitskampf der Ukrainerinnen und Ukrainer zu beschleunigen und zu verstärken, auch mit schweren Waffen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir haben vor wenigen Wochen mit breiter Mehrheit einen Beschluss gefasst, der gezeigt hat, dass die demokratische Mitte dieses Hohen Hauses in dieser Überzeugung verbunden ist.</p>
				<p klasse="J">Uns verbindet auch die Überzeugung, unsere Freiheit entschlossen und mutig zu verteidigen. Das berührt alle Bereiche von Gesellschaft und Politik. Die Verteidigung unserer Freiheit braucht auch die Bereitstellung robuster militärischer Mittel in der Absicht und in der Hoffnung, diese nie benutzen zu müssen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Markus Grübel [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Es ist eine Grundlage unserer Freiheit, uns verteidigen zu können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP und des Abg. Markus Grübel [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="J">Mit dem Sondervermögen gehen wir wichtige Schritte voran und reagieren entschlossen auf die veränderte Sicherheitslage. Die Verhandlungen zum Sondervermögen wurden von unseren internationalen Partnern sehr genau beobachtet. Und Deutschland übernimmt entschieden Verantwortung in Europa und in der NATO.</p>
				<p klasse="J">Mit dem Sondervermögen ermöglichen wir nun die verlässliche Beschaffung von Ausrüstung. Gerade bei hochkomplexen Militärgütern wie Schiffen, Helikoptern oder Flugzeugen sorgen wir dafür, dass Projekte nicht weiter verzögert werden.</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Alexander Dobrindt [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">Das hat in der Vergangenheit oft zu hohen Kosten beigetragen. Auch die Industrie kann sich jetzt vorbereiten und entsprechende Produktionskapazitäten schaffen.</p>
				<p klasse="J">100 Milliarden Euro Sondervermögen sind 100 Milliarden Euro neue Kredite. Wir geben Geld aus, das wir nicht haben, Geld, das in der Zukunft von den Bürgerinnen und Bürgern erwirtschaftet werden muss.</p>
				<kommentar>(Stephan Brandner [AfD]: Genau! Sparen Sie das lieber woanders ein!)</kommentar>
				<p klasse="O">Entsprechend groß ist unsere Verantwortung. Deshalb ist es so elementar wichtig, dass wir das Geld effektiv und effizient verwenden.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Wie kann das gelingen? Bei der Beschaffung gibt es mehrere Stellschrauben, wie wir die Bundeswehr besser und schneller ausrüsten können.</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Mit dem Wort „Aufrüsten“ scheinen Sie ein echtes Problem zu haben!)</kommentar>
				<p klasse="J">Politik und Bundeswehr müssen realistische Ziele und Vorgaben vereinbaren, und wir müssen uns jetzt auch trauen, auf die 80‑Prozent-Lösung zu setzen, anstatt Perfektion anzustreben. So können Projekte leichter im Zeit- und Kostenrahmen bleiben.</p>
				<p klasse="J">Es geht aber auch darum, Beschaffungsprozesse und Vergabeverfahren zu optimieren. Erste Schritte zur Entschlackung hat die Ministerin mit der Anhebung der Vergabegrenze und der erleichterten Auftragsvergabe schon auf den Weg gebracht. Zudem haben wir als Ampelhaushälter durch die Verdopplung des Handgelds für Kommandeure weitere Möglichkeiten geschaffen. Etwas weniger Zentralismus und mehr Entscheidungen vor Ort ermöglichen, dass sich das Beschaffungsamt auf die wirklich komplexen Beschaffungen konzentrieren kann.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ministerin Lambrecht hat zudem ein Beschaffungsbeschleunigungsgesetz angekündigt; da geht es in erster Linie um Vergabeverfahren. Wir setzen darauf, dass auch weitere Reformen jetzt zügig angegangen werden; und das muss über die Beschleunigung hinausgehen. Im Haushaltsausschuss haben wir eine Berichtspflicht zu Fortschritten bei der Reform der Beschaffung beschlossen, bei der auch der Rechnungshof diesen Prozess kritisch begleiten wird.</p>
				<p klasse="J">Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Wir müssen einfacher beschaffen. Durch die Beschaffung von marktverfügbaren Systemen, also fertig entwickelten, funktionierenden Dingen, werden wir schneller und günstiger einkaufen können, zumal wenn wir europäisch und international abgestimmt agieren.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ein zentraler Punkt ist natürlich auch das Beschaffungsamt in Koblenz. Dort fehlt es an Personal und hier und da auch an Expertise. Gleichzeitig möchte ich aber auch betonen, dass – bei aller berechtigten Kritik an einzelnen Projekten – vieles gut läuft. So hat das Beschaffungsamt in den letzten Jahren deutlich mehr Verträge abgeschlossen als in den Jahren zuvor. Aber natürlich besteht weiter Optimierungspotenzial.</p>
				<p klasse="J">Ich bin froh, dass wir eine breite Mehrheit für das Sondervermögen gefunden haben, und bin den Kolleginnen und Kollegen von der Union dankbar für die Unterstützung unserer Koalition.</p>
				<kommentar>(Alexander Dobrindt [CDU/CSU]: Das war Unterstützung der Bundeswehr!)</kommentar>
				<p klasse="J">Als Grüne hätten wir die Vorteile des Sondervermögens gern auch für die so wichtigen Bereiche der Cybersicherheit und des Zivilschutzes genutzt. Wie zentral Cyberabwehr und Zivilschutz für eine Armee und für die Landesverteidigung sein können, bekommen wir in der Ukraine vor Augen geführt. Diese so dringend notwendigen Investitionen müssen nun an anderer Stelle im Bundeshaushalt finanziert werden. Das ist unsere Verantwortung, und das werden wir bei den Haushaltsverhandlungen im Herbst umsetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Mit dieser heutigen Entscheidung für das Sondervermögen können wir leider nicht alle Herausforderungen für unsere Bundeswehr bewältigen; das bleibt eine große Aufgabe. Neben der Modernisierung der Ausrüstung muss es dabei ganz zentral um unsere Soldatinnen und Soldaten gehen, denen ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank für ihren Dienst aussprechen möchte.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Demografie ist eine große Herausforderung für unseren Arbeitsmarkt insgesamt und für die Bundeswehr ganz besonders. Es muss uns gemeinsam gelingen, junge Menschen für den Dienst in der Bundeswehr zu begeistern. Wir tragen gemeinsam große Verantwortung für unsere Parlamentsarmee.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Der nächste Redner: Jan Korte, Fraktion Die Linke.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003790">
						<name>
							<vorname>Jan</vorname>
							<nachname>Korte</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Jan Korte (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist in der Tat heute ein historischer Tag, und es ist vor allem politisch ein schlimmer Tag, den wir heute haben; denn wir werden hier gleich leider Gottes mit einer sehr großen Mehrheit das wohl größte Aufrüstungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik verabschieden.</p>
				<p klasse="J">Genosse Klingbeil, es ist auch das größte Militarisierungsabkommen, über das hier gleich entschieden wird. Achten Sie mal auf die Sprache, allein hier im Hause, wie man sich abfeiert, wie viele Schuss Munition man wohin liefert! Wohin sind wir hier eigentlich gekommen?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Zuruf der Abg. Jamila Schäfer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="O">Man erkennt Sie an der Sprache, liebe Kolleginnen und Kollegen, um das hier auch mal ganz klar zu sagen.</p>
				<p klasse="J">Leider wird es heute kein 60‑Milliarden-Euro-Sondervermögen für den unfassbaren Investitionsstau in den Krankenhäusern geben. Ich weiß nicht, ob Sie die Meldung gesehen haben: Auf den Kinderintensivstationen in diesem Land können zurzeit ein Drittel der Betten nicht belegt werden wegen fehlendem Personal. Stattdessen haben wir heute aber mal ruckzuck 100 Milliarden Euro.</p>
				<p klasse="J">Zum Zweiten. Es gibt kein 46‑Milliarden-Euro-Sondervermögen, um die maroden staatlichen Schulen in diesem Land mal auf Vordermann zu bringen. Das muss man seinen Kindern mal erklären! Wenn sie fragen, warum die Schultoilette eigentlich so aussieht, wie sie aussieht, muss man sagen: Ja, Mensch, dafür ist im Bundestag kein Geld da, aber für Panzer und Haubitzen ist Geld da. – Das ist eine aberwitzige Politik, um das hier in aller Klarheit zu sagen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Sie haben es ja mitbekommen, Frau Außenministerin: Im Rahmen des G‑7-Gipfels gab es den Hilferuf der Vereinten Nationen, dass akut 4,2 Milliarden Euro benötigt werden, um eine sich anbahnende Hungerkatastrophe in Afrika zu bekämpfen. Allein in Somalia sind laut Vereinten Nationen 350 000 Kinder akut vom Hungertod bedroht. Die deutsche Beteiligung – ich will das hier mal als Vergleich anführen – am World Food Programme beträgt 70 Millionen Euro.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der SPD: Das ist der Sockelbetrag!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das ist übrigens die Hälfte des Preises von einem F-35-Kampfjet, dessen Anschaffung Sie heute beschließen. Der kostet 145 Millionen Euro.</p>
				<kommentar>(Dr. Marcus Faber [FDP]: Der kostet 84 Millionen!)</kommentar>
				<p klasse="O">Was für eine perverse Politik angesichts des Zustandes in Afrika!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich will Ihnen auch sagen: Es gab in der SPD – einige von den Älteren sind ja noch dabei – früher mal zumindest in diesen Fragen einige mit einer gefestigten Position. Auch bei den Grünen sind noch ein paar von den ergrauten Kolleginnen und Kollegen dabei. Es gab damals den richtigen Ausspruch, Kollege Mützenich, Kollege Trittin: Rüstung tötet auch ohne Krieg. – Das ist die Wahrheit. Und deswegen wird so etwas mit der Linken niemals möglich sein, sodass zumindest einer hier noch diese Fahne hochhält, liebe Kolleginnen und Kollegen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Zuruf des Abg. Dr. Bernd Baumann [AfD])</kommentar>
				<p klasse="J">Ich möchte zum Schluss kommen bzw. ich muss das leider; das ist natürlich bedauernswert. Man könnte jetzt noch viel über eine unseriöse Beschaffungspolitik usw. usf. sagen. Tobias Lindner, der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen –</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Genau, Sie müssen zum Schluss kommen, Herr Korte.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003790">
						<name>
							<vorname>Jan</vorname>
							<nachname>Korte</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Jan Korte (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">– er ist jetzt ein bedeutender Staatsmann –, hat ja darauf aufmerksam gemacht, dass das so nicht geht.</p>
				<p klasse="J">Und ich will zum Schluss sagen: Es ist bei Ihnen allen so: Man hadert manchmal auch mit der eigenen Partei oder mit der eigenen Fraktion und ist nicht so zufrieden oder auch mal genervt.</p>
				<kommentar>(Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ja, Ihnen bei den Grünen ist so was völlig fremd.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Herr Korte, bitte letzter Satz.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003790">
						<name>
							<vorname>Jan</vorname>
							<nachname>Korte</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Jan Korte (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Heute will ich Ihnen mal sagen: Auch ich bin manchmal von meiner Partei genervt.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Das kommt selten vor. Aber heute bin ich froh und stolz, der einzigen Partei anzugehören, die diesen Aufrüstungswahnsinn nicht mitmacht und auch niemals mitmachen wird.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Rasha Nasr, SPD-Fraktion, ist die nächste Rednerin.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005165">
						<name>
							<vorname>Rasha</vorname>
							<nachname>Nasr</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Rasha Nasr (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin als junge, neue Abgeordnete mit großen Zielen und großen Idealen in dieses Mandat gestartet, und das ist noch immer so; denn die großen Aufgaben haben sich nicht verändert und liegen noch immer vor uns. Was sich aber verändert hat, ist die Situation, ja, die Welt, in der wir agieren. Ich persönlich werde mich nie dafür entschuldigen, dass meine SPD bis zum Schluss versucht hat, den diplomatischen Weg zu gehen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber Putins völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns alle und damit die internationale Sicherheitsordnung tief erschüttert. Und neue Zeiten erfordern neue Wege.</p>
				<p klasse="J">Wir diskutieren heute das Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro. Das hat auch bei mir wie bei so vielen im progressiven Spektrum erst mal keine Freudentänze ausgelöst; so ehrlich will ich sein. Aber – und das ist ein wichtiges, großes Aber –: Wir müssen jetzt Verantwortung übernehmen. Wir müssen damit aufhören, uns bei unserer Verteidigung darauf zu verlassen, dass unsere Bündnispartner das schon machen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Wir müssen unsere Rolle in dieser multilateralen Welt annehmen, wir müssen aber gleichzeitig für sozialen Frieden und Zusammenhalt hier bei uns in Deutschland sorgen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Jetzt ist mehr denn je die Zeit, äußere, innere und soziale Sicherheit zusammenzudenken. Deshalb ist das Sondervermögen für die Bundeswehr ein vernünftiger Weg, um unsere Bundeswehr, unsere Soldatinnen und Soldaten, endlich vernünftig auszustatten; denn sie sind es doch, die buchstäblich an vorderster Front für unsere Sicherheit stehen. Da ist es doch eine Frage des Respekts und in diesen Zeiten, wie wir merken, mehr als überfällig, sie endlich ordentlich auszustatten und ihnen funktionierendes Gerät auf der Höhe der Zeit an die Hand zu geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Dieses Sondervermögen ist auch deshalb ein vernünftiger Weg, weil es unseren Haushalt nicht belasten wird.</p>
				<kommentar>(Lachen des Abg. Stephan Brandner [AfD] – Widerspruch bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn er soll uns ja in die Lage versetzen, so viele wichtige, gerade soziale Projekte umzusetzen.</p>
				<kommentar>(Beifall der Abg. Katharina Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Stephan Brandner [AfD]: Sie kennen sich aus!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Gehen Sie ruhig in Ihre „Quasselgruppe“ zurück, Herr Brandner, kein Problem. Das interessiert hier niemanden.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn wir wollen die junge Familie in Dresden mit der Kindergrundsicherung unterstützen, damit eben kein Kind mehr abhängig ist vom Einkommen seiner Eltern.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der Abg. Katharina Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Zuruf des Abg. Dr. Dietmar Bartsch [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn wir wollen die junge Lageristin in Köln mit einem ordentlichen Bürgergeld unterstützen, falls sie auf den Sozialstaat angewiesen sein sollte.</p>
				<kommentar>(Zuruf der Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn wir wollen und wir müssen den Sozialstaat zu einem sozialen Netz weiterentwickeln, das Menschen respektiert und sie auffängt, anstatt sie zu gängeln oder ihnen Steine in den Weg zu legen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP] – Zuruf der Abg. Amira Mohamed Ali [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Wir müssen unseren Sozialstaat jetzt zukunftsfit machen, werte Kolleginnen und Kollegen. Und das können wir am besten mit einem gut aufgestellten Haushalt. Lassen Sie uns das eine tun, ohne das andere sein lassen zu müssen.</p>
				<kommentar>(Zurufe von der LINKEN)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005165">
						<name>
							<vorname>Rasha</vorname>
							<nachname>Nasr</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Rasha Nasr (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Das geht, und deswegen werde ich heute für das Sondervermögen stimmen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Christian Haase, CDU/CSU-Fraktion, ist der nächste Redner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004286">
						<name>
							<vorname>Christian</vorname>
							<nachname>Haase</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Christian Haase (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Krieg in Europa gehört seit dem 24. Februar nicht mehr der Vergangenheit an, sondern ist knallhart in unser Leben zurückgekehrt. Wir sehen jeden Tag schreckliche Bilder aus der Ukraine, wo der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg wütet. Die Zeiten, in denen wir in Europa nur von Freunden umgeben waren, sind vorbei. Darauf müssen wir vorbereitet sein.</p>
				<p klasse="J">Eine wehrhafte Demokratie benötigt eine schlagkräftige Bundeswehr. Denn: Nur eine voll ausgestattete und voll ausgerüstete Bundeswehr ist in der Lage, unsere Demokratie, unsere Freiheit und unser Land vor Bedrohungen von außen zu schützen. Da sind in diesen Zeiten 100 Milliarden Euro zusätzlich für die Bundeswehr eine sehr gute Nachricht. Es sind Nachrichten, die auch notwendig sind, um eine echte Zeitenwende für die Bundeswehr zu bringen. Das Sondervermögen hat das Potenzial, die deutschen Streitkräfte wieder zu einer wirksamen Bündnisarmee in Europa zu rüsten.</p>
				<p klasse="J">Die Einigung in der Mitte der demokratischen Parteien ist für mich nicht nur herausragend und richtungsweisend, sondern ein mehr als deutliches Signal in unsere Truppe hinein. An dieser Stelle gilt mein Dank allen Soldatinnen und Soldaten, aber auch zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die jeden Tag ihren Dienst in der Bundeswehr verrichten. Ohne das beste Personal ist die beste Ausrüstung wertlos.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Geld allein reicht jedoch nicht. Entscheidend ist, dass jetzt die Bundeswehr als Auftraggeber und die Industrie als Auftragnehmer zügig Hand in Hand arbeiten. Wir als Politik können dabei unterstützen, indem wir aktiv die Rahmenbedingungen so gestalten, dass beschleunigte Beschaffungen möglich sind. Ich nehme auch die Zusage der Bundesverteidigungsministerin beim Wort und erwarte, dass unverzüglich das von ihr angekündigte Beschaffungsbeschleunigungsgesetz in den Bundestag eingebracht wird. Frau Lambrecht, die Zukunft der Truppe liegt jetzt in Ihren Händen.</p>
				<p klasse="J">Abschließend möchte ich – auch mit Blick auf die irritierenden Worte des Bundeskanzlers in der Wochenmitte – nochmals klarstellen: Wer meint, populistisch die Reihe der Verteidigungsministerinnen und ‑minister zu nennen und damit den Nachholbedarf der Truppe allein an ihnen festzumachen, agiert unfair. Vielleicht sollte man vielmehr fragen, wer es an der notwendigen Unterstützung der Minister hat missen lassen. Wer hat den unstrittigen Reformbedarf im Beschaffungswesen kaltgestellt, wer den schnelleren Aufwuchs der Mittel zum Erhalt der Fähigkeiten verhindert?</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zurufe von der SPD – Zuruf des Abg. Jan Ralf Nolte [AfD] – Weiterer Zuruf von der AfD: Lächerlich!)</kommentar>
				<p klasse="O">Ich will damit nicht den einzigartigen Tag für unsere Bundeswehr eintrüben; aber so geht man nach den guten und konstruktiven Gesprächen nicht miteinander um. Das war unwürdig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Mein Dank gilt allen, die mit uns verhandelt haben, zunächst der Spitze unserer Verhandlungsgruppe, Alexander Dobrindt und Mathias Middelberg, allerdings auch Jo Wadephul und Florian Hahn – danke für das gute Miteinander –,</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">aber auch den Ministern der Ampelregierung, mit denen wir gute, konstruktive Gespräche geführt haben, und allen, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass wir heute eine gute Entscheidung für die Bundeswehr treffen können.</p>
				<p klasse="J">Die Abstimmung gleich wird zeigen, wer hinter den Frauen und Männern steht, die uns notfalls mit ihrem Leben verteidigen.</p>
				<p klasse="J">Danke.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Der letzte Redner in der Debatte: Wolfgang Hellmich, SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204205900">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004226">
						<name>
							<vorname>Wolfgang</vorname>
							<nachname>Hellmich</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Wolfgang Hellmich (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrter Herr Wadephul, wenn die Marineversorgungsschule auf Sylt nicht 2006 geschlossen worden wäre, würde ich Ihnen einen längeren Aufenthalt da empfehlen, um Ihre Erinnerung aufzufrischen.</p>
				<kommentar>(Zuruf von der AfD: Wir haben ja keine Hubschrauber! – Heiterkeit bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Bei all den Debatten, die wir über die Frage geführt haben, wie es denn mit der Bewaffnung von Drohnen aussieht, versuchte man vor sechs Jahren, uns in der letzten Sitzung des Ausschusses einfach mal Vorlagen unterzuschieben, die nicht diskutiert waren. Dann passierte eine ganze Zeit zunächst nichts, aber während des Bundestagswahlkampfs tauchte das Thema aus Ihren Reihen wieder auf.</p>
				<kommentar>(Dr. Johann David Wadephul [CDU/CSU]: Das ist falsch, Herr Kollege!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das war eine eigenartige Strategie, die da an den Tag gelegt wurde: auf dem Rücken der Soldatinnen und Soldaten Bundestagswahlkampf zu machen.</p>
				<kommentar>(Dr. Johann David Wadephul [CDU/CSU]: Nein! Herr Hellmich, das ist unter Ihrem Niveau!)</kommentar>
				<p klasse="O">Denn niemand hier hatte die Absicht, die Soldatinnen und Soldaten schutzlos zurückzulassen oder schutzlos in eine gefährliche Situation zu bringen. Es war klar, dass die bewaffneten Drohnen dort, wo die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz waren, vor 2024 gar nicht da sein würden. Ihre Argumentation war aber eine andere.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD – Dennis Rohde [SPD]: So ist die Lage!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich bin sehr dafür, da bei der Wahrheit zu bleiben und darzustellen, wie die Abläufe denn waren,</p>
				<kommentar>(Zuruf des Abg. Markus Grübel [CDU/CSU])</kommentar>
				<p klasse="O">selbst wenn wir uns heute eher damit beschäftigen sollten, nach vorne zu schauen.</p>
				<p klasse="J">Dazu will ich noch einen Satz sagen: Wenn Ihr Parteivorsitzender gestern versuchte, eine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu eröffnen, ist das doch nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver, das man nutzt, wenn man nichts anderes in der Tasche hat.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">An dieser Stelle ist auch daran zu erinnern, dass es Ihr Verteidigungsminister war, der die Wehrpflicht abgeschafft hat – gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Wir könnten noch viele, viele Punkte aufmachen, an die wir die Frage anschließen könnten: Wer hat eigentlich was wo getan und gemacht?</p>
				<p klasse="J">Heute aber geht es um einen guten Tag für die Bundeswehr – gut deshalb, weil wir mit dem, was wir mit dem Sondervermögen für die Bundeswehr beschließen, genau die Lücken schließen, die die Bundeswehr seit Jahren immer wieder selber beklagt hat. Es ist gut, dass die Grundlage dieses Beschlusses das ist, was die Bundeswehr selber dazu festgestellt hat, nämlich wo die größten Probleme sind, die mit diesem Sondervermögen zu schließen sind.</p>
				<p klasse="J">Bei Bekleidung und persönlicher Ausstattung ist es nicht einsehbar, dass etwa die, die als Freifaller vom Himmel fallen, seit Jahren keinen neuen Schirm zur Verfügung haben, der auf ihre Einsätze angepasst ist. Wenn das Entwickeln jahrelang dauert, ist das keine Lösung, sondern wir müssen sehr kurzfristig und sehr schnell – auch dass es kurzfristig und schnell geht, ist das Gute an diesem Programm – das beschaffen, was wir beschaffen können, weil es da ist. Wir dürfen keine Bestelllisten nach dem Motto „Wünsch dir was“ abarbeiten, nur weil einige ein paar eigene Interessen hätten, etwa Wahlkreisinteressen, sondern wir sollten uns einzig und alleine an dem Bedarf der Bundeswehr orientieren, an dem, was sie braucht, um ihre Bündnisverpflichtungen zu erfüllen, und an den Entwicklungen in der NATO und in der EU, an denen wir beteiligt sind.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich finde es richtig – wir sehen, dass mit hohem Druck daran gearbeitet wird –, dass wir uns auf der Grundlage aller Vorschläge, die die Verteidigungsministerin ja schon auf den Tisch gelegt hat, wie wir das Beschaffungswesen Schritt für Schritt, aber zügig reformieren, mit Hochdruck an die Arbeit machen und uns jetzt in den Maschinenraum der Beschaffung begeben, damit das umgesetzt werden kann, was wir hier mit dem Sondervermögen beschließen.</p>
				<p klasse="J">Es ist ein gutes Sondervermögen. Unsere Partnerinnen und Partner weltweit gucken darauf, in der NATO und auch in der EU. Ich glaube, damit kommen wir unseren Verpflichtungen nach und können an dieser Stelle unsere Verantwortung tragen. Ich bitte um Zustimmung; denn die Soldatinnen und Soldaten werden das Sondervermögen brauchen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Ich schließe die Aussprache.</p>
			<p klasse="J">Ich komme an dieser Stelle zurück zu Zusatzpunkt 3. Ich gebe Ihnen das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Abstimmung über den Gesetzentwurf zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a) bekannt: abgegebene Stimmen 683. Mit Ja haben gestimmt 567, mit Nein haben gestimmt 96, Enthaltungen 20. Der Gesetzentwurf ist damit angenommen. </p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:684;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:568</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:96</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">enthalten:20</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Mittag</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christos Pantazis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Brand (Fulda)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Monika Grütters</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Heilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Hennrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Hoppermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Marco Luczak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Moritz Oppelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Trittin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hacker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Till Mansmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerald Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Corinna Rüffer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Chrupalla</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alexander Gauland</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jochen Haug</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Janich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Seitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gökay Akbulut</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Ferschl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gregor Gysi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Enthalten</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Bleck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Damit kommen wir nun zu den Abstimmungen zu Zusatzpunkt 4. Auch hier liegen uns mehrere schriftliche Erklärungen nach § 31 unserer Geschäftsordnung vor.<sup>1</sup>
				<fussnote>Anlagen 10 und 11 </fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Der Haushaltsausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/2090, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf Drucksache 20/1409 in der Ausschussfassung anzunehmen.</p>
			<p klasse="J">Hierzu liegt ein Änderungsantrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 20/2126 vor. Die Fraktion der AfD hat namentliche Abstimmung verlangt. Die Abstimmung erfolgt in der Westlobby. Sie haben wieder 20 Minuten Zeit. Ich weise darauf hin, dass nach der namentlichen Abstimmung während der Auszählung des Ergebnisses die Sitzung unterbrochen wird.</p>
			<p klasse="J">Ich bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die vorgesehenen Plätze einzunehmen. – Das ist der Fall. Dann eröffne ich die namentliche Abstimmung über den Änderungsantrag der Fraktion der AfD. Ich schließe die Abstimmung um 16.26 Uhr. </p>
			<p klasse="J">Ich möchte darauf hinweisen, dass wir in zwei Minuten die Abstimmung schließen. Ist noch ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine Stimme noch nicht abgegeben hat? – Dann bitte ich, das jetzt zu erledigen.</p>
			<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Zeit für die namentliche Abstimmung ist vorüber. Ich schließe die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses der namentlichen Abstimmung unterbreche ich die Sitzung.</p>
			<kommentar>(Unterbrechung von 16.26 bis 16.33 Uhr)</kommentar>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Liebe Kolleginnen und Kollegen, die unterbrochene Sitzung ist wieder eröffnet.</p>
			<p klasse="J">Ich möchte das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Abstimmung über den Änderungsantrag der AfD-Fraktion zu der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung – Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ – bekannt geben: abgegebene Stimmen 683. Mit Ja haben gestimmt 76, mit Nein haben gestimmt 607, keine Enthaltungen. Der Änderungsantrag ist damit abgelehnt. </p>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:680;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:74</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:606</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Chrupalla</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alexander Gauland</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jochen Haug</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Kotré</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Seitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Mittag</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Brand (Fulda)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Monika Grütters</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Heilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Hoppermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Marco Luczak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johann David Wadephul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Banaszak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Corinna Rüffer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Trittin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hacker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerald Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gregor Gysi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Dann erfolgt jetzt die Abstimmung über den Gesetzentwurf zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ in der zweiten Beratung. Ich bitte nun diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Handzeichen. – Das sind die Fraktionen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, CDU/CSU und Teile der AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Die Fraktion Die Linke und Teile der AfD-Fraktion. Gibt es Enthaltungen? – Einige Enthaltungen aus der AfD-Fraktion. Der Gesetzentwurf ist damit in zweiter Beratung angenommen.</p>
			<p klasse="K">Dritte Beratung</p>
			<p klasse="O">und Schlussabstimmung. Die Fraktion Die Linke hat namentliche Abstimmung verlangt. Wir stimmen erneut in der Westlobby ab. Dazu haben Sie erneut 20 Minuten Zeit. Ich bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die vorgesehenen Plätze einzunehmen. – Das ist der Fall.</p>
			<p klasse="J">Dann eröffne ich die namentliche Abstimmung. Die Abstimmungsurnen werden in 20 Minuten geschlossen, das ist also um 16.56 Uhr. Ich werde kurz vor Ende der namentlichen Abstimmung einen Hinweis geben.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4261 C</fussnote>
			</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Tagesordnungspunkt VI">
			<p klasse="J">Ich rufe nun den Tagesordnungspunkt VI. sowie den Zusatzpunkt 2 auf:</p>
			<p klasse="T_NaS">VI – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Rentenanpassung 2022 und zur Verbesserung von Leistungen für den Erwerbsminderungsrentenbestand (Rentenanpassungs- und Erwerbsminderungsrenten-Bestandsverbesserungsgesetz)</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksachen 20/1680, 20/1974</p>
			<p klasse="T_NaS">Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss)</p>
			<p klasse="T_fett">Drucksache 20/2074</p>
			<p klasse="T_NaS">– Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/2075</p>
			<p klasse="T_ZP_NaS">ZP 2 Beratung des Antrags der Abgeordneten Gerrit Huy, René Springer, Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD</p>
			<p klasse="T_fett">Rentner beim Entlastungspaket nicht vergessen</p>
			<p klasse="T_Drs">Drucksache 20/2034</p>
			<p klasse="T_Ueberweisung">Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales (f) Finanzausschuss Ausschuss für Klimaschutz und Energie Haushaltsausschuss</p>
			<p klasse="J">Zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung liegen ein Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU sowie zwei Änderungsanträge und ein Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke vor.</p>
			<p klasse="J">Für die Aussprache ist eine Dauer von 39 Minuten vereinbart.</p>
			<p klasse="J">Ich bitte jetzt diejenigen Abgeordneten, die der Debatte folgen möchten, Platz zu nehmen, sodass wir auch in die Reden einsteigen können.</p>
			<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich eröffne die Aussprache und bitte auch im Saal um die entsprechende Konzentration auf die Rednerinnen und Redner. Ich erteile das Wort für die Bundesregierung dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<rede id="ID204206000">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003142">
						<name>
							<vorname>Hubertus</vorname>
							<nachname>Heil</nachname>
							<rolle>
								<rolle_lang>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_lang>
								<rolle_kurz>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_kurz>
							</rolle>
						</name>
					</redner>Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales:</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was für ein parlamentarischer Tag heute: Es ging heute Morgen um den Haushalt meines Hauses, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales; es ging um soziale Sicherheit; es ging um den Mindestlohn; es ging um den Bundeshaushalt insgesamt; es ging um äußere Sicherheit. Jetzt geht es um Sicherheit im Alter, um die Renten, meine Damen und Herren.</p>
				<p klasse="J">Diese Bundesregierung und die sie tragende Koalition machen mit dem heutigen Tag deutlich: Innere und äußere Sicherheit und soziale Sicherheit, das sind keine Gegensätze. Das machen wir gleichzeitig, und das ist gut für Deutschland in diesen Zeiten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich sage das sehr grundsätzlich, weil wir auf der Regierungsklausur in Meseberg die finnische und die schwedische Ministerpräsidentin zu Gast hatten. Es ging natürlich um den NATO-Beitritt dieser beiden bisher neutralen Staaten. Aber diese beiden Staaten machen auch sehr deutlich, dass man ein starker Wohlfahrtsstaat sein kann und sich gleichzeitig für äußere Sicherheit gewappnet hat. Das machen wir heute in Deutschland auch so deutlich.</p>
				<p klasse="J">In dem vorliegenden Gesetzentwurf, meine Damen und Herren, geht es in erster Linie um Stabilität. Es geht um die Rentenerhöhung in diesem Jahr. Zum 1. Juli werden die Renten im Westen um 5,3 Prozent steigen, im Osten um 6,1 Prozent. Das ist gerade in diesen Zeiten eine wichtige Nachricht, weil es eine der größten Rentenerhöhungen der letzten Jahrzehnte ist, meine Damen und Herren, und die haben sich die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland auch verdient.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Das macht deutlich, dass die Rentenerhöhung eben kein Gnadenerweis des Staates ist. Die Rentenerhöhungen, die jetzt so kräftig möglich sind, folgen einer guten Entwicklung am Arbeitsmarkt und endlich auch wieder angemessenen Lohnerhöhungen. Das ist mir wichtig, weil diese Rentenerhöhung gerade in dieser Zeit von Bedeutung ist, aber auch weil sie eins deutlich macht: Wir werden und wir dürfen die Entwicklung der Renten für alle Generationen niemals von der Lohnentwicklung und der Entwicklung des Arbeitsmarktes abkoppeln. Das werden wir auch nicht zulassen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir sorgen durch diese Rentenerhöhungen aber nicht nur für Verlässlichkeit; wir sorgen damit auch für Stabilität im System. Ich sage das ausdrücklich, weil wir mit dem Gesetz, das heute beschlossen werden soll, auch den sogenannten Nachholfaktor wieder einführen.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Schlechte Idee!)</kommentar>
				<p klasse="O">Der Nachholfaktor ist die Kehrseite der Rentengarantie. Das Prinzip ist: Wenn in schlechten Zeiten die Wirtschaft in Deutschland einbricht, wird es in Deutschland niemals Rentenkürzungen geben – das ist auch richtig so –, und es wird dann, wenn die Zeiten besser werden, im Verhältnis von Arbeitsmarkt und Beitragszahlern zu Rentnerinnen und Rentnern einen fairen Interessenausgleich zwischen den Rentnerinnen und Rentnern und den Beitragszahlern geben. Ich glaube, das ist gut für das System. Das ist verlässlich, und das ist auch ein fairer Interessenausgleich zwischen den Generationen. Das ist Generationengerechtigkeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Aber vor allen Dingen schaffen wir mit diesem Gesetz etwas, was seit Jahren liegen geblieben ist und was wir – das will ich ganz offen sagen – in der letzten Legislaturperiode mit CDU/CSU leider nicht bewegen konnten. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir mit diesem Gesetz endlich dafür sorgen, dass die Erwerbsgeminderten im Bestand bessere Leistungen bekommen. Das ist ein ganz wichtiger sozialer Fortschritt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP- Kai Whittaker [CDU/CSU]: Herr Minister, dafür haben wir einen Vorschlag vorgelegt in der letzten Legislatur!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Tun Sie nicht so, als hätten Sie das letzte Legislaturperiode gewollt! Ich habe ja im Kanzleramt gesessen und gefragt: Können wir das angehen? Das war mit CDU/CSU nicht möglich. Ich kann mich erinnern, wie Sie versucht haben, die Grundrente kleinzumachen und zu verhindern. Auch die mussten wir gegen Sie durchsetzen; darauf bin ich stolz. Aber bei Erwerbsminderung ging nichts mit Ihnen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD – Stephan Stracke [CDU/CSU]: Ja, ja! Es hat Sie noch nie gestört, einen Vorschlag zu machen!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ich bin will Ihnen eins sagen: Mir ist nicht wichtig, Vorschläge zu machen. Mir ist wichtig, dass wir konkret was für Menschen bewegen, und das tun wir. Es kriegen 3 Millionen Menschen, die erwerbsgemindert sind – das sind Menschen, die ihr Lebtag gearbeitet haben, die einen Unfall hatten, die sich zum Beispiel eine Behinderung durch die Arbeit geholt haben oder die Einschränkungen haben, die auf Erwerbsminderung angewiesen sind –, endlich deutlich mehr Leistungen. 3 Millionen Menschen, meine Damen und Herren! Das ist sozialer Fortschritt für Deutschland.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="J">Mit dem heutigen Tag sorgen wir also für Stabilität und Verlässlichkeit in der Rente. Die Rente wird zum 1. Juli um 5,3 Prozent im Westen und um 6,1 Prozent im Osten der Republik steigen. Wir gehen damit übrigens auch einen Schritt hin zur Rentenangleichung Ost/West. Wir sorgen für systemische Stabilität durch Nachholfaktor und Rentengarantie. Wir verbessern die sozialen Leistungen. Das ist sozialer Fortschritt für Erwerbsgeminderte.</p>
				<p klasse="J">Ich will aber auch deutlich sagen, dass dieses Rentenpaket der erste Schritt in dieser Legislaturperiode ist. Wir haben große Aufgaben vor uns. Wir wollen als Ampelkoalition dafür sorgen, dass auch über 2025 hinaus die gesetzlichen Renten durch eine Stabilisierung des Rentenniveaus dauerhaft für alle Generationen stabil bleiben. Und wir werden gemeinsam – das sage ich Richtung FDP – das machen, was wir beschrieben haben, nämlich eine Kapitalreserve aufbauen, die langfristig die Beiträge stabilisiert.</p>
				<p klasse="J">Diese Koalition sorgt mit einem starken Sozialstaat dafür, dass sich alle Generationen auf die gesetzliche Rente verlassen können. Davon können Sie ausgehen, meine Damen und Herren.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Dr. Stefan Nacke, CDU/CSU-Fraktion, ist der nächste Redner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206100">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005163">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Stefan</vorname>
							<nachname>Nacke</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Stefan Nacke (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Kennen Sie die folgende Refrainzeile von „Ganz Schön Feist“?</p>
				<p klasse="Z">Es ist gut, wenn du weißt, was du willst. Wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut.</p>
				<p klasse="O">Warum kommt mir das in den Sinn, wenn wir heute das Rentenanpassungsgesetz debattieren? Weil man den Eindruck hat, dass die Koalitionsfraktionen in Rentenfragen einfach nicht wissen, was sie wollen. Und das ist nicht so gut.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Ihr Koalitionsvertrag ist nach nur sechs Monaten schon Makulatur. Sie wollten in diesem Jahr 10 Milliarden Euro aus Bundesmitteln für den Aufbau eines Kapitalstocks aufwenden als Einstieg in die Kapitaldeckung. Von diesen 10 Milliarden Euro war in den Haushaltsverhandlungen diese Woche keine Rede mehr. Sie sind einfach verschwunden. Wissen Sie vielleicht, wo sie geblieben sind? Oder wollen Sie gar keine Reform? Das wäre nicht so gut.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Lieber Herr Heil, als Arbeitsminister der Großen Koalition haben Sie 2019 für vier Jahre jeweils 500 Millionen Euro als Sonderzahlung zur Stabilisierung der Rentenversicherung gesetzlich zugesichert. An Ihr eigenes Gesetz fühlen Sie sich als Arbeitsminister der Ampel nicht mehr gebunden. Ihnen ist Ihr Bürgergeld wichtiger. Deswegen zweigen Sie die 2 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Rentenversicherung kurzerhand für Ihr Bürgergeldprojekt ab. Im Referentenentwurf Ihres Hauses stand das auch ehrlich drin. Im Gesetz, das wir heute beschließen, fehlt diese Ehrlichkeit. Für das Bürgergeld stellen Sie eine stabile Finanzierung der Rentenversicherung hintenan. Sie riskieren damit Ihren Ruf als seriöser Politiker. Wenn man nicht weiß, worauf man sich verlassen kann, ist das nicht so gut.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Dass man sich bei der Rente nicht auf die Ampel verlassen kann, zeigt sich auch an dieser Stelle. Der FDP zuliebe reaktivieren Sie bei der Rentenanpassung für dieses Jahr den Nachhaltigkeitsfaktor.</p>
				<kommentar>(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nachholfaktor! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Nein! Den Nachholfaktor! Der Nachhaltigkeitsfaktor ist etwas anderes, Herr Kollege! Das muss man schon unterscheiden!)</kommentar>
				<p klasse="O">Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wird eine Steigerung der Renten nachträglich abgemildert, wenn im Vorjahr das allgemeine Lohnniveau gesunken ist. Das ist ein Ausgleich für die Rentengarantie. Das finden wir gut. Ab dem nächsten Jahr wird der gerade wieder eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor aber schon wieder wirkungslos bleiben</p>
				<kommentar>(Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Nachholfaktor!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Nachholfaktor –, wenn Sie einseitig die Haltelinie von 48 Prozent Rentenniveau zementieren. Was wollen Sie eigentlich?</p>
				<kommentar>(Dr. Tanja Machalet [SPD]: Ja, was wollen Sie denn?)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich sage Ihnen, was Sie wollen: Sie wollen die Solidarität in der Sozialversicherung aufkündigen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie wollen einseitig die jüngere Generation der Beitragszahler und der Steuerzahler belasten. Sie wollen schleichend das Modell einer steuerfinanzierten Rente anstreben. Weil Sie sich vor den Verteilungskonflikten mit Blick auf den demografischen Wandel und die Generationengerechtigkeit fürchten, stecken Sie den Kopf in den Sand. Sie verweigern die notwendige Debatte um eine nachhaltige Reform der Alterssicherung.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Dabei haben wir gar kein Erkenntnisproblem; denn in der Rentenkommission der letzten Legislatur ist gut vorgearbeitet worden. Nur müsste die Ampel jetzt ihre Hausaufgaben erledigen und transparente Entscheidungsprozesse gestalten. Sie dürfen nicht das eine sagen und das andere machen. Sie dürfen sich nicht von einzelnen Interessenlagen leiten lassen, sondern das Gemeinwohl muss den Ausschlag geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Wenn Sie wissen, was Sie wollen, dann sagen Sie es auch ehrlich. Denn sonst ist das nämlich nicht gut.</p>
				<p klasse="J">Neben aller Kritik: Das Gute am Rentenanpassungsgesetz ist neben der pauschalen Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten im Bestand die Höhe der Rentenanpassung von gut 6 und 5 Prozent in Ost- und Westdeutschland. Diese größte Rentenerhöhung seit 30 Jahren ist das Verdienst der guten Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik der unionsgeführten Vorgängerregierung, eines robusten Arbeitsmarktes und seiner Stabilisierung während der Coronapandemie.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Die Rentnerinnen und Rentner haben diese Rentenerhöhung verdient. Sie reicht aber nicht aus, um die Folgen der massiv gestiegenen Inflation abzufedern. Und dann verweigern Sie den Rentnerinnen und Rentnern auch noch die 300 Euro Energiepreispauschale? Wie Sie bei der NRW-Wahl gemerkt haben, ist das nicht so gut.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Meine Damen und Herren, im Unterschied zu diesem Ampelgehampel wissen wir, was wir wollen,</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Was denn? – Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der war gut! – Katja Mast [SPD]: Was ist das genau?)</kommentar>
				<p klasse="O">und das ist eine verlässliche Rentenpolitik. Deswegen stimmen wir der Anpassung trotz des fragwürdigen Gesetzgebungsverfahrens zu: am Montag öffentliche Anhörung, Dienstagabend außerplanmäßige Ausschusssitzung und am heutigen Freitag Beschluss im Plenum. Das war selbst Ihren Ampelkollegen im Ausschuss peinlich.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Für Bündnis 90/Die Grünen hat Markus Kurth das Wort.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206200">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003578">
						<name>
							<vorname>Markus</vorname>
							<nachname>Kurth</nachname>
							<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
						</name>
					</redner>Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Herr Dr. Nacke, Sie haben eben gesagt, Sie als CDU wissen, was Sie in der Rentenpolitik wollen. Ehrlich gesagt: Nach dieser Rede weiß ich es nicht.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE] – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Ja, wir auch nicht!)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie haben nicht gesagt, was Sie wollen.</p>
				<p klasse="J">Es ist ja traurig genug, dass eine der vielleicht größten rentenpolitischen Leistungsausweitungen und einer der vielleicht größten Verbesserungsschritte in dieser Legislatur jetzt am Ende dieses ereignisreichen Tages kommt und dass die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente in der Presse wahrscheinlich im Schatten des Mindestlohns und noch mehr des Sondervermögens für die Bundeswehr stehen. Das ist traurig; aber wir werden daran arbeiten, das ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Ich hätte aber von einem Redner der Union, die immerhin zustimmt, Herr Dr. Nacke, erwartet – jetzt geht er weg –,</p>
				<kommentar>(Dr. Hendrik Hoppenstedt [CDU/CSU]: Er muss abstimmen!)</kommentar>
				<p klasse="O">dass etwas mehr als ein Halbsatz für die Erwerbsminderungsrente abfällt.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn in der Tat bringt der Zuschlag 3 Millionen Menschen zwischen 50 und 100 Euro mehr im Monat. Das kommt vielen nicht viel vor; aber das betrifft Erwerbsminderungsrentnerinnen und ‑rentner, die Renten von im Schnitt nur 800 Euro haben, und da machen 100 Euro eine ganze Menge aus.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="O">Auch vom jährlichen Gesamtvolumen her ist das eine sehr beachtliche Summe. Es werden nämlich 2,6 Milliarden Euro pro Jahr in diesem Bereich gezahlt.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Aber gedeckelt!)</kommentar>
				<p klasse="J">Man muss sich jetzt natürlich überlegen – das haben wir innerhalb der Koalitionsfraktionen auch diskutiert –, wenn man sich das Sicherungsniveau der Erwerbsminderungsrente anguckt, ob das auf Dauer auch ausreichend ist. Die Erwerbsminderungsrente hat eine andere Einkommensersatzfunktion als die Altersrente. Auf das Alter oder auf das Langlebigkeitsrisiko, das dahintersteht, kann man sich schließlich vorbereiten. Das Alter kommt nicht unerwartet. Man kann ansparen, zumindest theoretisch; nicht alle können privat vorsorgen. Eine Erwerbsminderung tritt aber unerwartet, schnell und unfreiwillig ein,</p>
				<kommentar>(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="O">und gegen die kann man sich nicht in irgendeiner Weise privat absichern. Darum brauchen wir perspektivisch in der Erwerbsminderungsrente eine Absicherung des Einkommensrisikos bzw. des Risikos des Lohnverlustes und ein Sicherungsniveau, das vergleichbar ist mit dem in der Arbeitslosenversicherung oder beim Krankengeld.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<p klasse="J">Das ist leider mit dem ersten Schritt, den wir jetzt gemacht haben, nicht gelungen. Aber eine Reihe von Gutachtern legt nahe, dass wir in die Richtung, die ich gerade skizziert habe, gehen und uns das Sicherungsniveau angucken sollten, und zwar unter dem Gesichtspunkt: Welche Funktion hat eigentlich die Erwerbsminderungsrente? Welches Risiko muss abgesichert werden? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns in konstruktiver Zusammenarbeit diesen Fragen in Zukunft noch einmal zuwenden.</p>
				<p klasse="J">Ein weiterer Vorschlag, den die Anhörung hervorgebracht hat, war die Einrichtung einer Erwerbsminderungsrentenkommission. Das hört sich jetzt ein bisschen sperrig an; da findet man vielleicht einen schöneren Begriff. Aber ich fände es sehr gut, wenn wir uns in einer kleineren, konzentrierten Arbeitsgruppe noch einmal dem Sicherungsniveau widmen und wenn es dann gelingt, in dieser Legislaturperiode noch einen Aufschlag zu machen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich hoffe auch, dass die FDP sich dem nicht verschließt. Denn das betrifft Leute, die echt was geleistet haben; das ist eine besondere Gruppe. Mit der Wiedereinführung des Nachholfaktors setzen wir an dieser Stelle ja auch etwas um, was insbesondere ein dringendes politisches Anliegen der FDP war.</p>
				<kommentar>(Kai Whittaker [CDU/CSU]: Das lässt tief blicken!)</kommentar>
				<p klasse="O">Es handelt sich nach den Berechnungen des DGB – so hatte es der DGB in der Anhörung vorgetragen – immerhin um eine – aus FDP-Sicht – Entlastung der Beitragszahler von 18 Milliarden Euro. Man könnte auch von Einnahmeverlusten der Rentenversicherung in Höhe von 18 Milliarden Euro sprechen; das wäre die andere Perspektive.</p>
				<kommentar>(Dr. Lukas Köhler [FDP]: Na ja!)</kommentar>
				<p klasse="O">Aber die schiere Zahl zeigt schon: Die Wiedereinführung des Nachholfaktors ist nicht nichts, so wie die Union und Herr Dr. Nacke, der jetzt den Plenarsaal leider Gottes bereits verlassen hat, behaupten</p>
				<kommentar>(Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nee, der ist schon wieder da! – Dr. Hendrik Hoppenstedt [CDU/CSU]: Er war abstimmen!)</kommentar>
				<p klasse="O">– ach, da ist er wieder; Entschuldigung –,</p>
				<kommentar>(Marc Biadacz [CDU/CSU]: Billig!)</kommentar>
				<p klasse="O">sondern ein ziemlich wesentliches Element dessen, was wir heute beschließen werden.</p>
				<p klasse="J">In diesem Sinne hoffe ich, dass das nicht hinten runterfällt. Die sehr wichtige Erhöhung des Mindestlohns und die wichtigen sicherheitspolitischen Themen, die wir hier heute debattiert haben, spielen sicherlich eine Rolle. Aber alle Ausgaben, die wir für die äußere Sicherheit tätigen, sind sinnlos, wenn uns der gesellschaftliche Zusammenhalt und die soziale Sicherheit in diesem Lande zerrinnen und zerbrechen.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)</kommentar>
				<p klasse="O">Das wäre in gewisser Weise eine Ironie der Geschichte, die wir den mordlüsternen Diktatoren auf dieser Erde nicht gönnen dürfen. Wir müssen weiter damit fortfahren, äußere und innere Sicherheit und Solidität zusammenzubringen.</p>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<kommentar>(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Lukas Köhler [FDP])</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Für die AfD-Fraktion spricht Gerrit Huy.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206300">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005091">
						<name>
							<vorname>Gerrit</vorname>
							<nachname>Huy</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Gerrit Huy (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Heute soll das Rentenanpassungsgesetz verabschiedet werden, mit dem eine formale Rentenerhöhung von rund 5 bzw. 6 Prozent erfolgt. Leider liegt die Inflationsrate schon heute höher, sodass die Kaufkraft der Rentner trotz dieser durchaus erheblichen Erhöhung weiter sinkt.</p>
				<p klasse="J">Wir unterstützen die geplante Rentenerhöhung zwar vollumfänglich – sowohl die lange überfällige Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten im Bestand als auch die Erhöhung der Altersrenten –, hätten uns aber angesichts des drastischen Preisanstiegs, gerade auch im Warenkorb der Rentner, mehr gewünscht.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD – Stephan Brandner [AfD]: Viel mehr!)</kommentar>
				<p klasse="J">Der erste Mangel. Sie kündigen jetzt eine Rentenerhöhung für die lange vergessenen Erwerbsminderungsrentner im Bestand an. Aber in Kraft treten soll diese Erhöhung erst in 2024. Während alle anderen Rentner schon ab Juli mehr Rente zur Verfügung haben, müssen ausgerechnet die älteren Jahrgänge der Erwerbsminderungsrentner noch ganze zwei Jahre auf die angekündigten Verbesserungen warten. Bis dahin sind diese durch die Inflation längst verpufft.</p>
				<p klasse="J">Begründet wird das mit technischen Umsetzungsproblemen, für deren Lösung erst in 2024 genügend Kapazitäten bei der Rentenversicherung zur Verfügung stehen sollen. Den Prozentsatz für bestimmte Erwerbsminderungsrentnerjahrgänge heraufzusetzen, geht also erst in zwei Jahren? Da reibt man sich doch erstaunt die Augen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="O">Meine Damen und Herren, Sie sparen hier an der falschen Stelle. Das Mindeste ist doch, dass Sie die entgangene Erhöhung dann in 2024 nachzahlen; aber auch das ist bisher nicht geplant.</p>
				<p klasse="J">Zum zweiten Mangel. Bei den Inflationsentlastungspaketen hat die Ampelregierung die Rentner nahezu komplett vergessen. Rentner ohne Grundsicherung oder Wohngeld fallen einfach unter den Tisch. Dazu gehören übrigens auch die gut 1 Million Rentner, die zwar Anspruch auf Grundsicherung hätten, also nach allen Kriterien wirklich arm sind, diese Grundsicherung aber nicht beantragt haben. Gerade diese Rentner hätten das Entlastungspaket am allernötigsten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
				<p klasse="J">Mit unserem Antrag wollen wir die Entlastung für die vergessenen Rentner nachholen. Sie alle haben es als Abgeordnete der deutschen Bürger in der Hand, diesem Antrag zuzustimmen und damit allen Rentnern ein Entlastungspaket in Höhe von 300 Euro steuerfrei zukommen zu lassen. Hand heben an der richtigen Stelle ist genug.</p>
				<p klasse="J">Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, möchte ich hier noch ein paar Fakten zum armen Teil unserer Rentner anführen. Wie viele sind denn eigentlich arm? Die europäische Statistik sagt: sehr viele. An die 30 Prozent unserer Alten sind arm, und die meisten von ihnen sind Rentner. Dem letzten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung können Sie zudem entnehmen, dass rund 30 Prozent unserer alleinstehenden Rentner weniger als 1 250 Euro im Monat zur Verfügung haben. Sie sollten auch wissen, dass in etwa der Hälfte aller Altenhaushalte die Rente das einzige Einkommen ist.</p>
				<p klasse="J">Nun zu den Allerärmsten unter den Rentnern. Ich zitiere wörtlich aus dem Alterssicherungsbericht:</p>
				<p klasse="Z">Die 20 Prozent der Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen lassen sich durch eine Kombination niedriger Alterssicherungsleistungen mit geringen zusätzlichen Einkünften charakterisieren.</p>
				<p klasse="O">Das ist eine hübsche Umschreibung dafür, dass die untersten 20 Prozent der armen Rentnerhaushalte so gut wie gar nichts haben außer ihrer niedrigen Rente. Davon können sie sich heute kaum noch vernünftig ernähren, geschweige denn am sozialen Leben teilhaben oder in Würde altern.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005091">
						<name>
							<vorname>Gerrit</vorname>
							<nachname>Huy</nachname>
							<fraktion>AfD</fraktion>
						</name>
					</redner>Gerrit Huy (AfD):</p>
				<p klasse="J_1">Meine Damen und Herren, geben Sie sich bitte einen Ruck, und stimmen Sie für unseren Antrag!</p>
				<p klasse="J">Danke schön.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der AfD)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Ich komme kurz zurück zum Zusatzpunkt 4. Ist ein Mitglied des Hauses anwesend, das seine Stimme noch nicht abgegeben hat? – Das ist nicht der Fall. Dann schließe ich die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Das Ergebnis der Abstimmung wird Ihnen dann im Anschluss an diesen Tagesordnungspunkt bekannt gegeben.<sup>1</sup>
				<fussnote>Ergebnis Seite 4261 C</fussnote>
			</p>
			<p klasse="J">Wir fahren in der Debatte fort. Die nächste Rednerin ist Anja Schulz, FDP-Fraktion.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
			<rede id="ID204206400">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005216">
						<name>
							<vorname>Anja</vorname>
							<nachname>Schulz</nachname>
							<fraktion>FDP</fraktion>
						</name>
					</redner>Anja Schulz (FDP):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir bringen hier heute ein Rentenpaket auf den Weg, das seinen Vorgängern etwas ganz Bedeutsames voraushat: den Fokus auf den Generationenvertrag. Es ist das erste Rentenpaket seit den frühen 2000ern, das nicht nur aus teuren Wahlgeschenken für die Generation Ü 50 besteht, das erste Rentenpaket seit Langem, bei dem nicht einseitig die jetzigen und die künftigen Beitragszahler belastet werden.</p>
				<p klasse="J">Die FDP konnte die Koalitionspartner überzeugen, den Nachholfaktor wieder zu aktivieren.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Ganz schlechte Idee! – Zuruf von der FDP: Bravo!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die Wiedereinsetzung des Nachholfaktors ist nicht einfach nur eine Maßnahme zur stabilen Finanzierung der Rente, sondern vielmehr eine überfällige Wiedergutmachung eines folgenschweren Fehlers, nämlich seiner Aussetzung. Den Nachholfaktor bei der Rentenanpassungsformel außen vor zu lassen, bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die Rentner von Krisen im Verhältnis zu den Einzahlern überproportional profitieren.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Empirisch falsch!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das wäre gerade jetzt, wo sich Krise an Krise reiht, unserem sozialen Klima in keiner Weise zuträglich.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Das soll aber nicht heißen, dass die Rentnerinnen und Rentner sich ihre Rente nicht redlich verdient hätten; ganz im Gegenteil.</p>
				<kommentar>(Beifall des Abg. Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])</kommentar>
				<p klasse="O">Ich denke, dass die größte Rentenerhöhung seit 40 Jahren von 6,1 Prozent im Osten und 5,3 Prozent im Westen auf allgemeines Wohlwollen stößt. Diese Menschen haben jahrzehntelang hart gearbeitet, und wir gönnen ihnen jeden Euro, den sie jetzt mehr im Portemonnaie haben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Katja Mast [SPD])</kommentar>
				<p klasse="J">Und damit das auch so bleibt, müssen wir aufhören, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Die Reaktivierung des Nachholfaktors stärkt den Generationenvertrag; denn Rechte und Pflichten gibt es, wie bei allen Verträgen, auf beiden Seiten. Das Verhältnis ist hier allerdings aus dem Gleichgewicht geraten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Das wird einem bei Berechnungen schmerzlich bewusst, die kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ zu lesen waren, und wenn man sich mal folgende Zahlen vor Augen führt: Es wurde abhängig vom Geburtsjahr grob errechnet, wie lange jemand Rente beziehen müsste, um die eingezahlten Beiträge in etwa wieder rauszuhaben. Wer zum Beispiel stets im Durchschnitt verdient hat, 1946 geboren wurde und mit 65 Jahren in Rente gegangen ist, hat bereits nach elf Jahren und vier Monaten, also mit 76 Jahren, alle Rentenbeiträge, die er eingezahlt hat, in Form einer Rente wieder zurückerhalten. Würde ein heute 17‑Jähriger mit 67 Jahren in Rente gehen, müsste dieser allerdings bereits 85 Jahre alt werden, um das Gleiche zu erzielen.</p>
				<kommentar>(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Die Lebenserwartung geht Richtung 100! – Zuruf des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Über diesen Rentennachteil spricht kaum jemand.</p>
				<p klasse="J">Für die jetzigen und zukünftigen Berufsanfänger gibt es große Pflichten. Denn sie müssen die Renten der Generation der Babyboomer finanzieren, und das nicht nur aus ihren Rentenbeiträgen, sondern auch aus ihren Steuerzahlungen – Geld, das dann an anderer Stelle fehlt. Von Rechten im Sinne von Rentenauszahlungen auf einem adäquaten Niveau können sie derzeit allerdings nur träumen. Der Nachholfaktor ist also ein erster Schritt zurück zum Generationenvertrag.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Neben diesem elementaren Beitrag zur Generationengerechtigkeit enthält das Rentenpaket eine weitere Maßnahme, die in der letzten Legislaturperiode komplett auf der Strecke geblieben ist. Wir haben das gerade schon gehört: Sie betrifft eine besonders sozioökonomisch schwache Gruppe, nämlich die der Erwerbsminderungsrentner, Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keiner Arbeit mehr nachgehen können, um ihren Lebensunterhalt eigenständig zu bestreiten, also diejenigen, die in besonderer Weise auf unseren Sozialstaat angewiesen sind.</p>
				<p klasse="J">Mit der Verbesserung der Erwerbsminderungsrente im Bestand schaffen wir ein Stück mehr Anerkennung für 3 Millionen Erwerbsminderungsrentner, die zwischen 2001 und 2019 erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezogen haben. Das ist lange überfällig.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Das Gesetz unterstützt außerdem eine durch die Pandemie extrem gebeutelte Gruppe: die der Kultur- und Medienbranche. Existenzängste und Planungsunsicherheit haben zwei Jahre lang den Alltag vieler Kulturschaffender geprägt. Umso wichtiger ist es nun, dass durch den Stabilisierungszuschuss für die Künstlersozialkasse ein Signal in ihre Richtung gesendet wird.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Dr. Tanja Machalet [SPD])</kommentar>
				<p klasse="O">Denn die Branche muss erst einmal eine Chance haben, wieder auf die Beine zu kommen, um sich von den finanziellen Folgen der Pandemie erholen zu können.</p>
				<p klasse="J">Trotz des Zuschusses für die Künstlersozialkasse und obwohl wir so viel Geld für die Erwerbsminderungsrente in die Hand genommen haben, werden wir durch das Rentenpaket Einsparungen in der Rentenkasse haben. So halten wir den Beitrag stabil, und so schaffen wir einen fairen Generationenvertrag.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Vielen Dank.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Ich erteile das Wort für die Fraktion Die Linke Matthias W. Birkwald.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206500">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004012">
						<name>
							<vorname>Matthias W.</vorname>
							<nachname>Birkwald</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Matthias W. Birkwald (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Verehrter Minister Hubertus Heil! Die Lebensmittelpreise steigen rasant, die Energiepreise explodieren. Darum ist es aberwitzig, dass Rentnerinnen und Rentner vom Energiegeld ausgenommen sind, aber Minister, Ministerinnen und Staatssekretäre die 300 Euro erhalten. Ändern Sie das!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Die durchschnittliche Rente aller 21,2 Millionen Rentnerinnen und Rentner liegt bei 1 089 Euro – vor Steuern. Das ist viel zu wenig. Darum brauchen die Rentnerinnen und Rentner gerade jetzt jeden Cent, um ihren hart erarbeiteten Lebensstandard zu sichern.</p>
				<p klasse="J">Sicher, 6,12 Prozent im Osten und 5,35 Prozent Rentenerhöhung im Westen sind sehr ordentlich; aber eigentlich hätten es 6,6 Prozent sein müssen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Und wer hat das verhindert? Das war die FDP! Die FDP hat darauf bestanden, den Nachholfaktor wieder einzuführen, mit dem die Rentenerhöhung jetzt gekürzt wird. Meine Damen und Herren, bei einer Inflation von aktuell 7,9 Prozent darf es diese Kürzung nicht geben.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Im kommenden Jahr werden die Rentenkürzer von der FDP dafür sorgen, dass die Rentenanpassung von ursprünglich erwarteten 5,4 Prozent auf 2,9 Prozent zusammengestrichen werden wird. Die Grünen bejubeln dies, und die SPD macht gute Miene zum bösen Spiel. Menschen, die 45 Jahre lang gearbeitet und durchschnittlich verdient haben, werden deshalb im kommenden Jahr 200 Euro netto und ab Juli 2023 über 400 Euro netto im Jahr weniger an Rente erhalten.</p>
				<p klasse="J">Ich weiß: Künftig werden ein sprunghaftes Auf und Ab bei den Rentenanpassungen und Nullrunden vermieden. Aber mit Ihrem Gesetzentwurf werden der Rentenversicherung in den kommenden vier Jahren 18 Milliarden Euro fehlen – Geld, das die Rentnerinnen und Rentner dringend bräuchten. Denn die Rente muss zum Leben reichen!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Darum: Streichen Sie alle Kürzungsfaktoren aus der Rentenanpassungsformel, damit die Renten wieder den Löhnen folgen.</p>
				<p klasse="J">Liebe Ampel, Ihrem Gesetzentwurf, der heutigen und künftigen Rentnerinnen und Rentnern die Rentenerhöhungen kürzt, wird die Linke nicht zustimmen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Vom Jahr 2000 bis 2021 sind die Löhne um fast 50 Prozent gestiegen, die Renten aber noch nicht einmal um 38 Prozent. Darum brauchen wir höhere Renten. Stimmen Sie unserem Änderungsantrag zu, und erhöhen Sie das Mindestrentenniveau von 48 Prozent sofort auf 50 Prozent und dann schrittweise auf 53 Prozent! Das fordert der DGB, das fordern alle Sozialverbände. Die Rentenversicherung hat uns bestätigt, dass das auch finanzierbar ist.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der LINKEN)</kommentar>
				<p klasse="J">Liebe Kolleginnen und Kollegen der Koalition, Krankheit darf nicht arm machen. Darum ist es gut, dass Menschen, die zwischen 2001 und 2018 wegen Krankheit frühzeitig in eine Erwerbsminderungsrente gehen mussten, nun pauschale Zuschläge erhalten. Das wird höchste Zeit; denn durchschnittlich erhalten sie nur 869 Euro netto. Liebe Ampel, die Richtung stimmt, aber Sie bleiben auf halbem Wege stehen. Wir Linken fordern, die Zuschläge auf 8 und 13 Prozent anzuheben; das ist fast das Doppelte.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Kommen Sie bitte zum Schluss, Herr Birkwald.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004012">
						<name>
							<vorname>Matthias W.</vorname>
							<nachname>Birkwald</nachname>
							<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
						</name>
					</redner>Matthias W. Birkwald (DIE LINKE):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr wohl, Frau Präsidentin. Mein letzter Satz. – Ihre halben Zuschläge sollen erst in zwei Jahren ausgezahlt werden. Das ist soziale Kälte pur. Frei nach Rudi Carrell: Und schuld daran ist nur die FDP!</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der LINKEN – Heiterkeit bei Abgeordneten der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Michael Gerdes, SPD-Fraktion, ist unser nächster Redner.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206600">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004039">
						<name>
							<vorname>Michael</vorname>
							<nachname>Gerdes</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Michael Gerdes (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir beschließen heute ein gutes Rentenpaket trotz aller Kritik, die auch ich an der einen oder anderen Stelle habe. Deswegen ist das ein guter Tag für die Rentnerinnen und Rentner. Denn es gibt die höchste Erhöhung seit Jahrzehnten, und das ist ein Grund zur Freude.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Allerdings ist es für die circa 3 Millionen Bestandsrentner bei der EM‑Rente nicht unbedingt ein Grund zum Jubeln. Dennoch sage ich: Nachdem wir über zwei Legislaturperioden mit Ihnen von der CDU/CSU, meine Damen und Herren, gerungen und nichts für die Bestandsrentner erreicht haben, bin ich heute froh, dass es endlich gelungen ist</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Mein Gott! Was erzählen Sie denn da immer?)</kommentar>
				<p klasse="O">– es ist so, Herr Stracke –, auch für die EM-Rentner im Bestand etwas zu tun.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="O">Die EM-Rentner suchen sich ihr Schicksal nicht aus. Eine EM-Rente ist keine Rente, die man sich aussucht, auch keine, die man sich verdient, sondern eine, die einem das Schicksal zuweist, indem man krank wird oder sich verletzt. Deswegen fällt man in eine EM-Rente.</p>
				<p klasse="J">Das sind Rentnerinnen und Rentner, die zum Teil wenig Rente haben. Das sind die ärmeren Rentner, von denen wir hier immer sprechen. Deswegen sage ich: Es ist gut, dass wir jetzt endlich einen Nachteilsausgleich für die vielen Erwerbsminderungsrentner im Bestand hinbekommen. Aber leider, liebe FDP, Frau Schulz, muss ich auch sagen: Die Anerkennung hätte besser ausfallen können, indem wir den Bestandsrentnern früher und mehr zugestanden hätten.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE])</kommentar>
				<p klasse="O">Und das wäre möglich gewesen. Durch weitere Gesetzesmaßnahmen haben wir nämlich keine wesentlichen Ausgabenerhöhungen bei der Rentenkasse. Wir hätten unterm Strich immer noch weniger als bisher ausgezahlt.</p>
				<kommentar>(Dr. Lukas Köhler [FDP]: Machen Sie einen Finanzierungsvorschlag!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, und das ist auch in der Anhörung deutlich betont worden.</p>
				<p klasse="J">Trotzdem ist es insgesamt – ich wiederhole das – ein gutes Rentenpaket mit deutlichen Verbesserungen. Wir sind ja heute beim Rentenpaket I. Ich freue mich darauf, wenn wir beim Rentenpaket II, das folgen muss, wieder in die Diskussion einsteigen und dann hoffentlich weitere Verbesserungen auch für die Rentnerinnen und Rentner im Bestand bei der Erwerbsminderungsrente hinbekommen.</p>
				<p klasse="J">Ein anderes Anliegen ist mir genauso wichtig, und zwar möchte ich ermöglichen, dass Menschen länger und fit im Berufsleben bleiben. Deswegen müssen wir auch über Rehamaßnahmen weiter sprechen; das habe ich hier bereits mehrfach gesagt. Das gehört auch zu einem Rentenpaket, das wir hier künftig auf den Weg bringen.</p>
				<p klasse="J">Ich wiederhole noch einmal: Heute ist ein guter Tag für die Rentnerinnen und Rentner. Für uns ist er Ansporn, an einem weiteren Rentenpaket zu arbeiten.</p>
				<p klasse="J">Herzlichen Dank. Glück auf!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Für die CDU/CSU-Fraktion hat das Wort Kai Whittaker.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206700">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11004443">
						<name>
							<vorname>Kai</vorname>
							<nachname>Whittaker</nachname>
							<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
						</name>
					</redner>Kai Whittaker (CDU/CSU):</p>
				<p klasse="J_1">Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kaum ein anderes Thema ist für die Menschen in unserem Land so wichtig wie die Rente, zum einen natürlich, weil die Rente maßgeblich darüber bestimmt, welchen Lebensstandard sich die Menschen im Alter leisten können, zum anderen aber auch, weil die Rente die Anerkennung für die eigene Lebensleistung ist. Deshalb – das sage ich ganz offen – freuen wir uns als Union darüber, dass wir heute die Renten so kräftig erhöhen können.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Der Grund dafür, dass wir heute die Renten erhöhen können, ist die wirtschaftliche Entwicklung im letzten Jahr, und die haben CDU/CSU und SPD geprägt, meine Damen und Herren; das ist nicht das Ergebnis der Ampelpolitik.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Das zeigt, dass wir als Große Koalition die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Unternehmen gut durch die Coronakrise gebracht haben, und die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner profitieren heute von dieser guten Politik.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wir finden es auch richtig, dass die Erwerbsminderungsrenten verbessert werden. Lieber Herr Kollege Gerdes, es ist nicht richtig, dass wir nichts gemacht haben. Wir haben gemeinsam zwei Verbesserungsgesetze bei der Erwerbsminderungsrente gemacht.</p>
				<kommentar>(Katja Mast [SPD]: Bestandsrentnerinnen und ‑rentner! Nicht Neurentnerinnen und ‑rentner! Sie kennen doch den Unterschied!)</kommentar>
				<p klasse="O">Die galten leider nicht für die Bestandsrentnerinnen und ‑rentner. Das wird heute nachgeholt. Wir hätten uns durchaus gefreut, wenn der Minister in der letzten Legislaturperiode einen Gesetzentwurf dazu präsentiert hätte, hat er aber leider nicht. Deshalb wird das heute nachgeholt.</p>
				<p klasse="J">Allerdings konnten Sie in der Anhörung nicht erklären, warum es 4,5 Prozent und 7,5 Prozent sind. Da drängt sich schon ein bisschen der Verdacht auf: Sie scheinen hier Politik nach Kassenlage zu machen.</p>
				<kommentar>(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Daran ist die FDP schuld! Die war das!)</kommentar>
				<p klasse="O">Der letzte Redner von der SPD hat hier ja gerade deutlich gemacht, dass die FDP da wohl blockiert hat.</p>
				<p klasse="J">Ich kann es Ihnen nicht ersparen, Wasser in den Wein zu kippen. Wenn Sie die Erwerbsminderungsrente verbessern, dann werden in Zukunft einige Menschen aus der Grundsicherung herauskommen. Das ist gut so. Die Grundsicherung zahlt der Staat, die Rente aber zahlen die Versicherten. Sie entlasten also den Staat zulasten der Versichertengemeinschaft, zulasten der Rentenkasse. Und zum Dank greifen Sie auch noch zusätzlich in die Rentenkasse, indem Sie den Steuerzuschuss für die Grundrente von 2 Milliarden Euro streichen. Das hat sogar der DGB kritisiert. Da muss ich Ihnen sagen: Das belastet die Rentenversicherung erheblich. Sie plündern damit die Rentenkasse.</p>
				<kommentar>(Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ach Gott!)</kommentar>
				<p klasse="O">Das hat nichts mit enkelgerechter Politik zu tun, liebe FDP.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="J">Wenn ich schon bei der FDP bin: Sie freuen sich ja wahnsinnig darüber, dass Sie den Nachholfaktor wieder einführen. Das heißt auf Deutsch: Wenn die Löhne sinken, müsste eigentlich auch die Rente sinken. Das will man natürlich nicht. Deshalb wird das mit einer zukünftigen Rentenerhöhung verrechnet. So weit die Theorie. Aber die Praxis ist doch etwas ernüchternd; denn dieser Nachholfaktor, den Sie heute einführen, greift exakt ein einziges Mal. Warum? Zum einen, weil Sie ihn schon 2025 wieder abschaffen,</p>
				<kommentar>(Dr. Lukas Köhler [FDP]: Waren Sie bei der Anhörung dabei?)</kommentar>
				<p klasse="O">und zum anderen, weil Sie bis dahin das Rentenniveau auf 48 Prozent festsetzen. Nur, mit dem Nachholfaktor wäre wahrscheinlich das Rentenniveau unter 48 Prozent gefallen.</p>
				<kommentar>(Katja Mast [SPD]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="O">Deshalb wird dieser Nachholfaktor überschrieben von Ihrem Gesetz. Da muss ich Ihnen sagen, Frau Schulz: Sie feiern sich als FDP dafür, für ein Jahr ordnungspolitisch saubere Rentenpolitik zu machen, nur um dann drei Jahre lang Ihre generationengerechte, Ihre enkelgerechte Rentenpolitik über Bord zu schmeißen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<p klasse="O">Das hat nichts mit vorausschauender Politik zu tun. Sie von der FDP haben mit Zitronen gehandelt. Die sind auch gelb – ich gebe es zu –, aber sie sind ziemlich sauer und ungenießbar.</p>
				<p klasse="J">Ich sage Ihnen, was ich mir gewünscht hätte.</p>
				<kommentar>(Zurufe von der SPD: Ah!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Ja. – Ich hätte mir gewünscht, dass Sie sich mal den Bericht der Rentenkommission aus der letzten Legislaturperiode vorgenommen hätten. Soweit ich weiß, hat die ein gewisser Minister Hubertus Heil eingesetzt. Soweit ich weiß, ist er immer noch Mitglied der Bundesregierung. Da stehen einige kluge Dinge drin, die Sie heute hätten machen können. Zum Beispiel hätten Sie eine Haltelinie für 7 bzw. 15 Jahre festschreiben können, und zwar nicht nur für das Rentenniveau, sondern auch für die Beitragssätze. Das machen Sie eben nicht. Sie hätten sich darum kümmern können, die Mindestrücklage weiter zu glätten. Sie hätten sich darum kümmern können, dass wir eine Gesamtvorausschau für alle Sozialversicherungsbeiträge haben, die gezahlt werden müssen. Und Sie hätten auch die betriebliche Altersvorsorge stärken können. Nichts davon greifen Sie auf. Sie picken sich lediglich die Haltelinie beim Rentenniveau heraus. Damit zeigen Sie, was Sie von Ihrer eigenen Kommission halten, Herr Heil. Nichts! Damit schaffen Sie kein Vertrauen in eine zukünftige Rentenreform.</p>
				<p klasse="J">Der letzte Rettungsanker ist jetzt die Aktienrente. Die wurde schon im Koalitionsvertrag von 100 Milliarden Euro auf 10 Milliarden Euro runtergeschreddert. Der FDP-Finanzminister hat sie jetzt erster Klasse beerdigt; das Geld taucht nämlich nicht im Haushalt auf. Da frage ich mich schon, wie Sie die eigentlich jetzt noch finanzieren wollen. Machen Sie da noch mal ein Sondervermögen? Wir sind sehr gespannt.</p>
				<p klasse="J">Auf jeden Fall reichen wir Ihnen gerne die Hand, wenn Sie daran Interesse haben, eine Rentenreform zu machen, die über den nächsten Wahltag hinausdauert.</p>
				<kommentar>(Michael Gerdes [SPD]: Die Gelegenheit hattet ihr!)</kommentar>
				<p klasse="O">Zu Gesprächen darüber sind wir bereit. Wir freuen uns darauf.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der CDU/CSU)</kommentar>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Und die letzte Rednerin der Debatte: Dr. Tanja Machalet, SPD-Fraktion.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<rede id="ID204206800">
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005137">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Tanja</vorname>
							<nachname>Machalet</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, nach dem Tag heute kann man sagen: Das war ein wirklich guter Tag für die Menschen im Land. Wir haben heute Morgen den Mindestlohn beschlossen. Wir beschließen jetzt das erste Rentenpaket mit einer deutlichen Erhöhung der Renten: 5,35 Prozent im Westen und 6,12 Prozent im Osten. Das ist die stärkste Rentenerhöhung seit fast 40 Jahren; nur um das an der Stelle noch mal deutlich zu machen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich denke, wir sind uns alle hier im Haus einig: Wer sein Leben lang gearbeitet hat, der muss sich auf die Rente verlassen können. Genau das machen wir mit dem, was wir hier vorlegen, deutlich. Ich kann das, was ich heute Morgen gesagt habe, mit Blick auf die CDU zum Thema Rente nur wiederholen: Herr Whittaker, Sie haben jetzt wieder viel gesagt; aber Sie haben nicht gesagt, was Sie wollen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Kai Whittaker [CDU/CSU]: Doch!)</kommentar>
				<p klasse="O">– Nein. – Sie haben auf den Bericht der Rentenkommission verwiesen. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie hier klar sagen:</p>
				<kommentar>(Stephan Stracke [CDU/CSU]: Sie müssen auch mal zuhören!)</kommentar>
				<p klasse="O">Welches Rentenniveau möchten Sie sichern? Welchen Beitragssatz möchten Sie sichern? Das haben Sie hier nicht gesagt, weil Sie sich davor scheuen.</p>
				<kommentar>(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)</kommentar>
				<p klasse="O">Sie haben auch nichts zum Renteneintrittsalter gesagt. Dazu haben wir uns klar im Koalitionsvertrag festgelegt.</p>
				<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
				<p klasse="J_1">Erlauben Sie eine Wortmeldung des Abgeordneten Hubertus Heil?</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005137">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Tanja</vorname>
							<nachname>Machalet</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Aber sehr gerne.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit bei der SPD – Katja Mast [SPD]: Am Freitag ist es super um die Uhrzeit!)</kommentar>
				<p klasse="O">Nichts lieber als das.</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11003142">
						<name>
							<vorname>Hubertus</vorname>
							<nachname>Heil</nachname>
							<ortszusatz>(Peine)</ortszusatz>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Hubertus Heil (Peine) (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Heute darf ich mal; wir sind so schön zusammen. – Frau Kollegin, könnten Sie zur Kenntnis nehmen – ich glaube, ich spreche für meine gesamte Fraktion und auch für den mir bekannten Bundesarbeitsminister –, dass wir sehr, sehr gerne auf die CDU zugehen, wenn sie uns bitte nur ihre Finanzierungsvorschläge zu ihrer Rentenpolitik überreichte? Denn dazu war nichts zu hören. Können Sie bestätigen, dass wir das so sehen?</p>
				<p klasse="redner">
					<redner id="11005137">
						<name>
							<titel>Dr.</titel>
							<vorname>Tanja</vorname>
							<nachname>Machalet</nachname>
							<fraktion>SPD</fraktion>
						</name>
					</redner>Dr. Tanja Machalet (SPD):</p>
				<p klasse="J_1">Das kann ich ausdrücklich so bestätigen.</p>
				<kommentar>(Heiterkeit und Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Danke schön!)</kommentar>
				<p klasse="J">Ich könnte jetzt auf die einzelnen Punkte, die schon ausführlich genannt sind, noch eingehen. Mir ist das Stichwort „Erwerbsminderungsrente“ wichtig, weil das auch angeklungen ist. Man muss noch mal festhalten, dass wir das, was wir bei der Erwerbsminderungsrente machen, aus Versicherungsmitteln finanzieren. Das ist in der Systematik vollkommen korrekt, weil nämlich die Erwerbsminderungsrente eine Urleistung der Rentenversicherung ist und nichts anderes.</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Matthias W. Birkwald [DIE LINKE] – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Damit hat die Rentenversicherung mal begonnen! – Gegenruf des Abg. Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Genau!)</kommentar>
				<p klasse="J">Wie gesagt: Heute war ein guter Tag für die Menschen im Land. Wir stehen ja kurz vor Pfingsten; da geht man natürlich gerne mit frohen Botschaften ins Wochenende. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, dass wir all die Diskussionen, die der Kollege Birkwald hier aufgemacht hat, beim Rentenpaket II noch intensiv führen werden. Wir haben ja auch noch das Mindestrücklagengesetz aus Ihrer Fraktion auf der Tagesordnung. Also, wir haben noch einiges zu diskutieren. Ich freue mich dann auch auf die konkreten Vorschläge der CDU-Fraktion; wirklich, ich freue mich darauf, die zu diskutieren.</p>
				<p klasse="J">In diesem Sinne: Noch mal vielen herzlichen Dank und ein schönes Wochenende. Bis zur nächsten Sitzungswoche!</p>
				<kommentar>(Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			</rede>
			<name>Vizepräsidentin Yvonne Magwas:</name>
			<p klasse="J_1">Ich schließe die Aussprache.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zur Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Rentenanpassung 2022 und zur Verbesserung von Leistungen für den Erwerbsminderungsrentenbestand. Der Ausschuss für Arbeit und Soziales empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 20/2074, den Gesetzentwurf der Bundesregierung auf den Drucksachen 20/1680 und 20/1974 in der Ausschussfassung anzunehmen. Hierzu liegen drei Änderungsanträge vor.</p>
			<p klasse="J">Wir beginnen mit dem Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 20/2083. Wer stimmt für diesen Änderungsantrag? – Das sind die CDU/CSU, die AfD-Fraktion und die Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Koalitionsfraktionen. Wer enthält sich? – Damit ist der Änderungsantrag abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen nun zum Änderungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/2084. Wer stimmt für diesen Antrag? – Das ist die Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Koalitionsfraktionen und die CDU/CSU-Fraktion. Wer enthält sich? – Das ist die Fraktion der AfD. Der Änderungsantrag ist damit abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen zum Änderungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/2085. Wer stimmt für diesen Änderungsantrag? – Das ist die Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Koalitionsfraktionen und die Fraktion CDU/CSU. Wer enthält sich? – Das ist die AfD-Fraktion. Der Änderungsantrag ist damit abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Ich bitte nun diejenigen, die dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung zustimmen wollen, um das Handzeichen. – Das sind die Koalitionsfraktionen, die CDU/CSU-Fraktion und die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Das ist die Fraktion Die Linke. Der Gesetzentwurf ist damit in zweiter Beratung angenommen.</p>
			<p klasse="J">Wir kommen nun zur</p>
			<p klasse="K">dritten Beratung</p>
			<p klasse="O">und Schlussabstimmung. Ich bitte diejenigen, die dem Gesetzentwurf zustimmen wollen, sich zu erheben. – Das sind die Koalitionsfraktionen, die CDU/CSU-Fraktion und die AfD-Fraktion. Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Das ist die Fraktion Die Linke. Der Gesetzentwurf ist damit angenommen.</p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)</kommentar>
			<p klasse="J">Wir stimmen nun über den Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/2086 ab. Wer stimmt für den Entschließungsantrag? – Das ist die Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Die Koalitionsfraktionen und die CDU/CSU-Fraktion. Wer enthält sich? – Das ist die AfD-Fraktion. Der Entschließungsantrag ist damit abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Zum Zusatzpunkt 2. Interfraktionell wird die Überweisung der Vorlage auf Drucksache 20/2034 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Das sehe ich nicht. Dann verfahren wir wie vorgeschlagen.</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<tagesordnungspunkt top-id="Zusatzpunkt 4">
			<p klasse="J">Ich komme zurück zum Zusatzpunkt 4. Uns liegt das von den Schriftführerinnen und Schriftführern ermittelte Ergebnis der namentlichen Schlussabstimmung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ vor: abgegebene Stimmen 680. Mit Ja haben gestimmt 593, mit Nein haben gestimmt 80, Enthaltungen 7. Der Gesetzentwurf ist damit angenommen. </p>
			<kommentar>(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Hannes Gnauck [AfD])</kommentar>
			<p klasse="AL_Vorspann_1">Endgültiges Ergebnis</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">Abgegebene Stimmen:677;</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_2">davon</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">ja:590</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">nein:80</p>
			<p klasse="AL_Vorspann_3">enthalten:7</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Ja</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Adis Ahmetovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reem Alabali-Radovan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Andres</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niels Annen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Arlt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Baehrens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Bahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Baldy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nezahat Baradari</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Bartol</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bärbel Bas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Holger Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Berghahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bengt Bergt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jakob Blankenburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leni Breymaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Budde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Cademartori Dujisin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lars Castellucci</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Coße</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Daldrup</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hakan Demir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karamba Diaby</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Diedenhofen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esther Dilcher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Dittmar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Döring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Droßmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sonja Eichwede</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heike Engelhardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wiebke Esdar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Esken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ariane Fäscher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johannes Fechner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Fiedler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Edgar Franke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Funke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Gava</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Gerdes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gerster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Angelika Glöckner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timon Gremmels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Griese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uli Grötsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Hagedorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Hagl-Kehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Metin Hakverdi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Hartmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubertus Heil (Peine)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frauke Heiligenstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriela Heinrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Hellmich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Hennig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Heselhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hitschler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jasmina Hostert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Hümpfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Junge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josip Juratovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Kaczmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Macit Karaahmetoğlu</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carlos Kasper</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anna Kassautzki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gabriele Katzmarek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Johannes Keller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Kersten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helmut Kleebank</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kristian Klinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Klingbeil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annika Klose</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tim Klüssendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bärbel Kofler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simona Koß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anette Kramme</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dunja Kreiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Kühnert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Lahrkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Larem</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Karl Lauterbach</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sylvia Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kevin Leiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luiza Licina-Bode</p>
			<p klasse="AL_Namen">Esra Limbacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Lindh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Lugk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heiko Maas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tanja Machalet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Isabel Mackensen-Geis</p>
			<p klasse="AL_Namen">Holger Mann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kaweh Mansoori</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Zanda Martens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Martin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Parsa Marvi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Franziska Mascheck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Mast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mehltretter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Takis Mehmet Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Mesarosch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Michel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Matthias Miersch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias David Mieves</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Mittag</p>
			<p klasse="AL_Namen">Falko Mohrs</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Moll</p>
			<p klasse="AL_Namen">Siemtje Möller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Müller (Chemnitz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michelle Müntefering</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rolf Mützenich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rasha Nasr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Brian Nickholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Nietan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Nürnberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lennard Oehl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josephine Ortleb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mahmut Özdemir (Duisburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Aydan Özoğuz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Papendieck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Natalie Pawlik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Peick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Petry</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Philippi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Plobner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Poschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Achim Post (Minden)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ye-One Rhie</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Rimkus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sönke Rix</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dennis Rohde</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Roloff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Rosemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Rützel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sarah Ryglewski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johann Saathoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Schäfer (Bochum)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rebecca Schamber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schätzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nina Scheer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marianne Schieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Udo Schiefner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peggy Schierenbeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Timo Schisanowski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Nils Schmid</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dagmar Schmidt (Wetzlar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Schneider (Erfurt)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf Scholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Schraps</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Schreider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Schrodi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Schulze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schwabe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schwartze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rita Schwarzelühr-Sutter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lina Seitzl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Svenja Stadler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Stamm-Fibich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ralf Stegner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mathias Stein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Tausend</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Thews</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Töns</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Träger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Troff-Schaffarzyk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Derya Türk-Nachbaur</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marja-Liisa Völlers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Vöpel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maja Wallstein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Walter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melanie Wegling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Joe Weingarten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lena Werner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Westphal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Wiese</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Herbert Wollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gülistan Yüksel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Zierke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armand Zorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Zschau</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Abraham</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Albani</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Maria Altenkamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Amthor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Aumer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dorothee Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Bareiß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Berghegger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Beyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Biadacz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Bilger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Simone Borchardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Brand (Fulda)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Helge Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Brehm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Breilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Brinkhaus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Brodesser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marlon Bröhr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yannick Bury</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gitta Connemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Czaja</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Dobrindt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Donth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hansjörg Durz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Engelhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Englhardt-Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Erndl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Färber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Feiler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enak Ferlemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thorsten Frei</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Frieser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Gädechens</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thomas Gebhart</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Gramling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingeborg Gräßle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hermann Gröhe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Grübel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Grundmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Serap Güler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fritz Güntzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Haase</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Hauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Heck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthild Heil</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Heilmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Henrichmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ansgar Heveling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Hierl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Hirte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hendrik Hoppenstedt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hubert Hüppe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erich Irlstorfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne Janssen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Jarzombek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingmar Jung</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Karliczek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ronja Kemmer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roderich Kiesewetter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kießling</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Georg Kippels</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ottilie Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volkmar Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Knoerig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anne König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Koob</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Körber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Günter Krings</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tilman Kuban</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lange</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Silke Launert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Lehrieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Katja Leikert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Andreas Lenz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrea Lindholz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carsten Linnemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patricia Lips</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Loos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Marco Luczak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Ludwig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Mack</p>
			<p klasse="AL_Namen">Yvonne Magwas</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Mattfeldt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Volker Mayer-Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Meister</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedrich Merz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Metzler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Mathias Middelberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietrich Monstadt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mörseburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sepp Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carsten Müller (Braunschweig)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Müller (Erlangen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stefan Nacke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petra Nicolaisen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wilfried Oellers</p>
			<p klasse="AL_Namen">Moritz Oppelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Florian Oßner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Oster</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Pilsinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Ploß</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Martin Plum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Rachel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Radomski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Radwan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alois Rainer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Henning Rehbaum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Markus Reichel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Josef Rief</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Rohwer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Norbert Röttgen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Rouenhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Röwekamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erwin Rüddel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Rupprecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Catarina dos Santos Firnhaber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Schäuble</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christiane Schenderlein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Scheuer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jana Schimke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Patrick Schnieder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadine Schön</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Schreiner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Armin Schwarz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Detlef Seif</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Silberhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Björn Simon</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Sorge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Spahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Stefinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albert Stegemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Steiniger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Freiherr von Stetten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Stier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Diana Stöcker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Stracke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Straubinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina Stumpp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Hermann-Josef Tebroke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hans-Jürgen Thies</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Throm</p>
			<p klasse="AL_Namen">Antje Tillmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Astrid Timmermann-Fechter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Uhl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kerstin Vieregge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Oliver Vogt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph de Vries</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Johann David Wadephul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marco Wanderwitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Warken</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Weisgerber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria-Lena Weiss</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Weiss (Wesel I)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Whittaker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annette Widmann-Mauz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Klaus Wiener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus-Peter Willsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Elisabeth Winkelmeier-Becker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Winkler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mechthilde Wittmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mareike Wulf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emmi Zeulner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Paul Ziemiak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicolas Zippelius</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Luise Amtsberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Audretsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maik Außendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Bacherle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Badum</p>
			<p klasse="AL_Namen">Annalena Baerbock</p>
			<p klasse="AL_Namen">Felix Banaszak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karl Bär</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Beck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lukas Benner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Franziska Brantner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Agnieszka Brugger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Christmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Janosch Dahmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ekin Deligöz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sandra Detzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katharina Dröge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Deborah Düring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Harald Ebner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Leon Eckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcel Emmerich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Emilia Fester</p>
			<p klasse="AL_Namen">Schahina Gambir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tessa Ganserer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Gastel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kai Gehring</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Gelbhaar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jan-Niclas Gesenhues</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Göring-Eckardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Armin Grau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erhard Grundl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sabine Grützmacher</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Robert Habeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Britta Haßelmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Heitmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Henneberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernhard Herrmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bettina Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dieter Janecek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lamya Kaddor</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Kirsten Kappert-Gonther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kellner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Keul</p>
			<p klasse="AL_Namen">Misbah Khan</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven-Christian Kindler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maria Klein-Schmeink</p>
			<p klasse="AL_Namen">Chantal Kopf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Laura Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philip Krämer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Krischer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Kühn (Tübingen)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renate Künast</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Kurth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ricarda Lang</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sven Lehmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Liebert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Helge Limburg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Tobias Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Denise Loop</p>
			<p klasse="AL_Namen">Max Lucks</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anna Lührmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Susanne Menge</p>
			<p klasse="AL_Namen">Swantje Henrike Michaelsen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Irene Mihalic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Boris Mijatovic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sascha Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sara Nanni</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ingrid Nestle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ophelia Nick</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Konstantin von Notz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Omid Nouripour</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karoline Otte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Cem Özdemir</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lisa Paus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Paula Piechotta</p>
			<p klasse="AL_Namen">Filiz Polat</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anja Reinalter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tabea Rößner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Roth (Augsburg)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Manuela Rottmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jamila Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sebastian Schäfer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulle Schauws</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marlene Schönberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christina-Johanne Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kordula Schulz-Asche</p>
			<p klasse="AL_Namen">Melis Sekmen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nyke Slawik</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Anne Monika Spallek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Merle Spellerberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nina Stahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Till Steffen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hanna Steinmüller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kassem Taher Saleh</p>
			<p klasse="AL_Namen">Awet Tesfaiesus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Uhlig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Julia Verlinden</p>
			<p klasse="AL_Namen">Niklas Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robin Wagener</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Walter-Rosenheimer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Saskia Weishaupt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Wenzel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Winklmann</p>
			<p klasse="AL_Partei">FDP</p>
			<p klasse="AL_Namen">Valentin Abel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Adler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Muhanad Al-Halak</p>
			<p klasse="AL_Namen">Renata Alt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christine Aschenberg-Dugnus</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Bauer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Beeck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ingo Bodtke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Friedhelm Boginski</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mario Brandenburg (Südpfalz)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Bubendorfer-Licht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marco Buschmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karlheinz Busen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carl-Julius Cronenberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bijan Djir-Sarai</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Dürr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marcus Faber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniel Föst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Otto Fricke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Funke-Kaiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Gassner-Herz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Knut Gerschau</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Hacker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reginald Hanke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Philipp Hartewig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Harzer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Heidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katrin Helling-Plahr</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Herbrand</p>
			<p klasse="AL_Namen">Torsten Herbst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Katja Hessel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gero Clemens Hocker</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manuel Höferlin</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christoph Hoffmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Reinhard Houben</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olaf In der Beek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gyde Jensen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Ann-Veruschka Jurisch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Klein</p>
			<p klasse="AL_Namen">Daniela Kluckert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Kober</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Lukas Köhler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carina Konrad</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Kruse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Kubicki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konstantin Kuhle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrich Lechte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Lenders</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Thorsten Lieb</p>
			<p klasse="AL_Namen">Lars Lindemann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Lindner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Georg Link (Heilbronn)</p>
			<p klasse="AL_Namen">Oliver Luksic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kristine Lütke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anikó Merten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christoph Meyer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Maximilian Mordhorst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Müller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Müller-Rosentritt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Claudia Raffelhüschen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Redder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hagen Reinhold</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Reuther</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. h. c. Thomas Sattelberger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Sauter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Schäffler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ria Schröder</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anja Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Seestern-Pauly</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Stephan Seiter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Rainer Semet</p>
			<p klasse="AL_Namen">Judith Skudelny</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bettina Stark-Watzinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Konrad Stockmeier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Benjamin Strasser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Linda Teuteberg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jens Teutrine</p>
			<p klasse="AL_Namen">Michael Theurer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Thomae</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nico Tippelt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Manfred Todtenhausen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Florian Toncar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerald Ullrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sandra Weeser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Westig</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Volker Wissing</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Bernd Baumann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Roger Beckamp</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marc Bernhard</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andreas Bleck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dirk Brandes</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Brandner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jürgen Braun</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joana Cotar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Felser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dietmar Friedhoff</p>
			<p klasse="AL_Namen">Hannes Gnauck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay Gottschalk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jochen Haug</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Hess</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerrit Huy</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Marc Jongen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Keuter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Norbert Kleinwächter</p>
			<p klasse="AL_Namen">Enrico Komning</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörn König</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Kotré</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Rainer Kraft</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sebastian Münzenmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Ralf Nolte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gerold Otten</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephan Protschka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Frank Rinck</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Schattner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Eugen Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Uwe Schulz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Seitz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beatrix von Storch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Joachim Wundrak</p>
			<p klasse="AL_Partei">Fraktionslos</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Helferich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Johannes Huber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stefan Seidler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Nein</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Dieren</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Kröber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Erik von Malottki</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Rosenthal</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tina Rudolph</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nadja Sthamer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ruppert Stüwe</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Carolin Wagner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carmen Wegge</p>
			<p klasse="AL_Partei">CDU/CSU</p>
			<p klasse="AL_Namen">Olav Gutting</p>
			<p klasse="AL_Partei">BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</p>
			<p klasse="AL_Namen">Stephanie Aeffner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Canan Bayram</p>
			<p klasse="AL_Namen">Beate Müller-Gemmeke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Carolin Bachmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christina Baum</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Bochmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Peter Boehringer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Gereon Bollmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Marcus Bühl</p>
			<p klasse="AL_Namen">Petr Bystron</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gottfried Curio</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Dietz</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Ehrhorn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Espendiller</p>
			<p klasse="AL_Namen">Robert Farle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alexander Gauland</p>
			<p klasse="AL_Namen">Albrecht Glaser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Karsten Hilse</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Höchst</p>
			<p klasse="AL_Namen">Fabian Jacobi</p>
			<p klasse="AL_Namen">Steffen Janich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Malte Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Michael Kaufmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Barbara Lenk</p>
			<p klasse="AL_Namen">Mike Moncsek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias Moosdorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Edgar Naujok</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Erwin Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ulrike Schielke-Ziesing</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Wenzel Schmidt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jörg Schneider</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Sichert</p>
			<p klasse="AL_Namen">René Springer</p>
			<p klasse="AL_Namen">Klaus Stöber</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Harald Weyel</p>
			<p klasse="AL_Namen">Wolfgang Wiehle</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Christian Wirth</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kay-Uwe Ziegler</p>
			<p klasse="AL_Partei">DIE LINKE</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Dietmar Bartsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Matthias W. Birkwald</p>
			<p klasse="AL_Namen">Clara Bünger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sevim Dağdelen</p>
			<p klasse="AL_Namen">Anke Domscheit-Berg</p>
			<p klasse="AL_Namen">Nicole Gohlke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Görke</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ates Gürpinar</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. André Hahn</p>
			<p klasse="AL_Namen">Andrej Hunko</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jan Korte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ina Latendorf</p>
			<p klasse="AL_Namen">Caren Lay</p>
			<p klasse="AL_Namen">Ralph Lenkert</p>
			<p klasse="AL_Namen">Christian Leye</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Gesine Lötzsch</p>
			<p klasse="AL_Namen">Thomas Lutze</p>
			<p klasse="AL_Namen">Pascal Meiser</p>
			<p klasse="AL_Namen">Amira Mohamed Ali</p>
			<p klasse="AL_Namen">Zaklin Nastic</p>
			<p klasse="AL_Namen">Sören Pellmann</p>
			<p klasse="AL_Namen">Victor Perli</p>
			<p klasse="AL_Namen">Heidi Reichinnek</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martina Renner</p>
			<p klasse="AL_Namen">Bernd Riexinger</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Petra Sitte</p>
			<p klasse="AL_Namen">Jessica Tatti</p>
			<p klasse="AL_Namen">Alexander Ulrich</p>
			<p klasse="AL_Namen">Kathrin Vogler</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Sahra Wagenknecht</p>
			<p klasse="AL_Namen">Janine Wissler</p>
			<p klasse="AL_Ja-Nein-Enth">Enthalten</p>
			<p klasse="AL_Partei">SPD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Axel Echeverria</p>
			<p klasse="AL_Partei">AfD</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tino Chrupalla</p>
			<p klasse="AL_Namen">Markus Frohnmaier</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Götz Frömming</p>
			<p klasse="AL_Namen">Tobias Matthias Peterka</p>
			<p klasse="AL_Namen">Martin Reichardt</p>
			<p klasse="AL_Namen">Dr. Alice Weidel</p>
			<p klasse="p">Abgeordnete, die sich wegen gesetzlichen Mutterschutzes für ihre Abwesenheit entschuldigt haben, sind in der Liste der entschuldigten Abgeordneten (Anlage 1) aufgeführt.</p>
			<p klasse="J">Schließlich kommen wir noch zum Entschließungsantrag der Fraktion Die Linke auf Drucksache 20/2133. Wer stimmt dafür? – Das ist die Fraktion Die Linke. Wer stimmt dagegen? – Das sind die Koalitionsfraktionen und die CDU/CSU-Fraktion. Wer enthält sich? – Das ist die AfD-Fraktion. Der Entschließungsantrag ist damit abgelehnt.</p>
			<p klasse="J">Wir sind damit am Schluss unserer heutigen Tagesordnung.</p>
			<p klasse="J">Ich berufe die nächste Sitzung des Deutschen Bundestages ein auf Mittwoch, den 22. Juni 2022, 13 Uhr. </p>
			<p klasse="J">Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest und alles Gute. Kommen Sie gut nach Hause. Die Sitzung ist geschlossen.</p>
			<p klasse="T_Beratung">(Schluss: 17.25 Uhr)</p>
		</tagesordnungspunkt>
		<sitzungsende sitzung-ende-uhrzeit="17:25"/>
	</sitzungsverlauf>
	<anlagen>
		<anlagen-titel>Anlagen zum Stenografischen Bericht</anlagen-titel>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 1</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Entschuldigte Abgeordnete">
				<p klasse="Anlage_2">Entschuldigte Abgeordnete</p>
				<table>
					<colgroup>
						<col width="53.0%"/>
						<col width="47.0%"/>
					</colgroup>
					<thead>
						<tr>
							<th>Abgeordnete(r)</th>
							<th/>
						</tr>
					</thead>
					<tbody>
						<tr>
							<td>Abdi, Sanae</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Al-Dailami, Ali</td>
							<td>DIE LINKE</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Brandl, Dr. Reinhard</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Breher, Silvia</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Brehmer, Heike</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Bsirske, Frank</td>
							<td>BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Damerow, Astrid</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Edelhäußer, Ralph</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Ernst, Klaus</td>
							<td>DIE LINKE</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Grosse-Brömer, Michael</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Harder-Kühnel, Mariana Iris</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Hardt, Jürgen</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Heidenblut, Dirk</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Hennig-Wellsow, Susanne</td>
							<td>DIE LINKE</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Hofreiter, Dr. Anton</td>
							<td>BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Holm, Leif-Erik</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Hönel, Bruno</td>
							<td>BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Hubertz, Verena</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Kiziltepe, Cansel</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Klöckner, Julia</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Kotré, Steffen</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Krichbaum, Gunther</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Lambsdorff, Alexander Graf</td>
							<td>FDP</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Lemke, Steffi</td>
							<td>BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Lucassen, Rüdiger</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Mayer (Altötting), Stephan</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Mayer, Zoe</td>
							<td>BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Miazga, Corinna</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Möhring, Cornelia</td>
							<td>DIE LINKE</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Pantazis, Dr. Christos</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Papenbrock, Wiebke (aufgrund gesetzlichen Mutterschutzes)</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Pohl, Jürgen</td>
							<td>AfD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Roth (Heringen), Michael</td>
							<td>SPD</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Semet, Rainer</td>
							<td>FDP</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Staffler, Katrin</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Storjohann, Gero</td>
							<td>CDU/CSU</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Ullmann, Dr. Andrew</td>
							<td>FDP</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Vogel, Johannes</td>
							<td>FDP</td>
						</tr>
						<tr>
							<td>Witt, Uwe</td>
							<td>fraktionslos</td>
						</tr>
					</tbody>
				</table>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 2</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Fraktion Die Linke zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Tagesordnungspunkt III. a)</p>
				<p klasse="J">Wir stimmen dem Mindestlohnerhöhungsgesetz insgesamt zu, obwohl die Ampelkoalition darin unsere langjährige Forderung nach einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro mit einer Ausweitung der Minijobs verbindet. Für uns ist aber auch klar: Wir geben erst Ruhe, wenn jede abhängige Beschäftigung ab dem ersten Euro der vollen Sozialversicherungspflicht unterliegt.</p>
				<p klasse="J">Begründung:</p>
				<p klasse="J">Minijobs („geringfügige Beschäftigungsverhältnisse“, sogenannte 450-Euro-Jobs) sichern keine eigenständige Existenzgrundlage, und man erwirbt keine Ansprüche in den sozialen Sicherungssystemen. Was es heißt, ohne Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld den Job zu verlieren, haben wir in der Pandemie gesehen. Außerdem werden Minijobs überdurchschnittlich häufig von Frauen ausgeübt, die auf diese Weise abhängig bleiben – vom Amt oder dem Partner. Ganz zu schweigen davon, welches Fachkräftepotenzial dadurch verloren geht. Auch deshalb fordern neben der Fraktion Die Linke auch Gewerkschaften und Forschungsinstitute, dass Minijobs eingedämmt werden müssen. Nichtsdestotrotz hält die Ampelkoalition im Mindestlohnerhöhungsgesetz an der Ausweitung dieser Beschäftigungsform fest.</p>
				<p klasse="J">Für die Fraktion Die Linke ist das aus arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitischer Sicht grundfalsch: Entgegen landläufiger Mythen sind die große Mehrheit der Minijobbenden gerade nicht Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Rentnerinnen und Rentner. Vielmehr sind zwei Drittel der Minijobbenden im sogenannten Haupterwerbsalter von 25 bis 65 Jahre (65 Prozent). Fast die Hälfte dieser Gruppe ist ausschließlich im Minijob beschäftigt (46 Prozent). Das zeigt: Für viele Menschen ist er Bestandteil regulärer Einkommenssicherung und kein „Nebenverdienst“. Auch wenn die Ampelkoalition die Verdienstgrenze an zehn Wochenstunden zum gesetzlichen Mindestlohn koppelt, mit einem Minijob kann niemals ein existenzsicherndes Einkommen erzielt werden. Damit Arbeit den Lebensunterhalt sichert und soziale Sicherheit im Bedarfsfall garantiert, darf es keine erzwungene Teilzeit geben, und sie muss ab der ersten Stunde voll sozialversicherungspflichtig sein. Durch die geplante Ausweitung hingegen droht die weitere Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.</p>
				<p klasse="J">Auch im Hinblick auf die Durchsetzung der Mindestlohnerhöhung ist die Ausweitung von Minijobs ein Problem, denn im Betrieb fungieren diese Kleinstbeschäftigungsverhältnisse oft zur Tarnung von Schwarzarbeit. In der Kombination mit dem Verzicht auf eine tagesaktuelle, manipulationssichere Arbeitszeiterfassung wird ein scheunentorgroßes Schlupfloch für Mindestlohnbetrug offengehalten. Die Linke lehnt die Ausweitung und Dynamisierung von prekären Minijobs daher entschieden ab und plädiert dafür, die vernünftige Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro dafür zu nutzen, um reguläre, sozialversicherungspflichtige zu fördern und der Arbeit von Menschen den gebührenden Respekt zu zollen. Nein zu Minijobs, Ja zur Erhöhung des Mindestlohns.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 3</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Abgeordneten Susanne Hierl, Bernhard Loos und Alexander Radwan (alle CDU/CSU) zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Tagesordnungspunkt III. a)</p>
				<p klasse="J">Ich begrüße die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro.</p>
				<p klasse="J">Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Eine Reihe von Tarifabschlüssen hat diese Erhöhung ohne politischen Einfluss schon vorweggenommen. Wir stehen für faire Löhne. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
				<p klasse="J">Dem Gesetzentwurf kann ich aus anderen Gründen dennoch nicht zustimmen:</p>
				<p klasse="J">Der von der Bundesregierung geplante politische Eingriff zur Festlegung der Höhe des Mindestlohns ohne die Einbindung der Mindestlohnkommission ist falsch. Der Gesetzgeber hat 2014 beschlossen, dass über die weitere Entwicklung des Mindestlohns die aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Wissenschaft zusammengesetzte Mindestlohnkommission zu entscheiden hat. Die Lohnfindung in einer sozialen Marktwirtschaft liegt bei den Tarifpartnern. Dies gilt auch für den Mindestlohn, indem für die Anpassung des Mindestlohns auf den Sachverstand der Tarifpartner zurückgegriffen wird. Die Kommission folgt dabei gesetzlichen Kriterien und führt eine Gesamtabwägung durch. Mit dem Eingriff des Gesetzgebers wird die Mindestlohnkommission ausgehebelt, die Sozialpartnerschaft geschwächt und der Mindestlohn politisiert. Eine politische Lohnfindung wird weder den sozialen Bedürfnissen noch den wirtschaftlichen Erwägungen gerecht. Die nun vorgesehene politische Festsetzung des Mindestlohns muss deshalb eine einmalige Ausnahme bleiben. Die aktuellen Sonderbelastungen infolge der hohen Inflationsraten waren bei der vergangenen Empfehlung der Mindestlohnkommission noch nicht absehbar.</p>
				<p klasse="J">Die Mindestlohnkommission darf zukünftig nicht noch einmal übergangen werden. Sonst droht ein Überbietungswettbewerb, der populistischen Forderungen Tür und Tor öffnet. Gerade dies sollte mit Einsetzung der Mindestlohnkommission verhindert werden. Das war 2014 Konsens in der Großen Koalition und wurde von der damaligen SPD-Bundesarbeitsministerin selbst angeführt. Davon rückt die Ampel nun ab.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 4</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Abgeordneten Dr. Klaus Wiener und Klaus-Peter Willsch (beide CDU/CSU) zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Tagesordnungspunkt III. a)</p>
				<p klasse="J">Der Mindestlohn wurde 2015 eingeführt, um untere Lohngruppen gegen Lohndumping zu schützen. Um politische Einflussnahme zu verhindern, wurde die Bestimmung der Höhe des Mindestlohns einer paritätisch besetzten Tarifkommission übertragen. In dem heute zur Abstimmung stehenden Gesetz über die neue Höhe des Mindestlohns wurde die Tarifkommission nicht eingebunden. Damit wird die gesetzlich verankerte Tarifautonomie untergraben, ein Vorgang, den ich mit Blick auf die Beschäftigungschancen und die Vermeidung der Erwerbsarmut heute und für die Zukunft ablehne. Ich bin davon überzeugt, dass nur in bilateralen Verhandlungen der Sozialpartner frei von politischer Einflussnahme der Schlüssel zu Vollbeschäftigung und Wohlstand liegt.</p>
				<p klasse="J">Mein Votum: Enthaltung.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 5</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärungen nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärungen nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Tagesordnungspunkt III. a)</p>
				<rede id="ID204206900">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004682">
							<name>
								<vorname>Sebastian</vorname>
								<nachname>Brehm</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Sebastian Brehm (CDU/CSU): Die arbeitenden Menschen in unserem Land haben einen Anspruch auf angemessene und faire Löhne. Sie sind eine wichtige Grundlage für den sozialen Frieden in unserem Land und zugleich ein Kernbestandteil unserer sozialen Marktwirtschaft.</p>
					<p klasse="J">Gleichwohl kann ich dem hier zur Abstimmung stehenden Mindestlohngesetz nicht zustimmen.</p>
					<p klasse="J">Der von der Bundesregierung geplante politische Eingriff zur Festlegung der Höhe des Mindestlohns ohne die Einbindung der Mindestlohnkommission ist falsch. Der Gesetzgeber hat 2014 beschlossen, dass über die weitere Entwicklung des Mindestlohns die aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Wissenschaft zusammengesetzte Mindestlohnkommission zu entscheiden hat. Die Lohnfindung in einer sozialen Marktwirtschaft liegt bei den Tarifpartnern.</p>
					<p klasse="J">Dies gilt auch für den Mindestlohn, indem für die Anpassung des Mindestlohns auf den Sachverstand der Tarifpartner zurückgegriffen wird. Die Kommission folgt dabei gesetzlichen Kriterien und führt eine Gesamtabwägung durch. Mit dem Eingriff des Gesetzgebers wird die Mindestlohnkommission ausgehebelt, die Sozialpartnerschaft geschwächt und der Mindestlohn politisiert.</p>
					<p klasse="J">Eine politische Lohnfindung wird weder den sozialen Bedürfnissen noch den wirtschaftlichen Erwägungen gerecht. Sie widerspricht meines Erachtens auch der im Grundgesetz abgesicherten Tarifautonomie.</p>
					<p klasse="J">Mit dem Gesetz werden zudem Dokumentationspflichten verschärft. Das Gesetz lässt in keiner Weise erkennen, warum ein Bedarf dafür bestehen sollte, die Dokumentationspflichten noch weiter zu erhöhen, zumal es auch keine negativen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Schwellenwerte für Dokumentationspflichten erwähnt.</p>
					<p klasse="J">Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum der Gesetzentwurf dennoch eine unverhältnismäßige Erhöhung der Schwellenwerte vorsieht. Dieses Mehr an Bürokratie belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die damit einhergehende Zeit- und Kostenbelastung ist gerade in Krisenzeiten kontraproduktiv.</p>
					<p klasse="J">Der Gesetzentwurf legt zudem falsche Prämissen bei der Berechnung der monatlichen Arbeitszeiten zugrunde. Selbst nach eigenen Schätzungen des BMAS schafft das Gesetz für rund 750 000 Beschäftigte zusätzliche Dokumentationspflichten (vergleiche Drucksache 20/1408, Seite 41).</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207000">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005052">
							<name>
								<vorname>Martina</vorname>
								<nachname>Englhardt-Kopf</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Martina Englhardt-Kopf (CDU/CSU): Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Eine Reihe von Tarifabschlüssen hat diese Erhöhung ohne politischen Einfluss schon vorweggenommen. Wir stehen für faire Löhne. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
					<p klasse="J">Dem Gesetzentwurf kann ich aus anderen Gründen dennoch nicht zustimmen.</p>
					<p klasse="J">Mit dem Gesetz werden Dokumentationspflichten verschärft. Das Gesetz lässt in keiner Weise erkennen, warum ein Bedarf dafür bestehen sollte, die Dokumentationspflichten noch weiter zu erhöhen, zumal er auch keine negativen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Schwellenwerte für Dokumentationspflichten erwähnt. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum der Gesetzentwurf dennoch eine unverhältnismäßige Erhöhung der Schwellenwerte vorsieht. Dieses Mehr an Bürokratie belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die damit einhergehende Zeit- und Kostenbelastung ist gerade in Krisenzeiten kontraproduktiv. Der Gesetzentwurf legt zudem falsche Prämissen bei der Berechnung der monatlichen Arbeitszeiten zugrunde. Selbst nach eigenen Schätzungen des BMAS schafft das Gesetz für rund 750 000 Beschäftigte zusätzliche Dokumentationspflichten (vergleiche Drucksache 20/1408, Seite 41).</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207100">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005118">
							<name>
								<vorname>Tilman</vorname>
								<nachname>Kuban</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Tilman Kuban (CDU/CSU): Ich habe mich bei der Abstimmung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung mit dem Titel „Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung“ (Mindestlohnerhöhungsgesetz) enthalten.</p>
					<p klasse="J">Mein Abstimmungsverhalten erklärt sich damit, dass ich in der Sache einen Mindestlohn von 12 Euro für angemessen halte, in der Art und Weise aber eine politische Lohnfindung durch das Parlament, vorbei an der zuständigen Mindestlohnkommission, ablehne.</p>
					<p klasse="J">Die Preisentwicklung der letzten Monate setzt die privaten Haushalte von Millionen von Menschen in Deutschland stark unter Druck. Gestiegene Kosten für Lebensmittel, Energie und andere tägliche Konsumgüter machen eine Anhebung des Mindestlohns dringend erforderlich. Ich bin mir sicher, dass die Tarifparteien der Mindestlohnkommission zu einer ähnlichen Entscheidung gekommen wären und einen solchen angemessenen Erhöhungsschritt beschlossen hätten. Dazu hat ihr die Große Koalition 2014 mit dem Tarifautonomiestärkungsgesetz den ordnungspolitischen Rahmen gesetzt und die strukturelle Verantwortung übertragen. Der Sitzungszyklus hätte dabei allerdings längst angepasst werden müssen.</p>
					<p klasse="J">Dieser Rahmen und dieses Modell der Mindestlohnkommission werden durch den vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung verlassen und ein Paradigmenwechsel zu einer politischen Lohnfindung im Parlament vollzogen. Mit dieser Entscheidung wird das Vertrauen der Tarifvertragsparteien und Betriebe in die bisherige ordnungspolitische Anpassung durch die Mindestlohnkommission unterlaufen. Diese parlamentarische Lohnfestsetzung wird nach meiner festen Überzeugung keine einmalige Anpassungsmaßnahme bleiben, sondern macht die Höhe des Mindestlohns dauerhaft „zum Spielball“ politischer Auseinandersetzung und zu einem Instrument populistischer Kräfte von links und rechts.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207200">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003613">
							<name>
								<vorname>Daniela</vorname>
								<nachname>Ludwig</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Daniela Ludwig (CDU/CSU): Ich begrüße die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro.</p>
					<p klasse="J">Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Eine Reihe von Tarifabschlüssen hat diese Erhöhung ohne politischen Einfluss schon vorweggenommen. Wir stehen für faire Löhne. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
					<p klasse="J">Dem Gesetzentwurf kann ich aus anderen Gründen dennoch nicht zustimmen:</p>
					<p klasse="J">Der von der Bundesregierung geplante politische Eingriff zur Festlegung der Höhe des Mindestlohns ohne die Einbindung der Mindestlohnkommission ist falsch. Der Gesetzgeber hat 2014 beschlossen, dass über die weitere Entwicklung des Mindestlohns die aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Wissenschaft zusammengesetzte Mindestlohnkommission zu entscheiden hat. Die Lohnfindung in einer sozialen Marktwirtschaft liegt bei den Tarifpartnern. Dies gilt auch für den Mindestlohn, indem für die Anpassung des Mindestlohns auf den Sachverstand der Tarifpartner zurückgegriffen wird. Die Kommission folgt dabei gesetzlichen Kriterien und führt eine Gesamtabwägung durch. Mit dem Eingriff des Gesetzgebers wird die Mindestlohnkommission ausgehebelt, die Sozialpartnerschaft geschwächt und der Mindestlohn politisiert. Eine politische Lohnfindung wird weder den sozialen Bedürfnissen noch den wirtschaftlichen Erwägungen gerecht. Die nun vorgesehene politische Festsetzung des Mindestlohns muss deshalb eine einmalige Ausnahme bleiben. Die aktuellen Sonderbelastungen infolge der hohen Inflationsraten waren bei der vergangenen Empfehlung der Mindestlohnkommission noch nicht absehbar.</p>
					<p klasse="J">Die Mindestlohnkommission darf zukünftig nicht noch einmal übergangen werden. Sonst droht ein Überbietungswettbewerb, der populistischen Forderungen Tür und Tor öffnet. Gerade dies sollte mit Einsetzung der Mindestlohnkommission verhindert werden. Das war 2014 Konsens in der Großen Koalition und wurde von der damaligen SPD-Bundesarbeitsministerin selbst angeführt. Davon rückt die Ampel nun ab.</p>
					<p klasse="J">Mein Votum: Enthaltung.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207300">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003815">
							<name>
								<vorname>Carsten</vorname>
								<nachname>Müller</nachname>
								<ortszusatz>(Braunschweig)</ortszusatz>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Carsten Müller (Braunschweig) (CDU/CSU): Ausdrücklich begrüße ich die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde. Das ist ein richtiger und wichtiger Schritt, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Wichtig ist, die Arbeit der hierfür zuständigen Mindestlohnkommission für eine zielgerichtete und schnellere Umsetzung der Tarifentwicklung weiter zu stärken.</p>
					<p klasse="J">Die Lohnfindung liegt in unserer sozialen Marktwirtschaft in den Händen der Sozialpartner und nicht beim Staat. Die Mindestlohnkommission, in der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Wissenschaft vertreten sind, ist eine gut begründete Ausnahme. Das hier von der Bundesregierung gewählte Verfahren zur Festlegung der Höhe des gesetzlichen Mindestlohns ohne Einbindung der mit dem Mindestlohngesetz von 2014 geschaffenen Mindestlohnkommission ist falsch. Mit dem Gesetz der Bundesregierung werden die Kommission und die Sozialpartner in Deutschland geschwächt. Diese Kritik wurde im laufenden Gesetzgebungsverfahren sehr deutlich – vor allem in der öffentlichen Expertenanhörung. Die Zustimmung insbesondere von FDP und Gewerkschaften zum gewählten Verfahren ist daher fatal und wenig nachvollziehbar.</p>
					<p klasse="J">Bei der Abstimmung zum Gesetzentwurf der Bundesregierung werde ich mich enthalten, die Forderung der Fraktion Die Linke lehne ich ab.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207400">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003620">
							<name>
								<vorname>Albert</vorname>
								<nachname>Rupprecht</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Albert Rupprecht (CDU/CSU): Ich begrüße die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Eine Reihe von Tarifabschlüssen hat diese Erhöhung ohne politischen Einfluss schon vorweggenommen. Wir stehen für faire Löhne. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
					<p klasse="J">Dem Gesetzentwurf kann ich aus anderen Gründen dennoch nicht zustimmen:</p>
					<p klasse="J">Mit dem Gesetz werden Dokumentationspflichten verschärft. Das Gesetz lässt in keiner Weise erkennen, warum ein Bedarf dafür bestehen sollte, die Dokumentationspflichten noch weiter zu erhöhen, zumal er auch keine negativen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Schwellenwerte für Dokumentationspflichten erwähnt. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum der Gesetzentwurf dennoch eine unverhältnismäßige Erhöhung der Schwellenwerte vorsieht. Dieses Mehr an Bürokratie belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die damit einhergehende Zeit- und Kostenbelastung ist gerade in Krisenzeiten kontraproduktiv. Der Gesetzentwurf legt zudem falsche Prämissen bei der Berechnung der monatlichen Arbeitszeiten zugrunde. Selbst nach eigenen Schätzungen des BMAS schafft das Gesetz für rund 750 000 Beschäftigte zusätzliche Dokumentationspflichten (vergleiche Drucksache 20/1408, Seite 41).</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207500">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005219">
							<name>
								<vorname>Stefan</vorname>
								<nachname>Seidler</nachname>
								<fraktion>Fraktionslos</fraktion>
							</name>
						</redner>Stefan Seidler (fraktionslos): Ich lehne die Erhöhung der Grenze für geringfügige Beschäftigung ab. Die Erhöhung dieser Grenze wird nicht zur Stärkung von Vollzeitbeschäftigung führen und Menschen in diesen prekären Beschäftigungsformen weiterhin in die Altersarmut führen. Der SSW fordert dagegen die Stärkung von gut bezahlten und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207600">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003865">
							<name>
								<vorname>Elisabeth</vorname>
								<nachname>Winkelmeier-Becker</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU): Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
					<p klasse="J">Der gerechte Lohn ist ein Kernbegriff der christlichen Soziallehre und damit Teil der Programmatik der Christlich Demokratischen Union. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seinem Lohn leben können. Dumpinglöhne untergraben dieses Prinzip und gefährden die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.</p>
					<p klasse="J">Faire Löhne werden in der sozialen Marktwirtschaft von den Tarifpartnern ausgehandelt. Deren Stärkung muss, angesichts von nur noch 43 Prozent tarifgebundenen Beschäftigten, gerade in Branchen mit geringem Organisationsgrad Anliegen einer am Gemeinwohl orientierten Politik sein. Der Mindestlohn greift dort ein, wo die Sozialpartnerschaft so geschwächt ist, dass Tarifverhandlungen nicht möglich sind. Er hat für Millionen Beschäftigte signifikante Lohnerhöhungen gebracht und damit funktionale Defizite in der Lohnfindung adressiert.</p>
					<p klasse="J">Die Mindestlohnkommission hat es nach der Einführung des Mindestlohns aber nicht verstanden, entsprechend ihres Auftrages in der Gesamtabwägung angemessene Mindestlohnerhöhungen festzulegen. Sie hat vielmehr lediglich die Lohnentwicklung nachgezeichnet, ohne die besonderen Erfordernisse und wirtschaftlichen Verhältnisse der Niedriglohngruppen zu berücksichtigen. Die Vorgehensweise der Mindestlohnkommission muss deshalb grundlegend überprüft werden. Der selbstgewählte verengte Bezug auf die Tarifentwicklung reicht nicht aus. Die Gesamtabwägung muss eine höhere Priorität bekommen. Ein politischer Mindestlohn kann nicht die Antwort in der sozialen Marktwirtschaft sein. Mit diesem Ziel muss das bisher angewendete Verfahren überarbeitet werden.</p>
					<p klasse="J">Der Gesetzentwurf lässt allerdings in keiner Weise erkennen, warum ein Bedarf dafür bestehen sollte, die Dokumentationspflichten weiter zu erhöhen, zumal er auch keine negativen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Schwellenwerte für Dokumentationspflichten erwähnt. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum der Gesetzentwurf dennoch eine unverhältnismäßige Erhöhung der Schwellenwerte vorsieht und damit die Bürokratie erhöht.</p>
					<p klasse="J">Die Erhöhung der Minijobgrenze halte ich für falsch.</p>
					<p klasse="J">Mein Votum: Enthaltung.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207700">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005258">
							<name>
								<vorname>Tobias</vorname>
								<nachname>Winkler</nachname>
								<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
							</name>
						</redner>Tobias Winkler (CDU/CSU): Ich begrüße die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Ein Mindestlohn in Höhe von 12 Euro ist richtig, um Beschäftigte vor unangemessen niedrigen Löhnen zu schützen. Eine Reihe von Tarifabschlüssen hat diese Erhöhung ohne politischen Einfluss schon vorweggenommen. Wir stehen für faire Löhne. Auch angesichts massiv gestiegener Inflationsraten von aktuell über 7 Prozent ist eine Erhöhung des Mindestlohns geboten.</p>
					<p klasse="J">Dem Gesetzentwurf kann ich aus anderen Gründen dennoch nicht zustimmen: Mit dem Gesetz werden Dokumentationspflichten verschärft. Das Gesetz lässt in keiner Weise erkennen, warum ein Bedarf dafür bestehen sollte, die Dokumentationspflichten noch weiter zu erhöhen, zumal er auch keine negativen Erfahrungen bezüglich der Höhe der Schwellenwerte für Dokumentationspflichten erwähnt. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum der Gesetzentwurf dennoch eine unverhältnismäßige Erhöhung der Schwellenwerte vorsieht. Dieses Mehr an Bürokratie belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die damit einhergehende Zeit- und Kostenbelastung ist gerade in Krisenzeiten kontraproduktiv. Der Gesetzentwurf legt zudem falsche Prämissen bei der Berechnung der monatlichen Arbeitszeiten zugrunde. Selbst nach eigenen Schätzungen des BMAS schafft das Gesetz für rund 750 000 Beschäftigte zusätzliche Dokumentationspflichten (vergleiche Drucksache 20/1408, Seite 41).</p>
					<p klasse="J">Zudem halte ich den von der Bundesregierung geplanten politischen Eingriff zur Festlegung der Höhe des Mindestlohns ohne die Einbindung der Mindestlohnkommission für falsch. Der Gesetzgeber hat 2014 beschlossen, dass über die weitere Entwicklung des Mindestlohns die aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Wissenschaft zusammengesetzte Mindestlohnkommission zu entscheiden hat. Die Lohnfindung in einer sozialen Marktwirtschaft liegt bei den Tarifpartnern. Dies gilt auch für den Mindestlohn, indem für die Anpassung des Mindestlohns auf den Sachverstand der Tarifpartner zurückgegriffen wird. Die Kommission folgt dabei gesetzlichen Kriterien und führt eine Gesamtabwägung durch. Mit dem Eingriff des Gesetzgebers wird die Mindestlohnkommission ausgehebelt, die Sozialpartnerschaft geschwächt und der Mindestlohn politisiert. Eine politische Lohnfindung wird weder den sozialen Bedürfnissen noch den wirtschaftlichen Erwägungen gerecht. Die nun vorgesehene politische Festsetzung des Mindestlohns muss deshalb eine einmalige Ausnahme bleiben. Die aktuellen Sonderbelastungen infolge der hohen Inflationsraten waren bei der vergangenen Empfehlung der Mindestlohnkommission noch nicht absehbar.</p>
					<p klasse="J">Die Mindestlohnkommission darf zukünftig nicht noch einmal übergangen werden. Sonst droht ein Überbietungswettbewerb, der populistischen Forderungen Tür und Tor öffnet. Gerade dies sollte mit Einsetzung der Mindestlohnkommission verhindert werden. Das war 2014 Konsens in der Großen Koalition und wurde von der damaligen SPD-Bundesarbeitsministerin selbst angeführt. Davon rückt die Ampel nun ab.</p>
				</rede>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 6</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Abgeordneten Emilia Fester, Denise Loop und Saskia Weishaupt (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 3)</p>
				<p klasse="J">Wir haben uns die Entscheidung für unsere Zustimmung zur Grundgesetzänderung im Artikel 87a am heutigen Tag nicht leicht gemacht. In dieser persönlichen Erklärung zu Protokoll möchten wir unseren Abwägungen Raum geben und unsere Entscheidung, dem Gesetzentwurf zum Sondervermögen zuzustimmen, der Transparenz halber erläutern.</p>
				<p klasse="J">Es gäbe viele Gründe, gegen diese Änderung unserer Verfassung zu stimmen:</p>
				<p klasse="J">– Für das Vorhaben, die Bundeswehr in ihrem Etat mit etwa 20 Milliarden pro Haushaltsjahr im Laufe der Legislaturperiode mehr auszustatten, wäre keine Grundgesetzänderung nötig.</p>
				<p klasse="J">– Die angestrebte Reform des Beschaffungswesens ist bisher nicht erfolgt, weshalb zu vermuten ist, dass ein viel zu großer Teil des investierten Geldes versickert, wie es in den vergangenen Jahren passiert ist.</p>
				<p klasse="J">– Eine Verankerung der Cybersicherheit ist im angestrebten Gesetzentwurf nicht enthalten. Ebenso ist die Ausweitung des Sicherheitsbegriffs auf ohne Frage sicherheitsrelevante Aspekte unserer Infrastruktur wie Energiesouveränität, Katastrophenschutz, internationale Entwicklungszusammenarbeit und vieles mehr nicht erfolgt. Beide Punkte wären in unseren Augen erstrebenswerte Bestandteile eines Sondervermögens, das unser aller Sicherheit garantieren soll. Dass diese Punkte nun weder in der Änderung des Grundgesetzes noch im Einsetzungsbeschluss des Sondervermögens zu finden sind, ist ein herber Verlust.</p>
				<p klasse="J">Dennoch stimmen wir zu, da die Sicherheitsvoraussetzungen in ganz Europa sich seit der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in die demokratische Ukraine verändert haben. Die deutsche Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, und solange wir daran festhalten, in Europa keine gemeinsame EU‑Armee zu haben, ist es die Aufgabe von Parlamentarierinnen und Parlamentariern, diese insofern auszustatten, als dass sie arbeits- und im Ernstfall auch einsatzfähig ist. Nach näherer Betrachtung und vor dem Hintergrund der Abwägungen über die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine kommen wir zu dem Schluss, dass hierfür eine große Summe Geld vonnöten ist.</p>
				<p klasse="J">Diese jetzt singulär in unser Grundgesetz aufzunehmen, ist ein Ausweg aus der haushälterischen Engführung, die durch eine laufende Mittelvergabe dieses Umfangs entstünde.</p>
				<p klasse="J">Unter den Prämissen,</p>
				<p klasse="J">– dass innerhalb der nächsten Jahre 100 Milliarden Euro investiert werden müssen (was wir sowohl politisch als auch gesellschaftlich als gegeben betrachten),</p>
				<p klasse="J">– dass unklar ist, ob und wann die Schuldenbremse erneut ausgesetzt oder reformiert wird,</p>
				<p klasse="J">– dass aktuell keine weiteren Steuern auf Vermögen und Erbschaften erhoben werden,</p>
				<p klasse="O">bleibt zur Aufrechterhaltung unserer vielen unterstützenswerten (!) Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag kein anderer Weg, als dem Vorschlag des Sondervermögens zuzustimmen.</p>
				<p klasse="J">Denn es ist uns wichtig, zu betonen, dass den sicherheitspolitischen Auseinandersetzungen ebendiese Projekte nicht zum Opfer fallen dürfen! Die Ampelkoalition hat sich sozial-, klima- und gesellschaftspolitisch viel vorgenommen, und wir dürfen diese wichtigen Projekte auch im Angesicht eines fürchterlichen Angriffskrieges nicht aus den Augen verlieren. Unsere Regierung zerbricht nicht an der Auseinandersetzung mit der Bundeswehr; wir rücken zusammen, senden deutliche Signale an unsere internationalen Partner und werden wehrhafter.</p>
				<p klasse="J">Wir möchten hiermit auch zu Protokoll geben, dass dies eine Ausnahme bleiben muss. Die vielen wichtigen Projekte aus dem Koalitionsvertrag der Ampelkoalition müssen vollständig umgesetzt werden, eine soziale Entlastung in Zeiten der Inflation muss möglich sein, denn es muss klar sein, dass nicht nur für die Bundeswehr Kredite aufgenommen werden. Die Zukunftsaufgaben sind groß, und sie wachsen mit jedem Tag.</p>
				<p klasse="J">Daher muss klar sein:</p>
				<p klasse="J">– Die Debatte rund um Steuererhebungen und/oder die Reform bzw. Aufhebung der Schuldenbremse ist erneut zu führen.</p>
				<p klasse="J">– Die Eins-zu-eins-Regel zwischen Wehretat und Entwicklungszusammenarbeit/Diplomatie (siehe Koalitionsvertrag) darf nicht fallengelassen werden und wird weiterer Verhandlungen bedürfen.</p>
				<p klasse="J">– Wir erwarten die Umsetzung der verabredeten Cyberabwehrstrategie.</p>
				<p klasse="J">– Die Reform des Beschaffungswesens muss zügig umgesetzt werden.</p>
				<p klasse="J">Als Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker fühlen wir uns persönlich jederzeit dafür verantwortlich, dass unsere großen und zahlreichen Vorhaben umgesetzt werden. Und wir werden die durch die Entlastung des Wehretats neu freigewordenen Spielräume auch dafür beanspruchen, und mehr! Denn dass im Ernstfall mehr da ist, wurde soeben bewiesen.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 7</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Abgeordneten Stephanie Aeffner und Beate Müller-Gemmeke (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 3)</p>
				<p klasse="J">Wir stehen angesichts des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges an der Seite der Ukraine und unterstützen, dass die Bundesregierung Sorge dafür trägt, die Bundeswehr besser auszustatten. Sicherheit entsteht aber nicht allein durch eine gut ausgestattete Bundeswehr. Deshalb hatte sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen dafür eingesetzt, dem Sondervermögen einen erweiterten Sicherheitsbegriff zugrunde zu legen, der auch Cybersicherheit, Zivilschutz und die Stabilisierung internationaler Partner einschließt. Während die Ausstattung der Bundeswehr jetzt im Wege eines Sondervermögens erfolgen soll, müssen für die anderen sicherheitspolitisch wichtigen Aspekte Cybersicherheit, Zivilschutz und Stabilisierung internationaler Partner zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden – ohne dabei die Schuldenbremse für die folgenden Jahre infrage zu stellen.</p>
				<p klasse="J">Das ist falsch, und das lehnen wir ab. Die allseits proklamierte Zeitenwende darf nicht nur die Unterstützung der Ukraine und die Ausstattung der Bundeswehr umfassen, sondern muss sich gleichermaßen auch auf die Schuldenbremse beziehen. Zumal das Grundgesetz die Möglichkeit einer Schuldenaufnahme in einer Notsituation, wie der Krieg sie darstellt, ausdrücklich vorsieht.</p>
				<p klasse="J">Es ist völlig unzweifelhaft, dass die Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr in diesen schwierigen Zeiten gestärkt werden muss. Unser Anliegen ist aber auch, in Ausnahmezeiten handlungsfähig zu bleiben mit Blick auf die weiteren großen Herausforderungen dieser Zeit. Es ist wichtig, auch alle anderen drängenden Fragen zu beantworten. Wir brauchen Investitionen in Frieden, Sicherheit und eine klimagerechte und soziale Zukunft. Dabei geht es um Klimaschutz, um die Energie- und Verkehrswende, aber auch um unser Gesundheitssystem und um eine menschenwürdige Pflege. Außerdem gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt nur mit sozialer Gerechtigkeit.</p>
				<p klasse="J">Genau diesen Zusammenhalt will Putin zerstören. Schon seit Jahren arbeitet er an der Destabilisierung von demokratischen Staaten. Sei es durch die Versuche der Beeinflussung von Wahlen oder durch gezielte Kooperation mit der extremen Rechten. Das werden wir nicht zulassen.</p>
				<p klasse="J">Damit es gelingen kann, alle Herausforderungen dieser Zeit zu bewältigen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, muss auch in der Haushaltspolitik eine Zeitenwende erfolgen. Das bedeutet konkret, dass nicht nur ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr geschaffen wird, sondern gleichzeitig die Schuldenbremse ausgesetzt werden muss, um die Kosten des Krieges und alle anderen Herausforderungen gleichermaßen finanzieren zu können. Vor diesem Hintergrund greift das Gesetz zu kurz, und deshalb können wir nicht zustimmen.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 8</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">der Abgeordneten Karoline Otte und Swantje Henrike Michaelsen (beide BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 3)</p>
				<p klasse="J">Die Zustimmung zur Grundgesetzänderung zum „Sondervermögen“ fällt uns nicht leicht, wir möchten sie deshalb an dieser Stelle erläutern.</p>
				<p klasse="J">Unzweifelhaft besteht bei der Bundeswehr ein enormer Investitionsbedarf, den wir unseren Bündnispartnern, aber auch den Soldat/-innen schuldig sind. Der Sicherheitsbegriff, der an dieser Stelle jetzt Anwendung findet, greift allerdings viel zu kurz.</p>
				<p klasse="J">Für den erweiterten Sicherheitsbegriff, der aus gutem Grund im Koalitionsvertrag verankert ist, sind Investitionen in die Cybersicherheit und den Zivilschutz ebenso entscheidend wie Investitionen in die globale Sicherheitslage und Stabilität durch die Aufstockung diplomatischer Kapazitäten und Entwicklungshilfe sowie die Eindämmung der Klimakrise. Sicherheit für uns und unsere Bündnispartner lässt sich nur schaffen, wenn wir humanitäre Katastrophen, die beispielsweise die Klimakrise mit sich bringt, abfedern. Zudem müssen wir eine menschenrechtsbasierte Entwicklungspolitik betreiben, die Demokratien nachhaltig stärkt. Gerade der brutale Angriffskrieg Putins auf die Ukraine hat noch mal deutlich gezeigt, dass wir noch stärker diplomatisch an einer Weltordnung arbeiten müssen, die keinen Platz für Aggressoren bietet. Die Resilienz von Staaten global ist ebenso zu stärken wie die Verteidigungsfähigkeit unserer Bündnispartner.</p>
				<p klasse="J">100 Milliarden Euro für die Bundeswehr dürfen also nicht allein unser Bild von Sicherheitspolitik widerspiegeln und schon gar nicht unsere alleinige Antwort auf die „Zeitenwende“ sein.</p>
				<p klasse="J">Die Menschen erwarten zu Recht mehr von uns. Denn die „Zeitenwende“ stellt uns nicht nur vor sicherheitspolitische Problemstellungen. Für den kommenden Haushalt kommen große Herausforderungen auf uns zu. Parallel müssen wir Ausgaben tätigen, die der veränderten Sicherheitslage Rechnung tragen, die soziale Härten, die zum Beispiel mit Energiepreissteigerungen einhergehen, abfedern und Mittel in Zukunftsinvestitionen geben.</p>
				<p klasse="J">Für unsere thematischen Zuständigkeiten ergibt sich vor allem die Notwendigkeit, für den Haushalt 2023 Kommunen für ihre Handlungsfähigkeit finanziell auszustatten. Eine besondere Frage für den Haushalt 2023 ergibt sich aus der Altschuldenproblematik. Außerdem müssen wir zu tiefer gehenden Lösungen für den kommunalen Klimaschutz kommen, damit Kommunen vor Ort ihren notwendigen Beitrag leisten können. Auch für kommunale Ausgaben im Bereich der Kinderbetreuung und der Unterbringung von Geflüchteten müssen wir im Bund langfristige finanzielle Lösungen finden. Auch für die gerade aus klimaschutzpolitischen Gründen notwendige Transformation im Verkehrssektor müssen in den nächsten Jahren die erforderlichen Investitionen gesichert werden. Das betrifft zum Beispiel den Ausbau der Schieneninfrastruktur, aber auch des ÖPNVs ebenso wie den Umbau der Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr.</p>
				<p klasse="J">Es ist wichtig, dass im Haushalt 2023 Raum für diese Ausgaben geschaffen wird. Deshalb ist die Schuldenbremse nicht haltbar. Auch neue Steuern und Steuererhöhungen für diejenigen in unserer Gesellschaft, die die breitesten Schultern haben, sind unausweichlich. Mögliche Wege sind eine Vermögensabgabe und Übergewinnsteuern.</p>
				<p klasse="J">Dies alles bringt uns aber nicht dazu, das „Sondervermögen“ abzulehnen, sondern betrifft vor allem Problemlagen der Haushaltsführung, die im Rahmen der Haushaltsaufstellung und ‑verhandlungen behandelt werden müssen. Wäre bei der Konstruktion des „Sondervermögens“ ein breiterer Sicherheitsbegriff zur Anwendung gekommen, dann wäre der Druck auf den Haushalt durch die veränderte Sicherheitslage geringer. Jetzt müssen wir dafür sorgen, die notwendigen Ausgaben im Bundeshaushalt zu verankern, ohne eine fatale Sparpolitik an anderen Stellen zu ergreifen. Es ist uns wichtig, darzustellen, dass das Sondervermögen keine alleinige Antwort auf die „Zeitenwende“ ist. Wir haben bereits gute Entlastungspakete auf den Weg gebracht, doch in Zukunft wird hier noch mehr nötig sein, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in diesen Zeiten zu stärken, statt ihn zu gefährden.</p>
				<p klasse="J">Eine Ablehnung des „Sondervermögens“ würde jedoch den Druck auf den Haushalt 2023 nur erhöhen, weil dann die notwendigen Ausgaben für die Bundeswehr auch über den Haushalt abgebildet werden müssten.</p>
				<p klasse="J">Wir haben in vielen Gesprächen in unserer Fraktion und mit weiteren Personen diese Themen eingebracht und setzen uns weiterhin dafür ein, dass sie Eingang in die weiteren Beratungen finden.</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 9</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärungen nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärungen nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 3)</p>
				<rede id="ID204207800">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004753">
							<name>
								<vorname>Nicole</vorname>
								<nachname>Höchst</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Nicole Höchst (AfD): Dem Deutschen Bundestag liegt ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, ein sogenanntes „Sondervermögen Bundeswehr“ in Höhe von 100 Milliarden Euro einzurichten. Dieses „Sondervermögen“ wird explizit nicht im Haushalt verankert, da es umfangreich und von langer Dauer sein wird. Dazu soll dieses „Sondervermögen“ mit einer eigenen Kreditermächtigung ausgestattet werden. Um dieses Vorhaben, welches der Schuldenbremse im Grundgesetz widerspricht, umsetzen zu können, soll ein neuer Absatz la in Artikel 87a des Grundgesetzes verabschiedet werden.</p>
					<p klasse="J">Ziel ist eine bessere Ausstattung der Bundeswehr, um die Einsatz und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr wiederherzustellen.</p>
					<p klasse="J">Dazu erkläre ich:</p>
					<p klasse="J">Erstens. Selbstverständlich muss die Bundeswehr endlich wieder in die Lage versetzt werden, ihren Auftrag erfüllen zu können. Die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit der deutschen Streitkräfte muss wiederhergestellt werden und höchste Priorität besitzen. Nach Jahrzehnten der Missachtung der Bundeswehr und ihrer Einsatzbereitschaft durch alle Parteien außer der AfD muss endlich eine Umkehr geschaffen werden. So stellte der Heeresinspekteur Alfons Mais Ende Februar 2022 („Der Tagesspiegel“, 24. Februar 2022) fest, dass „die Bundeswehr blank dastehe und die Optionen, die [die Bundeswehr] zur Unterstützung des Bündnisses anbieten könne, extrem limitiert sind“. Ein Offenbarungseid der deutschen Verteidigungspolitik der letzten Jahrzehnte, der zeigt, dass unsere Streitkräfte über keinerlei Rückhalt bei den etablierten Parteien verfügen. Zwar schicken sie unsere Soldaten gerne weltweit in Einsätze, dürfen im Hindukusch angeblich die deutsche Sicherheit verteidigen, aber ihre persönliche Ausrüstung dazu müssen sie teilweise auf eigene Kosten anschaffen. Das führt dazu, dass die Bundeswehr insgesamt nicht einsatzbereit ist. So stellte die Verteidigungsministerin Lambrecht im Deutschen Bundestag am 27. April fest, dass beispielsweise von 51 Tiger-Kampfhubschraubern nur 9 tatsächlich fliegen können. Und von 350 Schützenpanzern Puma sind lediglich 150 gefechtsbereit. Ein Skandal, der in keinem anderen Land der Welt so denkbar wäre. Die Missachtung und die Menschenverachtung unserer Soldaten, der Männer und Frauen, die sich mit ihrem Leben für unser Vaterland einsetzen, muss endlich beendet werden.</p>
					<p klasse="J">Bedauerlich ist, dass erst der Krieg Russlands gegen die Ukraine hier ein Umdenken der anderen Parteien erzwang. Allerdings ist der vorliegende Weg, den die Regierungsparteien und die CDU/CSU-Fraktion einschlagen wollen, falsch. Eine Grundgesetzänderung und die Aufnahme weiterer Schulden ohne weitere Kontrolle des Parlamentes sind abzulehnen. Finanzielle Mittel für die Bundeswehr sind grundsätzlich im Haushalt bereitzustellen.</p>
					<p klasse="J">Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, das heißt, sie obliegt aus guten Gründen der ständigen Kontrolle durch die Volksvertretung, bestehend aus Regierungs- und Oppositionsfraktionen. Die Einführung eines „Sondervermögens“ würde der Exekutive erlauben, die Kontrollrechte der Legislative zu unterlaufen, und aus der Bundeswehr eine Regierungsarmee machen. Dies lehne ich ebenfalls entschieden ab.</p>
					<p klasse="J">Insofern ist der Antrag der AfD-Fraktion zu unterstützen, welcher die Einsetzung eines Gremiums aus Mitgliedern des Haushaltausschusses des Deutschen Bundestages vorsieht. Dieses Gremium würde vom Verteidigungsministerium über alle Fragen des „Sondervermögens Bundeswehr“ unterrichtet werden. Dadurch ließe sich wenigstens ein Mindestmaß an parlamentarischer Kontrolle gewährleisten, falls nicht wieder die AfD-Fraktion wie aus so vielen anderen wichtigen Gremien undemokratisch herausgehalten wird.</p>
					<p klasse="J">Zweitens. Eine Grundgesetzänderung des Artikel 87a und damit eine Umgehung der aus guten Gründen eingeführten Schuldenbremse ist abzulehnen. Die Schuldenbremse, welche nachfolgende Generationen vor einer nicht stemmbaren Schuldenlast schützen sollte, wurde eingeführt, um genau diesen Fall auszuschließen. Die Aushebelung dieser Schuldenbremse durch die Hintertür, indem das Grundgesetz geändert wird und ein „Sondervermögen“ außerhalb des Haushaltes geschaffen wird, schafft einen Präzedenzfall. Der Weg wäre frei, weitere „Sondervermögen“ für jedes denkbare Thema, jeweils außerhalb des regulären Haushalts, zu schaffen. Damit wäre kein klassischer Haushalt mehr aufstellbar, welches auch im Widerspruch zu Artikel 109, 110 und 115 Grundgesetz steht.</p>
					<p klasse="J">Folgerichtig hat die AfD-Fraktion vorgeschlagen, das „Sondervermögen Bundeswehr“ durch regelmäßige Zuführungen aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. So wäre eine kontinuierliche Mittelzuführung an die Bundeswehr gesichert, die Schuldenbremse würde eingehalten werden und ein Missbrauch des Grundgesetzes würde vermieden werden.</p>
					<p klasse="J">Ich stimme deshalb bei allen Gesetzentwürfen und Beschlussempfehlungen mit Nein!</p>
					<p klasse="J">Dem Antrag unserer Fraktion stimme ich zu.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204207900">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005102">
							<name>
								<vorname>Michael</vorname>
								<nachname>Kellner</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Die völkerrechtswidrige Invasion Russlands in die Ukraine hat die europäische Friedensordnung schwer beschädigt. Daraus gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die angemessene Ausrüstung unserer Parlamentsarmee ist zu gewährleisten, und unserer internationalen Bündnisverpflichtung ist nachzukommen. Gerade die osteuropäischen und baltischen Staaten sind von Russland bedroht, ihnen gilt es beizustehen. Auch der schnelle Ausstieg aus fossilen Energien ist nicht allein klimapolitisch geboten, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit.</p>
					<p klasse="J">Daher stimme ich heute für die Änderung des Artikel 87a des Grundgesetzes und damit für die Einrichtung eines Sondervermögens Bundeswehr.</p>
					<p klasse="J">Dabei ist es jedoch sehr bedauerlich, dass wir den erweiterten Sicherheitsbegriff mit den zivilen Dimensionen nicht ebenfalls ins Grundgesetz aufnehmen. So vertun wir die Chance, einen Sicherheitsbegriff auf der Höhe der Zeit festzuhalten, welcher auch zivile Konfliktbearbeitung und Krisenprävention beinhaltet. Außerdem befürchte ich, dass diese zusätzlichen Milliarden ohne eine grundlegende Revision des Beschaffungswesens nicht effizient verwendet werden: Die Bundeswehr war in den letzten 16 Jahren ein Fass ohne Boden. Trotz einem der größten Wehretats weltweit ist sie in weiten Teilen nicht einsatzfähig. Das darf nicht so bleiben, das Geld muss jetzt effizient und umfassend zur Stärkung der Kapazitäten der Bundeswehr genutzt werden.</p>
					<p klasse="J">Neben dieser einmaligen Sonderanstrengung muss das Budgetrecht des Parlaments unbenommen bleiben. Mit der heutigen Entscheidung ist für mich keine Vorfestlegung für künftige Etats verbunden. Außerdem dürfen die Finanzierungsspielräume für unsere Sicherheit nicht zulasten der Menschen mit geringen Einkommen und dem Kampf gegen die Klimakrise gehen. Die Abfederung der aktuellen Preisentwicklung, die den sozialen Zusammenhalt massiv gefährdet, benötigt neben Entlastungspaketen langfristige Investitionen. Auch der Umbau unserer Energieinfrastruktur braucht jetzt Milliarden wie die Erfüllung unserer internationalen Verpflichtung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und Klimafinanzierung. Das Sondervermögen außerhalb der Schuldenbremse sichert zumindest, dass dadurch die finanzpolitischen Spielräume für die laufenden Projekte aller Ressorts nicht kleiner werden.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208000">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004781">
							<name>
								<vorname>Norbert</vorname>
								<nachname>Kleinwächter</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Norbert Kleinwächter (AfD): Ich bekenne mich uneingeschränkt zur Bundeswehr und lehne Haushaltstricks auf Kosten unserer Grundordnung ab. Deswegen stimme ich gegen die Grundgesetzänderung für das Sondervermögen. Die Bundeswehr braucht Investitionen, um die Wehrfähigkeit wieder zu sichern. 100 Milliarden Euro sind bei all dem jahrzehntelang angehäuften Rückstand kein übermäßiger Betrag. Doch drückt sich die Ampelkoalition um Ehrlichkeit. Sie will die Bundeswehr nicht über den Haushalt finanzieren, den der Bundestag kontrolliert, sondern über ein „Sondervermögen“, das nur ein kleines Gremium überprüft. Dieses Sondervermögen wird ein Schuldenberg, der über Jahre die Umgehung des Haushalts erlaubt. Dazu soll sogar unser Grundgesetz geändert werden: Der Bundestag soll die Grundregeln ändern, damit die Regierung sie permanent brechen kann. Eine gute Parlamentsarmee sollte auch über das Parlament finanziert und kontrolliert werden.</p>
					<p klasse="J">Wir von der AfD zeigen in einem Änderungsantrag (Drucksache 20/2126), wie die Wiederbefähigung auch ohne Grundrechtsbrüche und Kreditberge geht: Man sollte bei unnötigen Ausgaben sparen, wie zum Beispiel bei Ausgaben für Personen, die kein Bleiberecht haben. Ich werde gegen die Änderung des Grundgesetzes und gegen diese Politik der Schattenhaushalte stimmen! Ich werde für den Antrag der AfD stimmen. Sollte das Grundgesetz jedoch tatsächlich gegen meine Überzeugung geändert werden, werde ich das dort dann erwähnte Sondervermögen für die Bundeswehr billigen. Die Bundeswehr hat es nicht verdient, dass man sie zum Spielball für Haushaltstricks macht. Unsere Soldaten haben es verdient, dass sie unserem Land in einer wehrfähigen, gut ausgestatteten Bundeswehr dienen dürfen. Dazu werden die 100 Milliarden Euro, wenn auch falsch finanziert, einen wichtigen Beitrag leisten.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208100">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004792">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Rainer</vorname>
								<nachname>Kraft</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Rainer Kraft (AfD): Der Entstehungsprozess dieser Grundgesetzänderung zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie unzureichend die Geschäftsordnung des Bundestages ist. Die politische Opposition ist ein wesentliches Element moderner Demokratien, da sie die parlamentarischen Kontrollaufgaben gegenüber der Exekutive wahrnimmt oder vielmehr wahrnehmen sollte. Die Vorabfassungen der finalen Drucksachen wurden den Abgeordneten am 1. Juni 2022 um 22.19 Uhr (Sondervermögen) und um 22.26 Uhr (Änderung des Grundgesetzes) zugänglich gemacht. Über die Grundgesetzänderung abgestimmt werden soll gemäß Tagesordnung des Deutschen Bundestages am 3. Juni 2022 um 13.45 Uhr. Es bleiben den Abgeordneten also 39 Stunden, um über eine Grundgesetzänderung zu entscheiden. Notabene die Verfassung unseres schönen Landes und Fundament unserer grundlegenden staatlichen System und Wertentscheidungen. Weiterhin sollte jeder Abgeordnete in dieser Zeit neben einem gebotenen Werturteil auch prüfen, wie die 100 000 000 000 Euro verwendet werden sollen. Selbst ausgewiesenen Militär- oder Haushaltsexperten dürfte das schwerfallen. Diese Prozesse müssen dringend verbessert werden.</p>
					<p klasse="J">Was allerdings noch viel dringender verbessert werden muss, ist die Bereitschaft unserer Regierung, Verantwortung zu übernehmen. Ewige Wachsamkeit ist der Preis unserer Freiheit. Und diese Wachsamkeit wurde sträflich vernachlässigt. Eine Demokratie, unsere Demokratie, muss wehrhaft sein, um frei zu sein. Den Menschen, die diese Freiheit verteidigen, sind wir es schuldig, jede denkbare Maßnahme zu ergreifen, um sie anständig auszustatten. Ich betrachte es als meine patriotische Pflicht, ungeachtet aller Begleitumstände, dafür meine Stimme abzugeben. Es ist nach meiner Auffassung die Pflicht jeder deutschen Regierung und jedes deutschen Abgeordneten, dafür zu sorgen, dass unsere Nation ihrer Verantwortung gegenüber seinen Staatsbürgern in Uniform nachkommt.</p>
					<p klasse="J">Deutschland ist in einer wohl historisch einmaligen Situation, nicht nur umgeben zu sein von friedliebenden Staaten, sondern auch in das mächtigste Militärbündnis der Welt – die NATO – eingebunden zu sein, dessen Mitgliedsländer Deutschland bei einem Angriff vollumfänglich beistehen würden. Nicht alle Völker und Staaten auf dieser Erde teilen jedoch unser Verständnis von Freiheit. Die Entwicklungen in anderen Teilen der Welt sollten uns daran erinnern, dass die Bewahrung unserer freiheitlichen Ordnung stete Wachsamkeit benötigt. Der Kampf für die Freiheit und Souveränität Deutschlands hört aber nicht auf, nur weil unsere Verbündeten starke Armeen haben. Es liegt also in der Verantwortung des Bundestages, die Regierung ständig daran zu erinnern, dass wir den Worten auch Taten folgen lassen müssen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208200">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005139">
							<name>
								<vorname>Erik</vorname>
								<nachname>von Malottki</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Erik von Malottki (SPD): Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die internationale Sicherheitsordnung grundsätzlich verändert. Wir müssen unsere eigene Sicherheitspolitik und die in Europa vor dem Hintergrund dieses durch nichts zu rechtfertigenden Krieges überdenken. Weitere 100 Milliarden Euro für die Aufrüstung der Bundeswehr sind für mich nicht die richtige Antwort auf diese Veränderung. Deutschland hat nach Zahlen des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) in 2021 den siebtgrößten Militärhaushalt der Welt. Die zehn höchsten Militärausgaben von Mitgliedstaaten der Europäischen Union übersteigen laut SIPRI um mehr als das Dreifache die Ausgaben Russlands im Jahr 2021.</p>
					<p klasse="J">Die Einbindung Deutschlands in die EU und in die NATO ist ein Sicherheitsgarant für unser Land. Ich bin überzeugt, dass wir durch eine stärkere europäische Kooperation unter den aktuellen Voraussetzungen eine effektive und zweckdienliche gesamteuropäische Verteidigungspolitik betreiben können. Es ist richtig, dass wir hierfür eine einsatzfähige Bundeswehr benötigen, und es ist unsere Verantwortung, dass wir den Soldatinnen und Soldaten im Einsatz eine adäquate Ausrüstung zur Verfügung stellen.</p>
					<p klasse="J">Ich begrüße deshalb ausdrücklich den Beschluss des Haushaltsausschusses vom 7. April 2022 für ein Vorziehen der Finanzierung der persönlichen Schutzausrüstung. Wir haben seit 2014 den Haushalt des Bundesministeriums für Verteidigung bis 2022 um über 50 Prozent gesteigert und stellen alleine in diesem Jahr für den Etat des Verteidigungsministeriums über 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Ich bin nicht davon überzeugt, dass wir das Sondervermögen Bundeswehr benötigen, um die Ausrüstungsprobleme der Bundeswehr zu beheben. Stattdessen benötigen wir eine weitreichende Reform des Beschaffungswesens, die durch die Bundesministerin der Verteidigung, Christine Lambrecht, bereits begonnen worden ist. Des Weiteren befürchte ich eine globale Aufrüstungsspirale, deren Konsequenzen heute noch nicht abschätzbar sind.</p>
					<p klasse="J">Ich erkenne an, dass über die Einrichtung des Sondervermögens der Versuch unternommen wird, die angestrebte Aufrüstung der Bundeswehr ohne Konkurrenz zu anderen notwendigen Vorhaben im Bereich Klimaschutz, Bildung, Gesundheit und Soziales umzusetzen. Gleichzeitig zeichnet sich aber ab, dass wir ab 2023 durch das Festhalten an der Schuldenbremse und der Absage an eine progressive Besteuerung großer Vermögen mit deutlich kleiner werdenden finanziellen Handlungsspielräumen rechnen müssen. Ich kann gegenüber der Öffentlichkeit und den Menschen in meinem Wahlkreis nicht erklären, warum es ein Sondervermögen für die Bundeswehr geben kann, aber nicht für die dringend notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktur, für eine Verkehrswende und für unsere Schulen und Kindertagesstätten.</p>
					<p klasse="J">Ich bin davon überzeugt, dass die Unterstützung des Sondervermögens ebenso wie dessen kritisches Hinterfragen legitime Positionen in der gegenwärtigen politischen Lage sind. Ich komme in meiner persönlichen Abwägung in dieser Frage zu dem Ergebnis, dass die Einrichtung des Sondervermögens nicht der richtige Weg ist und kann deshalb dem vorliegenden Antrag nicht zustimmen.</p>
					<p klasse="J">Ich habe dem genannten Antrag nicht zugestimmt.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208300">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005149">
							<name>
								<vorname>Susanne</vorname>
								<nachname>Menge</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Susanne Menge (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Putin hat einen souveränen, demokratischen Staat, die Ukraine, angegriffen und führt seither einen Vernichtungskrieg. Er und Verantwortliche verletzen das Völkerrecht, seine Streitkräfte verwüsten und stehlen Hinterlassenschaften, vergewaltigen und morden willkürlich und vernichten kulturelle Werte.</p>
					<p klasse="J">Ein Angriffskrieg gegen weitere Länder, auch NATO-Mitgliedländer, scheint nicht mehr unmöglich, zumal die Rolle Victor Orbans in diesem Krieg die Frage aufwirft, ob nicht er selbst als Handlanger Putins dessen Machtstreben maßgeblich flankieren wird. Auch China als autokratisches System unterstützt Putins Großmachtbestrebungen.</p>
					<p klasse="J">Ein Volk muss sich dagegen verteidigen können und muss in die Lage versetzt werden, sich vor den militärisch ausgerüsteten Peinigern zu schützen.</p>
					<p klasse="J">Waffenlieferungen in die Ukraine sind die Hoffnung gebende Antwort darauf, dem vermeintlichen Übergewicht der russischen Armee und weiteren Angriffen mit militärischen Mitteln zu begegnen.</p>
					<p klasse="J">Meine Sozialisation ist geprägt von friedenspolitischen Diskussionen im Kontext einer weltweiten atomaren Hochrüstung, ist geprägt von der Auseinandersetzung darum, die Ursachen des deutschen Faschismus zu diskutieren, den Aufbau der Bundesrepublik, den Kalten Krieg zwischen Osten und Westen sowie die Politik der Aussöhnung mit dem Osten. Das Gleichgewicht des Schreckens galt es zu überwinden mit Abrüstung, Kooperationen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf allen Ebenen.</p>
					<p klasse="J">Ein Ergebnis dieser Friedenspolitik hat das Friedensprojekt EU bekräftigt und seine Gestalter/-innen in der Überzeugung gestärkt, ein partnerschaftliches Miteinander fortzuleben und mit immer neuen Ansprüchen zu füllen.</p>
					<p klasse="J">Ich glaube nicht, dass Aufrüstung und Waffenproduktion zum Frieden beitragen. Ich glaube auch nicht, dass das Gleichgewicht des Schreckens das Ziel einer Menschheit sein kann. Die Menschheit muss trotz der Klimabedingungen und anderer Herausforderungen doch in der Lage sein, an die humanitären Werte zu glauben, und fähig sein, friedlich und in Konflikten präventiv aufeinander zugehen zu können.</p>
					<p klasse="J">Friedenspolitik hat uns gelehrt, welche Chancen sie für das Miteinander in kleinsten Gemeinschaften bietet.</p>
					<p klasse="J">Ich erlebe Annalena Baerbock als engagierte Außenministerin, die einem unberechenbaren Diktator nicht im nationalen Alleingang begegnet, sondern das europäische Bündnis durch eine gemeinsame Strategie stärkt und auf ebendiese friedenserprobte Gemeinschaft europäischer Staaten und ihrer politischen Kräfte setzt. Immer wieder lenkt sie das Augenmerk auf Diplomatie, Abrüstung und humanitäre Unterstützung – auch weltweit.</p>
					<p klasse="J">Robert Habeck hat innerhalb eines halben Jahres die von der Vorgängerregierung brachliegenden Voraussetzungen für den Ausbau regenerativer Energien geschaffen und setzt in dieser fatalen Situation immer wieder auf die dringend notwendige Unabhängigkeit von Putin sowie auf wirksame, durch Gesellschaft und Wirtschaft getragene Sanktionen und Einsparungen.</p>
					<p klasse="J">Beide brauchen unsere Unterstützung und Solidarität. Niemand von uns hat im Oktober 2021 ahnen können, dass wir uns innerhalb eines halben Jahres mit einem Krieg und dramatischen Entscheidungen konfrontiert sehen.</p>
					<p klasse="J">Deshalb stelle ich den Kontext der jetzigen Situation an die erste Stelle und stimme für das Sondervermögen. Inhaltlich habe ich große Bedenken, die sich um die Fähigkeit dieser Koalition ranken, die entwicklungspolitische Zusammenarbeit, die soziale Gerechtigkeit, gute Bildung für alle und eine soziale und ökologische Mobilitätspolitik herzustellen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208400">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005200">
							<name>
								<vorname>Jamila</vorname>
								<nachname>Schäfer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben sich die Sicherheitsvoraussetzungen in Europa verändert. Der Angriff hat die europäische Friedensordnung schwer beschädigt und zwingt uns zu einer Überprüfung unserer Außen- und Sicherheitspolitik genauso wie unserer Wirtschafts- und Energiepolitik, auch unter geostrategischen Punkten. Unter diesen Voraussetzungen sehe ich es als meine Aufgabe, die Bundeswehr und den Katastrophen- und Zivilschutz dazu in die Lage zu versetzen, auf jeglichen Ernstfall vorbereitet zu sein.</p>
					<p klasse="J">Dazu gehört es, die angemessene Ausrüstung unserer Parlamentsarmee zu gewährleisten und unserer internationalen Bündnisverpflichtung nachzukommen. Gerade die osteuropäischen und baltischen Staaten fühlen sich massiv bedroht von Russland, ihnen gilt es auch langfristig zuverlässig beizustehen.</p>
					<p klasse="J">Unter Berücksichtigung dieser Gedanken stimme ich heute für die Änderung des Artikel 87a des Grundgesetzes und damit für die Einrichtung eines Sondervermögens Bundeswehr.</p>
					<p klasse="J">Die Grundgesetzänderung muss einhergehen mit einer grundlegenden Revision des Beschaffungswesens. Trotz einem der größten Wehretats weltweit ist die Bundeswehr aufgrund von ineffizienten Beschaffungsstrukturen in weiten Teilen nicht einsatzfähig. Als Parlamentarier/-innen werden wir die Ausgaben engmaschig kontrollieren. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass das Sondervermögen seinem Zweck, der Stärkung unserer Bündnis- und Verteidigungsfähigkeiten, im Rahmen sinnvoller Investitionen in die Ausrüstung zugutekommt und nicht nach industriepolitischen Interessen ausgegeben wird.</p>
					<p klasse="J">Ich stimme der Einrichtung des Sondervermögens zu mit dem dringenden Auftrag an die Bundesregierung, die finanziellen Spielräume für die fehlenden Investitionen in den Bevölkerungs- und Zivilschutz und die zivile Krisenprävention zu schaffen. In diesen Bereichen haben wir einen enormen Bedarf – sowohl durch die veränderte Sicherheitslage in Europa als auch zur Vorbereitung auf Naturkatastrophen, die unweigerlich mit der Klimakrise einhergehen. Als Haushälterin werde ich mich dafür einsetzen, unsere Demokratie in allen Bereichen, nicht nur bei der militärischen Ausrüstung, resilient zu machen. Die Bundesregierung ist zudem angehalten, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben Eins-zu-eins-Regel einzuhalten, die beim Anstieg der Militärausgaben die Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie garantiert. Denn zu einer verantwortungsvollen Sicherheitspolitik gehört es, Krisen zu verhindern, bevor sie entstehen.</p>
					<p klasse="J">Die Finanzierungsspielräume für unsere Sicherheit dürfen nicht zulasten der Menschen mit geringen Einkommen und dem Kampf gegen die Klimakrise geschaffen werden. Die Abfederung der aktuellen Preisentwicklung, die den sozialen Frieden massiv gefährdet, benötigt neben Entlastungspaketen langfristige Investitionen. Auch der Umbau unserer Energieinfrastruktur braucht Milliarden. Zu einer resilienten Demokratie gehört es, diese Bereiche krisenfest zu machen.</p>
					<p klasse="J">Es ist Aufgabe der Koalition, die Finanzierung dieser zentralen Projekte ohne ideologische Scheuklappen zu klären. Die Instrumente dafür liegen auf der Hand: eine Übergewinnsteuer und die höhere Besteuerung besonders großer Vermögen ist ein Weg. Der andere ist die weitere Aussetzung und eine mittelfristige Reform der Schuldenbremse. Diese Instrumente müssen nun ohne Tabus von der Bundesregierung zur Bewältigung der Finanzierungslücke diskutiert werden.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208500">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005212">
							<name>
								<vorname>Marlene</vorname>
								<nachname>Schönberger</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Marlene Schönberger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ich stimme heute für die Änderung des Grundgesetzes Artikel 87a und damit für die Einrichtung eines Sondervermögens Bundeswehr. Da mir diese Entscheidung nicht leichtfällt, möchte ich meine Beweggründe erläutern und meine Zustimmung an Forderungen knüpfen.</p>
					<p klasse="J">Der Tag der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in die Ukraine hat uns in Erinnerung gerufen: Demokratien müssen wehrhaft sein. Oft habe ich diese Worte gesagt und sie dabei meist auf menschenfeindliche Ideologien und antidemokratische Bewegungen und Narrative bezogen.</p>
					<p klasse="J">Und doch war mir immer klar: Im schlimmsten Fall muss die Wehrhaftigkeit der Demokratie auch im physischen Sinne gelten. Demokratische Staaten müssen in der Lage sein, sich gegen völkerrechtswidrige Angriffe autoritärer Staaten zu wehren, sie müssen in der Lage sein, die Freiheit, die Menschenrechte und die körperliche Unversehrtheit ihrer Einwohner/-innen zu schützen.</p>
					<p klasse="J">Als Demokratie, Mitglied der Europäischen Union und aus historischer Verantwortung ist es die Verpflichtung Deutschlands, dass Wehrhaftigkeit und die Fähigkeit zur Verteidigung sich nicht nur auf das deutsche Staatsgebiet beschränken, sondern für alle EU‑Staaten sowie gegebenenfalls demokratische Partner gelten, wenn diese es erbitten.</p>
					<p klasse="J">Die berechtigten Sicherheitsbedenken der osteuropäischen Staaten hat Deutschland viel zu lange überhört und in einer Art und Weise, die nicht von Respekt und Dialog auf Augenhöhe zeugt, abgetan. Das ist bitter. Die brutale Realität hat uns mit dieser Erkenntnis eingeholt. Nun sind wir in der Pflicht, der Ukraine beizustehen, natürlich ohne eine weitere Eskalation leichtfertig zu riskieren. Ebenfalls gilt es, die Sicherheit der angrenzenden EU‑Staaten zu garantieren.</p>
					<p klasse="J">Die Bundeswehr ist dazu im Moment nicht in der Lage, das zeigt der aktuelle Wehrbericht in aller Deutlichkeit: Es fehlt in allen Bereichen an militärischer Ausrüstung. Selbst der mit Polen vereinbarte Ringtausch von schweren Waffen verzögert sich. Für mich ist klar, dass wir die Bundeswehr besser ausrüsten müssen, und die Kosten dafür sind erheblich. Es bereitet mir Sorge, dass bereits in den vergangenen Jahren Rekordsummen in die Bundeswehr investiert wurden, die Bundeswehr aber in weiten Teilen nicht einsatzfähig ist. Die mutmaßlich durch ein marodes Beschaffungswesen zustandegekommenen defizitären Zustände konnten auch mit einem der größten Wehretats weltweit nicht behoben werden.</p>
					<p klasse="J">Ich stimme daher den erheblichen Investitionen in die Bundeswehr und der Änderung des Grundgesetzes Artikel 87a zu, fordere aber – wie viele meiner Kolleg/-innen – eine schnellstmögliche Reform des Beschaffungswesens. Eine Kontrolle der Ausgaben durch die Parlamentarier/-innen muss zwingend gegeben sein.</p>
					<p klasse="J">Zu Sicherheit gehört maßgeblich auch (internationale) zivile Krisenprävention und Cybersicherheit, die ebenfalls Investitionen, nicht zuletzt in erneuerbare Energien, Klimafolgenanpassung, Demokratieförderung, Diplomatie und humanitäre Hilfe, erfordern. Dass dieses erweiterte Verständnis von Sicherheit keinen Eingang in das aktuelle Sondervermögen gefunden hat, halte ich für falsch und bedauere es. Ich fordere daher, dass wir auf anderen Wegen in die Sicherheit der Menschen und die Resilienz unserer Demokratie sowie Gesellschaft investieren. Ebenso müssen wir an der Eins-zu-eins-Regelung des Koalitionsvertrags festhalten.</p>
					<p klasse="J">Neben den materiellen Missständen zeigt der Wehrbericht, genauso wie zahlreiche dokumentierte Zwischenfälle, dass das Problem rechtsradikaler, rassistischer und antisemitischer Einstellungen in der Bundeswehr gravierend ist, auch wenn der Großteil der Soldat/-innen auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Zusätzlich zu den mutmaßlich bestehenden rechtsradikalen Strukturen in der Bundeswehr kam es in der Vergangenheit wiederholt zu einem Verschwinden von Waffen und Munition. Schon jetzt fühlen sich aufgrund von menschenfeindlichen Ideologien als Feindbilder markierte und von rechtsradikaler Gewalt betroffene Personen angesichts dieser Zustände bedroht – zu Recht. Auch wenn mir klar ist, dass eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr nicht zwangsläufig zu einer verschärften Bedrohungslage führt, muss zusammen mit dem Sondervermögen dafür gesorgt werden, dass rechtsradikale Strukturen in der Bundeswehr konsequent zerschlagen werden und in Zukunft gar nicht erst entstehen können. Wir sind es den Betroffenen von rassistischer, antisemitischer, queerfeindlicher und generell menschenfeindlicher Gewalt schuldig, dass wir jetzt anlässlich des Sondervermögens handeln. Denn auch hier geht es um begründete Sicherheitsinteressen.</p>
					<p klasse="J">Ich möchte außerdem betonen, dass ich dem Sondervermögen unter der Prämisse zustimme, dass die dringend notwendigen Projekte des Koalitionsvertrags im Bereich soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und gesellschaftlichen Zusammenhaltes weiterhin umgesetzt werden. Um diese zu finanzieren, müssen wir sowohl über eine Übergewinnsteuer, über eine höhere Besteuerung von sehr großen Vermögen und Erbschaften sowie eine weitere Aussetzung der Schuldenbremse sprechen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208600">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005224">
							<name>
								<vorname>Nyke</vorname>
								<nachname>Slawik</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Nyke Slawik (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Auch ich gehöre zu einer der Abgeordneten, die bis zuletzt sehr mit sich gerungen hat, ob sie eine Zustimmung zum Sondervermögen Bundeswehr mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. Ich möchte in dieser Erklärung die Gründe, aber auch Abwägungen und Bedenken darlegen, warum ich der Änderung des Grundgesetzes in diesem Punkt zustimme.</p>
					<p klasse="J">Am 24. Februar 2022 ist für viele von uns in Deutschland und Europa eine Welt zusammengebrochen. Ich erinnere mich sehr gut an diesen Tag, da im Rheinland die Weiberfastnacht gefeiert werden sollte. Nach zwei Jahren war es das erste Mal, dass in Köln und anderen Städten (in kleinerem Rahmen) nach den zwei schweren Coronajahren wieder Karneval begangen wurde. Nach Feiern war mir jedoch nicht mehr zumute, als klar wurde, dass Putin völkerrechtswidrig einen groß angelegten Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen hatte. Danach galt nur noch: Was können wir tun, um diesem brutalen Unrecht entgegenzutreten?</p>
					<p klasse="J">Die Verbrechen gegen die Ukraine begannen nicht erst an diesem Tag im Februar. Seit Jahren verletzen Putin und Russland die Souveränität von Staaten und Völkern in Osteuropa massiv. Seit 2014 auf der Krim, zuvor aber bereits in Georgien und Tschetschenien, auch unter Einsatz von schrecklichsten Menschenrechtsverletzungen. Auch im aktuellen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind Kriegsverbrechen wie Vergewaltigung und Massentötung von Zivilist/-innen gegen die ukrainische Bevölkerung belegbar.</p>
					<p klasse="J">Als größtes Land Europas, als Land, das sich geschworen hat, aus seiner historischen Verantwortung aus Faschismus und zwei Weltkriegen zu lernen, müssen wir uns fragen, wie wir mit diesem entfesselten kriegerischen Imperialismus vonseiten Russlands umgehen wollen. Die Beschränkungen auf diplomatische Mittel und wirtschaftliche Sanktionen allein haben Russland nicht von seiner kriegerischen Expansionspolitik abschrecken können.</p>
					<p klasse="J">Demokratie, Menschenrechte und Frieden in Europa müssen verteidigt werden. Im Zweifelsfall leider auch mit Waffen. Das ist eine schmerzhafte, aber eine realistische Einsicht, zu der ich in diesem Frühjahr gekommen bin. Wir haben deshalb entschieden, die Ukraine in ihrem Recht auf Selbstverteidigung zu unterstützen, nicht nur durch humanitäre Hilfe, sondern auch durch Waffenlieferungen. Gleichzeitig mussten wir feststellen, dass unsere eigene Bundeswehr in einem schlechten und nur bedingt einsatzfähigen Zustand ist. Es mangelt an Ausrüstung, Hubschrauber und Gerät sind in einem schlechten Zustand. Überhaupt Ausrüstung zu finden, die wir mit der Ukraine teilen konnten, gestaltete sich von Beginn an als äußerst schwierig. Auch der mit anderen europäischen Ländern in Europa vereinbarte sogenannte „Ringtausch“, in dem Länder wie Polen eigene militärische Ausrüstung in die Ukraine liefern und dafür aus Deutschland Ersatz erhalten, gestaltet sich vor diesem Hintergrund als schwierig und schleppend.</p>
					<p klasse="J">Dass Frieden in Europa, insbesondere in Osteuropa, keine Selbstverständlichkeit darstellt und im äußersten Fall auch militärisch verteidigt werden muss, bedeutet eben auch, dass Deutschland im Herzen Europas seiner Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit nachkommen muss. Gerade gegenüber unseren NATO-Partnern wie Polen und den baltischen Staaten sowie unseren EU-Partnern Schweden und Finnland, die sich durch die russische Politik massiv bedroht sehen, sind wir diese Handlungsfähigkeit schuldig.</p>
					<p klasse="J">Nun möchte ich aber auch einige meiner Bedenken teilen, die mich bis zuletzt haben zweifeln lassen, ob das Sondervermögen der richtige Weg ist. Hier wäre zunächst zu nennen, dass es uns nicht gelungen ist, mit der Union und auch den Ampelpartnern ein hinreichendes Konzept für dieses Sondervermögen zu vereinbaren, das auch die Cybersicherheit (unter anderem Sicherheit vor Hackerangriffen auf zentrale Infrastruktur wie Krankenhäuser und Energieversorgung) und den Zivilschutz unserer eigenen Bevölkerung berücksichtigt. Denn internationale Sicherheit definiert sich nicht allein durch militärische Stärke.</p>
					<p klasse="J">Internationale Sicherheitskonzepte müssen auch den Schutz vor Armut, Ernährungskrisen, Umweltkatastrophen und den Auswirkungen der Klimakrise berücksichtigen. Insbesondere die Klimakrise und durch sie bedingte Ernteausfälle führen bereits jetzt zu einer sich anspannenden Versorgungslage in vielen Ländern der Welt, zu einer Destabilisierung von Regierungen und damit einer sich anheizenden Sicherheitslage. Dass sich unsere Koalition mit dem Sondervermögen Bundeswehr von ihrem im Koalitionsvertrag selbst gesteckten Ziel der „Eins-zu-eins-Kopplung“ verabschiedet, durch das jeder in Verteidigungsausgaben investierte Euro gleichwertig in die internationale Entwicklungszusammenarbeit investiert werden sollte, ist vor diesem Hintergrund umso bitterer.</p>
					<p klasse="J">Gleichzeitig kommt für mich die fragwürdige Architektur der Gesetzgebung hinzu, durch die wir die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr wiederherstellen wollen. Weil die Bundesregierung, insbesondere der Finanzminister, an der Schuldenbremse festhalten will, ermöglichen wir die Finanzierung unserer Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit über ein außerhalb des regulären Haushalts veranlagten Sondervermögens, welches wir im Grundgesetz verankern. Für mich stellt sich die Frage: Warum gibt es keine massive gleich hohe Investition, um die in Deutschland gewachsene Armut zu bekämpfen, warum werden die auch in Deutschland reicher gewordenen Superreichen nicht an der Finanzierung in dieser Krisensituation beteiligt? Und warum schaffen wir es nicht, trotz einiger Kursverbesserungen, eine Politik zu machen, die dem 1,5‑Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens gerecht wird? Denn auch die soziale Krise und die Klimakrise stellen eine national und international wachsende Sicherheitsbedrohung dar. Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich und die immer deutlicher werdenden Auswirkungen der Klimakrise werden in den nächsten Jahren auch zunehmend eine Bedrohung für die Stabilität unserer Demokratie werden, weil die Unzufriedenheit mit der mangelnden Lösung dieser Probleme wachsen wird. Ich komme einzig und allein zu dem Schluss, dass die Schuldenbremse fallen muss oder sich Vermögende in Zukunft stärker an der Finanzierung des Staatshaushalts beteiligen müssen, wenn wir es schaffen wollen, diese Bereiche ausreichend zu finanzieren. Dass wir uns von Sondervermögen zu Sondervermögen und Krisenpaket zu Krisenpaket hangeln, ist unseriös und wird den Investitionsstau in Deutschland nicht lösen können. Wir brauchen mehr Geld, und das wird mit der Schuldenbremse und dem bestehenden Steuersystem, das wachsende Vermögen von Superreichen und internationalen Unternehmen schont, langfristig nicht funktionieren.</p>
					<p klasse="J">Zuletzt bleiben für mich auch drängende Fragen im unmittelbaren Umfeld der Bundeswehr unbeantwortet. Rechtsextremismus innerhalb von Teilen der Streitkräfte ist ein ernstzunehmendes Problem. Wir brauchen eine Stärkung der Soldat/-innen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen und sich für unsere Demokratie einsetzen. Diejenigen, die sie zu zerstören versuchen, die faschistischem Gedankengut nachgehen, dürfen wir nicht dulden, insbesondere nicht an einer so entscheidenden Stelle der nationalen Sicherheit.</p>
					<p klasse="J">Und dann bleibt noch die Frage des Beschaffungswesens. In den letzten Jahren sind viele Milliarden innerhalb der Bundeswehr sinnlos versickert, weil es an einer ernsthaften Überprüfung der Verteidigungsausgaben gemangelt hat. Ich wünsche mir, dass die politischen Bekräftigungen, hier Reformen einzuleiten, endlich umgesetzt werden.</p>
					<p klasse="J">Viele dieser Punkte bereiten mir Sorgen und Bauchschmerzen. Dennoch bin ich zu der Einschätzung gekommen, dass eine Nichtzustimmung meinerseits zum Sondervermögen Bundeswehr diese angesprochenen Probleme nicht lösen würde. Ich habe in Gesprächen in meiner Fraktion und mit vielen anderen Menschen angestoßen, dass es auch in diesen Feldern Veränderung braucht. Daran werde ich als Abgeordnete weiter arbeiten.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208700">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005226">
							<name>
								<vorname>Merle</vorname>
								<nachname>Spellerberg</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Merle Spellerberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ich stimme der Errichtung des Sondervermögens Bundeswehr mit dem Zweck der Stärkung der Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit zu. Diese Entscheidung habe ich mir keinesfalls leicht gemacht, und meine Abwägungen möchte ich gerne hier erläutern.</p>
					<p klasse="J">Ich würde gerne in einer Welt leben, in der es kein Militär und damit auch keine Militärausgaben geben müsste. Aber in solch einer Welt leben wir nicht. Deshalb gilt mein Dank allen Angehörigen der Bundeswehr, die ihren Beitrag zu unserer Sicherheit leisten. Sowohl die aktuelle geopolitische Lage rund um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als auch der desolate Zustand der Ausstattung der Soldat/-innen machen Investitionen in die Bundeswehr unabdingbar. Wir müssen einerseits in der Lage sein, uns und unsere Bündnispartner/-innen im Ernstfall zu verteidigen und anderseits die Kapazitäten haben, internationale Friedensmissionen wie die UN-Mission in Mali zu unterstützen. Gerade als Abgeordnete eines Landes mit Parlamentsarmee sind wir in der Verantwortung, unser Militär so auszustatten, dass es seinen Auftrag sicher ausführen kann. So leisten wir unseren Beitrag zu europäischer Souveränität und bringen unsere Solidarität mit unseren Partner/-innen, beispielsweise im Baltikum, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zum Ausdruck.</p>
					<p klasse="J">Heute ist dies nicht uneingeschränkt der Fall. Soldat/-innen mussten sich in der Vergangenheit ihre persönliche Schutzausrüstung teils mit eigenen Mitteln vervollständigen, weil die Bundeswehr sie nicht stellen konnte. Von unseren A400M-Flugzeugen sind lediglich ein Drittel einsatzbereit, von den Hubschraubern etwa 40 Prozent und von den Kriegsschiffen weniger als 30 Prozent uneingeschränkt einsatzbereit. Weil unsere Kampfhubschrauber nicht einsatzbereit sind, konnte das Bundeswehrmandat für die UN-Mission MINUSMA in Mali nur unter dem Vorbehalt verlängert werden, dass eine andere Nation Kampfhubschrauber zum Schutz unserer Soldat/-innen zur Verfügung stellt. Militärische Übungen mit unseren Partner/-innen finden überwiegend mit unverschlüsseltem und analogem Funk statt, weil wir als einziger Partner noch keine digitalen und verschlüsselten Funktionen haben. Auch unsere Führungsfähigkeit basiert in großen Teilen noch auf analogen Karten, was den Anforderungen der aktuellen Bedrohungsszenarien nicht gerecht wird. Damit bleiben wir hinter unserer Verantwortung gegenüber den Angehörigen der Bundeswehr und unserem Anspruch als verantwortungstragender Partner in den Vereinten Nationen zurück.</p>
					<p klasse="J">Mir ist es wichtig, zu betonen, dass die Gründe für die Missstände nicht primär in den zur Verfügung gestellten Mitteln des Einzelplans für Verteidigung liegen. Der aktuelle Zustand der Bundeswehr ist an allererster Stelle zurückzuführen auf den Unwillen der Union, in den letzten 16 Jahre umfassende Reformen anzustoßen. Das Bedienen der Wahlkreislobbyinteressen einiger Abgeordneter insbesondere der CSU, für die nicht die Bedarfe der Bundeswehr, sondern die Wünsche der Rüstungsindustrie im Mittelpunkt standen, ist ein weiterer Faktor, der einer kohärenten Finanzierung im Wege stand. Das zu unterbinden, hat höchste Priorität. Ebenso zu adressieren sind Misswirtschaft und die Auslagerung von Fähigkeiten in die Privatwirtschaft, wie es teilweise bei Reparaturen der Fall ist. Eine Reform des Beschaffungswesens ist unabdingbar.</p>
					<p klasse="J">Doch trotz des Hintergrundes der dringend benötigten Finanzierung in die Ausstattung der Bundeswehr ist mir die Entscheidung über das Sondervermögen aus mehreren Gründen schwergefallen.</p>
					<p klasse="J">Als Bündnisgrüne und Verfechterin einer feministischen Außen- und Sicherheitspolitik setze ich mich für eine Politik ein, der ein erweiterter Sicherheitsbegriff zugrunde liegt. Sicherheit ist mehr als nur Militär und Verteidigung. Sicherheit bedeutet auch, in zivile Krisenprävention, in humanitäre Hilfe und in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Diese Ausgaben haben ihre Legitimation schon alleine durch den Zweck der Wahrung der Menschenrechte. Sie tragen zu individueller, menschlicher Sicherheit und dadurch eben auch zu globaler Sicherheit und Stabilität bei. Deswegen stimme ich dem Sondervermögen unter der klaren Maßgabe und dem klaren Auftrag an die Bundesregierung zu, dass in den kommenden regulären Haushalten die im Koalitionsvertrag vereinbarte Eins-zu-eins-Regelung eingehalten wird.</p>
					<p klasse="J">Dass die Einigung zum Sondervermögen nun nicht einmal Cybersicherheit und Zivilschutz beinhaltet, zeugt von einem höchst veralteten und gefährlichen Sicherheitsverständnis einiger am Kompromiss Beteiligter. Auch Cybersicherheit und Zivilschutz sind Aspekte von Landes- und Bündnisverteidigung. Ähnlich wie bei Fragen der Ausstattung der Bundeswehr hat die Bundesregierung im Vergleich zu ihren internationalen Partner/-innen hier dringenden Auf- und Nachholbedarf.</p>
					<p klasse="J">Dass finanzielle Mittel für Cybersicherheit, Zivilschutz und zivile Krisenprävention aus dem Sondervermögen ausgeschlossen wurden, war falsch. Die Koalition verfehlt es hiermit, das Sondervermögen für eine kohärente Sicherheitsstrategie zu nutzen. Es hat zur Folge, dass dringend benötigte Maßnahmen in diesen Bereichen aus dem regulären Haushalt beglichen werden müssen. So werden nun Mittel gebunden, die essenziell sind, um unsere Außen- und Sicherheitspolitik präventiv und resilient zu gestalten und die Notwendigkeit des Militärs langfristig zu reduzieren. Auch dürfen die Finanzierungsspielräume für unsere Sicherheit unter keinen Umständen zulasten der Menschen mit geringen Einkommen und dem Kampf gegen die Klimakrise geschaffen werden. Fehlen hier Investitionen und Mittel, wird im schlimmsten Fall ein Nährboden für antidemokratische Kräfte und gesellschaftliche Spaltung geschaffen.</p>
					<p klasse="J">Die Bundesregierung muss die Finanzierung der zentralen Projekte bedingungslos sicherstellen. Die Aussetzung der Schuldenbremse sowie deren mittelfristige Reform sind notwendig. Außerdem muss schnell und lösungsorientiert eine Übergewinnsteuer diskutiert und umgesetzt werden.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208800">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003888">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Wolfgang</vorname>
								<nachname>Strengmann-Kuhn</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Der von Putin angezettelte brutale Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Welt verändert. Das betrifft aktuell vor allem die Ukraine. Deswegen ist es richtig, die Ukraine zu unterstützen. Dazu zählen auch Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung der Ukraine gegen die russische Armee. Zugleich gibt es auch jetzt schon direkte Auswirkungen bei uns in Deutschland, zum Beispiel durch die dadurch angetriebene fossile Inflation und die Aufnahme von willkommenen ukrainischen Geflüchteten, und weltweit durch eine Verknappung und Verteuerung von Lebensmitteln, die gerade die ärmsten Länder besonders treffen. Das alles trifft auf eine Phase, in der aufgrund des Klimawandels ohnehin eine bessere soziale Absicherung und Maßnahmen zur Schaffung von mehr globaler Gerechtigkeit notwendig sind.</p>
					<p klasse="J">Das Verhalten des russischen Präsidenten hat darüber hinausgehende Auswirkungen auf die bestehende Sicherheitsarchitektur in Europa, weil durch diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg deutlich wird, dass auch ein Angriff auf weitere Länder denkbar und sogar auf das Territorium der NATO nicht mehr vollständig ausgeschlossen ist. Dadurch entstehen Herausforderungen für eine bessere Verteidigungsfähigkeit der NATO, um Putin mittelfristig von weiteren Schritten abzuhalten. Das wird auch zusätzliche militärische Investitionen notwendig machen. Die Überlegung, diese zusätzlichen Ausgaben durch Schulden zu finanzieren, damit die Ausgaben nicht zulasten von ebenfalls notwendigen anderen Maßnahmen, zum Beispiel im Bereich der Sozialpolitik und der Entwicklungszusammenarbeit gehen, macht Sinn. Insofern ist der Grundgedanke eines Sondervermögens durchaus sinnvoll.</p>
					<p klasse="J">Aber 100 Milliarden Euro? Nur für die Bundeswehr? 100 Milliarden Euro sind sehr, sehr viel Geld. Deswegen ist es wichtig, dass diese effizient und zielgenau eingesetzt werden. Hier habe ich Zweifel. Schön jetzt ist der Verteidigungsetat in Deutschland einer der höchsten der Welt. Trotzdem gibt es offensichtliche Mängel bei der Bundeswehr. Um die Effizienz zu steigern, ist deswegen eine Reform des Beschaffungswesens unbedingt erforderlich. Dazu gehört auch, dass es eine Europäisierung der Beschaffung von Rüstungsgütern geben sollte. Deswegen ist es zwar gut, dass eine Reform des Beschaffungswesens vereinbart wurde, aber eigentlich hätte diese vor der Festlegung einer Summe für das Sondervermögen stattfinden müssen. Darüber hinaus wäre es sinnvoll gewesen, erst festzustellen, welche Maßnahmen als Konsequenz aus dem Verhalten von Putin für die Verteidigungsfähigkeit notwendig sind, dann zu überlegen, wie diese effizient finanziert werden können und erst am Schluss einen Betrag festzulegen. Erst den Betrag festzulegen ist problematisch. Das gilt sowohl für das 2 Prozent-Ziel der NATO wie die Vorfestlegung auf 100 Milliarden Euro für das Sondervermögen.</p>
					<p klasse="J">Es ist gut, dass das 2‑Prozent-Ziel der NATO nicht im Grundgesetz festgeschrieben wird, und es ist auch gut, dass verhindert werden konnte, dass nicht zusätzlich zu dem Sondervermögen bereits die Verteidigungsausgaben innerhalb des Bundeshaushalts auf 2 Prozent des BIP erhöht werden. Allerdings sollen durch das Sondervermögen für fünf Jahre die Ausgaben für Verteidigung auf im Durchschnitt 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts angehoben werden. Das ist problematisch, weil das für diesen relativ kurzen Zeitraum bedeutet, dass im Durchschnitt die Militärausgaben jährlich um 20 Milliarden erhöht werden. Das ist ein so hoher Betrag, dass die Gefahr besteht, dass das Geld nicht effizient und effektiv eingesetzt werden kann, auch weil die geplanten Reformen der Beschaffung möglicherweise nicht so schnell wirken. Gut ist allerdings, dass für danach nicht mehr das 2‑Prozent-Ziel festgeschrieben wird, sondern nur noch Ausgaben, „um das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr und den deutschen Beitrag zu den dann jeweils geltenden NATO-Fähigkeitszielen zu gewährleisten“. Es ist zu hoffen, dass es gelingt, dass das dann nicht mehr das simple 2‑Prozent-Ziel ist, sondern qualitative Ziele sind und bis dahin möglichst effiziente Wege gefunden werden, diese zu erreichen.</p>
					<p klasse="J">Neben diesen grundsätzlichen Problemen habe ich auch Probleme mit den konkreten Beschaffungsvorhaben. Insbesondere halte ich es für problematisch, dass im Rahmen des Sondervermögens für viel Geld amerikanische F‑35-Bomber gekauft werden, unter anderem mit der Begründung, dass sie auch Atombomben tragen können. Das widerspricht nach meinem Dafürhalten dem Ziel einer atomaren Abrüstung. Insgesamt besteht durch die starke Anhebung der Militärausgaben in den nächsten Jahren sogar die Gefahr, dass eine konventionelle oder sogar nukleare Aufrüstungsspirale in Gang kommt. Das gilt es zu verhindern.</p>
					<p klasse="J">Als Schlussfolgerung aus dem Angriffskrieg Putins ist mehr notwendig als mehr Geld für die Bundeswehr. Zu mehr Sicherheit gehören auch Maßnahmen zur zivilen Krisenprävention, zum Zivilschutz, zur Cybersicherheit und auch mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Es wäre sinnvoll gewesen, auch Ausgaben dafür im Sinne eines erweiterten Sicherheitsbegriffs in dem Sondervermögen zu verankern. Das ist nicht gelungen. Stattdessen müssen diese zusätzlich notwendigen Maßnahmen jetzt doch über den Bundeshaushalt finanziert werden. Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach Meinung des Bundesfinanzministers im nächsten Jahr wieder die Schuldenbremse gelten soll und Steuererhöhungen ebenfalls von ihm abgelehnt werden, besteht die große Gefahr, dass das zulasten wichtiger Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit geht, die vor dem Hintergrund sowohl der vielfältigen Veränderungen von der Digitalisierung, über die demografischen Veränderungen bis hin zu dem notwendigen sozial-ökologischen Wandel als auch der Folgen aus dem Ukraine-Krieg notwendig sind.</p>
					<p klasse="J">So könnte das Sondervermögen zulasten der sozialen Sicherheit sowie der Armutsbekämpfung in Deutschland und in der Welt gehen, falls es nicht gelingt, die finanziellen Spielräume für den Bundeshalt zu erweitern.</p>
					<p klasse="J">Aufgrund der beschriebenen Probleme und Risiken kann ich dem Sondervermögen in der vorgelegten Form nicht zustimmen und lehne die Grundgesetzänderung ab.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204208900">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005236">
							<name>
								<vorname>Ruppert</vorname>
								<nachname>Stüwe</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Ruppert Stüwe (SPD): Der Bundestag hat heute über ein im Grundgesetz verankertes Sondervermögen für die Bundeswehr abgestimmt. Ich kann diesem Gesetz nicht zustimmen.</p>
					<p klasse="J">Das Grundgesetz ist die Grundlage unserer Demokratie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine Änderung des Grundgesetzes für ein – zeitlich zudem begrenztes – einfaches Gesetz steht dem Sinn des Grundgesetzes diametral gegenüber. In unserer Verfassung sollen nicht Einzeltatbestände, sondern die grundsätzlichen Regelungen unserer Demokratie festgeschrieben werden. Das vorgelegte Gesetz schafft im Gegensatz dazu einen Sondertatbestand, dem ich nicht zustimmen kann.</p>
					<p klasse="J">Als Haushaltsgesetzgeber nimmt der Deutsche Bundestag die entsprechenden Abwägungsentscheidungen vor. Als Steuergesetzgeber entscheidet der Bundestag maßgeblich über die Einnahmen, die dafür zur Verfügung stehen. Mit der Schuldenbremse bindet das Grundgesetz den Bundestag bei der Haushaltsaufstellung. Es schafft aber auch im Artikel 115 Ausnahmetatbestände für besondere Situationen, die auch in dieser Situation hätten angewendet werden können. Diese grundsätzlichen Regelungen müssen dringend überarbeitet werden. Am besten durch die Abschaffung der Schuldenbremse. Einer Sonderregelung für die Bundeswehr kann ich vor diesem Hintergrund nicht zustimmen.</p>
					<p klasse="J">Richtigerweise hat die SPD-Fraktion auch in der vergangenen Legislaturperiode eine kontinuierliche Erhöhung der Mittel für die Bundeswehr durchgesetzt. Ich fände es richtig, diesen Weg weiterzugehen.</p>
				</rede>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 10</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärung nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärung nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 87a) und zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 3 und 4)</p>
				<rede id="ID204209000">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004665">
							<name>
								<vorname>Canan</vorname>
								<nachname>Bayram</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Canan Bayram (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Bei der namentlichen Abstimmung zum „Sondervermögen Bundeswehr“ stimme ich mit Nein.</p>
					<p klasse="J">Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Frieden: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen …“. Dieser Satz aus der Präambel unserer Verfassung ist Appell und Auftrag zugleich. Es bleibt richtig, eine Welt ohne Waffen, ohne Gewalt und in Frieden anzustreben. Sicherheit durch Abschreckung steht gemeinsamer Problemlösung entgegen. Das Konzept der Abschreckung arbeitet mit Bedrohung und setzt einen Kreislauf durch Aufrüstung und Konfrontation in Gang, der wiederum neue Gefahren erzeugt. Mit einer Aufrüstung der Bundeswehr um 100 Milliarden Euro würden wir uns für die kommenden Jahrzehnte auf Abschreckungskonzepte aus dem letzten Jahrhundert festlegen.</p>
					<p klasse="J">Ich verurteile den Angriff Russlands auf die Ukraine und die vielen Kriegsverbrechen, die mit jedem Tag, der seit Beginn des Krieges vergeht, schlimmer werden und denen immer mehr Zivilist/-innen zum Opfer fallen. Es steht für mich außer Frage, dass wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen müssen, diesen Krieg zu beenden. Aber wenn wir Demokratie und Menschenrechte verteidigen wollen, dann müssen wir die gesamte Welt in den Blick nehmen. Wir brauchen Antworten auf die globale Gerechtigkeit und die sozialen Fragen. Wir brauchen Investitionen für den Einsatz für Klimagerechtigkeit und die Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt.</p>
					<p klasse="J">In das Grundgesetz gehören allgemeine, fundamentale Normen des Zusammenlebens. Dazu gehören die Kinderrechte, die Ergänzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes um ein Verbot der Diskriminierung wegen sexueller Identität und die Streichung des Begriffs „Rasse“ aus dem Grundgesetz. Alles Vorhaben für die aktuelle Legislaturperiode aus dem Koalitionsvertrag. Aber keinesfalls Ad-hoc-Regelungen, die sich aus einer aktuellen Notlage ergeben. Warum wird dann kein Sondervermögen für die Pflege, die Kindergrundsicherung oder andere soziale Aufgaben geschaffen?</p>
					<p klasse="J">Um diese Ausgaben zu tätigen, bräuchte es keine Grundgesetzänderung, in der ein Sondervermögen aufgenommen wird. In Anbetracht der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sollten wir die Schuldenbremse hinterfragen, statt mit dem „Sondervermögen Bundeswehr“ am Grundgesetz herumzudoktern.</p>
					<p klasse="J">Zudem verschleiert der Begriff eines „Sondervermögens“ nur, dass es zurückgezahlt werden muss. Sollte man nicht von „Sonderschulden“ sprechen? Schneller, als es viele im Augenblick wahrhaben wollen, werden diese Schulden gegen Ausgaben für soziale Anliegen stehen, egal wo sie verbucht werden. Hinzu kommt, dass mit der Verabschiedung des Sondervermögens parteiübergreifend eine haushaltspolitische Vorfahrtsregel für Rüstungsausgaben über das Jahr 2027 hinaus verankert wird. Wenn auch nicht mit Verfassungsrang, aber als auf Dauer angelegter Grundkonsens.</p>
					<p klasse="J">Ein Sondervermögen allein für die Bundeswehr greift viel zu kurz. Die Frage, vor der wir stehen, ist größer: Es geht um nicht weniger als eine gelingende Zukunft für alle Menschen auf dieser Welt. Deshalb steht eine gemeinsame neue und globale Friedensordnung auf der Tagesordnung. Zur Umsetzung können uns dabei die von den Vereinten Nationen vereinbarten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals der UN) als Leitplanken dienen.</p>
					<p klasse="J">Da diese Ziele angesichts des Schreckens des Krieges immer wieder in Vergessenheit geraten, möchte ich sie hier vollständig zitieren. Sie sind so viel wichtiger als jedes Jagdflugzeug und jeder Panzer, und allein ihre Erwähnung öffnet so weit den Horizont, um was es auf dieser Erde wirklich geht:</p>
					<p klasse="J">1. Armut in all ihren Formen und überall beenden</p>
					<p klasse="J">2. den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern</p>
					<p klasse="J">3. ein gesundes Leben für Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern</p>
					<p klasse="J">4. inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern</p>
					<p klasse="J">5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen</p>
					<p klasse="J">6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten</p>
					<p klasse="J">7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern</p>
					<p klasse="J">8. dauerhaftes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern</p>
					<p klasse="J">9. eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen</p>
					<p klasse="J">10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern</p>
					<p klasse="J">11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten</p>
					<p klasse="J">12. nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen</p>
					<p klasse="J">13. umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen</p>
					<p klasse="J">14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen</p>
					<p klasse="J">15. Ökosysteme schützen, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung, Bodendegradation und den Verlust der biologischen Vielfalt beenden</p>
					<p klasse="J">16. friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen den Zugang zur Justiz ermöglichen</p>
					<p klasse="J">17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.</p>
					<p klasse="J">Nur internationale Solidarität und Zusammenarbeit in diesen Fragen werden uns vor Ressourcenkonflikten und unendlichem Leid durch Dürre, Hunger und Krieg bewahren. Nicht mit Waffen, sondern nur mit einem ganzheitlichen Ansatz können wir eine neue Weltfriedensordnung schaffen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209100">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004680">
							<name>
								<vorname>Jürgen</vorname>
								<nachname>Braun</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Jürgen Braun (AfD): Seit ihrer Gründung 2013 tritt nur die Alternative für Deutschland konsequent für eine Stärkung der Bundeswehr ein. Dabei geht es sowohl um eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr als auch um eine bessere Ausstattung jedes einzelnen Soldaten. Das erfordert deutlich höhere Ausgaben für die Bundeswehr, damit sie ihre Aufgaben endlich wieder angemessen erfüllen kann. Diese klare Haltung haben wir in unserem Grundsatzprogramm und mehreren Wahlprogrammen verbindlich verankert.</p>
					<p klasse="J">Erstens. Die Bundesregierung versucht die notwendige Stärkung der Bundeswehr jetzt allerdings über eine Grundgesetzänderung mit einem „Sondervermögen“ in einen Schattenhaushalt zu überführen. Diesem Weg mit Änderung des Grundgesetzes kann ich nicht zustimmen. Deutlich höhere Ausgaben für unsere Bundeswehr wären auch innerhalb des ordentlichen Bundeshaushalts möglich gewesen.</p>
					<p klasse="J">Zweitens. Die 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr sind aber dringend notwendig. Aus diesem Grund werde ich dieser zusätzlichen Summe für die Bundeswehr zustimmen. Unser Ziel, die Bundeswehr angemessen zu stärken, ist angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse derzeit nur mit der Zustimmung zu diesem Gesetz erreichbar. Meine Zustimmung in dieser namentlichen Abstimmung entspricht der klaren Mehrheitsentscheidung unserer Fraktion am Montag.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209200">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005045">
							<name>
								<vorname>Deborah</vorname>
								<nachname>Düring</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Deborah Düring (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Bis zuletzt habe ich mit mir gerungen, ob ich der Grundgesetzänderung und der Errichtung des „Sondervermögens Bundeswehr“ zustimmen kann. Aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine wird aktuell viel über die Frage der militärischen Sicherheit diskutiert. Unser Ziel sollte es sein, Sicherheit für alle Menschen zu schaffen. Sicherheit ist nicht nur Sicherheit vor Krieg, sondern auch Sicherheit vor Hunger, vor Armut, vor Krankheit, vor Ungerechtigkeit und vor Chancenlosigkeit.</p>
					<p klasse="J">Die Folgen des Krieges sind auf der gesamten Welt dramatisch und haben schwerwiegende Folgen für Menschen im Globalen Süden. Ich habe lange damit gehadert, dass das Sondervermögen im Grundgesetz verankert werden soll, was nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Die Verankerung der militärischen Sicherheit im Grundgesetz darf nicht dazu führen, dass die vielfältigen Aspekte von Sicherheit weniger Beachtung finden. Warum ich mich letztendlich – nach sehr langer Abwägung – dafür entschieden habe, zuzustimmen, und welchen weiteren Handlungsbedarf der Bundesregierung ich sehe, möchte ich hier erklären.</p>
					<p klasse="J">Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Welt, in der wir leben, unumkehrbar verändert. Unsere europäische Friedensordnung ist schwer beschädigt. Millionen von Ukrainer/-innen sind auf der Flucht, Tausende Zivilist/-innen wurden getötet. Russland nutzt Hunger gezielt als Waffe ein und setzt damit die Ernährung von Hunderten Millionen Menschen im Globalen Süden aufs Spiel. Die Liste an Kriegsverbrechen, die die russische Armee in der Ukraine begeht, ist lang. Die baltischen und osteuropäischen Staaten sehen sich durch die russische Aggression massiv bedroht. Ihnen im Ernstfall solidarisch beizustehen, ist unsere Pflicht. Dafür muss unsere Bundeswehr einsatzfähig sein. Militärische Sicherheit ist ein Teil von Sicherheit und muss im Notfall auch garantiert werden. Deshalb stimme ich heute für die Änderung des Grundgesetztes und die Errichtung des „Sondervermögens Bundeswehr“.</p>
					<p klasse="J">Die Bundeswehr befindet sich aktuell in einem schlechten Zustand, aber allein 100 Milliarden Euro bereitzustellen, reichen nicht aus, um unsere Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten. Dies muss mit einer grundlegenden Revision des Beschaffungswesens einhergehen. Die Mittel müssen gezielt in notwendige Investitionen fließen, damit die Soldat/-innen auch auf unseren internationalen Friedenseinsätzen optimal ausgestattet sind.</p>
					<p klasse="J">Damit die Bundeswehrsoldat/-innen unsere Demokratie verteidigen können, müssen sie selbst fest auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen. Deshalb ist es von größter Bedeutung, den Rechtsextremismus innerhalb der Bundeswehr vehement zu bekämpfen. Verdachtsfälle müssen konsequent überprüft werden, und die juristische Aufarbeitung muss zügig erfolgen.</p>
					<p klasse="J">Sicherheit ist nicht nur militärische Sicherheit. Sicherheit bedeutet auch Schutz vor Armut, vor Hunger und der Klimakrise. Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, deshalb auch dafür sorgen, dass ausreichend finanzielle Mittel für zivile Krisenprävention, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit geschaffen werden. Ich plädiere weiterhin vehement dafür, die im Koalitionsvertrag verankerte Eins-zu-eins-Regel umzusetzen. Für jeden Euro, der in Verteidigungsausgaben fließt, muss ein Euro in Krisenprävention, humanitäre Hilfe, Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit investiert werden. Es ist unsere Aufgabe, für die Sicherheit aller Menschen zu sorgen. Dafür werde ich als Abgeordnete und entwicklungspolitische Sprecherin weiter kämpfen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209300">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005059">
							<name>
								<vorname>Schahina</vorname>
								<nachname>Gambir</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Schahina Gambir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Bis zuletzt habe ich mit meiner Zustimmung zur Änderung des Grundgesetzes gerungen, die ein Sondervermögen für die Bundeswehr ermöglicht. Anlässlich der Debatte heute im Deutschen Bundestag möchte ich meine Bedenken und Zweifel transparent machen und erklären, warum ich dem Sondervermögen trotzdem zustimmen werde:</p>
					<p klasse="J">Am 24. Februar 2022 hat sich unsere Welt verändert. Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat sich die russische Regierung unter Putin gänzlich von einer regelbasierten internationalen Ordnung verabschiedet. Schon vor dem Angriff hat die russische Regierung die Souveränität von osteuropäischen Staaten und Völkern verletzt, sei es in Georgien, Tschetschenien oder seit 2014 auf der Krim. Dabei schreckt die russische Führung auch vor schlimmsten Menschenrechtsverletzungen nicht zurück. Im Krieg gegen die Ukraine ist belegt, dass Russland Kriegsverbrechen wie Massentötung von Zivilist/-innen begangen hat und Massenvergewaltigungen als Kriegswaffe einsetzt.</p>
					<p klasse="J">Deutschland steht aufgrund seiner Geschichte und seiner wirtschaftlichen Stärke innerhalb Europas in besonderer Verantwortung. Diplomatische Bemühungen und Sanktionen haben Russland nicht von seiner kriegerischen Expansionspolitik abgehalten. Es ist daher an uns, mit unseren europäischen Partnern und der NATO Wege zu finden, Demokratie, Menschenrechte und Frieden in Europa zu verteidigen und der Ukraine ein Recht auf Selbstverteidigung zu ermöglichen. Dazu gehören zweifellos auch Waffenlieferungen.</p>
					<p klasse="J">Es steht für mich außer Zweifel, dass das Sondervermögen der Bundeswehr ein wichtiger Schritt ist, um dieser Verantwortung nachzukommen. Besonders unseren NATO-Partnern wie Polen und den baltischen Staaten und unseren EU‑Partnern Schweden und Finnland, die durch die russische Politik massiv bedroht sind, sind wir es schuldig, unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken.</p>
					<p klasse="J">Die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr herzustellen und sie gut auszustatten, ist nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine notwendig geworden. Die Bemühungen müssen aufgrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage jedoch dringend beschleunigt werden.</p>
					<p klasse="J">Ob das Sondervermögen in der vorliegenden Ausgestaltung jedoch der richtige Weg ist, hat mich bis zuletzt zweifeln lassen. Dass das Sondervermögen ausschließlich in die Bundeswehr investiert wird und keinen erweiterten Sicherheitsbegriff berücksichtigt, halte ich für falsch und anachronistisch. Die hybride Kriegsführung Russlands mit Angriffen auf unsere kritische Infrastruktur macht deutlich, wie wichtig unter anderem Cybersicherheit und Energiesouveränität für unsere Sicherheit sind. Die Finanzierung dieser sicherheitspolitischen Interessen wird vom Sondervermögen in dieser Form nicht abgedeckt. Sicherheitspolitik in diesen Zeiten rein militärisch zu begreifen, stellt keine Zeitenwende dar, sondern beruht auf veralteten Überzeugungen, die den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen nicht gerecht werden.</p>
					<p klasse="J">Zudem löst das Sondervermögen auch nicht das Problem der ineffizienten Strukturen, die dazu geführt haben, dass die Bundeswehr, trotz komfortabler finanzieller Ausstattung im jährlichen Bundeshaushalt, nicht einsatzfähig ist. Es mangelt an Ausrüstung, und Hubschrauber und Gerät sind in schlechtem Zustand. Dieser Missstand muss zügig aufgelöst werden, indem die Verteidigungsausgaben endlich gründlich überprüft werden.</p>
					<p klasse="J">Mit dem „Sondervermögen Bundeswehr“ verabschiedet sich die Ampelkoalition darüber hinaus von dem im Koalitionsvertrag selbst gesteckten Ziel der Eins-zu-eins-Kopplung. Nämlich der Übereinkunft, dass jeder investierte Euro in Rüstungsausgaben gleichwertig in die Entwicklungszusammenarbeit investiert werden muss. Grade vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Versorgungslage in vielen Ländern und der Destabilisierung von Regierungen aufgrund des Angriffskriegs Russlands und aufgrund der sich verschlimmernden Klimakatastrophe weltweit ist diese Entscheidung bitter.</p>
					<p klasse="J">Nicht zuletzt kommt hinzu, dass bisher keine konsequente Aufdeckung und Unterbindung rechtsextremistischer Bestrebungen in der Bundeswehr stattgefunden haben und auch die Waffen- und Munitionsverluste bisher nicht mit Nachdruck aufgeklärt wurden. Ich stelle die demokratische und verantwortungsbewusste Haltung der überwältigenden Mehrheit der Dienstleistenden in der Bundeswehr nicht in Frage. Die zunehmenden rechtsextremistischen Vorfälle besorgen mich aber. Ihnen müssen wir konsequent nachgehen, und wir müssen ihnen ausnahmslos mit der vollen Härte des Rechtsstaats begegnen. Dafür setze ich mich mit vielen Partner/-innen innerhalb meiner Fraktion und der Koalition ein, denn auch diese Strukturen könnten von den erhöhten finanziellen Zuwendungen durch das Sondervermögen profitieren.</p>
					<p klasse="J">Trotz der genannten Zweifel stimme ich dem Sondervermögen für die Bundeswehr zu. Die verhandelte Einigung mit unseren Koalitionspartnern und der Union scheitern zu lassen, wäre in der jetzigen sicherheitspolitischen Situation und gegenüber unseren NATO- und EU-Partnern unverantwortlich gewesen. Zudem befürworte ich, dass das Sondervermögen außerhalb der Schuldenbremse über eine Erhöhung der Nettokreditaufnahme finanziert wird. So wird sichergestellt, dass es im Bundeshaushalt weiterhin Spielraum für andere wichtige Projekte gibt.</p>
					<p klasse="J">Mit den angesprochenen Problemen werde ich verantwortungsbewusst umgehen. Meine Zustimmung ist zugleich Auftrag für mich, in Zukunft unentwegt Verbesserungen in diesen Feldern einzufordern. Dafür setze ich auf die Unterstützung meiner Fraktion, der Ampelkoalition und vieler anderer.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209400">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005108">
							<name>
								<vorname>Annika</vorname>
								<nachname>Klose</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Annika Klose (SPD): Der Grundgesetzänderung sowie dem Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens von einmalig 100 Milliarden Euro für die Ausstattung der Bundeswehr habe ich heute nur unter großen Vorbehalten zugestimmt.</p>
					<p klasse="J">Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken, die für die SPD in dieser Frage verhandelt haben. Insbesondere gilt mein Dank dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich. Rolf Mützenich genießt in meinen Augen fraktionsübergreifend mit seinem Eintreten für eine sozialdemokratische Friedenspolitik eine hohe Glaubwürdigkeit. Ohne sein großes Engagement bei den Verhandlungen um diese Gesetze hätte ich beiden Gesetzen zur Einrichtung und Verwendung des Sondervermögens mit großer Sicherheit nicht zugestimmt.</p>
					<p klasse="J">Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine stellt unsere aktuelle Sicherheits- und Verteidigungspolitik infrage. Nicht nur, weil dieser Krieg in unserer unmittelbaren europäischen Nachbarschaft und in unmittelbarer Nähe zu NATO-Grenzen stattfindet, sondern auch, weil ein Angriffskrieg auf ein demokratisches Land und die damit verbundene existenzielle Bedrohung der demokratischen Selbstbestimmungsrechte der Bürger/-innen dieses Landes durch Dritte für uns in Europa in andere, längst vergangene Zeiten zu gehören schien. Während wir die Ukrainer/-innen auf ihren Wunsch hin nach Kräften dabei unterstützten, sich gegen diesen Angriff zu verteidigen, müssen wir uns auch der Frage nach unserer eigenen Verteidigungsfähigkeit sowie der Verteidigung unserer osteuropäischen NATO-Partner/-innen neu widmen – ob wir es wollen oder nicht. Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass unsere östlichen europäischen Nachbar/-innen Sorge haben vor weiteren Angriffskriegen und dass von uns Unterstützung und Schutz erwartet wird. Für mich steht fest, dass sich auch die liberalen Demokratien gegen Angriffe verteidigen können müssen.</p>
					<p klasse="J">Vor diesem Hintergrund ist es richtig, den Zustand unserer Bundeswehr kritisch zu überprüfen und Mängel in der Ausstattung zu beheben. Als Abgeordnete des Deutschen Bundestags fühle ich mich unserer Parlamentsarmee verpflichtet. Eine angemessene Ausstattung unserer Soldat/-innen ist mir wichtig, und ihr Schutz muss durch gut funktionierende Ausrüstung gewährleistet sein. Das ist aktuell nicht der Fall. Die Ausrüstung der Bundeswehr ist in einem erschreckend schlechten Zustand. Hier muss dringend nachgebessert werden, und dafür sollen auch die 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen verwendet werden.</p>
					<p klasse="J">Die Einrichtung eines Sondervermögens ermöglicht es, die Ausrüstung der Bundeswehr parallel zum aktuellen Haushalt vorzunehmen und beengt somit die haushalterischen Spielräume der nächsten Jahre nicht übermäßig. Solange wir im Rahmen der Schuldenbremse agieren müssen, ist dies ein guter Weg, um bestehenden Spielräume für unsere sozialpolitischen Vorhaben im Haushalt zu erhalten, die wir uns als Koalition vorgenommen haben.</p>
					<p klasse="J">Aus diesen Gründen habe ich den vorliegenden Gesetzen zugestimmt.</p>
					<p klasse="J">Diese Entscheidung fiel mir jedoch nicht leicht, und ich möchte auch meine Kritikpunkte teilen:</p>
					<p klasse="J">Erstens. Ich unterstütze zwar die gute Ausrüstung der Bundeswehr, aber keine Aufrüstung. Es bedarf der kritischen Kontrolle durch das Parlament, dass die zur Verfügung gestellten Mittel nicht für eine Aufrüstung verwendet werden.</p>
					<p klasse="J">Zweitens. Das mögliche außenpolitische Signal der 100 Milliarden Euro, dass sich Deutschland eine sehr starke Armee aufbaut, sehe ich sehr kritisch. Es besteht die Gefahr eines globalen Wettrüstens. Deutschland sollte sich an diesem nicht beteiligen oder dieses weiter anheizen. Eine umsichtige und zurückhaltende Außen- und Sicherheitspolitik ist für mich das Gebot der Stunde, dies muss von der Bundesregierung weiterhin gewährleistet werden.</p>
					<p klasse="J">Drittens. Es müssen alle diplomatischen Mittel genutzt werden, um deutlich zu machen, dass Deutschland zwar verteidigungsfähig ist, aber sich nicht aktiv in den Krieg in der Ukraine einmischen wird. Wir und die NATO dürfen unter keinen Umständen zur Kriegspartei werden.</p>
					<p klasse="J">Viertens. Die Bundeswehr hat auch in den letzten Jahren ein Budget in Höhe von jährlich circa 50 Milliarden Euro erhalten. Diese Ausgaben sind mit den Verteidigungsausgaben anderer großer europäischer Länder vergleichbar. Von einem „Kaputtsparen“ kann also keine Rede sein. Augenscheinlich wurde aber durch ein mangelhaftes Beschaffungswesen, schlechte Verträge und Misswirtschaft unter den Vorgängerregierungen sehr viel Geld, das für die Ausstattung der Bundeswehr vorgesehen war, verschwendet. Meine Zustimmung zum Sondervermögen ist daher an die von der Bundesverteidigungsministerin zugesagte umfangreiche Reform des Beschaffungswesens geknüpft.</p>
					<p klasse="J">Fünftens. Für viele Menschen ist es schwer zu verstehen, weshalb nun kurzfristig 100 Milliarden Euro für die Verteidigung bereitgestellt werden, aber für die Belastungen in ihrem Alltag häufig kein Geld zur Unterstützung da ist. Mit den angekündigten Reformen, wie dem neuen Bürgergeld, der Kindergrundsicherung und dem sozialen Klimageld, haben wir die Möglichkeit, diesem Eindruck entgegenzuwirken und deutliche Verbesserungen für die Menschen in diesem Land herbeizuführen. Ich sehe hier die dringende Notwendigkeit, dass diese Maßnahmen ebenfalls gut finanziell ausgestattet werden und sichergestellt wird, dass weitere Entlastungen geschaffen werden.</p>
					<p klasse="J">Sechstens. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Ein-zu-eins-Finanzierung für die Entwicklungszusammenarbeit halte ich für richtig. Dass diesem Anspruch im Rahmen des Sondervermögens nicht nachgekommen wird, ist angesichts der globalen Krisen höchst bedauerlich. Eine sozialdemokratische Friedenspolitik bedeutet den Vorrang von Diplomatie, ziviler Krisenprävention, der Unterstützung von nachhaltiger Entwicklung durch eine gut ausgestattete Entwicklungszusammenarbeit und Schutz und Unterstützung für Menschen in Notlagen durch humanitäre Hilfe. Daher wäre es richtig gewesen, die Mittel aus dem Sondervermögen auch für die EZ und humanitäre Hilfe nutzbar zu machen. Hier ist auch im regulären Haushalt nachzusteuern.</p>
					<p klasse="J">Ich habe der Einrichtung des Sondervermögens heute zugestimmt. Eine weitere kritische Begleitung der deutschen Sicherheits-, Außen- und Verteidigungspolitik bleibt für mich aber dringend geboten.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209500">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11003578">
							<name>
								<vorname>Markus</vorname>
								<nachname>Kurth</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Warum ich einem „Sondervermögen Bundeswehr“ zustimme:</p>
					<p klasse="J">Die Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ ist in dieser Form und mit der vorgesehenen inhaltlichen Ausgestaltung fehlgeleitet und politisch hohl. Es ist Symbolpolitik, mit der insbesondere der Bundeskanzler Olaf Scholz vor allen Dingen effektvoll Führungsfähigkeit und Entschlusskraft gleichermaßen zur Darbietung bringen wollte und will. Der Ankündigung des avisierten Betrages von 100 Milliarden Euro ist keine systematische Bedarfsanalyse, geschweige denn eine systematische Beschaffungsplanung vorausgegangen. De facto handelt es sich bei dem Sondervermögen zunächst um eine Absichtserklärung, die lediglich mit einer dürftigen zweiseitigen Liste eilig zusammengesammelter Beschaffungswünsche des Bundesministeriums der Verteidigung hinterlegt ist. Schon die Ankündigung in jener Rede des Bundeskanzlers am 27. Februar 2022 vor dem Deutschen Bundestag, in der dieser die „Zeitenwende“ ausrief, stellte einen Affront sondergleichen gegenüber dem höchsten Verfassungsorgan, dem Deutschen Bundestag, dar. Die Verkündigung eines einsamen Beschlusses des Bundeskanzlers bedeutete jedenfalls keinesfalls eine „Zeitenwende“, sondern den Rückfall in für ein Parlament unwürdige Zeiten, die ich selbst in meiner ersten Wahlperiode als Abgeordneter des Deutschen Bundestags in den Jahren von 2002 bis 2005 erleben musste. Der 27. Februar 2022 markiert auch die Wiederauferstehung der abstoßenden „Basta-Mentalität“, die der autoritäre Typus des Sozialdemokraten in übler Manspreading-Manier zum Anschlag bringt, wenn er glaubt, Oberwasser zu haben.</p>
					<p klasse="J">Besonders ärgerlich ist dieses Verfahren gewesen, weil es bei der Ankündigung der Errichtung eines Sondervermögens und einer damit korrespondierenden Grundgesetzänderung nicht nur um Benimm ging, sondern weil es die Regierungsmehrheit ohne Not der CDU/CSU ausgeliefert hat. Es war eine Einladung zu politischer Erpressung, die der Fraktionsvorsitzende der Union, ohne zu zögern, dankbar angenommen hat. Wenn jetzt das Sondervermögen ausschließlich militärische Hardware, also im Kern Waffensysteme, umfassen soll, folgt diese Festlegung genauso wie das Volumen von 100 Milliarden Euro keinerlei sachlich begründeter Planung oder Bedarfsanalyse, sondern dient ausschließlich ebenso kurzsichtiger wie primitiver Kraftmeierei.</p>
					<p klasse="J">Der politische Stumpfsinn, der sich in dieser Grundgesetzänderung manifestiert, ist für mich mehr als bloß ärgerlich, als dass an der grundsätzlichen Notwendigkeit, sowohl die Bundeswehr deutlich besser auszurüsten als auch die Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen, kein Zweifel bestehen kann. Die Welt sieht nicht erst seit dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine die Formierung eines neuen, zeitgenössischen Typs von Faschismus in Russland, der sich seit Kriegsbeginn in voller Brutalität im Innern wie im Äußeren entfaltet. Der Krieg wirkte gleichsam als Katalysator für den Faschismus Putin’scher Prägung, der gleichsam stellvertretend in Butscha sein Gesicht des radikalen Bösen gezeigt hat. Spätestens seit das 64. Regiment der russischen Armee, welches in Butscha stationiert war, von Putin persönlich als „Garderegiment“ ausgezeichnet wurde, ist klar, dass die Vernichtung von Teilen der ukrainischen Bevölkerung und der Terror gegen in- und ausländische demokratische Bewegungen der Zivilgesellschaft wesentlicher Teil des russischen Faschismus sind.</p>
					<p klasse="J">Es ist diese historische Herausforderung, dass die freie Welt – gerade in Europa – einem neuen Typ von Faschismus Widerstand leisten muss, die mich dazu bringt, der Änderung des Grundgesetzes und der Errichtung des „Sondervermögens Bundeswehr“ trotz aller Mängel und trotz der unsäglichen Vorgeschichte zuzustimmen. Denn längst hat sich die von der Suche nach innenpolitischen Geländegewinnen getriebene deutsche Debatte zu einem internationalen Politikum entwickelt. Die heutige Abstimmung ist nunmehr vor allem Symbol des politischen Willens der Bundesrepublik Deutschland, ihren Beitrag zum Widerstand gegen ein kriegführendes und todessüchtiges faschistisches Regime in Russland zu leisten. Die heutige Stimmabgabe ist von ihrer internationalen sicherheitspolitischen Bedeutung her inzwischen viel weniger eine Sachentscheidung über die Bundeswehr und deren Finanzierung. Die größtmögliche Geschlossenheit des Deutschen Bundestages in der konkreten Stimmabgabe ist de facto auch ein Signal der Entschlossenheit sowohl gegenüber verbündeten Demokratien als auch gegenüber Präsident Putin, dass diese Demokratie Bundesrepublik Deutschland bereit ist, sich und andere Demokratien in Europa zu verteidigen.</p>
					<p klasse="J">Die Bedeutung dieses Signals ist gerade gegenüber dem Angreifer, zu dessen Methoden der hybriden Kriegführung ja auch das Schüren der innergesellschaftlichen Spaltung und die Zersetzung von demokratischen Strukturen gehört, von überragender Bedeutung. Demgegenüber habe ich mich entschieden, an diesem einen Tage die von mir kritisierten Verfahren und Inhalte in Bezug auf das Sondervermögen hinzunehmen. Ich stimme mit Ja ab.</p>
					<p klasse="J">Das heißt jedoch nicht, dass damit meine Kritik aufgehoben ist: Im weiteren Verfahren sind sämtliche Spielräume – und davon gibt es einige – zu nutzen, um zu verhindern, dass Steuergeld sinnlos verschleudert wird. So sind zum Beispiel schon rein technisch die 100 Milliarden Euro nicht in fünf Jahren zu verausgaben, wie das die Union will. Eine Beschaffungsorganisation, für die in der Vergangenheit schon der Einkauf von Unterhosen eine nicht zu bewältigende Herausforderung bedeutete, wird aller Voraussicht nach militärisches Großgerät und komplexe Waffensysteme nur über einen deutlich längeren Zeitraum von mehr als zehn Jahren beschaffen können. Dies ist auch absolut sinnvoll, um nicht unter Zeitdruck planlos und von Anbietern erpressbar irgendwelche Ausrüstungsgegenstände zu erwerben, nur um das schuldenfinanzierte Sondervermögen auszugeben. Des Weiteren werde ich mich mit meiner Fraktion auch weiterhin für eine Planung und Etatisierung der Verteidigungsausgaben einsetzen, die einer Fähigkeitsanalyse und einer Beschaffung nach verteidigungspolitischen Notwendigkeiten folgt statt einer Prozentgröße der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung. Dass dieser an und für sich banale Punkt hier erwähnt werden muss und dass dafür gekämpft werden musste, damit das sogenannte „2‑Prozent-Ziel“ eben nicht Teil der heutigen Abstimmung ist, kann nur als Beleg einer bemerkenswerten rüstungspolitischen Einfalt der Fraktion der CDU/CSU gewertet werden.</p>
					<p klasse="J">Im Übrigen werde ich mich nicht zuletzt in meiner Funktion als Mitglied des Haushaltsausschusses dafür einsetzen, dass die Ausgaben für Cybersicherheit, Entwicklungszusammenarbeit und zivile Konfliktprävention sowie für Zivilschutz nicht zulasten von sozialer Sicherheit und den dafür notwendigen öffentlichen Aufwendungen gehen. Denn wenn die Rüstung der Bundeswehr und die zivilen Sicherheitsausgaben dazu führen, den gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt zu schwächen oder gar ernsthaft zu beschädigen, spielen wir den Putin-Faschisten in die Hände. Dann wären all die Ausgaben, die jetzt über das Sondervermögen beschlossen werden, völlig umsonst gewesen. Dies wäre eine Ironie der Geschichte, die zu erleben wir keinem mörderischen Diktator dieser Erde gönnen dürfen. Ich hoffe darauf, dass diese Einsicht in langfristige politische Vernunft auch bei denjenigen keimt, die diese Form der Errichtung des Sondervermögens maßgeblich verantwortet haben. Ich jedenfalls werde alles versuchen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209600">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005191">
							<name>
								<vorname>Sebastian</vorname>
								<nachname>Roloff</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Sebastian Roloff (SPD): Der durch nichts zu rechtfertigende und brutale russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die Welt, wie wir sie kannten, erschüttert und verändert. Auch in Deutschland hat der Beginn des Krieges alles verändert. Die politischen Herausforderungen sind komplizierter geworden.</p>
					<p klasse="J">Deutschland steht vor der Aufgabe, den schnellen Ausweg aus der Energieabhängigkeit von Russland zu schaffen und gleichzeitig den sozialen Frieden zu wahren. Die Wirtschaft ist in unsicherem Fahrwasser und von Rohstoffmangel geplagt. Beschäftigte sorgen sich um ihre Arbeitsplätze, und die Menschen im Land sind unsicher, wenn sie auf die Sicherheitslage in Europa, die Inflation, die Sicherheit der Rente und die Zukunft der Erde mit Blick auf die Klimakrise blicken. Für all diese Herausforderungen braucht es politische Antworten. Deshalb ist es aus meiner Sicht notwendig, die Schuldenbremse weiter auszusetzen und als moderner und aktiver Staat Lösungen zu finden und notwendige Investitionen in die Transformation, die Wirtschaft und die Gesellschaft zu ermöglichen.</p>
					<p klasse="J">Insbesondere in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik hat ein starker Wandel in kurzer Zeit stattgefunden.</p>
					<p klasse="J">Ich blicke kritisch auf die Errichtung des Sondervermögens für die Bundeswehr und werde die Auswirkungen der Grundgesetzänderung und des Bundeswehrsondervermögensgesetzes in den kommenden Jahren kritisch begleiten. Es ist richtig, die Bundeswehr nach Jahren der Misswirtschaft anständig auszustatten, und es ist wichtig, dass das Beschaffungswesen verändert wird, um in Zukunft effizienter mit den Mitteln umzugehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir Sicherheits- und Verteidigungspolitik größer denken müssen. Fragen der Energie- und Klimasicherheit, eine funktionierende Cybersicherheit, Zivil- und Katastrophenschutz, aber auch die Herstellung des sozialen Friedens im Land müssen zum Sicherheitsverständnis dazugehören. Nur so fallen die Worte von Populisten und Kriegstreibern wie dem russischen Präsidenten nicht auf fruchtbaren Boden, und nur so verteidigen wir nachhaltig unsere Werte und unsere Freiheit.</p>
					<p klasse="J">Die Einrichtung des Sondervermögens darf nicht zu einer Aufrüstungsspirale führen. Das Festhalten an starren Werten wie einem 2‑Prozent-Ziel ist keine kluge Verteidigungspolitik; aus diesem Grund ist es gut, dass das 2‑Prozent-Ziel durch die Debatte der vergangenen Monate nicht im Grundgesetz festgehalten wird. Stattdessen müssen wir uns daran orientieren, die Bundeswehr und unsere gesamte Sicherheitsinfrastruktur gut aufzustellen. Wir müssen mit unseren Bündnispartnern in der NATO dafür sorgen, dass wir die Verteidigungsfähigkeit weiter gemeinsam denken und keinen Wettkampf innerhalb der NATO aufmachen.</p>
					<p klasse="J">Unser Ziel muss eine Welt ohne Waffen und in Frieden sein. Weltweite Abrüstung muss deshalb langfristig der Auftrag bleiben. Dies geht jedoch nur mit verlässlichen Staaten auf der anderen Seite der Verhandlungstische – der russische Präsident hat klar gezeigt, dass er nicht zu dieser Kategorie gehört.</p>
					<p klasse="J">Ich stimme der Einrichtung des Sondervermögens heute zu, um der Bundeswehr nach Jahren der Misswirtschaft eine gute Ausstattung zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die Bundesrepublik eine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur hat. Darüber hinaus begrüße ich, dass es durch den Einsatz der SPD-Fraktion möglich war, Maßnahmen zu Cybersicherheit, Zivilschutz sowie zur Ertüchtigung und Stabilisierung von Partnern ins Errichtungsgesetz mit aufzunehmen.</p>
					<p klasse="J">Ich erwarte nun, dass in den kommenden Jahren keine Abstriche bei den vereinbarten Vorhaben der Regierungskoalition gemacht werden und die Bundesregierung sich weiter dafür einsetzt, Fortschritte in der sozialen Frage unserer Gesellschaft zu erreichen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209700">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005192">
							<name>
								<vorname>Jessica</vorname>
								<nachname>Rosenthal</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Jessica Rosenthal (SPD): Der Bundestag hat heute über die Änderung des Grundgesetzes zur Einführung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ abgestimmt.</p>
					<p klasse="J">Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde die europäische Friedensordnung durch den russischen Präsidenten Putin pulverisiert und die nationale Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine grundsätzlich negiert. Die Aussagen des russischen Präsidenten und die verübten Kriegsverbrechen lassen darauf schließen, dass die kulturelle Identität des gesamten ukrainischen Volkes angegriffen und vernichtet werden soll. Es ist daher die richtige Entscheidung des Bundeskanzlers und der Ampelkoalition, ihr völkerrechtliches Recht auf Selbstverteidigung durch finanzielle, humanitäre und militärische Hilfe zu unterstützen. Die Fortsetzung dieses Kurses – auch durch die Lieferung weiterer Waffen – halte ich für notwendig, geboten und unterstütze ihn uneingeschränkt.</p>
					<p klasse="J">Zweifelsohne hat dieser Angriffskrieg auch viele Fragen zu der eigenen Verteidigungsfähigkeit Deutschlands aufgeworfen. Die marode Aufstellung der Bundeswehr nach 16 Jahren unionsgeführtem Verteidigungsministerium durch fehlende Investitionen ist fahrlässig und muss korrigiert werden. Dafür benötigt es einerseits mehr Geld, andererseits aber auch zwingend nötige Strukturreformen. Die Reform des Beschaffungswesens ist meines Erachtens die vordringlichste Aufgabe, da jeder zusätzliche Euro andernfalls in ineffizienten Strukturen versinkt. Ferner ist eine gesellschaftliche wie parlamentarische Diskussion zur Aufstellung der Bundeswehr in ihren Bündnisstrukturen der NATO sowie der Europäischen Union unerlässlich. Ich bedauere, dass diese Debatte vor der heutigen Abstimmung nicht stattgefunden hat, sodass Zielrichtung und Höhe der heute zu beschließenden Ausgaben nicht in diesem Lichte zu beurteilen sind.</p>
					<p klasse="J">Ungeachtet dessen unterstütze und begrüße ich zusätzliche Investitionen in die Bundeswehr. Die Soldatinnen und Soldaten sind in letzter Instanz Verteidiger/-innen unserer Demokratie und Freiheit, und insbesondere als Parlamentarierin bin ich für ihren persönlichen Einsatz zutiefst dankbar. Sie mit schlechter Ausrüstung und militärischem Gerät ausgestattet zu sehen, ist für mich nicht zu verantworten. Daher ist mein Nein zu der heutigen Abstimmung kein Nein zu notwendigen Ausgaben für unsere Bundeswehr. Im Gegenteil bin ich der festen Überzeugung, dass ihre Ausstattung zu einer der wichtigsten Aufgaben des Parlamentes gehört und damit auch in meiner Verantwortung liegt.</p>
					<p klasse="J">Den Weg, das Geld über ein Sondervermögen für die Bundeswehr im Grundgesetz in diesem Verfahren zu verabschieden, lehne ich jedoch ab und kann ihm daher nicht zustimmen. Denn ich beurteile den russischen Angriffskrieg als einen fundamentalen Einschnitt in der globalen Weltordnung.</p>
					<p klasse="J">Angesichts dieser umfassenden Bedrohung der Demokratie nach außen wie nach innen, halte ich es für zwingend geboten, dass der deutsche wie der europäische Parlamentarismus einen umfassenden Handlungsspielraum hat, um Menschenrechte und Demokratie national wie global zu verteidigen.</p>
					<p klasse="J">Gerade deshalb ist der Weg der grundgesetzlichen Verankerung des Sondervermögens allein für militärische Zwecke aus meiner Sicht der falsche. Er fokussiert sich einseitig auf die Bundeswehr und lässt außer Acht, dass der 24. Februar unser entschlossenes Handeln als Demokrat/-innen auch auf anderen sicherheitsrelevanten Feldern notwendig macht. Die Schuldenbremse limitiert demokratisches Handeln angesichts der großen Krisen und des Erstarkens von Autokratien. Ihre Umgehung allein für ein Bundeswehrsondervermögen ist daher ein Weg, der die Politik der Kurzsichtigkeit auf unbestimmte Zeit fortsetzt. Die Abschaffung der Schuldenbremse ist zwingend nötig. Es wäre auch eine Reform denkbar gewesen, die entweder die Schaffung auch anderer Sondervermögen für wichtige Investitionen ermöglicht hätte. Auch denkbar wäre eine Flexibilisierung der Schuldenbremse im Hinblick auf breit verstandene sicherheitsrelevante Ausgaben.</p>
					<p klasse="J">Mein heutiges Nein zu einem grundgesetzlich verankerten Sondervermögen für die Bundeswehr ist kein Nein zu höheren Rüstungsausgaben, sondern ein Nein zu einem falschen Weg, der die Handlungsfähigkeit unserer Demokratie einschränkt, die im Angesicht von aggressiven und expansiven Autokratien mit Blick auf militärische, soziale und wirtschaftliche Sicherheit bestehen muss.</p>
					<p klasse="J">Aus diesen Erwägungen heraus habe ich das Gesetzesvorhaben heute abgelehnt.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209800">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004390">
							<name>
								<vorname>Corinna</vorname>
								<nachname>Rüffer</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Am 27. Februar 2022 hielt Bundeskanzler Olaf Scholz unter dem frischen Eindruck des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine im Rahmen einer Sondersitzung des Deutschen Bundestags seine mittlerweile als „Zeitenwende“ bekannt gewordene Rede. Neben der Bereitschaft zu Waffenlieferungen kündigte er überraschend an, die Bundeswehr mittels eines „Sondervermögens“ von 100 Milliarden Euro angemessen ausstatten zu wollen. Diese Ankündigung erfolgte, ohne zuvor die eigenen Koalitionspartner oder die anderen Fraktionen der im Bundestag vertretenen Parteien zu konsultieren. Dieses Vorgehen haben viele Abgeordnete als verstörend empfunden. Ich halte es mit Blick auf die Ignoranz gegenüber etablierten demokratischen Verfahren für im hohen Maße zweifelhaft. Zumal keine Rechtfertigung aufgrund von Eilbedürftigkeit bestand: Es ist kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Einführung eines Sondervermögens mit bestenfalls mittelfristiger Wirkungsperspektive und der Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen ihren brutalen Gegner ersichtlich.</p>
					<p klasse="J">Grundsätzlich ist unstreitig, dass die zur Erfüllung des Auftrags zur Landesverteidigung erforderlichen Mittel vom Gesetzgeber bereitgestellt werden müssen. Das ergibt sich schon aus dem Grundgesetz. Dass dieser Auftrag nicht realisiert wurde, ist seit vielen Jahren bekannt und wurde unter anderem von meiner Fraktion bei unzähligen Gelegenheiten betont. Die Ursache dafür ist aus meiner Sicht aber nicht Geldmangel, sondern vor allem ein systematisches Missmanagement unter anderem im Bereich des Beschaffungswesens. Das belegen unzählige Berichte. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Staaten, die am meisten Geld ins Militär investieren. Wie kann es angesichts dessen sein, dass es den Soldatinnen und Soldaten anscheinend an Stiefeln oder Unterhosen mangelt? Es drängt sich der Eindruck auf, dass über einen langen Zeitraum viel Geld verbrannt worden ist. Anstatt dem noch mehr Geld hinterherzuwerfen, müsste zunächst eine wirksame Strukturreform erfolgen. Für eine solche ist die Zeit seit dem 27. Februar natürlich zu kurz. Doch es sind bislang auch keine ernsthaften Bemühungen dafür erkennbar.</p>
					<p klasse="J">Dennoch haben sich trotz aller Bedenken auch die Skeptiker/-innen auf eine ernsthafte Debatte über Sinn und Zweck eines Sondervermögens eingelassen. Meine Fraktion hat sich dabei für einen „erweiterten Sicherheitsbegriff“ starkgemacht, um der Tatsache Geltung zu verschaffen, dass die Sicherheit unseres Landes weit mehr erfordert als Geld für die Bundeswehr. Dazu gehören etwa die hochrelevanten und gleichfalls kostspieligen Aufgaben der Cybersicherheit und des Zivilschutzes. Doch im Verhandlungsergebnis ist davon nichts zu erkennen. Folglich werden diese Aufgaben aus dem Kernhaushalt zu finanzieren sein. Überdies deutet vieles darauf hin, dass zur Erfüllung des „Fähigkeitsprofils“ der Bundeswehr gemäß den geltenden NATO-Zielen dauerhaft 2 Prozent des BIP aus dem Bundeshaushalt aufgewendet werden sollen.</p>
					<p klasse="J">Das halte ich für nicht tragbar. Insbesondere auch deshalb nicht, weil es zwischen den Regierungsfraktionen keine Einigkeit darüber gibt, die Schuldenbremse zu lockern oder Maßnahmen zur Einnahmensteigerung zu ergreifen. Das bedeutet zwangsläufig, dass steigende Mittel für Militär und Sicherheit zulasten anderer relevanter Projekte gehen. Angesichts der immer noch größten Herausforderung der Klima- und Biodiversitätskrise ist es notwendig, eine weitere soziale Spaltung unserer Gesellschaft mit allen notwendigen Mitteln zu verhindern. Nur geschlossen werden wir die Voraussetzungen für eine lebenswerte Zukunft in Demokratie schaffen. Das sehe ich durch eine falsche Prioritätensetzung gefährdet. Auch deshalb werde ich heute mit Nein stimmen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204209900">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005247">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Carolin</vorname>
								<nachname>Wagner</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Carolin Wagner (SPD): Der russische Überfall auf die Ukraine als Fortsetzung und Höhepunkt der Aggression seit 2014 hat die Grundsätze der europäischen Friedensordnung in Frage gestellt. Die Bundesrepublik Deutschland sieht sich mit einer Lage konfrontiert, die extrem besorgniserregend ist. Vor 25 Jahren wurde der NATO-Russland-Vertrag abgeschlossen, der geprägt war von gegenseitigem Entgegenkommen und mit dem wir glaubten, den Frieden in Europa dauerhaft gesichert zu haben. Diese Bemühungen wurden von russischer Seite brutal und einseitig beendet. Nun ist die Frage nach der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und der unserer Verbündeten von einer Aktualität und Dringlichkeit, die sich niemand gewünscht hat.</p>
					<p klasse="J">Sicherheit muss umfassend verstanden werden. Sicherheit nach außen wird gewährleistet durch militärische Fähigkeiten ebenso wie durch diplomatische Anstrengungen und durch Entwicklungszusammenarbeit. Die Blockade der Lieferketten für Nahrungslieferungen durch die Russische Föderation ist das beste Beispiel für die Destabilisierung ganzer Regionen, der militärisch nicht zu begegnen ist. Dass diese Aspekte im Sondervermögen nicht berücksichtigt werden, ist eine große Schwäche des grundsätzlich richtigen und wichtigen Vorhabens.</p>
					<p klasse="J">Äußere und innere Sicherheit sind außerdem untrennbar verbunden. Vor dem russischen Überfall auf die Ukraine war Donald Trump die größte Gefahr für das westliche Bündnis, vor kurzem gelang Marine Le Pen der Einzug in die Stichwahl in Frankreich. Ihr Wahlerfolg hätte der europäischen Einigkeit gegenüber Russland ebenso ein Ende bereitet wie allen Vorstellungen künftiger gemeinsamer europäischer Verteidigungsinitiativen. Die Gründe für diese Wahlerfolge sind unter anderem auch in russischen Bemühungen zu suchen, freiheitliche Demokratien durch Desinformations- und Einflusskampagnen von innen zu destabilisieren. Sie sind andererseits auch verursacht durch innere Spaltungen, gerade wirtschaftlicher Art, die den Nährboden geboten haben für diese Wahlerfolge. Im Ausklammern dieser Sicherheitsfragen liegt eine weitere Schwäche des Sondervermögens – stärkere Anstrengungen zur Förderung der Medienkompetenz aller und digitale Sicherheitsstrukturen gegen Desinformations- und Einflusskampagnen werden hier leider nicht abgebildet.</p>
					<p klasse="J">Die größte Gefahr liegt aber in möglichen inneren Verteilungswirkungen infolge dieser Ausgaben. Das macht die Ausgaben nicht prinzipiell falsch, aber vor dem Hintergrund einer kategorischen Ablehnung von Steuererhöhungen für sehr reiche und reiche Menschen und bei gleichzeitiger Beibehaltung der Schuldenbremse laufen wir Gefahr, Konkurrenzen zu schaffen zwischen dem Wehretat, den Ausgaben für die sozial gerechte ökologische Transformation unserer Wirtschaft, den damit verbundenen Aufwendungen für eine ambitionierte Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie denen für soziale Sicherheit und wirtschaftlichen Ausgleich. Eine Vernachlässigung dieser Felder droht aber den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Akzeptanz unseres demokratisch-freiheitlich verfassten Staates zu beschädigen und macht ihn damit angreifbar. Nicht militärisch, aber als offene Gesellschaft.</p>
					<p klasse="J">Ich kann dem Sondervermögen daher nicht zustimmen, da ich größte Bedenken habe, dass dieses grundsätzlich richtige Vorhaben durch nachgelagerte Verteilungswirkungen zwar die Sicherheit Deutschlands in einem eng verstandenen Sinne stärkt, in einem umfassender verstandenen aber Gefahren schafft. Ich hoffe sehr, dass ich falschliege.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210000">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005251">
							<name>
								<vorname>Carmen</vorname>
								<nachname>Wegge</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Carmen Wegge (SPD): Ich habe mich dafür entschieden, der Grundgesetzänderung zuzustimmen und das Gesetz zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ abzulehnen. Im Folgenden möchte ich meine Beweggründe darlegen.</p>
					<p klasse="J">Der völkerrechtswidrige Krieg von Putin gegen die Ukraine hat das jahrzehntelange Sicherheits- und Friedensgefüge in Europa und der ganzen Welt erschüttert. Es ist notwendig, dass wir in Erwägung ziehen, dass auch wir bald Teil eines Krieges sein können und uns dabei die Frage stellen, ob unsere Bundeswehr in der Lage wäre, uns adäquat zu verteidigen.</p>
					<p klasse="J">Aus meiner Sicht ist die Analyse richtig, dass die Bundeswehr dies mit ihrer aktuellen Ausstattung nicht kann und es einer Ertüchtigung der Bundeswehr bedarf. Es ist ein Armutszeugnis, dass es selbst im Zeichen eines Krieges keine Mehrheit im Bundestag gibt, um die Schuldenbremse abzuschaffen. Das Sondervermögen ist daher aktuell der einzige Weg, um die Bundeswehr angemessen auszustatten, ohne unsere sozialen Vorhaben und den Kampf gegen den Klimawandel zu gefährden. Deshalb habe ich der Grundgesetzänderung zugestimmt.</p>
					<p klasse="J">Das Gesetz zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ steht aber in drei Punkten meinem Gewissen derart entgegen, dass ich ihm heute nicht zustimmen kann.</p>
					<p klasse="J">Seit Mittwoch liegt uns der mit dem Gesetz zu beschließende Wirtschaftsplan vor. In diesem Wirtschaftsplan ist durch die F‑35-Flugzeuge ein langfristiges Bekenntnis zur nuklearen Teilhabe enthalten. Auch die Bewaffnung von Drohnen ist für mich mit meinem friedenspolitischen Verständnis nicht vereinbar.</p>
					<p klasse="J">Mit der Entscheidung, F‑35-Flugzeuge anzuschaffen, bekennen wir uns für die nächsten Jahrzehnte dazu, an der atomaren Teilhabe Deutschlands festzuhalten. Mit diesen Flugzeugen werden deutsche Pilot/-innen im Ernstfall US-Atombomben über strategischen Zielen in Europa abwerfen. Der Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen ist für mich aber unabdingbarer Teil einer sozialdemokratischen Friedenspolitik. Das Bekenntnis zur atomaren Teilhabe wird aber gerade dazu führen, dass andere Staaten sich in ihrer Motivation bestärkt sehen werden, eigene Atomwaffen anzuschaffen. Die nukleare Teilhabe führt meiner Meinung nach zu weniger und nicht zu mehr Sicherheit.</p>
					<p klasse="J">Zudem ist die Finanzierung der Bewaffnung von Drohnen durch das Sondervermögen vorgesehen. Die Zustimmung zu einer Bewaffnung von Drohnen kann ich jedoch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.</p>
					<p klasse="J">Bewaffnete Drohnen senken aus meiner Sicht die Hemmschwelle für einen bewaffneten Krieg, da sie das Risiko für die eigenen Soldat/-innen stark reduziert. Zudem droht eine Entgrenzung des Krieges, wie die Kampfhandlungen unter anderem im Jemen oder in Somalia gezeigt haben. Selbst wenn in speziellen Situationen, die keinesfalls pauschal und schon gar nicht im Vorhinein festgelegt werden können, bewaffnete Drohnen für ein gewisses Mehr an Sicherheit für Soldat/-innen sorgen könnten, ist für mich klar, dass im Fall von Kampfdrohnen ein eventuelles Mehr an Sicherheit für die einen, im Gegenzug definitiv weniger Sicherheit für die anderen, in diesem Fall die Zivilbevölkerung, bedeutet. Laut der Studie „Living under Drones“ von der Stanford University und der New York University starben im Zeitraum von Juni 2004 bis September 2012 zwischen 2 562 und 3 325 Menschen durch US-amerikanische Drohnenangriffe allein in Pakistan. Unter den Opfern waren laut der Studie zwischen 474 und 881 Zivilist/-innen, darunter 176 Kinder.</p>
					<p klasse="J">Das Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens regelt zudem die Finanzierung der Bundeswehr über die Ausgabe eines Sondervermögens hinaus. Dabei wird ein eindimensionaler Sicherheitsbegriff auf die Bundeswehr zugrunde gelegt. Für mich als Jungsozialistin und Sozialdemokratin kann eine erfolgreiche Sicherheitspolitik aber nur mit einem erweiterten Sicherheitsbegriff erfolgreich sein. Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit müssen immer selbstverständlich mitgedacht und gewährleistet sein. Einer der Grundsätze für die sozialdemokratische Friedenspolitik ist, dass Konflikte zwar militärisch entschieden werden können, aber niemals nur militärisch gelöst werden.</p>
				</rede>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 11</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Erklärungen nach § 31 GO">
				<p klasse="Anlage_2">Erklärungen nach § 31 GO</p>
				<p klasse="Anlage_3">zu der namentlichen Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines „Sondervermögens Bundeswehr“ (Bundeswehrsondervermögensgesetz – BwSVermG)</p>
				<p klasse="Anlage_3">(Zusatzpunkt 4)</p>
				<rede id="ID204210100">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005070">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Armin</vorname>
								<nachname>Grau</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Armin Grau (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Ich habe der oben genannten Beschlussvorlage heute zugestimmt.</p>
					<p klasse="J">Dieser Entschluss ist mir jedoch sehr schwergefallen und ich habe ihn schlussendlich mit großen Bedenken getroffen.</p>
					<p klasse="J">Grundsätzlich stehe ich zu der Entscheidung, die Bundeswehr ausreichend auszustatten und die Landesverteidigung zu sichern. Ich halte es ebenfalls für richtig, angesichts der bestehenden Schuldenbremse ein Sondervermögen einzurichten, um Defizite in der Ausstattung der Bundeswehr auszugleichen.</p>
					<p klasse="J">Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass zunächst sehr zügig eine Analyse der dringenden Bedarfe der Bundeswehr erfolgt und aufgrund dieser Analyse die Höhe des Sondervermögens und der Zeitplan der Beschaffungen festgelegt wird. Im Gegensatz dazu wurde jetzt erst am Ende des Entscheidungsprozesses ein Wirtschaftsplan erstellt.</p>
					<p klasse="J">Weiterhin hätte ich mir gewünscht, dass kurzfristig eine eingehende Analyse erstellt wird, warum die Ausstattung der Bundeswehr trotz eines Verteidigungsetats von zuletzt rund 50 Milliarden Euro so unzureichend ist und welche Verbesserungen im Beschaffungswesen der Bundeswehr erforderlich sind. Eine Entscheidung über das Sondervermögen hätte gemeinsam mit einer Reform des Beschaffungswesens erfolgen sollen.</p>
					<p klasse="J">Die Sicherheit unseres Landes ist nicht nur eine Frage der Bewaffnung, sondern gerade heute auch eine Frage der Cybersicherheit und schließt den Zivilschutz mit ein. Ich bedauere es sehr, dass weder Cybersicherheit noch der Zivilschutz im Sondervermögen berücksichtigt wurden.</p>
					<p klasse="J">In Zeiten eines hohen Defizits des Bundeshaushalts und einer ab 2023 wieder geltenden Schuldenbremse werden Ausgaben für Cybersicherheit und den Zivilschutz zukünftige Bundeshaushalte in erheblichem Maße belasten. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass diese haushaltswirksamen Entscheidungen nicht dazu führen dürfen, dass andere, für die Zukunft unseres Landes wichtige, Reformen – insbesondere im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes und der Sozial- und Umweltpolitik – eingeschränkt oder verschoben werden.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210200">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004771">
							<name>
								<vorname>Elisabeth</vorname>
								<nachname>Kaiser</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Elisabeth Kaiser (SPD): Der Angriff der russischen Regierung auf die Ukraine hat die Welt, hat uns alle, fassungslos gemacht. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer, von ganz klein bis ins hohe Alter, waren und sind gezwungen, ihr Land Hals über Kopf zu verlassen und in anderen Ländern Schutz und Sicherheit zu suchen.</p>
					<p klasse="J">Wir alle sind bestürzt über Putins völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine. Ich bin froh, dass ich einer Fraktion und einer Regierungskoalition angehöre, die die aktuelle Lage mit Blick auf Frieden und Sicherheit sehr ernst nimmt, mit Blick auf die europäische und internationale Sicherheitslage genau abwägt und vor allem aber alles dafür unternimmt, um schnellstmöglich eine friedliche Lösung zu finden. Leider hat der russische Präsident bisher alle ernsthaften diplomatischen Wege für einen Waffenstillstand oder gar ein Friedensabkommen ins Leere laufen lassen. Stattdessen fallen tagtäglich weiter Bomben auf Städte, sterben Tausende Zivilist/-innen und werden Kriegsverbrechen begangen. Das ist durch nichts zu rechtfertigen. Die immer neuen Eskalationsdrohungen und großrussischen Ambitionen, die Kriegspropaganda und Fake News wie auch die Gleichschaltung der Inlandspresse lassen keinen Zweifel: Aus eigenen Stücken wird Putin diesen Krieg nicht beenden.</p>
					<p klasse="J">Diese Realität ist bitter, und gleichwohl dürfen wir uns ihr nicht verschließen. Die Ukraine wird ihre Bevölkerung und territoriale Integrität nur mit Hilfe internationaler Partner verteidigen können. Es geht hier aber nicht nur allein darum, die Ukraine zu unterstützen, sich selbst gegen den Angriff zu verteidigen. Es geht auch darum, unsere Werte von einer freiheitlichen Demokratie gegen die imperialistische Ideologie von Autokraten zu verteidigen.</p>
					<p klasse="J">Die Evakuierungen aus Mariupol waren das Ergebnis langer Verhandlungen, und der Abzug der russischen Armee aus dem Nordosten des Landes ist auch eine Folge der militärischen Ertüchtigung der ukrainischen Streitkräfte. Dabei gilt es aber nach wir vor, alle vorhandenen Mittel der Diplomatie, Sanktionierung und Materiallieferungen auszuschöpfen. Dieser Dreiklang ist derzeit unumgänglich, und daher hat die Ampelkoalition auch das Sanktionsdurchsetzungsgesetz im Bundestag eingebracht, um die Maßnahmen gegen Russland wirkungsvoll umzusetzen.</p>
					<p klasse="J">Zugleich müssen wir der Tatsache ins Auge sehen, dass der russische Angriff eine seit dem Ende des Kalten Krieges nicht dagewesene Bedrohung darstellt. Zuallererst für unsere osteuropäischen Nachbarn, aber auch für alle freiheitlichen Demokratien in Europa. Dieser Zeitenwende müssen wir Rechnung tragen. Der Schutz der Bevölkerung ist eine der obersten staatlichen Aufgaben. Um die Herausforderungen der äußeren Sicherheit zu meistern, braucht es einen leistungsfähigen Zivilschutz – und eine voll einsatzfähige Bundeswehr. Das gilt für die Landesverteidigung ebenso wie für die Erfüllung der Bündnisverpflichtungen.</p>
					<p klasse="J">Unser oberstes Ziel muss sein, diesen Krieg möglichst schnell zu beenden. Darüber hinaus braucht es selbstverständlich eine Rückkehr zur Deeskalation und Entspannungspolitik in Europa und weltweit – durch mehr Rüstungskontrolle, Entwicklungshilfe und eine Intensivierung von Abrüstungsvereinbarungen, insbesondere zu atomaren Waffen. Dafür werden wir als Sozialdemokratinnen und ‑demokraten alles Machbare unternehmen.</p>
					<p klasse="J">Angesichts der außenpolitischen Tatsachen sind umfangreiche Investitionen nötig. Zuvorderst in Diplomatie, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Ich bin dankbar, dass die SPD-Bundestagsfraktion in der Entwicklungszusammenarbeit einen Schwerpunkt setzt und im Haushalt die Mittel dafür noch einmal ordentlich aufgestockt hat.</p>
					<p klasse="J">Als Koalition haben wir uns entschieden, die Bundeswehr in Form eines Sondervermögens besser auszustatten, um den genannten internationalen Verpflichtungen und dem Schutz unserer Bevölkerung Rechnung zu tragen. Ich gebe zu, dass ich äußerst skeptisch war, als ich von dem Vorhaben am 27. Februar im Plenum erfuhr. Denn ich denke, dass diese Gelder in anderen wichtigen Bereichen wie Bildung, Pflege, Familien- und Sozialpolitik sowie mit Blick auf den Klimawandel für eine gelingende wirtschaftliche Transformation gut angelegt wären.</p>
					<p klasse="J">Ich habe mich deshalb in den letzten Wochen sehr intensiv damit auseinandergesetzt, insbesondere mit den Problemen bei der Beschaffung und den Fragen, was wirklich in der Bundeswehr gebraucht wird und wie wir als Parlament kontrollieren, was eigentlich mit den 100 Milliarden Euro angeschafft werden soll.</p>
					<p klasse="J">Im Ergebnis kann ich feststellen, dass die Bundesverteidigungsministerin bereits Maßnahmen unternommen hat, die Beschaffungsvorgänge zu verbessern und damit Kosten zu verringern, und weiter daran arbeitet. Zum anderen ist klar geworden, in welch desolatem Zustand die Bundeswehr derzeit ist. Die 100 Milliarden sind keine willkürlich gegriffene Zahl, sondern bilden ab, was gebraucht wird, um die Bundeswehr so auszustatten, wie es zur Erreichung ihrer vollen Einsatzfähigkeit nötig ist. Es ist gut, dass die Regierung die Bundeswehr und ihre Ausrüstung nicht singulär betrachtet, sondern noch mehr im europäischen Verbund organisiert. Damit leistet die Koalition einen elementaren Beitrag zum Schutz der europäischen Friedensordnung und vermeidet damit das Hochrüsten nationaler Staaten.</p>
					<p klasse="J">Ich bin froh, dass die Koalition ein Kontrollgremium des Bundestages mit dem heutigen Beschluss zum Sondervermögen schafft, dass regelmäßig vom Bundesverteidigungsministerium über Beschaffungsmaßnahmen und Entwicklungsvorhaben sowie geplante Betreiberverträge informiert wird und im Zweifel ab einem bestimmten Finanzvolumen sein Veto dagegen einlegen kann.</p>
					<p klasse="J">Nun bleibt die Frage, warum es ein Sondervermögen und eine damit verbundene zeitweise Änderung im Grundgesetz braucht. Das Sondervermögen trägt der Sorge Rechnung, dass wir Gelder binden würden, die in anderen Bereichen für die Vorhaben der Ampelkoalition fehlen. Durch den Weg, den wir mit dem Sondervermögen gehen, schonen wir den regulären Haushalt, mit dem wir massiv in die Infrastruktur und das Gemeinwohl der Bundesrepublik investieren. Sei es in Familien, Schulen, Kitas und Hochschulen, in die Gesundheitsversorgung, den Bahnausbau und die Energiewende. Außerdem hat die Bundesregierung umfangreiche Entlastungen für Privathaushalte auf den Weg gebracht – vom Kinderbonus, über höhere Steuerfreibeträge bis zum 9‑Euro-Ticket –, um die durch den Ukraine-Krieg weiter steigenden Energiekosten abzumildern.</p>
					<p klasse="J">Unter Abwägung dieser Argumente bin ich zu dem Schluss gekommen, dem Sondervermögen für die Bundeswehr zuzustimmen.</p>
					<p klasse="J">Mir persönlich ist es aber sehr wichtig, dass wir auch in den kommenden Jahren da investieren, wo das Geld direkt bei den Menschen ankommt. Ich weiß, wie sehr die drückende Inflation die Sorgenfalten der Menschen größer werden lässt, seien es Familien mit vielen Kindern, Berufspendler/-innen in ländlichen Regionen oder die Seniorinnen und Senioren mit kleinen Renten. Um die Folgen der Preissteigerungen, der immer noch andauernden Pandemie und des Krieges in der Ukraine für die Bevölkerung abmildern zu können und gleichzeitig alles für ein modernes und lebenswertes Land zu tun, braucht es auch zukünftig die entsprechenden Investitionen. Wir können nicht die Bundeswehr ausstatten, ohne auch Geld für ein gutes Zusammenleben in unserem Land zu geben. Denn soziale Gerechtigkeit ist auch Bestandteil von innerer Sicherheit.</p>
					<p klasse="J">Dafür will ich mich auch weiterhin in dieser Koalition zusammen mit meiner Fraktion einsetzen.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210300">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005097">
							<name>
								<vorname>Carlos</vorname>
								<nachname>Kasper</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Carlos Kasper (SPD): Wir befinden uns in einer besonderen Lage. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat uns gezeigt, dass der Bedarf nach einer verbesserten Ausstattung der Bundeswehr groß ist. Sie muss in der Lage sein, die Landes- und Bündnisverteidigung zu gewährleisten. Dies schafft sie gerade nur mit großer Kraftanstrengung. Zusätzliche Investitionen in die Bundeswehr sind daher nötig. Aus diesem Grund stimme ich dem vorliegenden Entwurf zu. Auch die Begleitreformen bei der Bundeswehr, wie die Reform des Beschaffungswesens, haben meine Entscheidung gestärkt.</p>
					<p klasse="J">Dennoch habe ich große Bedenken, das Grundgesetz einmalig allein für ein militärisches Sondervermögen für die Bundeswehr zu verändern.</p>
					<p klasse="J">Bei einer Veränderung des Grundgesetzes wäre es besser gewesen, die Schuldenbremse abzuschaffen und so den Weg für weitere Investitionen in die Zukunft frei zu machen. Außerdem ist Sicherheit viel mehr als die militärische Sicherheit. Wir brauchen einen erweiterten Sicherheitsbegriff, der unter anderem auch sichere Lieferketten, eine nachhaltige Klimapolitik und ebenfalls die soziale Sicherheit umfasst.</p>
					<p klasse="J">Ich sehe die heutige Änderung des Grundgesetzes daher sehr kritisch.</p>
					<p klasse="J">Insbesondere in der aktuellen Zeit, in der wir vor großen finanziellen Herausforderungen stehen, Entlastungspakete für die Bürgerinnen und Bürger schnüren und eine nachhaltige Klimawende einleiten, werden wir zukünftig in Erklärungsnöte kommen, weshalb wir allein für die Bundeswehr ein Sondervermögen errichtet haben.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210400">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11004792">
							<name>
								<titel>Dr.</titel>
								<vorname>Rainer</vorname>
								<nachname>Kraft</nachname>
								<fraktion>AfD</fraktion>
							</name>
						</redner>Dr. Rainer Kraft (AfD): Die von der Regierung als „Fähigkeitslücken“ verharmlosten desaströsen Zustände der Bundeswehr sind seit Jahren ein offenes Geheimnis. Ebenso die Abneigung dieser und vorheriger Regierungen, den eingegangenen Bündnisverpflichtungen nachzukommen. Dies hindert selbige nicht daran, seit Jahrzehnten deutsche Soldaten mit mangelhafter persönlicher Ausrüstung, unzureichender Versorgung und mit unbrauchbarem oder veraltetem Gerät in Auslandseinsätze zu schicken.</p>
					<p klasse="J">Die Auflage eines „Sondervermögens Bundeswehr“ ist keine Zeitenwende, sondern ein Eingeständnis eines jahrzehntelangen Scheiterns der Verteidigungs-, Außen-, Sicherheits- und Rüstungspolitik. Die Gewährleistung der äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland ist eine staatliche Kernaufgabe, die von der Exekutive schlicht nicht erfüllt wurde.</p>
					<p klasse="J">Landesverteidigung und die Bündnisverpflichtungen werden auch mit dem Sondervermögen noch jahrelang nicht vollumfänglich umzusetzen sein. Es schafft aber eine Basis für eine zumindest grundlegende Ausrüstung und den Schutz unserer Soldaten.</p>
					<p klasse="J">Deutlich kritisiert werden muss die Vernachlässigung der Beschaffung für die „Dimension Land“, die auch im Hinblick auf den russischen Überfall auf die Ukraine fragwürdig erscheint. Die Vorhaben im Bereich der „Dimension See“ gehen zumindest in ihren finanziellen Ambitionen deutlich über Küstenschutz und Sicherung von Handelswegen hinaus. Die Bundesregierung sollte diesbezüglich ihre strategischen Überlegungen zeitnah darlegen. Weitere Exkursionen der deutschen Marine in den Indo-Pazifik sind auch mit neuem Gerät wenig sinnvoll. Auch die „Dimension Luft“ soll und muss auf den Stand der Zeit gebracht werden. Ein weltraumbasiertes Frühwarnsystem (ohne die Fähigkeit, Gefahren im Orbit bekämpfen zu können) und ein System Weltraumüberwachung sind in meinen Augen fragwürdig und passen nicht zu einem Land, in dem nicht einmal flächendeckender Mobilfunkempfang vorhanden ist. Eine priorisierte und dringend notwendige Beschaffung von Munition für alle Einsatzdimensionen ist leider nirgends zu finden.</p>
					<p klasse="J">Eine breite parlamentarische Debatte zu diesen und anderen Themen war seitens der Regierung offenbar nicht gewünscht. Ungeachtet dessen ist der Deutsche Bundestag es seinen Soldaten schuldig, ihnen die bestmögliche Ausrüstung und Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Nicht für oder gegen Aufrüstung haben wir heute zu entscheiden, sondern über die Frage der für die Verteidigung des Landes erforderlichen Mittel.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210500">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005195">
							<name>
								<vorname>Tina</vorname>
								<nachname>Rudolph</nachname>
								<fraktion>SPD</fraktion>
							</name>
						</redner>Tina Rudolph (SPD): Der Angriffskrieg auf die Ukraine, den Russland seit Februar unter massiver Verletzung des Völkerrechts und von Menschenrechten führt, stellt sowohl die Bundesregierung als auch das Parlament der Bundesrepublik Deutschland vor die Aufgabe, neben allen Herausforderungen, vor die der Krieg und seine Auswirkungen uns stellen, auch intensivere verteidigungspolitische Debatten zu führen, als dies in den letzten Jahren der Fall war. Der Weg, sowohl in der aktuellen Kriegssituation als auch bei künftigen Auseinandersetzungen grundsätzlich so lange wie möglich auf diplomatische Lösungen zu setzen, ist in meinen Augen nach wie vor richtig, und das Vorgehen von Bundeskanzler Olaf Scholz in dieser Richtung – genau wie aber auch die Entscheidung, in der Frage schlussendlich die Ukraine auch mit Waffenlieferungen zu unterstützen – verdient höchste Anerkennung. Deutschland steht es gut zu Gesicht, in den letzten Jahrzehnten international einer der Partner geworden zu sein, die höchstes Vertrauen und Anerkennung genießen, wenn es um die Vermittlung in Konflikten, gemeinsame Vorgehensabstimmungen und internationale friedenspolitische Bestrebungen geht. Dies macht mich – gerade im Hinblick auf unsere eigene Geschichte – sehr stolz, und über den Ukrainekrieg hinaus wünsche ich mir, dass Deutschland weiterhin wo immer möglich dafür eintritt, eine friedvolle Weltordnung zu schaffen und globale Abrüstungsvorhaben und Bündnispolitik zu unterstützen.</p>
					<p klasse="J">In der aktuellen Situation wäre es aber sicher verfehlt, keinerlei Auswirkungen und Handlungserfordernisse in Bezug auf verteidigungspolitische Fragen zu erkennen. Dies haben wir uns nicht ausgesucht, sondern es wurde uns spätestens durch die Entscheidung der russischen Führung zum Überfall auf die Ukraine und den seither andauernden Krieg aufgezwungen, zukünftig innerhalb unserer Bündnisse gemeinsam mit unseren Partner/-innen auch mehr verteidigungspolitische Verantwortung zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund steht für mich die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz aus der Regierungserklärung vom 27. Februar dieses Jahres, in der auch die Einrichtung eines Sondervermögens für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro zum ersten Mal thematisiert wurde.</p>
					<p klasse="J">Ein solches Sondervermögen und die Finanzierungsspielräume, die dadurch geschaffen werden sollen, haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Krieg in der Ukraine, sollen aber mittelfristig vor allem größere, überjährige Beschaffungsvorhaben erleichtern.</p>
					<p klasse="J">Die Bundeswehr der Bundesrepublik Deutschland wurde in den letzten Jahren unter CDU/CSU-Verteidigungsminister/-innen schlecht verwaltet, Ausstattungsmängel sind bereits seit einigen Jahren Thema, wenn sie auch in der aktuellen Situation umso deutlicher zutage treten. Auch in den letzten Jahren mussten sich Soldatinnen und Soldaten beispielsweise privat Schutzausrüstung beschaffen und finanzieren, um sich in Übungen und Einsätzen ausreichend zu schützen. Das darf nicht sein, und dieser Zustand ist für mich deutlich abzulehnen, und es ist schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen. In einem Land wie Deutschland muss dafür gesorgt werden, dass diejenigen, die bereit sind, als Teil unserer Truppe ihr Leben zu riskieren, bestmöglich für ihre Arbeit vorbereitet, geschützt und ausgerüstet sind. Hier gab es in den letzten Jahren viele Versäumnisse, zum Beispiel das Beschaffungswesen der Bundeswehr zu reformieren. Stattdessen sind viele Gelder in Beratungshonorare geflossen und eben nicht in der Ausstattung der Truppe, Munition für Schießübungen, ausreichenden Investitionen in die digitale und Cybersicherheit und in Beschaffungsvorhaben angekommen. Abhilfe wird dafür derzeit unter einer sozialdemokratischen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit großem Engagement und Pragmatismus geschaffen.</p>
					<p klasse="J">Innerhalb des Sondervermögens ist zwar auch ein Teil der geplanten Ausgaben für die Ausstattung der Soldatinnen und Soldaten und für die Digitalisierung der Bundeswehr vorgesehen, der überwiegende Teil soll aber in Rüstungsvorhaben fließen. Dass sich auch hier finanzielle Investitionen in den nächsten Jahrzehnten nicht vermeiden lassen, ist eine Auffassung, die ich schweren Herzens teile, jedoch sollte gerade bezüglich der Rüstungsprojekte aus meiner Sicht zuerst eine stärkere Absprache und Planung innerhalb unserer Bündnisse erfolgen, welche Ausgaben und Anschaffungen genau notwendig sind, bevor eine Summe in dieser Gesamthöhe beschlossen wird. Ebenso stellt für mich eine erfolgreiche Reform der Bundeswehr und des Beschaffungswesens eine unbedingte Voraussetzung dar.</p>
					<p klasse="J">Im Haushalt sind – unabhängig von der Einrichtung eines Sondervermögens – Verteidigungsausgaben in Höhe von rund 50 Milliarden vorgesehen. Sollte dieses Geld nicht ausreichen, um davon eine angemessene und für den Schutz der Soldatinnen und Soldaten ausreichende Ausrüstung zu gewährleisten, sind solche Fragen aus meiner Sicht zwingend im Rahmen der Haushaltsverhandlungen zu thematisieren. Für den Fall, dass sich ein Mehrbedarf abzeichnet, der im Rahmen des Haushalts nicht zu decken ist, muss dann insgesamt über extrahaushalterische Lösungen und über eine Aussetzung der Schuldenbremse nachgedacht werden, wenn sich durch einen insgesamt bestehenden und gut begründeten Mehrbedarf (gerechtfertigt durch Investitionen in die Zukunft und für künftige Generationen) abzeichnet. Die Schuldenbremse in diesem Maße und nur für den genannten Bereich de facto zu umgehen, ist für mich in der Gewichtung nicht tragbar, sodass ich persönlich dem Vorhaben des Sondervermögens in der vorgelegten Form meine Zustimmung nicht aussprechen kann.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210600">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005219">
							<name>
								<vorname>Stefan</vorname>
								<nachname>Seidler</nachname>
								<fraktion>Fraktionslos</fraktion>
							</name>
						</redner>Stefan Seidler (fraktionslos): Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die sicherheitspolitischen Verhältnisse in der Welt drastisch verändert und die Bedeutung der NATO als Verteidigungsbündnis verdeutlicht. Deutschland trägt als Partner in EU und NATO große Verantwortung für Frieden und Sicherheit in Europa. Um dieser gerecht zu werden, ist eine stärkere finanzielle Förderung der Bundeswehr als bisher nötig. Aus diesem Grunde stimme ich dem Antrag zu.</p>
				</rede>
				<rede id="ID204210700">
					<p klasse="redner">
						<redner id="11005248">
							<name>
								<vorname>Johannes</vorname>
								<nachname>Wagner</nachname>
								<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
							</name>
						</redner>Johannes Wagner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Der durch nichts zu rechtfertigende, brutale und völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat den europäischen, ja vielleicht sogar den weltweiten außen- und sicherheitspolitischem Status quo verändert.</p>
					<p klasse="J">Die Ukraine verdient unsere uneingeschränkte Unterstützung. Dafür ist sowohl humanitäre als auch militärische Hilfe notwendig. Ziel muss einerseits sein, dass die Ukraine den Krieg gewinnt und die russischen Truppen von ihrem Territorium zurückdrängen kann, und andererseits, dass die Kriegsfolgen in der Ukraine selbst, aber auch weltweit reduziert werden. Damit meine ich insbesondere die erhöhten Lebensmittel- und Energiepreise. Diese drohen schon jetzt eine der dramatischsten Hungerkrisen zu verursachen.</p>
					<p klasse="J">Die Bundeswehr kann aktuell selbst minimale Anforderungen an Bündnis- und Landesverteidigung kaum einhalten und die Ukraine nicht in dem Umfang mit Material unterstützen, wie wir es uns wünschen würden. Der Grund dafür sind die katastrophale Organisation und das von Mängeln durchzogene Beschaffungswesen in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Das tut aktuell aber nur bedingt zur Sache, denn Fakt ist: Unter den aktuellen Umständen muss in die Bündnis- und Landesverteidigung investiert werden.</p>
					<p klasse="J">Diese Investitionen sind zu Beginn der Anschaffung einmalig extrem teuer und dadurch im regulären Haushalt nicht finanzierbar. Da der Weg der Finanzierung dieser Anschaffungen über reguläre Schulden durch die unzeitgemäße Schuldenbremse nicht möglich ist, ist es grundsätzlich richtig, die jetzt nötigen Ausgaben für eine andere Außen- und Sicherheitspolitik über ein Sondervermögen zu finanzieren. Diese nötigen Investitionen dürfen auf keinen Fall zulasten dringender Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz, Infrastruktur und sozialer Sicherheit führen.</p>
					<p klasse="J">Die Reduzierung des Sicherheitsbegriffs in diesem Sondervermögen alleine auf die Bundeswehr halte ich jedoch für einen Fehler. Ich bin schwer enttäuscht, dass selbst ein reduzierter „erweiterter Sicherheitsbegriff“ als Teil der Finanzierungsmöglichkeiten dieses Sondervermögens nicht durchsetzbar war. Damit müssen selbst Cybersicherheit, also der Schutz kritischer Infrastruktur wie Krankenhäuser, aber auch die Ertüchtigung von Partner/-innen, beispielsweise über den Ringtausch, durch den regulären Haushalt gedeckt werden.</p>
					<p klasse="J">Da die Zeit drängt und wir schnell verteidigungspolitisch handlungsfähig werden müssen, stimme ich schweren Herzens für das Sondervermögen. Doch für mich ist weiterhin klar, dass Sicherheit nicht nur aus militärischer Verteidigung besteht, sondern auch aus Zivilschutz, Cybersicherheit, Krisenprävention und sogar energiepolitischer Unabhängigkeit.</p>
				</rede>
			</anlagen-text>
		</anlage>
		<anlage>
			<anlagen-titel>Anlage 12</anlagen-titel>
			<anlagen-text anlagen-typ="Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung">
				<p klasse="Anlage_2">Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung</p>
				<p klasse="J">Der Bundesrat hat in seiner 1021. Sitzung am 20. Mai 2022 beschlossen, den nachstehenden Gesetzen zuzustimmen bzw. einen Antrag gemäß Artikel 77 Absatz 2 des Grundgesetzes nicht zu stellen:</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes</p>
				<p klasse="T_fett">– … Gesetz zur Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Absenkung der Kostenbelastungen durch die EEG-Umlage und zur Weitergabe dieser Absenkung an die Letztverbraucher</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Regelung eines Sofortzuschlages und einer Einmalzahlung in den sozialen Mindestsicherungssystemen sowie zur Änderung des Finanzausgleichsgesetzes und weiterer Gesetze</p>
				<p klasse="J">Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschließung gefasst:</p>
				<p klasse="J">1. Der Bundesrat begrüßt die zwischen Bund und Ländern getroffene Vereinbarung, dass Vertriebene und Geflüchtete aus der Ukraine künftig Leistungen nach dem Zweiten beziehungsweise Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB II beziehungsweise SGB XII) erhalten und die hierfür notwendigen gesetzlichen Anpassungen unverzüglich umgesetzt werden und zum 1. Juni 2022 in Kraft treten sollen. Er betont, dass Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Vertriebenen und Geflüchteten aus der Ukraine eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen.</p>
				<p klasse="J">2. Der Bundesrat begrüßt das in der Besprechung des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 7. April 2022 abgegebene Bekenntnis zur Mitverantwortung bei der Finanzierung der Unterbringung, Verpflegung und Betreuung der Flüchtlinge und Vertriebenen aus der Ukraine und die Einbeziehung der ukrainischen Vertriebenen in den Anwendungsbereich des Sozialgesetzbuches Zweites Buch.</p>
				<p klasse="J">3. Er begrüßt vor diesem Hintergrund, dass der Bund die Länder und Kommunen für das Jahr 2022 über einen erhöhten Anteil der Länder an der Umsatzsteuer zunächst mit insgesamt zwei Milliarden Euro bei den Mehraufwendungen für die Unterbringung und Betreuung unterstützen wird. Damit trägt der Bund einen Teil der entstehenden Kosten mit.</p>
				<p klasse="J">4. Der Bundesrat erinnert in diesem Zusammenhang an die Zusage der Bundesregierung, darüber hinaus auch eine einvernehmliche Regelung zur Verstetigung der Beteiligung des Bundes an den unabhängig vom Krieg in der Ukraine entstehenden flüchtlingsbezogenen Kosten sowie den Aufwendungen der Länder und Kommunen für die Unterkunft und die Integration zu finden, die rückwirkend ab dem 1. Januar 2022 gelten soll. Um Planungssicherheit für die Gestaltung ihrer Haushalte zu erlangen, sind Länder und Kommunen auf eine schnellstmögliche Umsetzung angewiesen. Aus Sicht des Bundesrates bedarf es hierbei einer verstetigten, „atmenden“ Regelung, die sich an der Zahl der nach Deutschland geflüchteten Menschen orientiert.</p>
				<p klasse="J">5. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Rechtskreiswechsel zum 1. Juni 2022 neben einer Speicherung im Ausländerzentralregister nicht davon abhängig gemacht werden kann, dass noch nicht entschiedene Anträge auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 24 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) ausschließlich mit einer Fiktionsbescheinigung nach § 81 Absatz 5 AufenthG auf amtlichem Vordruck nachzuweisen sind. Die hohe Zahl der Vertriebenen hat die zuständigen Behörden der Länder und Kommunen vor erhebliche Herausforderungen gestellt, denen nur mit pragmatischen Lösungen begegnet werden konnte, indem zum Teil die Antragstellung auf einem anderen Formular als dem amtlichen Vordruck bescheinigt wurde. Begleitend dazu haben der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder in ihrem Beschluss vom 7. April 2022 unter Nummer 3 eine rasche und unkomplizierte Registrierung der Ankommenden für unerlässlich erachtet.</p>
				<p klasse="J">6. Der Bundesrat spricht sich daher dafür aus, den Rechtskreiswechsel auch mit anderen Bescheinigungen über die Antragstellung als der Fiktionsbescheinigung auf amtlichem Vordruck zuzulassen.</p>
				<p klasse="J">7. Der Bundesrat bedauert, dass die in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf vom 8. April 2022, BR-Drucksache 125/22 (Beschluss), formulierten Änderungen zur Auszahlung und Erstattung des Sofortzuschlags nicht aufgegriffen wurden.</p>
				<p klasse="J">8. Der Bundesrat betont erneut, dass sich bei der Umsetzung des Artikels 3 Nummer 3 des Sofortzuschlags- und Einmalzahlungsgesetzes für die meisten Länder erhebliche zeitliche Schwierigkeiten bei der erforderlichen fristgerechten landesrechtlichen Trägerbestimmung für die Durchführung des Sofortzuschlags nach § 145 Absatz 4 SGB XII-neu zum 1. Juli 2022 ergeben. Durch das Festhalten des Bundes am Erfordernis der Bestimmung der zuständigen Träger nach Landesrecht ist nicht gewährleistet, dass alle Länder in der Lage sind, in der vorgegebenen Zeit die landesrechtliche Grundlage für die rechtzeitige Auszahlung des Sofortzuschlags zu schaffen.</p>
				<p klasse="T_fett">– Steuerentlastungsgesetz 2022</p>
				<p klasse="J">Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschließung gefasst:</p>
				<p klasse="J">1. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führt zu gravierenden Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten. Der damit einhergehende kräftige Preisanstieg bei Lebensmitteln und Energie mindert die private Kaufkraft und trifft vor allem sozial schwache Bevölkerungsgruppen. Der Deutsche Bundestag hat ein umfangreiches Entlastungspaket beschlossen. Das Steuerentlastungsgesetz 2022 ist ein Baustein, um Bürgerinnen und Bürger von Inflation und steigenden Energiepreisen umfangreich zu entlasten. Die rückwirkende Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags und der Werbungskostenpauschale sowie die Verbesserungen bei der Entfernungspauschale entlasten angesichts steigender Preise alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler um jährlich rund 4,5 Mrd. Euro. Länder und Gemeinden tragen hiervon über 2,5 Mrd. Euro.</p>
				<p klasse="J">2. Als Maßnahmen zum Umgang mit den hohen Energiekosten sind unter anderem eine einmalige steuerpflichtige Energiepreispauschale für alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen von 300 Euro und ein einmaliger Kinderbonus von 100 Euro je Kind vorgesehen. Vor allem der Kinderbonus hat sich in den Jahren 2020 und 2021 als adäquates Mittel zur gezielten Unterstützung von Familien herausgestellt. Der Bundesrat erwartet, dass für den Kinderbonus eine Kompensationsregelung für die Länder analog der Jahre 2020 und 2021 erfolgt.</p>
				<p klasse="J">3. Auch hinsichtlich der Energiepreispauschale erwartet der Bundesrat, dass der Bund die Belastungen vollständig trägt. Die Energiepreispauschale stellt letztlich nur einen Vorgriff auf das von der Bundesregierung gesetzte Ziel dar, in Zukunft einen einfachen und unbürokratischen Weg für Direktzahlungen an die Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Hierzu soll noch in diesem Jahr für das Klimageld ein Auszahlungsweg über die Steuer-ID entwickelt werden. Auf diese Weise beabsichtigt die Bundesregierung, den Bürgerinnen und Bürgern einen Teil der allein dem Bund zustehenden Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zurückzugeben.</p>
				<p klasse="J">4. Gemäß den Angaben des Bundes werden die öffentlichen Haushalte im laufenden Jahr durch den Kinderbonus und die Energiepreispauschale mit rund 11,8 Mrd. Euro belastet. Hiervon soll nach den Vorstellungen des Bundes ein Betrag von rund 6,8 Mrd. Euro und damit deutlich mehr als die Hälfte auf die Haushalte von Ländern und Kommunen entfallen.</p>
				<p klasse="J">5. Der Bundesrat erwartet, dass der Bund einen vollständigen Ausgleich dieser finanziellen Belastungen von Ländern und Kommunen vornehmen wird.</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zum Übergang des Bewacherregisters vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf das Statistische Bundesamt</p>
				<p klasse="T_fett">– Zweites Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Einsetzung eines Nationalen Normenkontrollrates</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Änderung des Energiesicherungsgesetzes 1975 und anderer energiewirtschaftlicher Vorschriften</p>
				<p klasse="J">Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschließung gefasst:</p>
				<p klasse="J">1. Der Bundesrat begrüßt vor dem Hintergrund der aktuellen versorgungssicherheitlichen Herausforderungen, dass das Energiesicherungsgesetz (EnSiG) kurzfristig auf seine Funktionalität überprüft wurde und im Hinblick auf einen möglichen Gas-Lieferstopp dahingehend ergänzt wird, dass im Krisenfall die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und die Funktionsfähigkeit des Energiemarktes durch geeignete Maßnahmen und Instrumente gestärkt wird.</p>
				<p klasse="J">2. Der Bundesrat erkennt an, dass mit der nunmehr über die Fraktionen der Regierungskoalition in den Bundestag eingebrachten Fassung des Gesetzes die Krisenvorsorge gestärkt und eine kurzfristig verfügbare und grundsätzlich geeignete Handlungsgrundlage im Falle eines drohenden Gas-Lieferstopps geschaffen wurde. Der Bundesrat weist jedoch darauf hin, dass es hierzu einer angemessenen Balance zwischen Marktmechanismen und hoheitlichen Eingriffen bedarf und sich insofern weitere Anpassungs- und Präzisierungsbedarfe zukünftig ergeben. Diese sollten in einem zeitnah erforderlichen weiteren Novellierungsschritt umgesetzt werden.</p>
				<p klasse="J">3. Der Bundesrat weist insbesondere auf folgende Anpassungs- und Präzisierungsbedarfe hin:</p>
				<p klasse="J">– Die Zuständigkeiten des Bundes respektive der Bundesnetzagentur und die der Länder sind gesetzlich weiterhin nicht eindeutig abgegrenzt. Im Sinne eines effizienten Krisenmanagements sollte schnell und einvernehmlich mit den Ländern geklärt werden, welche unterstützenden Aufgaben bei den Ländern im Krisenfall liegen. Ebenso sind vorbereitende Maßnahmen zwischen Bund und Ländern konkret abzustimmen, um hier eine rechtssichere Handlungsbasis zu gewährleisten. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung in diesem Zusammenhang, zu prüfen, inwieweit die gesetzlichen Regelungen aufgrund der hydraulischen Verbundenheit der Gasnetze über Ländergrenzen und nationale Grenzen hinaus nicht dezidiert und eindeutig auf die Bundesnetzagentur als zentralen Lastverteiler abstellen sollten.</p>
				<p klasse="J">– Mit Blick auf die Schaffung von Rechtssicherheit in der Anwendung und Abgrenzung des § 16 Absatz 2 EnWG zu Maßnahmen nach dem EnSiG weist der Bundesrat darauf hin, dass Maßnahmen des Bundeslastverteilers in der Notfallstufe und Maßnahmen des Netzbetreibers nach § 16 Absatz 2 EnWG zur Wahrnehmung seiner Systemverantwortung, insbesondere zur Gewährleistung der netztechnischen Sicherheit, sich operativ in der praktischen Durchführung nicht zwingend ausschließen und gegebenenfalls auch parallel notwendig sein können. Da eine genaue Abgrenzung der beiden Regelungsregime im geltenden Recht nicht vorgenommen wird, könnte insbesondere in einer länger andauernden Gasmangelsituation die Ablauffolge der Anwendung potenziell zur Verfügung stehender Instrumente nicht klar vorhersehbar sein; dies insbesondere auch mit Blick auf den Übergang in die Notfallstufe. Dies ist im Hinblick auf etwaige Haftungsfolgen gegenüber den betroffenen Letztverbrauchern ebenso problematisch, wie es die Vorbereitung und Durchführung der Krisenintervention erschwert.</p>
				<p klasse="J">– Der Bundesrat erkennt die Schwierigkeiten einer rechtssicheren Abgrenzung der genannten beiden Regelungsregime mit Blick auf die erwartbar stark variablen situativen Randbedingungen in Krisensituationen an, mahnt aber gegenüber der Bundesregierung die Notwendigkeit an, klare gesetzliche Bedingungen zu definieren, die zu einer Anwendung des Energiesicherungsgesetzes führen. Weiterhin müssen die Handlungsbefugnisse und ‑verantwortlichkeiten der Bundesnetzagentur bereits vor der Notfallstufe genauer definiert werden, um eine konsistente Übergangsentwicklung bis zum Eintreten des Bundeslastverteilers zu ermöglichen. Diesbezüglich ist auch eine weitergehende Klärung erforderlich, wie im Notfall mit den Pflichten des Bilanzkreisverantwortlichen umzugehen ist. Dieser dürfte in der Notfallstufe aufgrund einer Gasmangellage kaum in der Lage sein, die vom Bundeslastverteiler verteilten Gasmengen zum Ausgleich seines Bilanzkreises zielgerichtet nutzen zu können.</p>
				<p klasse="J">– Der Bundesrat empfiehlt, die Durchsetzungsrechte der Netzbetreiber nach § 16 Absatz 2 EnWG, durch Inanspruchnahme ordnungsbehördlicher Hilfe, zu stärken, um gegebenenfalls erforderliche zeitnahe Lastreduktionen auch durchsetzen zu können.</p>
				<p klasse="J">– Mit dem neuen § 35h EnWG werden Stilllegungen von Gasspeichern unter einen Genehmigungsvorbehalt der Bundesnetzagentur gestellt. Wird die Genehmigung verweigert, ist der Speicher unter Inkaufnahme von Mehrkosten und ohne Entschädigung weiter zu betreiben. Der Bundesrat erwartet, dass für den Fall der verweigerten Genehmigung eine Entschädigung der Speicherbetreiber zum Ausgleich des wirtschaftlichen Nachteils erfolgt, wie sie auch auf der Erzeugungsseite für weiter zu betreibende Kraftwerke gewährt wird.</p>
				<p klasse="J">– Der Bundesrat stellt fest, dass nach dem aktuellen Gesetz ein Speicherbetreiber, der die Stilllegung einer Speicheranlage beantragt, den Nachweis erbringen soll, dass von der Stilllegung der Gasspeicheranlage „keine nachteiligen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit Deutschlands oder der Europäischen Union“ ausgehen. Diese Beweislastumkehr entspricht nicht der Marktrolle eines Speicherbetreibers, der über die zugehörigen Instrumente zur Durchführung dieser Analyse typischerweise auch nicht verfügen wird. Der Bundesrat erwartet, dass dafür die Bundesnetzagentur für diese Analyse verantwortlich sein sollte. Die im Gesetz vorgesehene Regelung sieht auch keine Möglichkeit der unverzüglichen Außerbetriebnahme oder Stilllegung durch den Betreiber des Speichers aus Gründen der Gefahrenabwehr vor. Dies widerspricht den sich aus § 61 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 Bundesberggesetz ergebenden Pflichten eines Bergbautreibenden. Dieser hat geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine unmittelbare Gefahr für Leben oder Gesundheit Beschäftigter oder Dritter abzuwehren, die auf Zustände oder Ereignisse im Betrieb zurückzuführen sind. Es ist daher eine Regelung vorzusehen, nach der auch der Betreiber selbst die Gasspeicheranlage im Rahmen der erforderlichen Gefahrenabwehr unverzüglich vorläufig außer Betrieb nehmen kann. Auch muss die Anordnung zur unverzüglichen vorläufigen Außerbetriebnahme zur Gefahrenabwehr durch die jeweils zuständige Behörde unabhängig vom Genehmigungsregime erfolgen. Die Befugnisse der zuständigen Behörden dürfen durch die Anordnungsermächtigung nicht in unverhältnismäßiger Weise eingeschränkt werden. Insbesondere die Gefahrenabwehr darf nicht erschwert oder ganz unterbunden werden. Dem Schutz von Leib und Leben Beschäftigter oder Dritter ist im Rahmen der Güterabwägung gegenüber der Versorgungssicherheit ein höherer Stellenwert beizumessen.</p>
				<p klasse="J">– Der Bundesrat weist ebenfalls darauf hin, dass die Wirkung einer Mangellage in einem Sektor erhebliche Auswirkungen auch für andere Sektoren der Strom-, Gas-, Mineralöl- und Fernwärmeversorgung haben kann. Nach Ansicht des Bundesrates sind die diesbezüglich nach Jahrzehnten ebenfalls erwartbaren Änderungsbedarfe im EnSiG auch zeitnah in den Blick zu nehmen.</p>
				<p klasse="T_fett">– Erstes Gesetz zur effektiven Durchsetzung von Sanktionen (Sanktionsdurchsetzungsgesetz I)</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Änderung des Energiesteuerrechts zur temporären Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe (Energiesteuersenkungsgesetz –EnergieStSenkG)</p>
				<p klasse="T_fett">– Siebtes Gesetz zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes</p>
				<p klasse="J">Der Bundesrat hat ferner die nachstehende Entschließung gefasst:</p>
				<p klasse="J">1. Der Bundesrat erkennt die Bemühungen des Bundes an, durch das Gesetz eine Entlastung der Bürgerinnen und Bürger bei der Nutzung des ÖPNV durch die Einführung eines vergünstigten Monatstickets für Juni, Juli und August 2022 („9‑Euro-Ticket“) herbeizuführen und durch die anteiligen Ausgleichszahlungen mithilfe der Erhöhung der Regionalisierungsmittel die Kompensation der aufgrund der COVID-19-Pandemie entstandenen finanziellen Nachteile („ÖPNV-Rettungsschirm“) zu unterstützen.</p>
				<p klasse="J">2. Der Bundesrat hebt hervor, dass sich die Länder, ÖPNV-Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen in den vergangenen Wochen mit großem Engagement und unter hohem Zeitdruck dafür eingesetzt haben, dass das vom Bund beschlossene 9‑Euro-Ticket zum 1. Juni 2022 bundesweit umgesetzt werden kann. Die Länder haben dies mit der Erwartung vorangetrieben, dass der Bund im Gegenzug zu seiner Zusage steht und die Kosten für Organisation und Umsetzung des von ihm beschlossenen 9‑Euro-Tickets vollumfänglich finanziert.</p>
				<p klasse="J">3. Der Bundesrat stellt fest, dass mit dem günstigen Ticket eine temporäre finanzielle Entlastung verbunden ist und mit der öffentlichen Ankündigung des Startdatums der Ticketaktion zum 1. Juni 2022 eine große Erwartungshaltung sowohl der Bestands- als auch der Neukundinnen und ‑kunden des ÖPNV geweckt wurde, der Bund, Länder und Verkehrsunternehmen gerecht werden müssen.</p>
				<p klasse="J">4. Nach Auffassung des Bundesrats sind die mit dem Gesetz zur Verfügung gestellten Mittel des Bundes schon für ein dreimonatiges Sonderangebot möglicherweise nicht ausreichend, um alle mit dem Ticket erwarteten Aufwendungen zu kompensieren. Mit dem 9‑Euro-Ticket entstehen im ÖPNV kurzfristig Mehrkosten für zusätzliche Leistungsausweitungen und damit verbundene Kosten für Personal. Der Bundesrat erwartet, dass der Bund das Prognoserisiko für die Ticketkosten nicht den Ländern und Verkehrsunternehmen überlässt, sondern (mit einer Nachschusspflicht) selbst übernimmt, wenn die erwarteten Einnahmeausfälle höher ausfallen als bisher prognostiziert.</p>
				<p klasse="J">5. Der Bundesrat weist auf die Zusage des Bundes hin, sich insgesamt hälftig am Ausgleich der durch die COVID-19-Pandemie entstandenen finanziellen Nachteile im ÖPNV zu beteiligen. Für den Fall, dass die im Regionalisierungsgesetz festgelegten Beträge insgesamt nicht für eine hälftige finanzielle Beteiligung des Bundes ausreichen, erwartet der Bundesrat, dass der Bund den Ländern weitere Mittel in entsprechender Höhe bereitstellt.</p>
				<p klasse="J">6. Der Bundesrat weist darauf hin, dass die Bundesmittel für das 9‑Euro-Ticket den Ländern mehrere Tage vor Inkrafttreten des Tarifs am 1. Juni 2022 zur Verfügung stehen müssen, um die Liquidität aufseiten der Verkehrsunternehmen sicherzustellen.</p>
				<p klasse="J">7. Der Bundesrat betont, dass neben der im Gesetz geregelten Finanzierung des 9‑Euro-Tickets und des Ausgleichs der Pandemiekosten weitere über die derzeit vorhandenen Regionalisierungsmittel hinausgehende Mittel erforderlich sind, um das derzeitige Verkehrsangebot langfristig zu gewährleisten sowie notwendige Angebotsausweitungen zur Erreichung der Klimaschutzziele vornehmen zu können. Dafür ist eine zusätzliche strukturelle und dauerhafte Erhöhung der Regionalisierungsmittel bereits ab 2022 erforderlich. Der gegenüber dem Bund mehrfach begründete Mittelbedarf besteht akut und völlig unabhängig von der Einführung des 9‑Euro-Tickets. Der Finanzbedarf ergibt sich aus Einnahmeausfällen aufgrund des seit 2019 nicht eingetretenen Fahrgastzuwachses, aus den allgemeinen inflationsbedingten Steigerungen der Bau-, Energie- und Personalkosten im ÖPNV sowie durch die zusätzlich gestiegenen Energiekosten infolge des Ukrainekrieges.</p>
				<p klasse="J">8. Die vom Bund jenseits der für die Finanzierung des 9‑Euro-Tickets und zur Pandemiefolgenbeseitigung bereitgestellten Regionalisierungsmittel reichen bei Weitem nicht aus, um die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV zu beenden und eine nachhaltige Verbesserung des gesamten ÖPNV-Angebots zu sichern. Der Bundesrat fordert den Bund daher auf, den Ländern in 2022 gemäß der Ankündigung im Koalitionsvertrag auf Bundesebene eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel zur Verfügung zu stellen.</p>
				<p klasse="J">9. Der Bundesrat sieht die Gefahr, dass ohne eine strukturelle und verlässliche Erhöhung der Regionalisierungsmittel die 9-Euro-Ticket-Aktion keine anhaltende Wirkung entfalten wird. Es wird den Ländern und ÖPNV-Aufgabenträgern nach Ablauf der drei Monate nicht möglich sein, die ÖPNV-Tarife trotz massiv gestiegener Kosten zumindest stabil zu halten, attraktive Verkehrsangebote uneingeschränkt aufrechtzuerhalten oder langfristige Angebotsausweitungen vorzubereiten. Das Gesetz leistet damit keinen Beitrag, um die enormen Kostensteigerungen der Bau-, Energie- und Personalkosten im ÖPNV abzufangen. Auch die Auswirkungen der befristeten Tankrabattierungen für drei Monate im ÖPNV schließen diese Finanzlücke nicht. Aus Sicht des Bundesrates muss verhindert werden, dass die Verkehrsunternehmen die aktuelle Finanzierungslücke, die auch nach drei Monaten 9‑Euro-Ticket besteht, durch Reduktion von Verkehrsleistungen schließen müssen oder die Verbünde die Ticketpreise deutlich anheben. Beides wäre nicht nur kontraproduktiv für die Attraktivität des ÖPNV und die Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrssektor. Es wäre erst recht nicht mit dem Ziel vereinbar, mit dem 9‑Euro-Ticket die Fahrgastzahlen dauerhaft zu steigern.</p>
				<p klasse="J">10. Der Bundesrat verweist darauf, dass den Ländern gemäß Artikel 106a Grundgesetz für den öffentlichen Personennahverkehr ein Anteil aus dem Steueraufkommen des Bundes zusteht. Mit dem im Zuge der Bahnreform zum 1. Januar 1996 in Kraft getretenen Regionalisierungsgesetz ist die Verantwortung für den Schienenpersonennahverkehr vom Bund auf die Länder übergegangen, die Verantwortung für eine auskömmliche Finanzierung des bundesweiten Schienenpersonennahverkehrs liegt jedoch allein beim Bund.</p>
				<p klasse="J">11. Der Bundesrat hebt schon in seiner Stellungnahme vom 11. Mai 2022 zur Ergänzung des Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2022 hervor, dass die im Entwurf des Ergänzungshaushalts 2022 vorgesehene Erhöhung der Regionalisierungsmittel in einem Umfang von 2,5 Milliarden Euro nicht ausreichen wird, um Länder und Kommunen hinreichend zu entlasten (BR-Drucksache 175/22 (Beschluss)).</p>
				<p klasse="J">12. Der Bundesrat bekennt sich zum Ziel des Bundes und der Länder, die Fahrgastzahlen des öffentlichen Personenverkehrs zu steigern und bis 2030 gegenüber 2019 zu verdoppeln. Um die im Bundes-Klimaschutzgesetz verankerten Klimaziele im Verkehr zu erreichen, ist neben einer erhöhten Mittelausstattung bei den Ländern mit Regionalisierungsmitteln eine gemeinsame strategische Ausrichtung des Bundes und der Länder für ein gutes Verkehrsangebot, für mehr digitale Tarifangebote und eine solide und verlässliche Ausbauperspektive des ÖPNV dringend erforderlich. Diesen Zielen dient der im Koalitionsvertrag verankerte Ausbau- und Modernisierungspakt ÖPNV, der zurzeit von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vorbereitet wird.</p>
				<p klasse="J">13. Der Bundesrat begrüßt die geplante Evaluierung des 9‑Euro-Tickets. Hierbei sollten insbesondere Erkenntnisse über die Nutzung durch Personen gewonnen werden, die den ÖPNV bisher kaum oder gar nicht genutzt haben. Der Evaluierungsbericht sollte daher Aussagen darüber treffen, von welchem Verkehrsmittel diese neu gewonnenen Fahrgäste umgestiegen sind und welche CO2-Emissionseffekte damit verbunden sind. Weiterhin sollten auch Aussagen über zusätzlich induzierte Verkehre getroffen werden, also solche Verkehre, die ohne das preislich attraktive Angebot unterblieben wären.</p>
				<p klasse="T_fett">– Gesetz zur Beschleunigung des Einsatzes verflüssigten Erdgases (LNG- Beschleunigungsgesetzes – LNGG)</p>
				<p klasse="J">Die folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass sie gemäß § 80 Absatz 3 Satz 2 der Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den nachstehenden Vorlagen absehen:</p>
				<p klasse="T_fett">Wirtschaftsausschuss</p>
				<p klasse="J">– Unterrichtung durch die Bundesregierung</p>
				<p klasse="T_fett">Bericht des Koordinators der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt für die 19. Legislaturperiode</p>
				<p klasse="T_fett">Drucksachen 19/30293, 20/1207 Nr. 12</p>
				<p klasse="J">– Unterrichtung durch die Bundesregierung</p>
				<p klasse="J">Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im Jahr 2020</p>
				<p klasse="T_fett">(Rüstungsexportbericht 2020)</p>
				<p klasse="T_fett">Drucksachen 19/31170, 20/1122 Nr. 23</p>
				<p klasse="J">– Unterrichtung durch die Bundesregierung</p>
				<p klasse="T_fett">Sondergutachten 82 der Monopolkommission gemäß § 44 Absatz 1 Satz 4 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen</p>
				<p klasse="T_fett">Empfehlungen für einen effektiven und effizienten Digital Markets Act</p>
				<p klasse="T_fett">Drucksachen 19/32714, 20/1122 Nr. 47</p>
				<p klasse="T_fett">Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz</p>
				<p klasse="J">– Unterrichtung durch die Bundesregierung</p>
				<p klasse="T_fett">Fünfter Bericht der Bundesregierung zum Stand der Umsetzung des Nagoya-Protokolls hinsichtlich Beratung und Vollzug sowie insbesondere zur Abschätzung des Personalbedarfs des Bundesamtes für Naturschutz</p>
				<p klasse="T_fett">Drucksachen 20/183, 20/433 Nr. 12</p>
				<p klasse="J">Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben mitgeteilt, dass der Ausschuss die nachstehenden Unionsdokumente zur Kenntnis genommen oder von einer Beratung abgesehen hat.</p>
				<p klasse="Amtl_fett">Petitionsausschuss</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/781 Nr. A.1</p>
				<p klasse="J_Abstand">EP P9_TA(2021)0507</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1112 Nr. A.1</p>
				<p klasse="J_Abstand">EP P9_TA(2022)0031</p>
				<p klasse="Amtl_fett">Finanzausschuss</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/781 Nr. A.34</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 15190/21</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1385 Nr. A.11</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 7153/22</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.14</p>
				<p klasse="J_Abstand">EU-Dok 109/2022</p>
				<p klasse="Amtl_fett">Wirtschaftsausschuss</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/565 Nr. C.1</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 14172/20</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.17</p>
				<p klasse="J_Abstand">K(2022)1890 endg.</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.18</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 7585/22</p>
				<p klasse="Amtl_fett">Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.22</p>
				<p klasse="J_Abstand">EP P9_TA(2022)0099</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.23</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 7426/22</p>
				<p klasse="Amtl_fett">Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz</p>
				<p klasse="J_Abstand">Drucksache 20/1597 Nr. A.27</p>
				<p klasse="J_Abstand">Ratsdokument 7850/22</p>
			</anlagen-text>
		</anlage>
	</anlagen>
	<rednerliste sitzung-datum="03.06.2022">
		<redner id="11003804">
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				<vorname>Katja</vorname>
				<nachname>Mast</nachname>
				<fraktion>SPD</fraktion>
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					<rolle_lang>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_lang>
					<rolle_kurz>Bundesminister für Arbeit und Soziales</rolle_kurz>
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		<redner id="11004873">
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				<vorname>Ulrike</vorname>
				<nachname>Schielke-Ziesing</nachname>
				<fraktion>AfD</fraktion>
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				<vorname>Andreas</vorname>
				<nachname>Audretsch</nachname>
				<fraktion>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN</fraktion>
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		<redner id="11003584">
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				<titel>Dr.</titel>
				<vorname>Gesine</vorname>
				<nachname>Lötzsch</nachname>
				<fraktion>DIE LINKE</fraktion>
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		</redner>
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				<vorname>Claudia</vorname>
				<nachname>Raffelhüschen</nachname>
				<fraktion>FDP</fraktion>
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				<vorname>Hermann</vorname>
				<nachname>Gröhe</nachname>
				<fraktion>CDU/CSU</fraktion>
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				<vorname>Kathrin</vorname>
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				<fraktion>SPD</fraktion>
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				<vorname>René</vorname>
				<nachname>Springer</nachname>
				<fraktion>AfD</fraktion>
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				<vorname>Beate</vorname>
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				<vorname>Susanne</vorname>
				<nachname>Ferschl</nachname>
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				<titel>Dr.</titel>
				<vorname>Lukas</vorname>
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				<fraktion>FDP</fraktion>
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				<titel>Dr.</titel>
				<vorname>Ottilie</vorname>
				<nachname>Klein</nachname>
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				<titel>Dr.</titel>
				<vorname>Wolfgang</vorname>
				<nachname>Strengmann-Kuhn</nachname>
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				<vorname>Kai</vorname>
				<nachname>Whittaker</nachname>
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				<vorname>Marc</vorname>
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				<titel>Dr.</titel>
				<vorname>Martin</vorname>
				<nachname>Rosemann</nachname>
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		<redner id="11005004">
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				<vorname>Stephanie</vorname>
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				<vorname>Wilfried</vorname>
				<nachname>Oellers</nachname>
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		</redner>
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				<vorname>Bernd</vorname>
				<nachname>Rützel</nachname>
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				<vorname>Stephan</vorname>
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				<vorname>Alexander</vorname>
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		</redner>
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					<rolle_lang>Bundesminister der Finanzen</rolle_lang>
					<rolle_kurz>Bundesminister BMF</rolle_kurz>
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					<rolle_lang>Bundesministerin der Verteidigung</rolle_lang>
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					<rolle_lang>Bundesministerin des Auswärtigen</rolle_lang>
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				<titel>Dr.</titel>
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				<titel>Dr.</titel>
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